Darmstadt ist eine der 10 smartesten Städte Deutschlands?

Darmstadt gehört laut einer von Bitkom in Auftrag gegebeben Studie zu den 10 smartesten Städten Deutschlands. “Der Smart City Index liefert ein detailliertes Bild, wie weit die deutschen Großstädte bei der Digitalisierung sind“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg.

Huh, da ich als Bewohner nicht viel von “Digitalstadt Darmstadt” (gewonnener Wettbewerb 2017) merke, wie unterirdisch muss das dann erst in den Städten jenseits der Top Ten sein? (Digitalstadt Darmstadt bei Google Play überzeugt mich da auch nicht. Um das mal deutlich zu formulieren: Ich erwarte da mindestens 12 Apps mit einem “Digitalstadt Darmstadt”-Logo, eine pro Monat des Digitalstadtprojekts. Und davon ist nullkommanull zu sehen.)

Ok, aber mich würde ja mal als erstes interessieren, wie denn die deutschen Top Ten gegenüber chinesischen Städten – oder etwas näher: baltischen Städten – abschneiden würden.

Zweiterns wundert es mich nicht, dass Darmstadt in den Top Ten auftaucht. Denn wir müssen da einfach auf der Liste stehen, schließlich war der Digitalstadt-Wettbewerb vom Branchenverband Bitkom organisiert. Und weil Darmstadt gewonnen hatte, wurde es von 20 Partnerunternehmen beim digitalen Ausbau unterstützt – pro bono mit Produkten und Dienstleistungen in zweistelliger Millionenhöhe.

Wäre Darmstadt jetzt nicht in den Top Ten, wäre das ein Armutszeugnis für Bitcom und die 20 Partnerunternehmen. Also würde es mich nicht wundern, dass die Bewertungskriterien entsprechend gewichtet oder ausgewählt wurden.

quick copy paste: Gewalt in Partnerschaften und linksextreme Straftaten

Gewalt in Partnerschaften gibt es pro Jahr rund 140.000 Mal in Deutschland. In 82,1 Prozent der Fälle sind Frauen die Geschädigten.

Jedes Jahr werden in Deutschland rund 150 Frauen von ihren (Ex-)Partnern getötet. Wenn eine Frau getötet wird, liegt die Wahrscheinlichkeit bei 50 Prozent der (Ex-)Partner der Täter war.

2016 und 2017 gab es großzügig aufgerundet insgesamt 12.000 linksextremistische Straftaten, darunter waren null Tote. Weiterlesen

Schul-Rochade in Weiterstadt

In Weiterstadt sollen eine fünfte Grundschule gebaut, die Anna-Freud- und die Astrid-Lindgren-Schule saniert werden. Der Kreis hat nun seine Überlegungen bekannt gegeben, die ich dann doch lieber auf zwei Artikel verteilte.

Echo online: Ausweichquartier für Braunshardter Grundschüler

Echo online: Weiterstädter Anna-Freud-Schule soll saniert werden

Wolfgang Bosbach-Zitate

Der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach sprach am 2. Oktober in der Orangerie zum Tag der Deutschen Einheit.

„Pünktlichkeit ist im Rheinland keine Tugend. Denn wenn man pünktlich ist, ist ja keiner da, der das würdigen kann.“

„Es läuft für Politiker gut, solange sie keine Politik machen.“

„Wie viel Mal am Tag greifen wir zum Smartphone? Meine mittlere Tochter, Jahrgang 1992, würde sagen: ‚einmal‘.“

Echo online: Wolfgang Bosbach verbindet in Darmstadt Witz und Ernst (€)

Wolfgang Bosbachs „Es läuft für Politiker gut, solange sie keine Politik machen“ bezog sich auf Emmanuel Macron, der in den Umfragen von 70% in den Keller rauschte, nachdem er mit seinen Reformen angefangen hatte (siehe Gelbwesten).

Es zeigt aber auch das Dilemma. Denn man kommt als Regierung am einfachsten in die zweite Legislaturperiode, wenn man nur das Pflichtprogramm absolviert. Sobald man aktiv wird, wird es nämlich schwierig. Das zeigt sich auch hier in Darmstadt. Die ersten fünf, sechs Jahre Grün-Schwarz war nicht viel gemacht worden. Überproportional Stimmenverluste gab es eigentlich nur in Arheilgen (wegen der Verkehrsführung bei Merck) und im Paulusviertel (wegen der Lichtwiesenbahn).

