Coronavirus in Darmstadt und im Landkreis

SARS-CoV-2, Quelle: CDC Alissa Eckert, MS; Dan Higgins, MAM

Der Landkreis hat am Freitag zum ersten Mal die Anzahl der Coronavirus-Infektionen seit Pandemiebeginn nach Kommunen aufgeschlüsselt. Da das in absoluten Zahlen war, habe ich das auf je 1000 Einwohner umgerechnet und Darmstadt dazugepakt (ist ja Kreisstadt ), nee, da wohne ich und es liegt mitten im Landkreis.

Coroanvirusinfektionen pro 1000 Einwohner seit Pandemiebeginn.

Coronavirus: Die Haltung der Menschen und die Vergesslichkeit der Regierungen

This illustration, created at the Centers for Disease Control and Prevention (CDC), reveals ultrastructural morphology exhibited by coronaviruses.

Am 12. August hatte ich mich gefragt was unsere Regierungen machen, weil die Zahlen seit Juli wieder stiegen und es inzwischen wie der Anlauf zu x^n aussah.

Mitarbeitern in den Supermärkten war und ist es egal, wie sie ihre Masken tragen, eine Filialleiterin kaufte auch mal ohne ein. Es reagierte auch keiner, wenn man ihn auf zu kleine Abstände an der Kasse ansprach; als mir einer mit Schlägen drohte, habe ich halt nichts mehr gesagt. Und die Kassierer sagten natürlich auch nichts zu geringen Abständen.

Klar, Supermärkte sind keine Hot Spots, aber es zeigt die Haltung.

Vielleicht hätten unsere Landesregierungen vor vier Wochen doch schon mal Zeichen setzen sollen, dass es ernst ist. Beispielsweise indem man vor die Supermärkte wieder Security zur Maskenkontrolle stellt und die Anzahl der Kunden in Läden wieder beschränkt. Aber unsere Regierungen hatten anscheinend nichts aus der Entwicklung im Februar und März gelernt und das mit der Exponentialfunktion schon wieder vergessen. Dass ich nicht falsch verstanden werde, die sind gut im reagieren auf die akute Lage. Aber präventiv ist da nichts. Was wir schon seit März wissen, als das mit dem Modi-Sars-Szenario von 2012/2013 rauskam.

Ich hätte mir auch Erklärungen gewünscht. Warum kann man im Flugzeug und im ÖPNV eng sitzen, aber bei Veranstaltungen nicht? Was wird erlaubt, weil es halt nicht anders geht, was ist essentiell und was muss auf jeden Fall gemacht werden?

Frühaufsteher am Ostbahnhof

Der Darmstädter Ostbahnhof morgens um halb sieben im Oktober.

Ich war ja am Freitag um 6.15 Uhr am Darmstädter Ostbahnhof, um zu gucken, wie das mit der Vollsperrung am Bahnhübergang läuft. Denn laut Stadt Darmstadt, die es wohl so von der DB AG bekommen hatte, war der ab 4 Uhr gesperrt.

Die Stadt Darmstadt informiert auf ihrer Website über Baustellen im Stadtgebiet.

Aber es fuhren fröhlich Autos über die Gleise, von einer Sperrung war nichts zu sehen. Bis ich das Schild fand: Ab 9 Uhr.

Tja, um 5 Uhr aufstehen war also für die Katz. Aber auch um 11.30 Uhr glaubten viele Autofahrer nicht, dass sie in eine Sackgasse fahren.

Echo online: Sperrung am Darmstädter Ostbahnhof überrascht Autofahrer

E-Roller zum Leihen nun auch in Darmstadt

Insgesamt 300 Leih-E-Roller von „Tier“ sollen im Stadtgebiet stehen.

In Darmstadt gibt es nun auch E-Roller zum spontanen ausleihen – wenn man die App hat und registriert ist.

Echo online: 300 E-Scooter stehen ab sofort in Darmstadt bereit (€)

Interessant fände ich so einen Roller ja, um auf längeren Wegen zwischen ÖPNV-Haltestelle und Ziel schneller zu sein. Mir fällt da jetzt sowas wie die 1,8 Kilometer zwischen der Haltestelle Gräfenhausen Postplatz und dem Steinrodsee ein (was beides aber nicht mehr Darmstadt ist).

Bei 20km/h – so schnell sollen die fahren können – brauche ich für die einfache Strecke im Idealfall um die sechs Minuten anstelle rechnerische 24 Minuten, wenn ich zu Fuß gehe.

