Pareto-Prinzip auch bei Cornoa? Sorgen 20 Prozent für 80 Prozent der Infektionen?

SARS-CoV-2, Darstellung des Centers for Disease Control and Prevention (CDC). Foto: Alissa Eckert, MS, Dan Higgins, MAMS

Bei der “Zeit” gibt es eine Zusammenfassung, wie sich das Coronavirus überträgt. Dabei gibt es ein paar Auffälligkeiten. Unter anderem hat der durchschnittliche Übertragungswert eine hohe Varianz. Das heißt, einige stecken gar keinen anderen an, einige aber dafür sehr viele.

Und dann scheint sich ein Muster herauszubilden. Wo laut gesprochen, gesungen oder heftig geatmet wird, gibt es mehr Ansteckungen.

Zeit.de: Jeder könnte Superspreader sein – Der britische Epidemiologe Adam Kucharski von der London School of Hygiene and Tropical Medicine hat für das neue Virus einen k-Wert von ungefähr 0,1 errechnet. (Endo et al., 2020). “Vermutlich führen zehn Prozent der Fälle zu 80 Prozent der Ausbreitung”, sagt er.

In dem Artikel sind auch viele Links, wenn man weiterlesen möchte.

„Schaut auf die Zahl der Intensivpatienten“

SARS-CoV-2, Darstellung des Centers for Disease Control and Prevention (CDC). Foto: Alissa Eckert, MS, Dan Higgins, MAMS

Jens Schröder, Journalist und Dataminer, findet, dass die Anzahl der mit dem Sars-CoV-2-Virus infizierten Menschen nicht so aussagegkräftig ist. Die Länder testen ja nicht nach einem einheitlichen Schema und auch nicht jeden. Er schlägt vor, auf die Patientenzahlen in den Kliniken zu gucken, da gibt es weniger Dunkelziffern.

Vergesst die Zahl der Infizierten, schaut auf die Zahl der Intensiv-Patienten!: (…) die Zahl der Infektionen kann und darf bei der Beurteilung der Lage in den Medien, aber auch in der Politik nicht die einzige Rolle spielen, solang die Dunkelziffer der unbekannten Infizierten nicht bekannt ist.

Deutlich relevanter sind die Zahlen der Patienten, die ins Krankenhaus müssen und vor allem derjenigen, die auf Intensivstationen behandelt werden müssen.(…)

Weswegen er nun eine Statistik anhand von Krankenhausdaten aufstellt.

COVID-19-Zahlen-Update vom 3. April

Links: Forschung an Wirkstoffen gegen Covid-19

SARS-CoV-2, Darstellung des Centers for Disease Control and Prevention (CDC). Foto: Alissa Eckert, MS, Dan Higgins, MAMS

Zuversicht, dass es schon irgendwie gutgehen wird, ist das eine, dass es aber mehr als das nun praktizierte „Flatten the Curve“ gibt, beruhigt mich mehr.

Verband der forschenden Arzneimittelhersteller: Gegen die Coronavirus-Pandemie werden nicht nur Impfstoffe entwickelt, sondern auch Medikamente erprobt – Der Text hat über 20.000 Zeichen und erwähnt zig Ansätze.

NDR: Coronavirus – Welche Medikamente wirken könnten – Es geht in dem Text um Remdesivir und Chloroquin

Welt: Studie mit Ebola-Mittel „Remdesivir“ beginnt

spiegel.de: Ein Malaria-Mittel gegen Covid-19? Tatsächlich ist die Wirkung noch ungewiss.

NDR: Uni Lübeck forscht an einem Wirkstoff

Spektrum: US-Forscher testen möglichen Coronavirus-Impfstoff an Menschen. Die Studie wird über ein Jahr dauern.

Quarks: So lange braucht die Entwicklung eines Coronavirus-Impfstoffs

Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie: Wie lange dauert es durchschnittlich bis ein Impfstoff oder Medikament entwickelt werden kann? (Vorab: Eigentlich Jahre)

Coronavirus in hübscher Public Domain-Grafik

Immerhin gibt es von den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) eine gute Grafik des Corona-Virus’, die Public Domain ist.

This illustration, created at the Centers for Disease Control and Prevention (CDC), reveals ultrastructural morphology exhibited by coronaviruses. Note the spikes that adorn the outer surface of the virus, which impart the look of a corona surrounding the virion, when viewed electron microscopically. A novel coronavirus, named Severe Acute Respiratory Syndrome coronavirus 2 (SARS-CoV-2), was identified as the cause of an outbreak of respiratory illness first detected in Wuhan, China in 2019. The illness caused by this virus has been named coronavirus disease 2019 (COVID-19). Foto: Alissa Eckert, MS, Dan Higgins, MAMS

Homöopathie, evidenzbasierte Medizin, und “etwas, das die Bevölkerung will”

Beim Thema Homöopathie scheinen mir manche Gesundheitspolitiker herumzueiern. Heute war es Karin Maag (CDU) gesundheitspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion) im Deutschlandfunk:

DLF: Maag: Wer Homöopathie ablehnt, soll Kasse wechseln – „Selbstverständlich stehen wir weiterhin zur evidenzbasierten Medizin.“ (…) “homöopathische Arzneimittel sind (…) etwas, was ein Großteil der Bevölkerung will (…) Derjenige, der für sich Homöopathie ablehnt, kann ohne weiteres eine Kasse finden, die diese Medikamente nicht erstattet.“

1. Die Bevölkerung will auch reich sein und mit viel Geld fühlt man sich bestimmt gleich viel besser – Armut ist so betrachtet nämlich nur eine Krankheit ;-).