Nur steht die Welt um Darmstadt herum ja nicht still und der Zahn der Zeit nagt weiter an städtischen Gebäuden, sodass man irgendwann was tun muss. Und dann kommen auch noch so Bürger und zetteln einen Radentscheid an …

Nachtrag:

Echo online: Bürgerumfrage zeigt leicht abnehmende Werte – Man weiß nicht, was es war, aber irgendwas muss zwischen 2015 und 2018 passiert sein (…)

Da haben wir es: Die Stadtregierung hat nach der Kommunalwahl 2016 angefangen zu regieren, bzw. anfangen müssen.

Parken mit Gewissen

Ich fotografiere eine Blume an einer Kreuzung von zwei Nebenstraßen. Plötzlich hupt es. Ich stehe nicht im Weg, aber der Fahrer eines Transporters äußert so anscheinend sein schlechtes Gewissen im Halteverbot zu stehen und macht sich Sorgen ob eines Fotos …

Das Foto ist übrigens nichts geworden.

Wiedervereinigung in 30 Jahren

Vor 30 Jahren wurden wir im Gemeinschaftkunde-Abitur gefragt, wann wir mit der deutschen Einheit rechnen.

Nun, inzwischen wäre es nach meinem Zeitplan soweit. Ich hatte nämlich im Frühjahr 1989 geschrieben, dass ich mir der deutschen Einheit in 30 Jahren rechne.

Da war aber die ungarische Grenze noch nicht offen. Und ich weiß nicht, ob auch die DDR-Kommunalwahlen vom 7. Mai 1989 nach der Prüfung waren.

Busfahrerstreik – Konjunkturprogramm für den mobilen Individualverkehr

Das zeigte der RMV einem gestern an, wenn man zum Weiterstädter Bahnhof wollte. Nach Weiterstadt gab es keine Verbindung und in Weiterstadt sollte ich dann laufen. Nee, RMV, macht mal Eure Datenbankausgabe besser. Verarschen kann ich mich alleine.

Gestern haben die Busfahrer hier gestreikt. Und haben damit dem ÖPNV einen Bärendienst erwiesen. Glaubt einer, nun wird jemand aus dem Landkreis künftig auf sein Auto verzichten? Der Takt und die Verbindungen sind eh schon schlecht, und dann fährt einfach mal kein Bus? Im Ergebnis werden die Menschen lieber Auto fahren, und damit fehlen dem ÖPNV wieder die Fahrgäste mit denen man einen besseren Takt rechtfertigen könnte.

Ein Beispiel: Abends fährt der Bus aus Schneppenhausen stündlich in den Weiterstädter Kernstadt, 19.11 Uhr, 20.11 Uhr, 21.11 Uhr, 22.40 Uhr. Alle Stunde ist eh schon doof, aber dann erst in 1,5 Stunden? Ja, sagt mir die Dadina, da war vorher ein Taktwechsel, aber die Fahrgastzahlen bei der Verbindung seien so niedrig, dass man keinen Bus um 22.11 Uhr fahren lasse.

Und dann wird ja gerne Solidarität mit den Streikenden gefordert. Nun, Solidarität ist von der Sache her keine Einbahnstraße. Nur merke ich nicht, dass mal jemand der Verdi-Kollegen mit mir solidarisch war. Seitdem ich Verdi-Mitglied bin (ok, sind nur über 10 Jahre) war noch nie ein Verleger oder Chefredakteur gekommen und hat gesagt: “So, bei den Tarifverhandlungen wurde auch ein höheres Honorar für die freien Mitarbeiter ausgehandelt, bitteschön.” Nein, das darf ich dann natürlich selber tun.

Aber wenn Angestellte streiken, soll ich mit den Gewerkschaftskollegen schön solidarisch sein. Und kann z.B. Aufträge nicht annehmen, weil ich die ÖPNV-Verbindung nunmal gebraucht hätte.