Erfahrene Propheten warten den ESC ab

Ich sage nichts mehr zu Chancen beim ESC. Ich erinnere mich nämlich noch, wie ich damals uns keine Chance gab, weil ich den deutschen Beitrag so gar nicht eingängig fand und eine gute Hookline vermisste.
Ja, das war 2010 – als Lena Meyer-Landrut mit „Satellite“ den ESC gewann.

eurovision.de: Isaak fährt für Deutschland zum ESC nach Malmö

Mauerfund bei Grabungen auf dem Friedensplatz

Das Foto ist von mir und zeigt die Lage der Mauerreste auf dem Friedensplatz, der Text unten ist eine städtische Pressemitteilung.

Pressestelle der Stadt Darmstadt: Bei Suchschachtungen in der Nähe des Residenzschlosses und des Weißen Turms im Rahmen der Vorarbeiten für die Neugestaltung des Ernst-Ludwigs-Platzes wurden überraschend Mauerreste entdeckt, die bislang nicht zugeordnet werden können. Die Suchschachtungen werden von hessenARCHÄOLOGIE im Landesamt für Denkmalpflege Hessen und der Unteren Denkmalschutzbehörde der Wissenschaftsstadt Darmstadt begleitet.

Bekannt ist, dass durch den Ernst-Ludwigs-Platz die hochmittelalterliche Stadtmauer mit der im Spätmittelalter ergänzten Zwingermauer verlief, deren im Boden befindliche Reste als Bodendenkmal geschützt sind. In zwei der jetzt vorgenommenen Schnitte konnte hessenARCHÄOLOGIE den Abschnitt einer Mauer und ein intaktes Gewölbe einmessen, dokumentieren und darauf aufbauend eine erste Einschätzung vornehmen.

Demnach ist auszuschließen, dass es sich um ein Kellergewölbe handelt, da der überwölbte Raum nicht von einer Mauer umgeben war und auch nicht tiefer reichte. Aufgrund der nicht durchgängigen Ausführung kann auch ein Kanal ausgeschlossen werden. Eine abschließende Deutung ist schwierig, da nur Ausschnitte erfasst werden konnten. Ein direkter Zusammenhang mit der Stadtmauer ist aufgrund der Lage zum bekannten Stadtmauerverlauf ebenfalls auszuschließen, denkbar wäre allerdings ein mittelbarer Zusammenhang in Gestalt einer Brücke für eine aus dem benachbarten Tor herausführenden Straße oder eines Fundaments für einen vorgelagerten Wehrbau.

Denkmalschutzdezernent Michael Kolmer äußert sich erfreut über den Fund: „Immer wieder stößt man bei Bauarbeiten auf bisher Unbekanntes im Untergrund. Dies ist spannend und aufschlussreich. Auch wenn noch keine genaue Deutung des Fundes möglich war, zeugt dieser Fund von der Geschichte unserer Stadt.“

Nach der Untersuchung werden die Schnitte wieder zugeschüttet, um das aufgedeckte Mauerwerk zu schützen.

Warum sollte ich „Solo: A Star Wars Story“ gucken?

Heute um 20:15 Uhr läuft auf ProSieben „Solo: A Star Wars Story“. Das sind so Filme, da frage ich mich, warum ich die als Star Wars-„Fan“ gucken soll? Die Handlung spielt vor den ganzen Star Wars-Filmen mit Han Solo. Es ist also vieles vorgegeben und wie zum Beispiel Han Solo sein Raumschiff erlangte, ist mir egal. Han Solo wird das Schiff bekommen, er hat es ja. Und er wird auch nicht sterben und durch einen Klon ersetzt werden – wobei das wenigstens ein bei Star Wars plausibler Plot-Twist wäre. Solche Rückblenden sollten, wenn überhaupt, besser in einem Flashback in einem Film erzählt werden, der die Handlung aber auf der Zeitschiene voranbringt.

Habe ich schon erwähnt, dass ich Prequels nie mochte? Und es nur ein gutes gibt? Das ist die zweite „Sledge Hammer“-Staffel.

Und wieder eine Partei, die der SPD Stimmen wegnehmen wird

2016 fragte ich – eher im Spaß – warum die SPD so scharf drauf ist, wieder den Kanzler zu stellen? Schließlich war nach jeder Abwahl eines SPD-Kanzlers eine neue Partei auf den Plan gekommen und nahm der SPD Stimmen weg. In den 80ern waren es die Grünen, nach 2005 war es die Linkspartei.

Bislang hatte mein Spruch den Fehler, dass es die AfD schon seit 2013 gibt. Aber nun haben wir ja seit gestern das „Bündnis Sahra Wagenknecht“, in dem unter anderem der ehemalige Düsseldorfer SPD-OB Thomas Geisel dabei ist. Herr Geisel ist übrigens der, der Baudezernentin Cornelia Zuschke aus Darmstadt abgeworben hatte.

Ich bin doch recht oft im Gericht :-)

Bislang sind die Vorstrafen des Angeklagten noch nicht in den Mordprozess eingeführt, der zur Zeit beim Darmstädter Landgericht läuft. Der 30 Jahre alte Mann soll Ende März 2023 in Bensheim eine Frau zur Befriedigung des Geschlechtstriebs beim Sex erwürgt haben. Dass er mit der Frau zusammen war und dass er sie gewürgt hat, ist ziemlich sicher, es gibt seinen Notruf von der Tatnacht als Audiodatei.

