Doping im Fußball

Der ehemalige Profi-Fußballer Lotfi El Bousidi über seine Diplomarbeit zu Doping im Fußball.

Da wurde im ARD-WM-Studio nach dem Schweden-England-Spiel das Thema Doping kurz gestreift. Und der Experte sagte sinngemäß, dass er als Trainer nur mal damit zu tun hatte, weil ein Spieler mal aus Versehen “Aspirin complex” genommen habe.

Klar, dass kein Aktiver gerne über Doping in seiner Sportart redet. Nur wirkte der Verweis auf “Aspirin complex” für mich so, als solle das Thema lächerlich gemacht werden. Sowas wie “Aspirin complex” kennt jeder, erhält man ohne Rezept und dann kommt doch die “Wenn sowas schon ein Dopingmittel ist, dann wird da wohl übertrieben”-Denke. (Das Problem bei “Aspirin complex” ist, dass da Pseudoephedrin drin ist und man durch “ich habe doch nur ‘Aspirin complex’ genommen” verschleiern könnte, dass man Pseudoephedrin genommen hat.)

Dabei wird im Fußball gedopt, da gibt es klare Hinweise.

Allgemeine Zeitung Mainz: Mainzer Ex-Profi Lotfi El Bousidi hat eine wissenschaftliche Arbeit über Doping im Fußball geschrieben – So gaben von den von mir befragten deutschen Profis mindestens rund 10 und höchstens 35 Prozent an, in den vergangenen zwölf Monaten Mittel zur Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit eingenommen zu haben, die nur beim Arzt, in der Apotheke oder auf dem Schwarzmarkt zu bekommen sind – also Dopingmittel.

Es heißt auch gerne, im Fußball komme es auf so vieles an, da bringe Doping nichts, weil man Verbesserungen auf der einen Seite mit Verschlechterungen auf der anderen bezahlen würde.

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Rosinenpickerei bei den “Star Wars”-Legends

Thrawn von Timothy Zahn (2017)“Thrawn”
von Timothy Zahn (2017)

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Langsam ärgere ich mich darüber, was Disney mit den “Star Wars”-Fans  macht. Da kauft man die Rechte von George Lucas und deklariert alles (das “Expanded Universe” aus Büchern und Comics) außer den sechs Filmen zu “Legends”. Um dann sein neues kanonisches Star-Wars-Universum aufzubauen. Ok. Als ich das mitbekam, verstand ich das ja noch, denn durch die vielen Geschichten gibt es doch sehr viele Vorgaben. Und ob man da überhaupt noch was neues ohne große Brüche oder Logikfehler korrekt einbauen kann, halte auch ich für schwierig.

Aber eine Sache hätte man übernehmen können, nämlich die “Erben des Imperiums“-Trilogie von Timothy Zahn. Die war in den 1990ern erschienen und quasi der Ursprung des Expanded Universe. Sie war eine eine schlüssige und gute Fortsetzung nach der “Rückkehr der Jedi-Ritter”. Und mit Großadmiral Thrawn gab es einen imperialen Gegenspieler, der es drauf hatte und ganz anders als Darth Vader und Imperator Palpatine war. (Das ab 2012 erschienene deutschsprachige “Erben des Imperiums”-Hörspiel ist übrigens richtig klasse, da die deutschen Sprecher für Leia, Luke und Han engagiert wurden. Leider scheint es so zu sein, dass zur Zeit nur Teil Eins als komplette Box (Affiliate-Link) noch angeboten wird.)

Thrawn-Trilogie“Erben des Imperiums”,
die erste Thrawn-Trilogie von Timothy Zahn (1991)

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Aber gut, ich hatte ja Verständnis dafür, dass Disney neu starten wollte. Kein Verständnis hatte ich dann aber  Weiterlesen

Um die Fußballweltmeisterschaft wird am 1. Juli gespielt

Zwischen Dänemark und Kroatien. Jedenfalls wenn es nach der “Unofficial Football World Championships” (UFWC) geht. Und Dänemark ist aktueller Weltmeister.

Weltmeister Dänemark? Ja, denn die UFWC hat das erste Länderspiel im 19. Jahrhundert (zwischen England und Schottland) als Duell um die Weltmeisterschaft definiert und guckt seitdem, wie Spiele gegen den jeweiligen “Weltmeister” ausgehen. Und so wanderte der Titel lange Zeit nur zwischen England und Schottland und dann Wales hin und her. In den 1930 holte dann Österreich den Titel von den britischen Inseln und inzwischen waren sehr viele Länder in diesem Modus Weltmeister geworden (Liste der Sieger der Unofficial Football World Championships).

