Rolexraub vor Gericht

Auch in Saal 3 des Darmstädter Landgerichts sitzt das Coronavirus auf den meisten Plätzen.Damit gibt es nur noch ein Viertel der rund 50 Plätze im Zuschauerraum.

Was wie ein Raub in einem Fernsehkrimi klingt, wird seit gestern vor dem Darmstädter Landgericht verhandelt: Ein Kellner sagt einem Gast, dass der doch mal die Rolexuhr mitbringen soll, von der er erzählt hat. Der Gast macht das beim nächsten Lokalbesuch und auf dem Heimweg wird ihm seine Uhr geraubt.

Leider sind die Folgen für den Geschädigten gravierender als der Verlust einer wertvollen Uhr, da der Pensionär dabei schwer verletzt wurde.

Echo online: Gerichtsprozess wegen Rolex-Raub in Klein-Zimmern beginnt (€)

Missbrauch im Odenwald – dritter Verhandlungstag


Beim Prozess um sexuellen Kindesmissbrauch im Odenwald wurde nun die zweite Enkelin befragt. Und da es keinen Antrag gab, war die Öffentlichkeit nicht ausgeschlossen. Das Mädchen wurde vernommen, weil es in späteren Aussagen, seinen Großvater schwerer belastet hatte, als angeklagt.

Echo online: Im Odenwälder Missbrauchsprozess sagt eine Enkelin aus (€)

Echo online: „Mein Sohn stellte mir ein Ultimatum“ (€)

Echo online: Großvater aus dem Odenwaldkreis soll Enkelinnen missbraucht haben

Großvater aus dem Odenwaldkreis soll Enkelinnen missbraucht haben

Verdacht auf sexuellen Kindesmissbrauch belastet auch die Beziehungen in der Familie. Das hatte sich bei dem Odenwälder Fall schon bei den Aussagen der Schwiegertöchter gezeigt. Nun sagte die Ehefrau des Angeklagten aus. Wobei ich den Eindruck hatte, dass die Ehefrau nicht ganz nachvollziehen kann wie es ihren zwei Söhnen und deren Familien geht. Zumal es ja ein Geständnis gibt.

Echo online: „Mein Sohn stellte mir ein Ultimatum“ (€)

Echo online: Großvater aus dem Odenwaldkreis soll Enkelinnen missbraucht haben

Geständiger Großvater

Die Woche war ja für mich geprägt von drei Gerichtsterminen, die aus verschiedenen Gründen ausfielen. Und dann kam noch ein halber Ausfall dazu, denn beim vierten Termin in dieser Woche wurde die Öffentlichkeit von der Einlassung des Angeklagten ausgeschlossen. Allerdings sagten dann die Schwiegertöchter des Angeklagten (gegen ihn) aus und da durfte man wieder dabei sein.

Echo online: Großvater aus dem Odenwaldkreis soll Enkelinnen missbraucht haben

Drei von vier Fällen eingestellt

Zeuginnen, die bei der Polizei viel und vor Gericht ganz wenig sagen und dem Richter erklären, sie könnten sich nicht erinnern (und angeblich sogar den Namen ihrer Mutter nicht kennen), haben entweder Angst oder irgendwann gelogen. Und die Strafverfolger haben ein Problem.

Echo online: „Bei der Aussagequalität ist das nicht überraschend“

Versuchter Totschlag in Weiterstadt

Eine Frau trennt sich im Sommer 2019 von ihrem Freund. Drei Wochen später glaubt der Ex-Freund, ein junger Mann aus Büttelborn, dass sie mit einem Weiterstädter zusammen ist, und fährt mit zwei Messern zu ihm. Einem Kumpel schreibt der Büttelborner eine WhatsApp: „Ich fahre jetzt nach Weiterstadt und bringe den um“.

Echo online: 24-jähriger Büttelborner wegen versuchten Totschlags vor Gericht

Voodoo-Flüche aufgehoben

Zeugen erinnern sich manchmal schlecht und manchmal sogar falsch. Wenn sie aber erst jemanden im Saal nicht erkennen, aber dann auf einem Foto, dann ist das schon merkwürdig. Und wenn dann auch noch Aberglaube wie Voodoo im Spiel ist, wird es schwierig.

Echo online: Komplizierte Suche nach der Wahrheit

Im Artikel schreibe ich, dass 2018 ein König nigerianische Voodoo-Flüche aufgehoben hat, dazu ein Link:

Reuters: Nigerian traditional leader revokes voodoo curses placed on trafficking victims

Anklage: Mit Voodoo eingeschüchtert und in die Zwangsprostitution getrieben

Vor dem Landgericht Darmstadt hat ein Prozess gegen ein Ehepaar begonnen, das als Teil einer Bande junge, nigerianische Frauen in die Zwangsprostitution getrieben haben soll.

Echo online: Nigerianische Frauen mit Vodoo unter Druck gesetzt?

Jetzt mag man hier belächeln, dass sich Leute von Voodoo angeblich beeindrucken ließen, aber Vorsicht. Hier in Deutschland sagen Leute, irgendeine alternativmedizinische Methode habe ihnen geholfen …

Urteil im „Fuchsbuckelprozess“

Am 13. Verhandlungstag wurde im „Fuchsbuckelprozess“ das Urteil verkündet.

Echo online: 19 Jahre alter Autofahrer aus Groß-Bieberau wegen Mordes verurteilt (€)

Westdeutsche Zeitung: Düsseldorferin bei Unfall getötet – Fahrer wegen Mordes verurteilt

Damit schreibt das Landgericht Darmstadt unter Umständen auch Rechtsgeschichte, denn die Tat war ja keine direkte oder persönliche Attacke des Angeklagten auf sein Opfer, sondern eine Kollision auf dem Autobahnparkplatz „Fuchsbuckel“. Die passierte, als der führerscheinlose Angeklagte auf der Flucht vor zwei Polizeistreifen war.

Mein Eindruck war ja, dass er an dem 30. Dezember 2018 gegen 17.30 Uhr auch auf einer Art Flucht vor seiner Situation war. Mit seiner Mutter und seinem Stiefvater hatte er üblen Krach, weil er Schmuck der Mutter gestohlen und versetzt hat – um Geld für Geschenke, Zigaretten und Benzin zu haben. Er hatte drei Ausbildungen angefangen aber nicht beendet und war am 23. Dezember 2018 von einer Polizeistreife beim Fahren ohne Führerschein erwischt worden. Da er zuhause rausgeflogen war, übernachtet bei Freunden hier und da. Einmal stand er auch bei einer Freundin vor der Haustür, wurde aber weggeschickt.

Bemerkswert fand ich einen Satz des Richters, der zeigte, dass der Angeklagtes vieles in seiner Hand hatte, aber sich nicht um die Warnungen gekümmert habe: „Sie hatten den ganzen Tag Zeit, Busverbindungen rauszusuchen“, hatte der Richter dem Angeklagten vorgehalten, der ja am 30. Dezember ohne Ausbildungsplatz war und Zeit genug hatte bis zum Abend bei der Freundin zu sein. Und dass sein 17 Jahre alter, für 100 Euro gekaufte, Ford Focus keine Zulassung, keine Autonummer und er keinen Führerschein hatte, wusste er ja auch. Und dass man erwischt werden kann, war ihm auch seit dem 23. Dezember klar.