Zu den Vorstrafen wollte bislang keiner etwas sagen. Aber dann war am zweiten Verhandlungstag in einer Aufzählung ein Landgerichtsurteil nur mit dem Datum „4. Dezember 2017“ dabei. Nun, bei dem Prozess war ich damals, wie ich nach einem Blick in meine alten Artikel feststellte. Da ging es um Brandstiftung. Der Angeklagte hatte 2016 seine Zelle in Brand gesteckt. Und da ich so diesen Prozess hatte, hatte ich dann auch das Urteil, wegen dem der Mann 2016 in Haft war.

Der Richter im Dezember 2017, ein anderer als jetzt, hatte den Angeklagten damals gewarnt, dass er nach einer weiteren Straftat mit Sicherungsverwahrung rechnen müsse.

(+) Echo online: Dem Angeklagtem droht Sicherungsverwahrung

Teo-Märkte sollen Sonn- und Feiertags geschlossen bleiben

Seit Sommer 2022 steht auch in Darmstadt-Kranichstein ein Teo-Mini-Laden, der bislang rund um die Uhr offen und kein Verkaufspersonal hat.

Teguts kleine Teo-Märkte (genaugenommen erstmal nur in Fulda) müssen Sonn- und Feiertags geschlossen sein, hat der hessische Verwaltungsgerichtshof entschieden.

Damit tritt das Land Hessen seinen kleinen Kommunen in die Kniekehlen, die hoffen, mit Mini-Lädchen à la Teo wieder Einzelhandel in ihre kleinen Ortsteile zu bekommen. Denn hinter dem VGH-Beschluss stehen ursprünglich Stellungnahmen des RP Kassel und des hessischen Sozialministeriums, wegen derer die Stadt Fulda die Sonntagsöffnungen untersagte, wogegen Tegut klagte.

hessenschau.de: VGH verbietet Mini-Supermärkten Öffnung an Sonn- und Feiertagen – Der Rechtsstreit zwischen der Handelskette Tegut und der Stadt Fulda dauerte mehr als zwei Jahre. Im Oktober 2021 verfügte die Stadt, dass die Mini-Supermärkte an Sonn- und Feiertagen zu schließen seien. (…) Die Schließung angeordnet habe die Stadt erst nach Hinweisen, Prüfungen und Stellungnahmen des Regierungspräsidiums Kassel (…) sowie des hessischen Sozialministeriums.

Und der VGH kompensiert nun seine Nachgiebigkeit, die er vor elf Jahren noch bei verkaufsoffenen Sonntagen zeigte. Damals hatte die Stadt Weiterstadt einen verkaufsoffenen Sonntag am 6. Januar 2013 genehmigt und die Verwaltungsgerichte hatten ihn bestätigt. Aber in den Jahren darauf sprachen die Verwaltungsgerichte – bei stets gleicher Gesetzeslage – andere Urteile, so dass es inzwischen in Weiterstadt keine verkaufsoffenen Sonntage gibt.

22. Dezember, 2. Januar … alles gleich … war da was dazwischen?

Alle paar Jahre erlebe ich im Gericht Szenen, wie sie eigentlich nur in den gescripteten Privatsender-Gerichtsshows vorkommen. Am Montag war es mal wieder soweit. Die Mutter den Angeklagten erklärte, ihr Sohn habe ihr gestanden, schwul zu sein. Das kam doch etwas überraschend.

Der Prozessbeginn am Montag hatte für mich irgendwie Weihnachten und Neujahr so gut wie gelöscht. Denn die Konstellation am 2. Januar war die gleiche, wie bei meinem letzten Gerichtstermin am 22. Dezember 2023. Es war die gleiche Kammer mit den gleichen Berufsrichtern, der gleiche psychatrische Gutachter, die gleiche Staatsanwältin, der gleiche FAZ-Kollege – und ebenfalls ein voller Saal.

(+) Echo online: Bensheimer erwürgt Frau beim Sex

Mit 16 geht Hans Stark zur SS

Die Liste der Angeklagten aus der Anklageschrift von 1963.
Der Hauptangeklagte war bei der Anklageerhebung noch der letzte Kommandant des KZ Auschwitz. Allerdings starb Richard Baer vor Prozessbeginn, so dass das Verfahren „Strafsache gegen Mulka und andere, Aktenzeichen 4 Ks/63“, hieß. Robert Mulka war Adjutant des früheren und bekannten Lagerkommandanten Rudolf Höß. Dieser war allerdings schon 1947 nach einem Prozess in Polen zum Tode verurteilt und hingerichtet worden.

Auch ein Darmstädter, der mit 16 Jahren als genug war, um zur SS zu gehen, war unter den Angeklagten des ersten deutschen Auschwitz-Prozess‘ der heute vor 60 Jahren in Frankfurt begann. Den Prozess hatte der damalige hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer vorangetrieben. Und was mir schon vor Jahren auffiel: Hans Stark war Jahrgang 1921 – wie Sophie Scholl von der „Weißen Rose“.

(+) Echo online: 60 Jahre Auschwitzprozess: Auch ein Darmstädter angeklagt