Aktuell ist auf diese Art und Weise eben Dänemark Weltmeister. Weil es gegen Peru gewonnen hatte. Und am 1. Juli ist WM-Achtelfinale mit Kroatien.

Der Haken an der UFWC ist natürlich, dass sie keine Turniere organisiert und sich nebenbei aus systematisch aufgebauten Welt- und Kontinentalmeisterschaften, Qualifikationsspielen, Turnieren und mehr oder weniger zufälligen Freundschaftsspielen ergibt, weil ja keiner auf die UFWC achtet.

Unofficial Football World Champions:
2018 World Cup Edition
(Englisches Taschenbuch)

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Was sagt das Bewerbungsanschreiben tatsächlich aus

Huh, die Deutsche Bahn will es Bewerbern leichter machen. Bewerber für Ausbildungsplätze kommen künftig ohne Anschreiben aus.

Ja, warum denn nicht? Denn sind wir doch mal ehrlich: Unternehmen wollen zwar am liebsten Überzeugungstäter als Mitarbeiter, aber trotz ihrer 150-prozentigen Überzeugung wollen die Mitarbeiter seltsamerweise auch ein Gehalt.   So weit her kann es mit der Überzeugung also nicht sein.   Daher kann man meiner Meinung nach den Bewerbungsprozess schon mal hinterfragen und entrümpeln.

Zudem sei das Anschreiben eh ein schwieriges Mittel, um einen Bewerber zu beurteilen, sagt der Wirtschaftspsychologe Uwe Kanning. Es sage eigentlich nur etwas über Berufserfahrung. Aber Moment, die haben Auszubildende ja eher nicht.

Prof. Dr. Uwe P. Kanning: Wenn die Verpackung wichtiger ist als der Inhalt – Aus Sicht der Forschung handelt es sich bei den Bewerbungsunterlagen um ein äußerst stumpfes Schwert der Personalauswahl. Belegt ist lediglich, dass die Fachlichkeit, die Vielfalt der Berufserfahrung – und nicht so sehr die Dauer – sowie Durchschnittsnoten aussagekräftig sind. Sämtliche formale Kriterien bewegen sich im Bereich der völligen Spekulation. (…) Bewerbern kann man angesichts dieser Praxis eigentlich nur eines raten: Vergesst euer Studium, die guten Noten, Auslandsaufendhalte & Co. Was zählt, ist letztlich die Verpackung.


50 Strategien, die falschen Mitarbeiter zu finden …
und wie Sie es besser machen können
von Uwe Peter Kanning

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Die “Darmstadtisierung” der Fußball-WM

Die taz sieht eine “Darmstadtisierung” der Fußball-WM. Yeah! Ich gebe zu, dass ich die Außenwirkungen des Lilien-Aufstiegs in die erste Liga damals unterschätzt habe, jetzt ist das schon ein Begriff.

taz: Spielweise bei der Fußball-WM – Dieses Phänomen nennt man „Darmstadtisierung“: Es meint eine Bundesliga, in der sich fast alle Teams nach dem Vorbild des SV Darmstadt 98 vor wenigen Jahren darauf fokussieren, bestmöglich das Spiel des Gegners zu zerstören.

Hm … ich habe ja keine Ahnung von Fußball, aber hieß so eine Spielweise früher nicht Catenaccio? (Und wir haben die Italiener dafür verachtet?)

Das Wunder von Darmstadt:
Von der drohenden Insolvenz zum Aufstieg in die 1. Bundesliga

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„Amtix kurz“-Verlagerungen weiterhin unbeliebt

Irgendwas läuft ja schief in Hessen. Da regieren die Grünen mit – die einzige Partei, die gegen den Frankfurter Flughafen Position bezogen hatte – aber Bürger machen (mehr oder weniger) mobil gegen die “Amtix kurz”-Routenverschiebung, weil jetzt halt andere den Lärm abbekommen sollen. Eigentlich hätte ich mir ja bei einem Grünen Verkehrsminister etwas innovativeres als eine Verschiebebahnhof erwartet. Zum Beispiel, dass das Übel an der Wurzel gepackt wird.

