Die Donald Trump-Library steht in Darmstadt

Wenn ein US-Präsident aus dem Amt scheidet, wird inzwischen seine Amtszeit in einer Bibliothek archiviert. Inzwischen gibt es einen ganzen Satz Präsidentenbibliotheken.

Wie die “Trump-Libary” aussieht, zeigte nun die satirische Jimmy-Kimmel-Show vom 19. November. Nämlich wie das “Haus der Geschichte” in Darmstadt, in dem unter anderem das Stadtarchiv und das Staatsarchiv sind.

Ein Screenshot der “Trump-Libary”, wie sie sich Jimmy-Kimmel-Live vorstellt.

Das richtige Haus der Geschichte am Darmstädter Karolinenplatz.

Geständnis bei „Nichts ist für die Ewigkeit“

Ein junges Paar hört im Auto Lied „Nichts ist für die Ewigkeit“ von der Band „Böhse Onkelz“. So fange ich meinen Artikel über den dritten Verhandlungstag um einen Raubmordprozess vor dem Darmstädter Landgericht an.

Ja, Musik kann, wenn der Leser sie kennt, einen Artikel illustrieren. Blöd nur, dass das auch ein ehemaliger Spiegelreporter gemacht hatte, der das Singen dann aber oft erfunden hatte. Und sowas hatte ich beim Schreiben natürlich dann auch im Kopf. Macht die Beschreibung eines Liedes den Text unglaubwürdig? Aber der Ermittlungsführer der Polizei hatte das ja in seiner Aussage so beschrieben. Und ich war nicht alleine im Gerichtssaal, als er weiter beschrieb, was in dem verwanzten Auto geredet wurde. Nämlich, dass der Angeklagte nach der Textzeile „Glaubst du, dass ich Kinder töten kann?“ gegenüber seiner Freundin ein Geständnis machte.

Odenwälder Echo: Geständnis im verwanzten Auto

Mein Irrtum mit Angela Merkel

Heute vor 15 Jahren passierte etwas, was ich zwei, drei Jahre Jahre davor nicht erwartet hatte: Angela Merkel (CDU) wurde Bundeskanzlerin.

Ich war irgendwann 2003 oder 2004 in einem Englisch-Kurs der Volkshochschule und da war die Konversationsfrage, ob wir glauben, dass Angela Merkel Kanzlerin werden würde? Dass eine Frau mal Bundeskanzlerin wird, sah ich schon kommen. Allerdings nicht Angela Merkel. Ich hatte Angela Merkel es nicht zugetraut, dass sie sich gegen die ganzen Männer in der Union und so Gruppen wie den „Andenpakt“ durchsetzen kann. Und im Amt dann auch noch bestehen kann.

Ja, da hatte ich mich geirrt.

Ein Raubmord wegen 650 Euro

In Reichelsheim wurde am 16. Dezember 2019 ein Rentner schwer verletzt in seiner Wohnung gefunden. Er starb im April 2020 an den Folgen der Kopfverletzungen. Ein 20-Jähriger aus Reichelsheim, der den Getöteten gut kannte, steht nun wegen Mordverdacht vor der Großen Jugendkammer des Darmstädter Landgerichts.

Odenwälder Echo: Brutale Tat, um Kokain zu kaufen? (€)

Das Naheliegende und Sichtbare in der Coronavirus-Krise

This illustration, created at the Centers for Disease Control and Prevention (CDC), reveals ultrastructural morphology exhibited by coronaviruses. Note the spikes that adorn the outer surface of the virus, which impart the look of a corona surrounding the virion, when viewed electron microscopically. A novel coronavirus, named Severe Acute Respiratory Syndrome coronavirus 2 (SARS-CoV-2), was identified as the cause of an outbreak of respiratory illness first detected in Wuhan, China in 2019. The illness caused by this virus has been named coronavirus disease 2019 (COVID-19).

Bei fefe steht gerade ein Leserbrief (das Blog hat keine Kommentare), der an drei Beispielen ganz gut beschreibt, wieso einige das Coronavirus als Fiktion sehen.

Messebauer, keine Aufträge, passt nicht in die Hilfprogramme, und sieht nun die Chance darin, dass man endlich erkennt, dass Corona nur Grippe sei. (…) Fitnessstudiogeschäftsführer (…) Sozialarbeiter (…)

Das naheliegende und sichtbare, dass nämlich unsere Landesregierungen in Sachen Pandemieprävention spätestens seit 2013 geschlafen haben und und beim aktuellen Krisenmanagement ganz einfach “nur” schlecht regieren, sehen die nicht mehr, die glauben dann lieber an einen Verschwörungsmythos.

