Die “Darmstadtisierung” der Fußball-WM

Die taz sieht eine “Darmstadtisierung” der Fußball-WM. Yeah! Ich gebe zu, dass ich die Außenwirkungen des Lilien-Aufstiegs in die erste Liga damals unterschätzt habe, jetzt ist das schon ein Begriff.

taz: Spielweise bei der Fußball-WM – Dieses Phänomen nennt man „Darmstadtisierung“: Es meint eine Bundesliga, in der sich fast alle Teams nach dem Vorbild des SV Darmstadt 98 vor wenigen Jahren darauf fokussieren, bestmöglich das Spiel des Gegners zu zerstören.

Hm … ich habe ja keine Ahnung von Fußball, aber hieß so eine Spielweise früher nicht Catenaccio? (Und wir haben die Italiener dafür verachtet?)

Das Wunder von Darmstadt:
Von der drohenden Insolvenz zum Aufstieg in die 1. Bundesliga

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Grüne und Wissenschaft

Die Grünen haben was gemerkt. Wissenschaft zählt nur, wenn es ihnen in den Kram passt. Das fiel in der Glyphosatdebatte auf.

2002 hatte die damalige Ernährungs- und Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) das Bundesinstitut für Risikobewertung gegründet, um Risikoeinschätzung und Risikomanagement zu trennen. Aber als das BfR bei Glyphosat keine Risiken sah, war das plötzlich nicht mehr ok (taz: „Ich bin entgeistert“).

SpOn: Wie die Grünen Monsanto ärgern könnten – Die Faktentreue der Grünen reicht jedoch immer nur so weit, wie sie zum eigenen Idealismus passt. Als die EFSA zu dem Schluss kam, dass vom Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat keine Krebsgefahr für den Menschen ausgeht, stellte die Partei deren Glaubwürdigkeit plötzlich in Frage.

Jetzt wird das bei den Günen selbst diskutiert: Vom schwierigen Verhältnis zwischen Grün und Wissenschaft

Straßenbeträge in Weiterstadt

Das erste Mal hörte ich von Straßenbeiträgen vor über zehn Jahren, als in Arheilgen eine Straße saniert werden sollte, die Anwohner das aber nicht wollten. Weil jeder Grundstückseigentümer dessen Fläche an der Straße angrenzt, an den Baukosten beteiligt wird. Und nach der Darmstädter Regelung zahlen nur die Eigentümer.

In Weiterstadt hatte man eine elegante Lösung gefunden. Man erhöhte vor vielen Jahren die Grundsteuer B (zahlen Eigentümer und Mieter) und schaffte die Straßenbeiträge ab. Das war ab 2013 nicht mehr zulässig. Aber das Land Hessen erlaubte eine sogenannte “wiederkehrende Straßenbeitagssatzung”. Das heißt, alle in einem Gebiet bezahlen und nicht nur die Anlieger. Was die unmittelbare Belastung für Eigentümer senkt. Auf die ganz lange Sicht kommt die selbe Summe an Beiträgen zusammen. Aber eben nicht fünfstellige Beträge auf einmal.

So eine wiederkehrende Beitragssatzung hat Weiterstadt seit 2015. Und nun greift sie bei Straßensanierungen in Gräfenhausen. Allerdings will nun die ALW warten bis im Land Klarheit herrscht wie es weitergehen soll, denn die SPD will die Straßenbeiträge abschaffen und die Landesregierung hat aus der Pflicht zur Straßenbeitragssatzung eine “Kann”-Regelung gemacht.