Aber die Kosten (laut giga.de): 15-19 Cent pro Minute plus ein Euro fürs Einbuchen. Also 1,9 bis 2,14 Euro für die Fahrt und das gleiche nochmal zurück. Wenn der Roller – den man besser freigibt, weil die Minute sonst 15 Cent kostet – dann noch da ist.

Also grob 1€/km, wenn es keine Pausen gibt. Das kann man mal machen, aber täglich bzw. fünfmal die Woche? Zwei Kilometer hin und zurück, sind vier Euro, das jeden Arbeitstag (20 Tage im Monat), macht 80 Euro pro Monat. Wenn es einen ÖPNV gibt, ist der günstiger. Also sind die Roller eher was zum Spaß. Aber da eine Uhr läuft, ist der Spaß auch relativ, denn unterwegs mal kurz was angucken oder ein Foto machen, kostet dann was.

Der Löwenbrunnen auf dem Mathildenplatz läuft wieder

Der Löwenbrunnen auf dem Mathildenplatz läuft wieder.

„Der Löwenbrunnen ist das letzte was noch saniert werden muss“, sagte der Architekt Jürgen Rittmannsperger mit Blick auf das Ensemble Mathildenplatz am 15. August 2012. Das Rittmanspergersche Büro, Experten für komplexe Altbautensanierung, hatte gerade mit Justizminister und Gerichtspräsidenten die fertig sanierten Gebäude Altes Landgericht und Altes Amtsgericht vorgestellt. „Wir werden als Stadt unser Scherflein beitragen“, hatte Oberbürgermeister Jochen Partsch damals auf Rittmannspergers Hinweis für den Brunnen zugesichert.

Fast neun Jahre und einen Monat später – und sieben Zeitungsartikeln von mir dazu – ist es nun soweit. Es glitzert, rauscht und plätschert wieder auf dem Mathildenplatz; seit dem 10. September, 12 Uhr, läuft der Brunnen wieder.

Dass die Löwen aus gelben Sandstein vom Wasser aus der oberen Schale geduscht werden ist Absicht. Ein Effekt, der aber auch dazu beigetragen hat, dass die Skulpturen verkalkten. Allerdings hat der Brunnen jetzt auch eine Entkalkungsanlage, was das verlangsamen soll.


Im Sommer 2016 sah der Brunnen noch so aus, auf den Löwen und anderen Flächen waren noch millimeterdicke Kalkablagerungen.

Ab 2013 lag der Brunnen trocken, ab 2015 war er eingezäumt. Lange passierte nichts, da erst ein Sanierungskonzept ausgearbeitet werden musste. Unter anderem wurde geprüft, ob man den Brunnen stehen lassen und sanieren kann oder ob man ihn besser abbaut und wieder zusammensetzt. Fun Fact: Was man ja schonmal gemacht hatte. Denn bis 1840 stand der Brunnen auf dem Luisenplatz – da wo jetzt der Lange Ludwig steht.


2017 wurde es dann ernst, die Löwen wurden abmontiert und extern mit einer Kombination aus Chemie und Handarbeit von den Kalkschichten befreit.

Der Brunnen war nicht nur verkalkt, an den Oberflächen hatten sich auch Algen niedergelassen, die dann wieder verkalkten und so weiter. Das Bild ist von 2012.

Die Reliefs wurden vor Ort gereinigt und darunter kamen geschuppte Fische heraus. Die Schuppen sind aber nicht auf allen Reliefs erhalten.

Der ganze Brunnen in Aktion.

Echo online: Ein gutes Ende für die Löwen in Darmstadt

Die „Judäische Volksfront“ und die „Volksfront von Judäa“ in Darmstadt

Ein buntes Tortendigramm mit 20 Zufallszahlen aus einer TabellenkalkulationEs ist mal wieder soweit: Politikberatung vom Zeitsturmradler. Und da sie kostenlos ist, ist sie öffentlich. Diesmal „bürgerinitiativenfeindlich“.

Die Kommunalwahl rückt näher und es formieren sich neue Listen. Das Bündnis der Bürgerinitiativen in Darmstadt (BBD) meldete, dass es mit den Freien Wählen zusammenarbeiten werde. (Echo online: Darmstädter Bürgerbündnis kooperiert mit Freien Wählern (€). Ok, sagte ich schonmal, das kann klappen, aber ich würde einer Liste, die sich klar für Natur und (West)wald einsetzt, mehr Chancen geben, als einer Initiative in der viele Gruppen mit verschiedenen Zielen sind.