Gerangel um einem Wahltermin im Landkreis Darmstadt-Dieburg

Im Landkreis Darmstadt-Dieburg wurde diskutiert, ob die Landratswahl zusammen mit der Kommunalwahl stattfinden soll. Nun, da wird immer eine Begründung für den einen wie für einen anderen Zeitpunkt geben. Ob da nun Pandemie ist oder nicht. Wobei man ehrlicherweise sagen muss, dass es von den Parteien beliebig gehandhabt wird – nämlich so wie sie sich taktisch etwas davon versprechen. Und das macht jede Partei. Da braucht keiner gegenüber mir so zu tun, als ob es ihm da stets nur um die Sache geht.

Beispiele? Hier: Die hessische Landtagswahl 2013 war zeitgleich mit der Bundestagswahl im September 2013, obwohl der Landtag noch bis Januar 2014 im Amt war. Klar, da hoffte jemand auf Mitnahmeeffekte durch den Bundestrend. Und die Darmstädter OB-Wahl 2011 war zeitgleich mit der Kommunalwahl 2011, weil es eine Fraktion beantragt hatte und die anderen keine Gegenargumente hatten. Und die Weiterstädter Bürgermeisterwahl war 2019 gleichzeitig mit der Europawahl am 26. Mai. Aber die nächste Amtszeit des Bürgermeisters begann am 1. Januar 2020. Die Wahl im Mai war mir daher viel zu früh.

Wahltermine sollten meiner Meinung nach zur Legislaturperiode passen und kurz vor deren Ende stattfinden. Ich mag nämlich keine abgewählten Regierungen, die dann noch mehrere Monate im Amt sind. Auch, weil man die Legitimation der letzten Handlungen von Abgewählten sehr leicht in Zweifel ziehen könnte. Das tut der öffentlichen Sache nicht gut.

Allerdings lässt es die Rechtslage in Hessen es, dass bis zu 9 Monate vor Ende einer Amtszeit gewählt werden kann. Was mir nicht gefällt. Drei Monate vorher wählen ist mir auch noch zu früh. Für mich sind 30 Tage Abstand zwischen Wahl und neuer Amtszeit vollkommen ausreichend (45 Tage, wenn es eine Stichwahl geben könnte). Aber so ist die Rechtslage nunmal, die werde ich hier nicht ändern können.

Coronavirus in Darmstadt und im Landkreis, 30.10.2020

Es gibt wieder Zahlen zum Coronavirus aus dem Landkreis, ich habe das mal in zwei Graphen eingetragen. Man sieht jetzt auch den Zuwachs innerhalb einer Woche. Das exponentielle Wachstum zeigt sich auch in der Region. Auch im Kleinen. In Fischbachtal stiegen die Fälle innerhalb einer Woche um 25 Prozent. Von vier auf fünf. Wobei bei so kleinen Zahlen natürlich auch viel Zufall dabei ist. Aber auch in Weiterstadt, von 99 seit Pandemiebeginn innerhalb von einer Woche auf 129, 30 Prozent Zuwachs.

Darmstadt hatte innerhalb einer Woche 103 Fälle dazubekommen, 13 Prozent mehr.

Covid-19-Fälle (Fälle pro 1000 Einwohner) in Darmstadt und den Kreiskommunen.

Covid-19-Fälle (absolute Zahlen) in Darmstadt und den Landkreiskommunen.

Allerdings werde ich mir eine andere Darstellung überlegen müssen, mit jeder Säule wird es ja unübersichtlicher.

Unsere Regierungen erkannten wochenlang keine Exponentialfunktion?

SARS-CoV-2, Darstellung des Centers for Disease Control and Prevention (CDC). Foto: Alissa Eckert, MS, Dan Higgins, MAMS

Ok, jetzt haben wir also Maßnahmen gegen die steigenden Infektionen bekommen.

Sagen wir mal, die seien alle richtig und sinnvoll. Warum wurde das erst jetzt und nicht schon beim Treffen am 9. Oktober beschlossen?

Ich habe mal die Kurve bis zum 8. Oktober rausgesucht. Der Trend seit Mitte Juli war ein exponentieller Verlauf, das sieht doch jeder, der im März und April aufgepasst hatte.

