Vor fünf Jahren: Darmstädter Koalition im Handelsblatt

Ja, vor fünf Jahren war die grün-schwarze Kolaition in Darmstadt so ungewöhnlich, dass das Handesblatt darüber schrieb. Und was schrieb ich in meinem Blogeintrag dazu?

(…) so gut es ist, dass die Darmstädter SPD nach 60 Jahren in der Stadtregierung mal so richtig in der Opposition ist (…)

Jawohl.

Darmstädter Koalition im Handelsblatt

Ein Vorteil der Pressefreiheit wird von Regierenden stets verkannt

Das österreichische Innenministerium hat die Medien “Standard”, “Falter” und “Kurier” zum Lesen empfohlen. Jedenfalls wenn man einem eine kritische Berichterstattung wichtig ist.

In Österreich ist eine E-Mail aus dem von der FPÖ geführten Innenministerium aufgetaucht, in der nahegelegt wird, diesen Medien weniger Infos zukommen zu lassen.

Der Standard: Innenministerium beschränkt Infos für “kritische Medien” – “Leider wird wie eh und je seitens gewisser Medien (zum Beispiel ‘Standard’, ‘Falter’) sowie neuerdings auch seitens des ‘Kuriers’ eine sehr einseitige und negative Berichterstattung über das BMI beziehungsweise die Polizei betrieben”, wird in dem Schreiben gewarnt, das dem “Standard” und dem “Kurier” über mehrere Stationen zugespielt wurde und dessen Authentizität von mehreren Beamten bestätigt wird.

Ich wundere mich ja immer, dass Regierungen nicht erkennen, welche Chance und Einsparpotenziale ihnen die freie Presse gibt.

Man erfährt kostenlos, wo was schief läuft und bekommt einen Eindruck, was die Menschen im Land so denken. Ohne Pressefreiheit muss man diese Infos über einen Spitzelapparat bekommen. Der kostet Geld und bindet Menschen, die nicht zum Bruttosozialprodukt beitragen.

Mal wieder ein Ende für Angela Merkel

Nach der Abwahl des CDU-Fraktionsvorsitzenden Volker Kauder wird über ein Ende der Ära Merkel spekuliert. Mal wieder, wie “Übermedien” zeigt.

Spekulieren macht halt Spaß. Ich hatte auch mal gedacht, dass sie nur zwei Jahre bis 2007 durchhält. Ich hatte aber davor auch schonmal gesagt, dass Angela Merkel nicht Bundeskanzlerin wird. Weil ich davon ausging, dass die CDU-Granden ihr das Leben schwermachen werden.

Aber eigentlich könnte man wissen, dass in der Politik immer was dazwischenkommt. Der Spiegel hatte Helmut Kohl 16 Jahrelang mindestens einmal im Jahr abgeschrieben und keine Chance mehr gegeben.

Das Ende der Ära Kohl war in den achtziger und neunziger Jahren eine Art Spiegel-Serie.

Das las sich zwar immer gut, aber am Ende hat es nur 1998 gestimmt. Und da war es nicht innerparteilicher Streit (den der Spiegel oft beschrieben hatte), sondern einfach eine Bundestagswahl mit einer Mehrheit für Rot-Grün.

Seit über einem Jahr kein Kabelfernsehen mehr

Da mein zu alter Fernseher das digitale Signal nicht entschlüsseln kann, habe ich seit über einem Jahr kein Kabelfernsehen mehr. Nun, geht gut, ich gucke fern über die Mediatheken. Und bei den ÖR und der Pro7-Sat1-Gruppe gibt es auch einen Lifestream.

Wo ich tatsächlich nicht mehr reingucke ist bei RTL & Co. Die wollen Geld für den Livestream und die App. Nur im PC-Browser sind RTL Now etc. kostenlos. Nur leider hatte mich im vergangenen Jahr nur eine einzige “Wer wird Millionär”-Sendung interessiert. Bei RTL erinnere ich mich leider nur an zu viele Trash-Formate, so dass mich auch gar nicht mehr interessiert was die da so bringen.

Hutbürger, Polizisten und Journalisten – warum es schiefläuft

Bei den Krautreportern steht mal was interessantes.

Krautreporter: Sachsen, Hutbürger und die Polizei – sieben Journalisten erzählen, was sie erlebt haben.

Wenn ich das so lese, ahne ich, was da schiefläuft und dazu müssen die Beamten noch nichtmal AfD- oder Pegida-Sympathisanten sein.

