3. Mai, Tag der Pressefreiheit: Journalismus oder PR

Weltkarte der Pressefreiheit 2016 von "Reporter ohne Grenzen".

Weltkarte der Pressefreiheit 2016 von „Reporter ohne Grenzen“.

Heute am Tag der Pressefreiheit könnte man doch mal alle Unternehmen auflisten, die mit Anzeigenstornierung gedroht haben, wenn ein bestimmter Artikel erscheint. Und dann noch die Firmen, Vereine und Personen, die den Artikel gerne vorher lesen wollen.

Natürlich ist das ein Luxusproblem, verglichen mit Ländern, in denen Journalisten vom Staat oder Interessengruppenn massiv bedroht und ermordet werden.

Der „Katastrophenbahnhof Eberstadt“ wird ab Oktober 2016 umgebaut

Ganz schön strecken musste sich die CDU-Stadtverordnete Annemarie Fischer, als sie bei einem Rundgang am 4. Mai 2007 versuchte, am Bahnhof Eberstadt in einen Zug einzusteigen.

Auf dem Eberstädter Stadtteilforum am Montag stellte Benjamin Schmidt, Leiter des Bahnhofsmanagements Darmstadt (Bahn-Tochter „DB Station & Service“) nun Umbauarbeiten ab Oktober 2016 in Aussicht.

Echo online: Eberstädter Stadtteilforum mit „Katastrophenbahnhof Eberstadt“, „Raserei Reuterallee“, Hirtengrundhallensanierung und Klinikumsumzug („Katastrophenbahnhof Eberstadt“ war die Wortwahl eines Bürgers.)

Der Eberstädter Bahnhof ist seit vielen Jahren ein Ärgernis für die Eberstädter. Neun Jahre ist es mittlerweile her, da hatten CDU (damals noch Opposition) und Grüne (in einer Koalition mit SPD und FDP) an verschiedenen Tagen den Bahnhof besichtigt. Mein Foto oben ist vom CDU-Termin und man sieht die damalige CDU-Stadtverordnete Annemarie Fischer.

Bei einer Umfrage der Grünen kam der Bahnhof damals auch nicht gut weg: Weiterlesen

Chefwechsel bei der Merck-Feuerwehr

Der Chef der Werksfeuerwehr Merck, Jürgen Warmbier, geht in Pension, ihm folgt sein Stellvertreter Bernd Saßmannshausen nach. Ich hatte mit beiden gesprochen.

Echo online: Weniger Einsätze dank moderner Technik

Bei der Werksfeuerwehr Merck arbeiten zur Zeit 145 Feuerwehrmänner und 15 Feuerwehrfrauen. Die Wehr, die auch mit den Darmstädter Feuerwehren kooperiert, hat 40 Einsatzfahrzeuge und vier Rettungswagen. Das Werksgelände in Darmstadt ist rund 1,2 Quadratkilometer groß, das ist etwa dreimal so groß wie das Johannesviertel.

Insgesamt nun 266 Stolpersteine in Darmstadt gesetzt

Stolpersteine werden in der Hochstraße gesetzt.

Wenn Menschen am Straßenrand so zusammenstehen wie auf dem Foto, dann werden dort in der Regel Stolpersteine gesetzt. So am Freitag (22. April) in der Hochstraße 42. Dort wo jetzt ein Teil der Viktoriaschule-Neubauten steht, stand vor dem Krieg ein Haus neben der Schule.

Echo online: Vor der Viktoriaschule in der Hochstraße sind am Freitag fünf Stolpersteine zum Gedenken an die Familien Ranis und Gutenberg gesetzt worden

Einige Mitglieder der Familie Ranis konnten fliehen, darunter war auch Frieda (geb. Ranis), die 1933 mit ihrem Mann Karl Heß Deutschland verlassen konnte. Karl Heß war von 1928 bis 1933 Vorsitzender (entspricht dem heutigen Präsidenten) des SV Darmstadt 98.

Einige Mitglieder der Familie Ranis konnten fliehen, darunter war auch Frieda (geb. Ranis), die 1933 mit ihrem Mann Karl Heß Deutschland verlassen konnte. Karl Heß war von 1928 bis 1933 Vorsitzender (entspricht dem heutigen Präsidenten) des SV Darmstadt 98.[/caption]

In Darmstadt sind damit nun insgesamt 266 Steine gesetzt, die an Vertreibung und Vernichtung der Deutschen jüdischen Glaubens, der Zigeuner, politisch Verfolgter, Homosexueller, Zeugen Jehovas und Euthanasieopfern während der Zeit des Nationalsozialismus erinnern.