Nur ändert das nichts an der Weiterstädter Rechtslage seit 2015, auch wenn die ALW das gerne so sehen würde. Rückwirkend wird die Stadt keine Beiträge erlassen. Und ich finde es auch schlüssig, wenn die Stadt auch künftig Beiträge erheben will und nicht wieder den leichten Weg über die Grundsteuer B geht. Denn die Beiträge bleiben komplett bei der Stadt, bei der Grundsteuer bekommt der Kreis einen Anteil

Echo online: Weiterstädter Parlament stimmt Erhebung von Straßenbeiträgen für Gräfenhausen zu

Protestaktion im Landgericht

Gestern fragte mich eine Kollegin im Landgericht, um was es denn in der Verhandlung gegen könnte. Ich zeigte auf die Gutachterbank mit zwei Doktorinnen und einem Professor aus der Frankfurter Rechtsmedizin und sagte, dass es vermutlich um den Todeszeitpunkt der getöteten Frankfurterin gehen würde und um Toxikologie. Aber es kam dann anders. Eine Frauengruppe begann plötzlich zu protestieren. Sie sehen ein Schema bei Prozessen, wenn es um Gewalt von Männern gegen Frauen geht.

Echo online: Frauen demonstrieren im und vor dem Darmstädter Landgericht

Bischof im Bahnhof


Bischof Peter Kohlgraf im Weiterstädter Bahnhof mit Mitarbeitern des Caritasverbands und des Gemeindepsychiatrischen Zentrums.
(Foto: Claudia Betzholz, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Caritasverband Darmstadt e. V.)

Ein katholischer Bischof, eine Sängerin, ein evangelischer Pfarrer und ein Bürgermeister gehen in einen Bahnhof. Was wie ein Witz beginnt, passierte am Dienstag in Weiterstadt. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf weihte das „Gemeindepsychiatrische Zentrum“ im ehemaligen Bahnhofsgebäude offiziell ein. Bischof Kohlgraf war auch extra in der Soutane gekommen. „Wenn ich hier im Anzug stehen würde, Weiterlesen

„Amtix kurz“-Verlagerungen weiterhin unbeliebt

Irgendwas läuft ja schief in Hessen. Da regieren die Grünen mit – die einzige Partei, die gegen den Frankfurter Flughafen Position bezogen hatte – aber Bürger machen (mehr oder weniger) mobil gegen die “Amtix kurz”-Routenverschiebung, weil jetzt halt andere den Lärm abbekommen sollen. Eigentlich hätte ich mir ja bei einem Grünen Verkehrsminister etwas innovativeres als eine Verschiebebahnhof erwartet. Zum Beispiel, dass das Übel an der Wurzel gepackt wird.

Echo online: Anhörung in Gräfenhausen: Kritik an “Amtix kurz” reißt nicht ab

Ich vermute aber, die Grünen haben irgendwann Weiterlesen

Landgericht verurteilt Stiefvater


Nach nur zwei Verhandlungstagen war der Prozess vorbei. Das Landgericht Darmstadt hat einen geständigen, 48 Jahre alten Deutschen aus Mühltal wegen schweren sexuellen Missbrauchs seiner Stieftochter zu einer Haftstrafe verurteilt. Sein Verteidiger klang im Plädoyer streckenweise wie ein Staatsanwalt.

Echo online: Landgericht Darmstadt verurteilt Mühltaler zu Haftstrafe wegen schweren sexuellen Missbrauchs

Straßenbeiträge in Gräfenhausen

Weiterstadt hatte 2015 sehr ungern die Straßenbeiträge wieder eingeführt. 2013 hatte das Land Hessen alle Kommunen darauf verpflichtet, solche Satzungen einzuführen. 2018 hatte das Land aus der “muss”-Regelung eine “kann”-Regelung gemacht. Aber das ist zu spät für Gräfenhausen. Rückwirkend kann man nur schlecht was erlassen.

Zudem müssen die Bauarbeiten auch künftig bezahlt werden. Und dafür Geld aus einer höheren Grundsteuer B zu nehmen, wäre zwar bequemer. Aber bei der Grundsteuer bekommt der Landkreis einen Anteil, bei den Straßenbeiträgen nicht.

Echo online: Diskussion über Straßenbeitragssatzung in Gräfenhausen