Disney und Star Wars

Ich frage mich ja nur, warum Disney bei “Star Wars” gute bis sehr gute Serien und Spin Offs hinbekommt, aber das Hauptprodukte, die Star Wars-Kinofilme, sowas von in den Sand setzt?

Bei Episode VII, VIII und IX gab es kaum Vorgaben (anders als bei I-III), es gab genügend Geld (anders als 1977) und Zeit. Und dann bekommen wir mit Teil VII einen dreisten Abklatsch von “A New Hope”, mit Teil VIII irgendeinen schrägen Film und mit Teil IX versuchte man mit einem angeblich großen Plan Palpatines darüber hinwegzutäuschen, dass Disney bei VII, VIII und IX keinen Plan für eine echte Story hatte.

„Gesundheitsämter viel zu knapp besetzt.“

SARS-CoV-2, Darstellung des Centers for Disease Control and Prevention (CDC). Foto: Alissa Eckert, MS, Dan Higgins, MAMS

„Für eine zweite Pandemiewelle sind die Gesundheitsämter viel zu knapp besetzt“, sagt Ute Teichert, jetzt Ende Juli 2020. Sie ist die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesund­heitsdienstes (BVÖGD). „Mit den steigenden Infektionszahlen rollt ein riesiges Problem auf uns zu.“ Sie hat das natürlich nicht mir erzählt, sondern der medialen Funke-Gruppe aus der das Ärzteblatt zitiert: Warnungen vor Problemen in Gesundheitsämtern.

Sie schlägt ein bundeswei­tes Freiwilligenregister vor. Diese (aber bitte schön bereits geschulte) Kräfte sollen die Gesundheitsämter unterstützen.

Tja. Das hatte ich am 12. April ja schon vorgeschlagen. Genauer: Ich hatte kritisiert, dass unsere Bundes- und Landesregierungen ab 2013 sowas nicht schon in die Wege geleitet hatten, als RKI und PEI das Modi-Sars-Szenario dem Bundestag vorgestellt hatten.

12. April 2020: Coronaviren – ein seit 2003 bekanntes Pandemie-Risiko mit Szenario von 2012 – Man hätte sich auch überlegen können, wie man die Gesundheitsämter durch die Ausbildung Ehrenamtlicher zu zu solchen Nachverfolgern unterstützt. (…) Die haben im Idealfall nie zu tun, werden aber regelmäßig geschult und können im Ernstfall dann die Kontakte der Infizierten verfolgen.

Neulich im Gericht – Plötzlich Zeuge

Ein junger Mann sitzt im Zuschauerraum. Der Prozess hat noch gar nicht angefangen, da wird er von einem Wachtmeister rausgeholt und muss auf dem Gang warten. Das Gericht will ihn im Laufe des Verhandlungstages als Zeugen vernehmen.

Nach ein paar Stunden ist er an der Reihe und eröffnet gleich mit einem geschliffenen Satz: „Ich bin gesundheitlich nicht in der Lage, etwas zu sagen“, erklärt er. Da waren seine Personalien noch nicht festgestellt. Er buchstabiert schließlich seinen Namen, dafür dass er gesundheitlich nicht in der Lage sei auszusagen, ist das eigentlich ganz gut.

Er kennt den Angeklagten, das weiß das Gericht aus den Prozessakten. „Was können Sie mir über die Persönlichkeit des Angeklagten sagen?“, fragt ihn der Richter. „Woher kennen Sie ihn?“ Oder: „Von was hat er gelebt?“

Der Zeuge kommt ziemlich ins schwitzen, beantwortet die Fragen aber kaum, denn er will eigentlich kein Zeuge sein. Ob er Zeuge sei entscheide das Gericht, erklärt ihm der Vorsitzende, der aber auch darauf achtet, keine Aussage zu erzwingen, mit der Mann sich selbst belasten würde.

„Wie sind Sie eigentlich auf mich gekommen?“, fragt der Zeuge, der immer total überrascht ist, dass er vorne im Saal sitzt. „Das wurde uns zugetragen“, sagt der Richter. Im Zuschauerraum sitze eine Ermittlerin, erklärt der Vorsitzende und weist auf eine Frau in Zivil hin.

Der junge Mann war der Polizei bei einer Telefonüberwachung unter anderem deswegen aufgefallen, weil er vom wegen schweren Raub vor Gericht stehenden Angeklagten telefonisch angewiesen worden war, bestimmte Sachen wegzuschaffen. Gegen ihn wird daher auch ermittelt. Die anderen Verhandlungstage war er nach seiner „Vorführung“ dann nicht mehr gekommen.