Quelle: www.ourworldindata.org

Was war denn so anders an der damaligen Entwicklung, verglichen mit der Kurve bis heute? Eben, da ist nichts anders. Das ist beide Male eine Exponentialfunktion, die Anlauf nimmt.

Nur haben wir jetzt anstelle täglich 30 neue Fälle pro Million Einwohner halt über 120. Da kommen wir nun schwerer wieder runter. Wie konnte man denn vor drei Wochen ernsthaft davon ausgehen, dass sich das wieder fängt, weil man besorgt guckt?

www.ourworldindata.org

Und wie gesagt: Wir haben noch nicht einmal eine Alternative zu unseren Landesregierungen, die allesamt zugeguckt haben. Denn diese Ignoranz hatte nichts mit den Parteibüchern zu tun.

Und: Hätte man sich am 9. Oktober zu Einschränkungen entschlossen, hätte man ja mal die Gastronomie testweise rauslassen können und nach zwei Wochen gucken können, ob das funktioniert hat. Aber nein, das ist ja schon viel zu naturwissenschaftlich gedacht von mir.

Ach ja, die Begründung des Regierenden Berliner Bürgermeisters, warum man die Schulen auflässt, zeigt noch ein anderes Problem und dass man da falsch rangeht.

zeit.de: “Wir müssen und werden alles tun, damit Schulen und Kitas offen bleiben”, sagte Müller. Es ginge auch darum, die sozialen Folgen einzugrenzen, wenn erneut diese Einrichtungen ebenfalls schließen müssten. In diesen Fall würde – das habe der Lockdown im Frühjahr gezeigt – die Gewalt gegen Frauen und Kindern wieder steigen.

Das ist doch Symptom- und nicht Ursachenbekämpfung, wenn man Frauen und Kinder raus nimmt und nicht die gewalttätigen Männer. Da wird doch seit Jahren systematisch versagt.

Nachtrag: Es wurde auf der Pressekonferenz nachgefragt, warum nicht schon vor drei Wochen was unternommen wurde. Die Erklärung der Bundeskanzlerin war, dass man glaubte, das damals nicht vermitteln zu können (YouTube). Also solche Regierungen kann ich ja gar nicht brauchen. Zu feige zum Regieren. Und seit diesem Frühjahr auch noch wider besseres Wissen.

Nachtrag II: Ich habe das Gefühl die Kanzlerin war da ohne Grund zu diplomatisch. Sie hatte am 28. September vor 19.000 Fällen pro Tag an Weihnachten gewarnt. Am Tag darauf war eine Telefonkonferenz mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten, bei der nicht einschneidendes herauskam. Und bei der Konferenz am 9. Oktober ja auch nicht.

Das schlimme ist für mich, dass alle 16 Landesregierungen inkompetent sind und Fallzahlenverläufe nicht verstehen. Nur haben wir keine anderen – und da ja fast alle Parteien irgendwo regieren, liegt es auch nicht am Parteibuch. Und nein, die Alternative ist keine.

Ratlos ob unserer Regierungen

Ich bin ja etwas ratlos wegen unserer Landesregierungen.

1. Beschließen Einschränkungen und wundern sich am nächsten Tag, dass die Corona-Fallzahlen nicht runtergehen. Das hatten wir doch schon im März. Wenn “Corona” bis zu 14 Tage braucht, bis es beim Patienten “angekommen” ist und der auch noch getestet wurde, dann gibt es einen Verzug.

2. Man hätte aus diesem Verzug was für die zweite Welle lernen können.

3. Die Zahlen gingen ab Juli wieder hoch. halbherzige Maßnahmen wurden erst im Oktober beschlossen. Auch das hatten wir im Frühjahr. Dass dieses “erstmal laufen lassen” bei einem exponentiellen Wachstum aus dem Ruder läuft, hatten wir doch im ersten “Schulhalbjahr” 2020.

Wenn sich alle drei Tage die Patientenzahl auf einer Intensiv verdoppelt, dann sieht es neun Tage bevor die Station ums doppelte überfüllt ist, noch ganz entspannt aus. (Tag 0: Zu 25% belegt, Tag 3: zu 50% belegt, Tag 6: 100%, Tag 9: 200%.)

4. Wäre die jeweilige Opposition am Ruder, wäre es genauso gelaufen.