Vor 30 Jahren: Den Sozialismus in seinem Lauf …

So sah wohl das Schild auf den Grenzpfählen zwischen DDR und BRD aus. (Ich habe es bei einer Ausstellung in Darmstadt fotografiert.)

Vor 30 Jahren – am 14. August 1989 – sagte SED-Chef Erich Honecker: „Den Sozialismus in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf.“ Wie kam er darauf, wo doch seit dem Sommer massiv Menschen in die Bundesrepublik flüchteten?

Auf sueddeutsche.de gibt es dazu ein Interview mit dem Honecker-Biografen Martin Sabrow dazu:

sueddeutsche.de: Als Honecker den Sozialismus für unaufhaltsam erklärte – „Er hat die negativen Bilder der Innenpolitik durch die außenpolitischen Erfolge kompensiert und nicht erkennen wollen, dass es ein Wechselverhältnis von äußerer Integration und innerer Auflösung des Regimes gab.“

Grundstein für Mensa und Mediathek des Berufsschulzentrums gelegt

Ausschnitt der Facebookseite der CDU-Darmstadt.

„Mit dem Neubau des Berufsschulzentrums Nord geht es zügig voran“, teilt heute die Stadt Darmstadt mit. „Dort wurde heute der Grundstein für den Komplex, der künftig Mensa und Mediathek aufnehmen wird, gelegt.“ Und die Darmstädter CDU meldet auf ihrer Facebook-Seite, dass sich ihr Bürgermeister und Schuldezernent freue. „Mit der heutigen Grundsteinlegung sei das Gesamtprojekt absolut im Zeitplan und werde voraussichtlich im März 2021 abgeschlossen.“

Prima. „absolut im Zeitplan.“ Es geht voran. Ein paar Blicke zurück.

2011: Grüne und CDU schreiben sich in ihren Koalitionsvertrag: „Wir werden das Berufsschulzentrum unter Einbeziehung des Landkreises Darmstadt-Dieburg komplett sanieren und dadurch den Berufsschulstandort Darmstadt stärken. Der seit 2006 vorliegende Berufsschulentwicklungsplan muss umgesetzt werden.“

Juni 2015, Frankfurter Rundschau: Stadt saniert Berufsschulzentrum – Der beim Immobilienmanagement Darmstadt als kaufmännischer Leiter tätige Heag-Vorstand Klaus-Michael Ahrend sagte, man sei bestrebt, Sanierung und Neubau bis zum Jahr 2018 abgeschlossen zu haben.

März 2016, eine Kommunalwahl später, nach einem Architektenwettbewerb für ein neues Gebäude mit Mensa und Mediathek:

Verzögerungen bei der Schulsanierung werde es nicht geben, war sich [Baudezernentin] Cornelia Zuschke sicher. Sanierung und Neubau seien aufeinander abgestimmt. Die Gespräche mit den Architekturbüros liefen jetzt an und seien bis zur ersten Sitzung des am Sonntag frisch gewählten Stadtparlaments fertig. (aus einem Echo-Artikel, der nicht online steht.)

Oktober 2016: weder der Zeitplan noch die Kosten sind bei dem Projekt einzuhalten, räumt Schuldezernent Rafael Reißer (CDU) auf ECHO-Nachfrage ein.

August 2018: Magistrat und das Stadtparlament beschließen Sanierung und Erweiterung des Berufsschulzentrums. Die ersten Arbeiten haben laut Stadt schon im Juni 2018 begonnen.

Fazit: Man ist „absolut im Zeitplan“, wenn man die siebenjährige Vorgeschichte weglässt (was bleibt einem auch übrig, so ohne Zeitmaschine) und das Projekt ab dem Sanierungsbeginn im Sommer 2018 betrachtet.

Gut. Wenn ab jetzt alles klappt und es keine Überraschungen gibt, geht es mit Mensa/Medienzentrum laut Stadt wie folgt weiter:

Rohbauarbeiten April 2019 bis November 2019, Zimmermannsarbeit November 2019 bis Januar 2020, „Hülle dicht“ April 2020, technische Gebäudeausrüstung ab April 2020, Geplante Fertigstellung März 2021. Mit dem Neubau wird eine zusätzliche Bruttogeschossfläche von 3533 Quadratmetern geschaffen. Das Investitionsvolumen liegt im Rahmen der Beschlusslage bei 20,7 Millionen Euro.

Und so soll es mit dem eigentlichen Berufsschulzentrum weitergehen:

Der weitere Zeitplan für das Großprojekt sieht zunächst die Fertigstellung des ersten Bauabschnittes der Sanierung (Bereich der Friedrich-List-Schule) für das erste Quartal 2020 vor. In diesem Zeitraum wird auch die Inbetriebnahme dieses Bereiches und Übergabe zur Nutzung erfolgen. Gleichzeitig ist dies dann der Startschuss für den zweiten Bauabschnitt (Bereich der Martin-Behaim-Schule).