Nachgeschärfter Wahlsieger

2011 gewann Jochen Partsch (Grüne) die Darmstädter Oberbürgermeisterwahl und ich hatte am Wahlabend einen Schnappschuss vom strahlenden Wahlsieger gemacht. Etwas verrauscht, Iso 6400 und nicht so ganz scharf. Und auch kein RAW vorhanden, damals hatte ich das Potenzial noch nicht gesehen. Aber auch ein RAW ist unscharf.

Neun Jahre später habe ich jetzt mal die aktuelle Schärfungs- und Entrauschungssoftware von Topazlabs (Denoise AI und Sharpen AI) drüberlaufen lassen. Och ja, das bringt dann schon was …



(Bevor man die Software auf deren Website kauft, sollte man aber gucken, ob es nicht irgendeine Rabattaktion gibt. Auch der Hersteller selbst senkt regelmäßig für kurze Zeit seine Preise. Man kann die Programm auch erstmal 30 Tage testen.)

Geschäftsfrau in Offenbach im Porsche Panamera erschossen – Angeklagter wegen Mord verurteilt

Und noch ein Urteil aus dem Landgericht Darmstadt.

Das Landgericht Darmstadt hat am Donnerstag (23.7) einen 43 Jahre alten Marokkaner wegen Mord zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Der Mann hatte am 9. Mai 2019, gegen 19 Uhr, in der Offenbacher Luisenstraße eine Geschäftsfrau in ihrem Porsche Panamera mit einem Schuss aus unmittelbarer Nähe in den Hals tödlich verletzt.

Eine Freundin hatte im Gericht geschildert, wie sie angerufen wurde, dass die 44-Jährige verletzt worden sei, sie zum Krankenhaus fuhr, aber kein Rettungswagen mehr ankam. Die Verletzung war tödlich, weil die Halsschlagader getroffen worden war.

Die 44 Jahre Geschäftsfrau, eine mit einem Frankfurter Unternehmer verheiratete Marokkanerin, hatte ihren Sohn vom Sport abgeholt, als der Angeklagte sich mit seinem gemieteten Audi seitlich neben den Porsche stellte, so dass sich die Fahrerseiten unmittelbar gegenüber standen. „Zeugen sahen, wie ein ausgestreckter Arm aus dem Seitenfenster herauskam und im nächsten Moment fiel ein Schuss“, schilderte der Vorsitzende Richter Volker Wagner die Tat in der Urteilsbegründung. Zwischen Mündung und Kopf hätten nur 50 bis 80 Zentimeter gelegen, wies der Richter hin. „Das macht nur derjenige der töten will.“ Motiv für den Mord sei gewesen, dass der Angeklagte die Geschäftsfrau dafür verantwortlich machte, dass sich deren Schwester von ihm getrennt hatte. Die 44-Jährige sei das Feindbild gewesen, erläuterte der Richter.

GPS-Daten des Mietwagens zeigten zudem, dass der Angeklagte die später Getötete verfolgt habe, so das Gericht. Der Streckenbericht zeige, dass er mehrfach vor den Schulen der Kinder der beiden Schwestern stand. Auch sei er am Tattag, dreimal durch die Luisenstraße gefahren.

Das Gericht schloss aus, dass es vor dem Schuss ein Streitgespräch gab, wie der Angeklagte behauptet hatte, weil durch das geschlossenen Seitenfenster geschossen worden war. „Dass durch eine geschlossene Scheibe ein Wortwechsel stattfand, ist fernliegend“, sagte der Vorsitzende.

Die Kammer glaubte dem Angeklagten auch nicht, dass der Schuss sich aus Versehen gelöst habe. Dies hatte der Angeklagte dem psychiatrischen Gutachter gesagt. Er hatte erklärt, er habe die Waffe durchgeladen, entsichert und vorgespannt von einem Bekannten bekommen. Und im Auto gehabt, um sich vor Männern zu schützen, die die Geschäftsfrau auf ihn angesetzt habe, was das Gericht aber nicht glaubte.

Das Gericht wies auf Telefonate des Angeklagten mit seiner Ex-Freundin, der Schwester der Getöteten, hin. Unter anderem soll der Angeklagte gesagt haben, dass er kein Hund sei, der nur so belle. Allerdings hatte der Verurteilte damals nicht erwähnt, dass die Pistole aus Versehen losgegangen sei.