Die Stellen im Bürgersteig, wo die Steine gesetzt werden, sind in der Regel etwas vorbereitet.

SPD und Freie Wähler kooperieren in Weiterstadt

„Wir hatten sehr gute Gespräche“, sagten die Vorsitzenden Manfred Berger (FWW) und Alexander Koch (SPD), die zusammen mit den Fraktionsvorsitzenden Benjamin Gürkan (SPD) und Kurt Weldert (FWW) die Kooperationsvereinbarung in der Alten Gräfenhäuser Schlossschule unterschrieben. Zuvor hatten die jeweiligen Parteimitglieder einstimmig für die Kooperation gestimmt.

SPD und FWW hatten bei der Kommunalwahl je einen Sitz dazugewonnen. Die Kooperation entspreche damit am ehesten dem Wählerwillen, sagten SPD-Ortsvereinsvorsitzender Alexander Koch und SPD-Fraktionsvorsitzender Benjamin Gürkan. DIe Freien Wähler und die SPD hatten auch mit ALW sowie der CDU gesprochen. Die FWW schloss dann allerdings ein Dreierbündnis gegen die Sozialdemokraten aus.

Und die SPD erinnerte sich an die Meinungsverschiedenheiten mit der ALW. Bei einer Fortsetzung der alten Kooperation hätte man den Ärger mit in die neue Wahlperiode genommen, vermutete Alexander Koch. Mit der Union zusammenarbeiten wäre für Benjamin Gürkan nur ein Weg gewesen, wenn nichts anderes gegangen wäre. „Die eigenen Mitglieder und Wähler hätten bei 46,3 Prozent für die SPD für eine große Koalition kein Verständnis gehabt“, sagte Koch. Das Ergebnis sei das Beste für die SPD in Weiterstadt seit 1989, erinnerte der Historiker.

Dass die FWW der SPD den Ersten Stadtrat und damit den Bürgermeisterstellvertreter überlässt, sei für sie nicht entscheidend gewesen, betonten Koch und Gürkan. „Bei der FWW hat die Stimmung gepasst.“ Ämter seien schön und wichtig, räumte FWW-Vorsitzender Manfred Berger ein, „aber man muss auch wissen, welche Ämter man bewerkstelligen kann“. Man müsse auch realistisch bleiben, fand Kurt Weldert, die SPD habe 17 Sitze, die FWW vier. Die SPD wird aber auch verzichten müssen, wies er darauf hin, dass die SPD Vorsitz im Haupt- und Finanzausschuss an die FWW abgeben werde.

Echo online: SPD und Freie Wähler ziehen an einem Strang

Nachtrag: Die ALW scheint das Kooperationsende gelassen zu sehen. Die SPD habe sich, so die ALW-Sicht, an „wesentliche Punkte“ des Kooperationsvertrages nicht gehalten. Die ALW erinnert an den von SPD, CDU und FWW auf 2018 verschobenen Bau des Bürgerhauses Braunshardt und die immer wieder aufgeschobene neue Skateranlage beim Hallenbad.

Neulich im Gericht: Psychotischer Schub im Eurocity

„Du hast mich fünf Jahre terrorisiert und ich werde dich erstechen.“ Ich muss zugeben, mit solchen Sätzen fange ich ja gerne an, wenn ich von einem Prozess berichte. Ja natürlich, weil es reißerisch ist. Gesagt worden war der Satz von einem Zeugen, der beschrieb, wie ihn der Beschuldigte, der einen psychotischen Schub hatte, erst angeguckt, verfolgt und dann bedroht hatte. Aber mit dem Satz anfangen ging nicht, weil der mitten im Geschehen fiel und das nicht mit einem Satz erklärt werden konnte.

Echo online: Rausch und Wahn im Eurocity, zweiter Verhandlungstag

Und am Rande: Der Geschädigte, der Mann, den der Beschuldigte anging, hatte im Gericht erzählt, dass er danach sogar vom Bahnvorstand Rüdiger Grube angerufen worden sei. Was mir ja erst recht unwahrscheinlich erschien. Aber dann stellte ich fest, dass der Geschädigte früher mal ein großes Wohnungsunternehmen hatte. Und Manager kennen sich ja dann doch.