So wie ich hier in Darmstadt Polizeiarbeit mitbekomme, wollen die Polizeibeamten bei verbalen Auseinandersetzungen erstmal deeskalieren. Weil das auch am wenigsten Arbeit macht, wenn es klappt. Ansonsten heißt es nämlich Anzeigen und Personalien aufnehmen, Leute festsetzen, Papierkram etc. Und am einfachsten ist das “runterbringen” mit Abstand herstellen. Auch wenn es manchmal ungerecht wird, weil gerne man der oder die Schwächere dann halt nachgibt, auch wenn die anderen bei genauer Betrachtung im Unrecht sind. Aber es gibt keine Körperverletzung oder schlimmeres.

Und es so funktioniert die Taktik bei Streitereien auf einem Straßenfest, im Straßenverkehr, beim Fußballspieloder in der Kneipe. Aber wenn es um Demos oder politische Veranstaltungen geht, führt Deeskalation zu seltsamen Situationen.

Da wird dann nämlich der weggeschickt, der die Demonstration oder Veranstaltung vermeintlich stört und der Schwächere oder Einsichtigere ist. Die anderen sind ja auch in der Mehrheit, die kann man nur schwer wegschicken. Nur kollidiert diese Deeskalationstaktik mit der Pressefreiheit. Und dann macht die Pressefreiheit auch noch Arbeit Weiterlesen

Facebook-Posting schlägt Ignoranz

Das ist ein Beispiel für das was der Psychologie-Professor Peter Kruse 2010 in einer Bundestagskommission über die Entwicklung des Internets gesagt hatte („Die Systeme haben eine Tendenz zur Selbstaufschaukelung“ und „kreisende Erregungen im Netzwerk“)

Da schreibt die Reiterin und gelernte Bereiterin Kriemhild Morgenroth einen kritischen Facebook-Post, weil auf einen Missstand nicht reagiert wurde. Die Folge: 13.000 Reaktionen, über 4000 Kommentare, über 16.000 Mal wurde ihr Beitrag geteilt und der Deutschlandfunk berichtet: Es besteht dringender Gesprächsbedarf zwischen Reitern, Trainern und Offiziellen.

Screenshot eines öffentlichen Facebook-Postings.

Mit sowas sollten Veranstalter inzwischen rechnen. Peter Kruse empfahl damals ein Gespür für seine Branche, weil man sowas nicht vorhersagen könne.

Zweifelhafte “Fachzeitschriften” die alles publizieren

Das “Farce”-Journal, von dem es nur ein Cover gibt, ist natürlich von mir frei erfunden genauso wie die Inhalte. Aber es gibt tatsächlich pseudowissenschaftliche Journals in denen alles mögliche scheinbar seriös publiziert wird, wie NDR, Süddeutsche und WDR zeigen. Die Grafik ist ein 3D-Modell des Proteins Myoglobin. Die Abbildung ist laut dem Autor AzaToth Public Domain und steht in Wikimedia Commons.

Zu meiner Zeit im Labor hatte ich ja mal gelästert, dass man doch Fachzeitschriften (Journals) mit Namen wie “Forum of Artifacts and kinky Experiments” oder “Forum of Artifical Research and Contrived Experiments” herausbringen sollte, damit man auch jeden Unsinn irgendwo publiziert bekommt. Dass die Journals abgekürzt FAKE und FARCE heißen würden, war natürlich Absicht, damit auch die stumpfsten Kollegen merkten, dass das ein Witz sein sollte. Aber witzig ist das eigentlich gar nicht, denn auf solche Fake-Journals mit entsprechend erfundenen oder schlechten Studien fallen auch Menschen herein, die glauben so ein neues Medikament gegen ihre Krankheit gefunden zu haben.

Heute habe ich nun mitbekommen, dass es solche Fake-Journals tatsächlich gibt. Die heißen natürlich anders, denn sie sollen seriös klingen. NDR, Süddeutsche Zeitung und WDR haben einiges recherchiert, Weiterlesen

Eine Folge der “Panama-Papers”: Pakistans Ex-Premier Sharif verurteilt

Die “Panama Papers” haben ja in Pakistan zu deutlichen Folgen geführt, auch wenn ich das kaum mitbekommen habe.

tagesschau.de: Pakistans Ex-Premier Sharif ist in Abwesenheit zu zehn Jahren Haft verurteilt worden – Ein pakistanisches Gericht hat Ex-Premier Nawaz Sharif wegen Korruption zu zehn Jahren Haft verurteilt. Sharifs Tochter Maryam bekam eine Haftstrafe von sieben Jahren.(…) Dokumente zu Offshore-Firmen zeigten die Namen von Kindern Sharifs, nicht aber seinen eigenen.

Wichtig war dabei auch ein Brief, der angeblich aus dem Jahr 2006 stammte, der eines Tochter des damaligen Premierministers entlasten sollte. Aber dann Weiterlesen