Echo online: Anhörung in Gräfenhausen: Kritik an “Amtix kurz” reißt nicht ab

Ich vermute aber, die Grünen haben irgendwann Weiterlesen

„Buffy, the Vampire Slayer“ wird 20 Jahre alt

Anfangssequenzen aller “Buffy”-Staffeln

Oh, die taz erinnert mich daran, dass eine meiner Lieblingserien, „Buffy, the Vampire Slayer“, 20 Jahre alt wird. Weia, das heißt ja auch, dass ich … ok. Ich sollte mir neue Lieblingsserien zulegen, dann ist der Altersabstand wieder kürzer.

Die Serie hieß bei uns „Buffy, im Bann der Dämonen“, was es eigentlich besser trifft, denn im Laufe der sieben Staffeln, ging es nicht nur gegen Vampire. Die Serie lief damals ein Jahr nach dem Debut in den USa ab 1998 auf Pro 7 – am Nachmittag, ich meine, es war samstags. Bis der Sender merkte, dass das in den USA gar keine Kindersendung ist und die Show dann – ich glaube ab 2001 – dann Mittwochabend lief.

Das gute an „Buffy“ war zum einen der Humor, der durchblicken ließ, dass die Serie sich selbst nicht so ernst nimmt. Das andere war der über eine Staffel locker gespannte Handlungsbogen. Anders als heute bei so einigen Serien, musste man nicht jede Folge gucken, um den Überblick zu behalten, da die Rahmenhandlung nur langsam voranging, während das „Monster of the Week“ zur Strecke gebracht wurde.

Dann gab es auch immer wieder gute Ideen, wie die Musicalfolge „Once more, with feeling“. Oder die Folge „Hush“ in der so gut wie gar nicht gesprochen wird. Gut gefallen haben mir auch die finalen Folgen ab Staffel drei (der Bürgermeister mutiert zu einem Dämon), vier (da sollte man die letzten drei Folgen gucken) und fünf (da wird eine Göttin auch für den Zuschauer gut ausgetrickst).

Auch plante Autor Joss Whedon über die einzelne Staffel hinaus. Eine Szene in der dritten Staffel löst sich erst in der fünften auf. Und in der fünften haben auch die Zuschauer dadurch erstmal was zum nachdenken, denn es gibt eine neue Figur, die aber angeblich schon immer da war …

Auch dass es plötzlich mehr als eine Vampirjägerin gibt, wird in der ersten Staffel angelegt. Da man damals noch nicht mal eben im Internet nachschaute, wie denn die Serie in den USA weiterläuft, waren das Ende der 5. Staffel und die 6. Staffel etwas seltsam für mich. Aber wie ich dann erfuhr, sollte die Serie mit der 5. Staffel enden (weswegen die Gegnerin eben die schwer zu toppende Chaos-Göttin „Glory“ war). Und was sollte man da in der 6. Staffel noch draufsetzen? Also gab es in Staffel sechs einen Satz Alltagsprobleme, bis Willow aufdreht.

Tja, mit der 7. Staffel war dann im TV doch Schluss. DIe Serie ging dann als Comic weiter. Nur müssen mir bei Comics auch die Zeichnungen gefallen und nicht nur die Handlung, weswegen die Hefte nichts für mich waren.

Den Titelsong spielt übrigens eine Band names „Nerf Herder“, was ein ziemlicher Insider-Name ist. „Nerf Herder“ kommt aus Star Wars. Prinzessin Leia nannte Han Solo in „Das Imperium schlägt zurück“ einen „Nerf Herder“, was auf Deutsch mit „Wookie-Treiber“ übersetzt wurde.

“Für Dich, oh Herr der Welt, Dein Tag anbricht”

On Her Majesty’s Secret Service (1969) – Official Trailer

Heute lief in HR3 „Im Geheimdienst ihrer Majestät“. Kurz vorm Finale heuchelt Tracy Interesse an Blofeld vor und sie schmeichelt ihn mit einem Gedicht:

Für Dich, oh Herr der Welt, Dein Tag anbricht,
Für Dich erglänzt das Gras im Sonnenlicht,
Für Dich versinken Schiffe tief im Meer,
Für Dich sind Märkte da mit ihrem Sklavenheer,
Für Dich der Hammer auf dem Amboss klingt,
Für Dich der Dichter von Verführung singt.

In einem James Bond-Forum fand ich heraus, dass es im Original von James Elroy Flecker und aus dem Schauspiel “Hassan: A Soldier’s Story” stammt:

Thy dawn, O Master of the World, thy dawn;
For thee the sunlight creeps across the lawn,
For thee the ships are drawn down to the waves,
For thee the markets throng with myriad slaves,
For thee the hammer on the anvil rings,
For thee the poet of beguilement sings.