Mit dem Urteil folgte das Gericht der Staatsanwaltschaft, die lebenslang wegen Mord gefordert hatte. Die von der Staatsanwaltschaft geforderte Feststellung der besonderen Schwere der Schuld traf die Kammer nicht, weil der Angeklagte „Ansätze von Einsicht und Reue“ gezeigt habe. Die Verteidigung hatte auf Totschlag plädiert, weil die Waffe unbeabsichtigt losgegangen sei. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, die Verteidigung prüft, ob sie Revision einlegt.

„Der Faszination des Löschens erlegen“ – Haftstrafen für zwei brandstiftende Feuerwehrmänner

Leuchten am Portal zum Alten Darmstädter Landgericht.

In der Nacht zum 31. Oktober 2019 brannte in Offenbach ein Keller in einem achtstöckigen Wohnhaus. Die zwei Täter waren schnell ermittelt, denn einer der beiden wurde von der Polizei schon videoüberwacht, weil sie vermutete, dass der eine ein Serienbrandstifter ist.

Die 21 und 22 Jahre alten jungen Männer waren beide in der Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Offenbach-Rumpenheim, hatten sich einen richtig großen Einsatz gewünscht – und nachgeholfen. Und das nicht nur einmal. Im Prozess gestanden sie, dass sie auch Gartenhütten angesteckt hatten, um sie dann löschen zu können. Sie waren „der Faszination des Löschens erlegen“, sagte der Vorsitzende Richter heute in der Urteilsbegründung.

sueddeutsche.de (dpa): Feuerwehrmänner als Brandstifter verurteilt

Und wie der Zufalls so spielte, war an dem 31. Oktober 2019 ein Fernsehteam bei der Berufsfeuerwehr Offenbach, um deren Arbeit zu dokumentieren.

hr: 1000 Grad – Feuerwehr hautnah

Pfefferspray gegen Paketboten mit iPhones

Das Hessenwappen am Darmstädter Justizpalast. In dem Gebäudeflügel ist die Staatsanwaltschaft.

Im Februar diesen Jahres traf ich einen Rechtsanwalt auf dem Luisenplatz, der gerade etwas überrascht herumguckte. “Mein Mandant ist mir abhanden gekommen”, erzählte er mir. Eigentlich habe man sich verabredet, um zur Polizei zu gehen, wo sich der 19-Jährige dann stellen wollte. Aber kurz bevor es ernst wurde, war der Mandant abgehauen. Um einige Zeit später in Hamburg festgenommen zu werden.

Die Taten des Mandaten waren keine Bagatellen. Zusammen mit anderen hatte er unter falschem Namen teure Smartphones gegen Nachnahme bestellt. Und dann die Paketboten, die die Ware lieferten, überfallen. Und bei Widerstand Pfefferspray eingesetzt.

Nun wurde er vom Darmstädter Landgericht zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. In seinem Letzten Wort hatte es ja noch wie Einsicht geklungen, als er sagte: “Ich habe nicht gecheckt, was die Konsequenzen sind. Ich dachte, ich werde nach der Haftprüfung in Hamburg entlassen.”

Aber als das Urteil jetzt niedriger ausfiel, als von Anklage und Verteidigung gefordert, war er auch nicht einverstanden.

Echo online: Haftstrafe für Darmstädter Paket-Räuber (€)

sueddeutsche.de (dpa): Mehrjährige Haftstrafe für Überfälle auf Paketboten

Außenbereiche für die Gastronomie

Wegen der Pandemiebeschränkungen hatten Hessens Gastronomiebetriebe am 21. März 2020 schließen müssen. Am 15. Mai durften sie mit Einschränkungen und Hygienekonzepten wieder öffnen. Inzwischen hatte sich herumgesprochen, dass die Ansteckungsgefahr draußen, vor allem, wenn etwas Wind weht, geringer ist, als in Innenräumen.

Am 17. Juli 2020 teilt die Darmstädter Stadtregierung mit, dass die Gastronomiebetriebe ihren Außenbereiche erweitern dürfen oder sogar welche schaffen dürfen. Den Restaurant- und Cafébetreibern werden auch die Außengastronomiegebühren für 2020 erlassen.

Offenbach vorn?

Wir Darmstädter sollten vielleicht weniger Witze über Offenbach machen, sondern mal gucken, wie die so einiges hinbekommen.

Da ist der Stadtentwicklungsplan/Masterplan, den die in neun Monaten damals fertig hatten. Dann deren Wochenmarkt, der belebter ist als unserer. Und jetzt hat Offenbach bei seinen städtischen Unternehmen auch einen größeren Anteil an Frauen in Führungspositionen (54,5 Prozent) als Darmstadt (15,2 Prozent).

Hat Offenbach am Ende auch mehr Radwege und mehr Wald?