Nun gibt es eine weitere Wählerinitiative, die aus dem BBD hervorgegangen zu sein scheint: Die WGD, was für „Wähler*innen gestalten Darmstadt (WGD)“ steht (Echo online: Neue Wählergemeinschaft gegen finanziellen Schlendrian (€).

Ok. Bei der hessischen Kommunalwahl können sich Listen kaum Stimmen gegenseitig so ungünstig wegnehmen, dass am Ende beide nicht ins Parlament kommen. Denn es gibt keine 5-Prozent-Hürde, an der beide mit 4,99 Prozent scheitern könnten. Es gibt nur eine 1-Sitz-Hürde, das heißt, beide Listen könnten mit insgesamt 9,98 Prozent in die Stadtverordnetenversammlung einziehen. Hinweis: Die Prozente sind Beispiele, die nur da stehen, weil ich von der 5-Prozent-Hürde spreche. Das ist keine Prognose, meine Kristallkugel ist neulich vom Tisch gerollt und kaputt.

Was es hier aber den beiden Initiativen schwer machen könnt, sind meiner Meinung nach:

1. Das Bild nach außen. Die Wähler mögen es nicht, wenn sich eine Partei nicht einig ist, und das gilt auch für Bürger- und Wählerinitiativen.

2. Unklarheit. Wo steckt denn nun die echte BBD drin? Oder: In welcher Liste sind denn jetzt die, die das vertreten was ich möchte?

3. Abgrenzungsprobleme. Die beiden Listen müssen erklären, was sie unterscheidet und warum meine Stimmen bei den Freien Wählern oder der WGD besser aufgehoben sind. Und bei solchen Abgrenzungsversuchen kann es leicht passieren, dass es zu Polarisierungen und scharfen Tönen untereinander kommt. Was Kraft kostet, Unterstützer und Wähler abschrecken kann.

Und: Das ist die Nummer, die am Samstagabend auf Tele 5 gegeben wurde. Da lief „Monty Python‘s Das Leben des Brian“ mit den Zankereien um die „Judäische Volksfront“, die „Volksfront von Judäa“ und die „Populistische Front“. Nur das es in Darmstadt eher um die „Westwaldfreunde“ und die „Freunde des Westwalds“ geht.

Und gerade wegen der Unklarheit, die nun da ist – und manchem erst auffallen wird, wenn er den Wahlzettelt vor sich hat – sehe ich das Risiko, dass zu viele Wähler dann vorsichtshalber gar nichts wählen, oder auf jeden Fall nicht „die“, oder wählen am Ende das was sie immer wählten.

Und noch etwas, warum sich die neuen Listen nicht überschätzen sollten: In Deutschland werden Regierungen abgewählt, und nicht Oppositionen gewählt.

Erzengel Michael auf dem Darmstädter Friedensplatz

Eine Glocke neben der die Sonne als Blendenstern durchsticht.

Es gibt viele Details in dem Kunstwerk zu entdecken, die Gegenstände wurden von Bürgern gespendet.

Echo online: Der „Erzengel Michael“ zückt sein Schwert auf dem Friedensplatz (€) – Am Samstag stellten unter anderem OB Jochen Partsch und der Metallbildhauer Georg-Friedrich Wolf die Skulptur “Erzengel Michael 2020” vor.

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Außenbereiche für die Gastronomie

Wegen der Pandemiebeschränkungen hatten Hessens Gastronomiebetriebe am 21. März 2020 schließen müssen. Am 15. Mai durften sie mit Einschränkungen und Hygienekonzepten wieder öffnen. Inzwischen hatte sich herumgesprochen, dass die Ansteckungsgefahr draußen, vor allem, wenn etwas Wind weht, geringer ist, als in Innenräumen.

Am 17. Juli 2020 teilt die Darmstädter Stadtregierung mit, dass die Gastronomiebetriebe ihren Außenbereiche erweitern dürfen oder sogar welche schaffen dürfen. Den Restaurant- und Cafébetreibern werden auch die Außengastronomiegebühren für 2020 erlassen.

Offenbach vorn?

Wir Darmstädter sollten vielleicht weniger Witze über Offenbach machen, sondern mal gucken, wie die so einiges hinbekommen.

Da ist der Stadtentwicklungsplan/Masterplan, den die in neun Monaten damals fertig hatten. Dann deren Wochenmarkt, der belebter ist als unserer. Und jetzt hat Offenbach bei seinen städtischen Unternehmen auch einen größeren Anteil an Frauen in Führungspositionen (54,5 Prozent) als Darmstadt (15,2 Prozent).

Hat Offenbach am Ende auch mehr Radwege und mehr Wald?