Da die Staatsanwaltschaft und das Gericht davon ausgehen, dass der Beschuldigte zwar straffällig wurde, aber wegen seiner Psychose schuldunfähig ist, wird nicht vom Angeklagten sondern vom Beschuldigten gesprochen. Es gibt auch keine Anklage in dem Sinne, es ist ein Antrag, den Beschuldigten in einer geschlossenen Klinik für Psychiatrie unterzubringen. Und das Ganze heißt Sicherungsverfahren.

Das Fraunhofer LBF: Näher an die Grenzen ran, die die Physik einem setzt

Was dieses „Fraunhofer LBF“ macht hatte ich mich früher ja öfters gefragt, da LBF einem so wenig sagt. Und auch Betriebsfestigkeit klang nicht erhellender. Etwas besser wird es, wenn man weiß, dass LBF „Labor für Betriebsfestigkeit“ heißt und dass das mal der Name einer Einrichtung war, aus der das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit (LBF) in der Bartningstraße in Kranichstein hervorging. Und noch schöner ist es, wenn einem der Chef vorführt, wie man an die Grenzen, die die Physik einem immer setzt, näher rankommt.

Echo online: Tobias Melz führt das Fraunhofer LBF

Beispielsweise kann man Schwingungen (sind ja auch blöd bei Stativen, wenn die Kamera dann zittert) durch Gegenschwingungen ausgleichen und verschwinden lassen. Besonders interessant wird das natürlich bei teuren Geräten wie Autos und in der Raumfahrt. Wenn die Satelliten-Kühleinheit vibriert, sollte die Kamera nebendran trotzdem nicht mitschwingen.

(PM FRaunhofer LBF) Der Vorstand der Fraunhofer-Gesellschaft hat rückwirkend zum 1. Januar 2016 Prof. Dr.-Ing. Tobias Melz (47) mit der Leitung des Fraunhofer-Instituts für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF beauftragt. Mit Wirkung zum 18. Januar hat darüber hinaus die TU Darmstadt Professor Melz zum Leiter des assoziierten Fachgebietes für „Systemzuverlässigkeit, Adaptronik und Maschinenakustik“ berufen. Weiterlesen

Der Wohnungsmarkt ist ein träger Markt

Neulich war ich bei einem Vortrag des Eigentümerverbands „Haus & Grund“. Die Wohnungswirtschaft sieht die aktuellen Entwicklungen zugunsten der Mieter ja kritisch, weil sie nun von zwei Seiten auf die Mieten wirken. Nach oben gibt es Kappunggrenzen, die Mieterhöhungen „kappen“ und bei Neuvermietungen greift die Mietpreisbremse, die hohe Anfangsmietren verhindern soll. Der „Haus & Grund“-Vertreter fand, dass neben dem Wohnungsmarkt nur noch der Buchmarkt (durch die Buchpreisbindung) so massiv reguliert sei.

Es ist halt schwierig mit dem Wohnungsmarkt. Denn es ist ein sehr träger Markt. Man kann ja nicht sofort reagieren. Wenn mir der Feinkostladen zu teuer ist, kann ich spontan zum Supermarkt gehen. Bei der Wohnung ist es aber sehr aufwändig einen Monat in der Badstraße zu wohnen und dann wieder in die Schlossallee zu ziehen.

Echo online: Hauseigentümerverband erwartet Prozessflut

Neulich im Gericht: Raub, Diebstahl, räuberischer Diebstahl

Die Justizia auf dem Darmstädter Landgericht.


Als Gerichtsreporter komme ich mir ja ein wenig wie ein Dauer-Jurapraktikant vor. Freitag war mal wieder eine neue Lektion. Jeder kennt Diebstahl und Raub. Beim Raub bekomme ich mit, wenn mir einer was wegnimmt, weil er mich vorher oder dabei bedroht. Diebstahl geht ohne drohen, vielleicht merke ich es. Jetzt gibt es aber auch räuberischen Diebstahl.

Beim Raub wird vor dem „Besitzübergang“ gedroht, beim räuberischen Diebstahl danach. Wenn man den Diebstahl bemerkt hat und sein Eigentum wieder haben will und der Dieb dann zur Beutesicherung einem beispielsweise ein Messer entgegenhält.

Und dann war beim Prozess am Freitag auch noch das Delikt „Diebstahl mit Waffe“. Das heißt, der Dieb hatte die Waffe, zum Beispiel im Rucksack, dabei.

Echo online: Der einen Haftstrafe folgt die nächste