Das böse Internet?

Jetzt ist dieser Test schon zehn Jahre alt, aber so richtig wird er immer noch nicht angewandt.

Stefan Niggemeier: Es gibt eine ganz einfache Methode, aus Texten über das schlimme Internet die Luft herauszulassen. Man ersetze in ihnen einfach „digital“ durch „analog“ und „Netz“ durch „Welt“ und schaue, ob die Aussagen trotzdem stimmen.

Die größte Leinwand Deutschlands steht in Weiterstadt

Der Pokal für die Sieger im Super 8-Film-Wettbewerb beim Weiterstädter Open-Air-Filmfest.

Das Weiterstädter Open-Air-Filmfest hat eine bundesweite Besonderheit, die Leinwand im Braunshardter Tännchen ist die größte Leinwand in Deutschland – für Super 8-Filme. Sowas erfährt man auf dem Filmemacher-Empfang, wo ich am Sonntag war.

Echo online: Filmfest Weiterstadt: Eine Plattform für künstlerisches Kino

Grüne aus Stadt und Kreis mit Verkehrskonzept

Die Grünen scheinen etwas Gestaltungshoheit zurückgewinnen zu wollen. Was eine gute Sache ist, denn sonst hat man keine Ideen in der Schublade, wenn das nächste Konjunkturprogramm kommt. Und ich kann nicht wieder schreiben, dass die grün-schwarze Stadtregierung nur reagiert und nicht agiert.

Grüne aus Stadt und Kreis haben ein Programm zur Sicherung der urbanen und regionalen Mobilität vorgestellt, wobei sich einige Punkte ergänzen, weswegen ich hier nicht alle aufzähle:
– Start für die Planung der Straßenbahn nach Groß-Zimmern
– Straßenengpass am Ostbahnhof aufweiten
– Höhere Leistungsfähigkeit für die Odenwaldbahn

– On-Demand-Verkehre – Neue Chancen der Vernetzung
– Umweltverbund geht nur mit dem Fahrrad
– Tarifhindernisse abbauen – reale Kosten der Umweltbelastung abbilden
– Die Prüfung eines Modellprojekts Seilbahn

Der Sturm auf den Braunshardter Schlosspark blieb aus

Schloss Braunshardts Nordseite – Der Park ist hinter dem Fotografen.

Vor sechs Jahren gab es eine kuriose Situation im Weiterstädter Stadtparlament. Die Konservativen wollten den Braunshardter Schlosspark fürs Volk öffnen und die Linken hatten so ihre Bedenken ob Vandalismus. Am Ende gab es eine Mehrheit dafür den Park an den Wochenenden zu öffnen.

Woraufhin ich einen Artikel schrieb und ihn dramatisch einleitete:

Das erste Morgenlicht macht eine unübersehbare Menschenmenge sichtbar. Schwarz von Menschen sind die Straßen.

Denn das hatte ich in einem zeitgenössischen Bericht über den Sturm auf die Pariser Tuileriengärten und den dazugehörigen Palast im Jahre 1792 gefunden.

So revolutionär war es dann aber doch nicht an dem Samstag im Braunshardter Schlosspark. Nur wenige Bürger schauten vorbei. Und die Politiker, die das erfochten hatten, auch nicht.

Und heute fiel mir dank S. Peter Brunner auf, dass man mit der Schlossparköffnung am besten noch eine Woche – also auf den 10. August – gewartet hätte. Denn am 10. August 1792 war der Sturm auf die Tuilerien.

Sanierungsstau bei Darmstädter Schulen

Eine Fassade des Berufschulzentrums am Bürgerpark im Mai 2019.

Ich hatte übrigens wochenlang ganz vergessen, dass ich wegen meiner “Grünen-Feindlichkeit”   eigentlich mehrmals täglich was böses über die Stadtregierung schreiben muss.   Also gut, fange ich mal an das nachzuholen:

“Der chronische Sanierungsstau hält an. Gerade mal an sechs Schulen meldet die Stadt auf ECHO-Anfrage sichtbaren Baufortschritt bei den Erneuerungen. Einige der größten Brocken schiebt man weiter vor sich her, Schuljahr um Schuljahr.”

Oh, Moment, das ist ja gar nicht von mir, der Artikel ist von Thomas Wolff.

Echo online: Der ewige Sanierungsstau für Darmstädter Schulen

Tempo 30 auf dem Darmstädter Cityring

Hier weiß ich gar nicht was ich machen soll mit meiner “Grünen-Feindlichkeit”   – ich bin nämlich innerorts generell für Tempo 30. Und jetzt wurde Tempo 30 in Darmstädter Kirchstraße eingeführt.   Nur “sehr gut” kann ich jetzt ja nicht schreiben, das wäre ja loben, und das würde ja total verwirren … .