Bielefeldtag

Ich war am 19. Mai 2014 ja zum Arbeiten bei einer Podiumsdiskussion beim DGB in Darmstadt. Als der Termin (es ging um die Griechenlandkrise) im Februar gemacht worden war, hatte keiner an den SV 98 und die Relegation gedacht.

Und so viele saßen dann im Publikum:Auf einem Karoblock steht die mit schwarzem Kugelschreiber geschriebene Ziffer 3, die zudem eingekreist ist.

OB will keine dritte Amtszeit

Aus einer Pressemitteilung der Darmstädter Grünen:

Jochen Partsch, seit 2011 GRÜNER Oberbürgermeister der Wissenschaftsstadt Darmstadt, hat heute öffentlich bekannt gemacht, dass er nicht noch ein weiteres Mal zur Wahl zur*zum Oberbürgermeister*in antreten wird. (…) Am 7. Juni wird der Kreisvorstand zu einer Kreismitgliederversammlung einladen, auf der die GRÜNE Kandidatur zur Wahl der*des Oberbürgermeister*in beschlossen wird. In der Woche vorher (22. KW) wird die Kandidatin bzw. der Kandidat der Partei durch den Kreisvorstand vorgeschlagen.

Ich hatte mir ja auch so ein paar Gedanken gemacht, als reinkam, dass der OB am 4. Mai mitteilen wird, ob er 2023 nochmal kandidiert.

Nach zwei Amtszeiten aufzuhören, ist meiner Meinung nach eine gute Idee. Da kann Jochen Partsch mit einer „schade, dass er geht“-Stimmung aufhören. Wie es in einer dritten Amtszeit laufen wird, weiß keiner, aber wenn es dann „gut, dass er geht“ heißt, wäre eine Chance vertan worden.

Jetzt wird sich zeigen, wie dick die Personaldecke der Darmstädter Grünen ist. Beim Baudezernat musste ja seit 2011 zweimal auf externe Fachfrauen zurückgegriffen werden.

Mein erster Gerichtsprozess als Reporter

Heute vor 15 Jahren war ich das erste Mal als Reporter im Gericht. Ich war für eine Stadtteilzeitung bei einem Schöffengerichtsprozess wegen Untreue gegen den ehemaligen Chef eines Stadtmarketings. Das Stadtmarketing hatte damals eine Sportmannschaft eines Vereins gesponsert, bei dem der Angeklagte aber auch Vorsitzender war.

Wie ich im Rückblick feststellen muss, hatte ich am ersten Verhandlungstag Glück und keine Ahnung. Glück, weil es keine Überraschungen gab. Und damals keine Ahnung, was so alles einen Prozessbeginn verzögern könnte. So saß ich relativ unbefangen auf der Pressebank und schrieb halt mit.

Der Angeklagte hatte die Vorwürfe zunächst bestritten. Vom Amtsgericht wurde er wegen Untreue zu 14 Monaten auf Bewährung und in der Berufung beim Landgericht dann zu zehn Monaten auf Bewährung verurteilt. In der zweiten Instanz hatte er die Untreue dann eingeräumt.

Und wer sich wegen der Überschrift wundert: Ich war mal zu Schulzeiten Zeuge bei einem Verfahren um einen Verkehrsunfall.

Haftstrafen nach versuchten Überfällen

Ein Papierschild mit dem Aufdruck "Zeuge" steht auf einem Tisch in einem Gerichtssaal von 1870. Dahinter sieht man unscharf die leere Richterbank mit Fenstern dahinter.

Ein Zeuge, der bei einem Überfall mit dabei war, war es, der die Polizei auf die Spur der Angeklagten gebracht hat.

Es waren zwei getrennte Meldungen, die das Polizeipräsidium Südhessen Ende April 2021 veröffentlichte. Eine ging um einen versuchten Raubüberfall beim Darmstädter Staatstheater und eine andere über einen versuchten Raub auf dem Parkplatz beim Steinrodsee in Gräfenhausen.

Wie sich zeigte, waren beide Male aber die gleichen zwei jungen Männer dabei, die nun vom Darmstädter Landgericht zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt wurden. Dabei glaubte das Gericht dem einen Angeklagten nicht, dass er beim Staatstheater nur zugeguckt haben will. So dass er, der erst eine Haftstrafe verbüßt hatte, zu fünf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt wurde. Dem anderen Angeklagten, ein Ersttäter, wurde zum Verhängnis, dass auch er nach dem ersten Fehlschlag weitergemacht hatte und es so zwei Taten hintereinander waren, bei denen die Opfer mit Messern bedroht und mit Pfefferspray attackiert worden waren.

Auf die Spur der beiden Angeklagten kam die Polizei durch einen jungen Mann, der beim versuchten Überfall auf den Taxifahrer dabei war. Der junge Mann hatte die beiden angezeigt und sie als Zeuge belastet. Gegen den Zeugen wird zur Zeit noch ermittelt, ob er nicht auch Mittäter war.

(€) Echo online: Mehrjährige Haftstrafen im Raubüberfall-Prozess

Die Darmstadtia im Wolfskehlschen Garten

Ein leerer Sockel im Wolfskehlschen Garten ist zur Zeit das was von der Darmstadtia zu sehen ist.

Es gibt ja zwei Darmstadtia-Statuen, eine im Darmstadtium (dem Kongresszentrum) und eine in Bessungen. Neulich wollte ich nach der Darmstadtia im Wolfskehlschen Park gucken – und fand sie nicht. Ich dachte erst, ich hätte sie übersehen, aber sie ist noch nicht restauriert. Im Dezember 2020 war sie ja vom Sockel gestoßen worden.

Freundlicherweise hatte die Stadt mir für den Artikel, in dem ich frage, wie das mit der Restaurierung nun ist, noch etwas zur Entstehung der Kopie und dem kunsthistorischen Wert erzählt …

(€) Echo online: Bessunger Darmstadtia-Statue fehlt immer noch

Die Darmstadtia-Statue im Jahr 2015. Obwohl sie schon so angefertigt wurde, dass sie etwas stabiler ist, waren ihr Schwert und ihr rechter Arm beschädigt.

Tempolimit, Kommunalwahl und Prozente

Was hat die Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Kasinostraße gebracht? Das hat das Darmstädter Echo (€) gefragt.

Eine Vermutung meinerseits, abseits vom Straßenverkehr: Das mitten im Kommunalwahlkampf eingeführte Tempo 30 hat die Grünen 2021 vor einer deutlichen Wahlniederlage bewahrt.

Ja, das Tempolimit kam kurz vor der Kommunalwahl im vergangenen Jahr. Bei der die Grünen dann auch mehr absolute Stimmen als 2016 errangen. Allerdings war die Wahlbeteiligung auch höher als fünf Jahre vorher, so dass es für die Grünen am Ende doch 2,3 Prozentpunkte weniger waren als 2016. Ohne die dazugewonnenen Stimmen wäre es also nicht bei nur minus 2,3 Prozentpunkten geblieben.

Was, nebenbei bemerkt, das Gegenteil des Hessentrends war. Landesweit hatten die Grünen mit plus 7,1 Prozent abgeschnitten. Wäre ich Grüner, würde ich mir ja so meine Gedanken machen – nicht dass das irgendwann so läuft wie mit der Darmstädter SPD, die nach zwei Wahlniederlagen seit 2011 in der Opposition ist.

Übrigens: Ich bin schon lange für Tempo 30 innerorts, daher habe ich auch nichts gegen Tempo 30 in der Kasinostraße.