Mit Netflix, Schokolade und im Bett liegen geht meine Erkältung auch schneller wieder weg, aber dennoch bekomme ich das alles nicht von der Kasse bezahlt. Die Kasse bezahlt noch nicht einmal wirksame Medikamente, wenn die wirksamen Bestandteile keine sinnvolle Kombination sind (konkret: eine Komponente wirkt bei akuter Einnahme, die andere nur bei andauender Einnahme). Da interessiert es keinen, ob ich das trotzdem „will“.

2. “ohne weiteres” eine Kasse finden, die Homöopathie nicht erstattet, ist falsch, weil nicht so einfach. Das schreiben die nämlich nicht groß vorne auf ihre Websites. Und zudem ändern die Kassen ihre freiwilligen Leistungen auch mal. Bei der Technikerkasse kann man wohl inzwischen Homöopathie “abwählen” aber angeblich nur in einem Paket mit anderen Sachen. “Ohne weiteres” sieht für mich anders aus, denn jetzt muss ich mich erstmal schlau machen.

Bibliothek sucht Räume

Im Gebäude E in der Bessunger Straße 125 ist unter anderem die Bibliothek des Naturwissenschaftlichen Vereins Darmstadt.

Der Naturwissenschaftliche Verein Darmstadt sucht ein neues Domizil für seine für Darmstadt einzigartige Bibliothek. Die zwei Räume, die er zur Zeit dafür hat, sind dem Gelände der Bau-, Garten- und Umweltverwaltung („Technisches Rathaus“ in der Bessunger Straße 125), das die Stadt aber verkaufen will.

Echo online: Naturwissenschaftliche Bibliothek bangt um ihre Räume

Demo für die Wälder auf dem Luisenplatz

“Auch 200 Hetar sind ein wertvolles Biotop.” (Ernst-Ludwig Becker, BUND Darmstadt)

Am Samstag wurde auf dem Luisenplatz für den Erhalt des Hambacher Forstes demonstriert, aber auch auf den Darmstädter Westwald geschaut.

Echo online: “Der Wald soll bleiben”

In der Vorbereitung zu dem Termin hatte ich zum Hambacher Forst ja einiges nachgeguckt. Und habe dann umgerechnet wie viel 200 Hektar – soviel ist von dem Hambacher Wald noch übrig – sind. Da war ich dann doch überrascht, denn 200 Hektar sind zwei Quadratkilometer. Das habe ich dann mehrmals nachgemessen (Google Maps kann auch Flächen ausrechnen), auch auf einer Website zum Hambacher Forst, da mir das so wenig schien. 200 Hektar, das ist zweimal das Merck-Werksgelände oder der Osten Bessungens zwischen Heinrich und Klappacher Straße und zwischen Heidelberger und Nieder-Ramstädter Straße.

Größte Überraschung war für mich, dass das Fürstentum Monaco auch nur 200 Hektar groß ist. Dass das kleiner als Darmstadt ist, hätte ich nicht gedacht.

Was allerdings nicht stimmt, war ein JPG aus dem Internet (nicht auf der Demo!), auf dem behauptet wurde, dass der Hambacher Wald 12.000 Jahre alt sei. Dazu hatte der Bonner Geobotanik-Professor Wolfgang Schumacher im Kölner Stadtanzeiger gesagt: „Vor 12.000 Jahren war im Hambacher Forst nichts als Tundra. Das richtige Alter dürfte bei 4000 bis 5000 Jahren liegen.“ Auch sei der Wald nicht der letzte große Mischwald.

Solche falschen Infografiken ärgern mich. Denn wenn man die Verbreiter dann darauf anspricht, dann kommen sie oder ihre Freunde gerne mit der “guten Sache”, dass das doch ein Anstoß zum Nachdenken sei oder gar “nur witzig gemeint” sei. Auf der anderen Seite wird jedoch über Fake News gestöhnt und auf eine angebliche Lügenpresse geschimpft. Aber mal fünf Minuten googlen (so lange dauert das, ich habe das mal in meiner Browserhistory nachgeguckt), bevor man sowas “teilt”, ist dann doch zu viel. Und was ist, wenn der politische Gegner mit der “guten Sache”, “witzig” und “Denkanstoß” argumentiert?