Sozialwohnungen in Darmstadt und dem Landkreis

Ich vermute ja seit langem, dass die Kreiskommunen beim sozialen Wohnungsbau sich einen schlanken Fuß machen und diese Aufgabe lieber dem Oberzentrum überlassen, was da viel mehr unter Druck steht.
Das Darmstädter Echo berichtet heute über die Anzahl der Sozialwohnungen im Landkreis, der 301.500 Einwohner hat: 2020 waren es 1661, jetzt sind es 1687; das hatte eine Anfrage der Linkspartei im Kreistag ergeben.
Darmstadt, 170.000 Einwohner, hatte 2020 rund 5425 Sozialwohnungen und Ende 2025 rund 6050 Sozialwohnungen. Das hatte mir die Stadt im Frühjahr für eine Recherche mitgeteilt.

Mal ganz stumpf umgerechnet: Wenn für 170.000 Einwohner 6050 Sozialwohnungen benötigt werden (es werden mehr benötigt), dann würden für 301.500 Einwohner rund 10.730 Wohnungen benötigt. Jetzt wird es strukturelle Unterschiede geben, vielleicht wohnen mehr Gutverdiener lieber auf dem „Land“, aber der Unterschied ist dennoch deutlich.

Die Diadochenkriege der CDU

Die CDU ist länger als sie will in einem Übergangszustand und hat das Abtreten von Angela Merkel noch nicht in den Griff bekommen. Was zur Zeit passiert ist aber typisch, nach einer Zeit mit einer starken Führungsfigur.

Das kommt davon, dass Angela Merkel nach vier Legislaturperioden aufgehört hat, aber eigentlich keine Nachfolgekräfte aufgebaut hatte, die von der Partei geliebt werden. Das macht man als Parteichefin oder -chef ungern, die Kronprinzen und -prinzessinen könnten einen ja auch vorzeitig absägen. Auch nach Helmut Kohl 1998 gab es ein Vakuum.

Und deswegen laufen in der CDU seit 2018 Diadochenkriege und Führungschaos.

Schon der Wechsel von der Vorsitzenden Angela Merkel zur von ihr angeguckten Nachfolgerin Annegret Kramp-Karrenbauer 2018 fühlte sich für die Partei nicht rund und schlüssig an, sonst hätten Friedrich Merz und Jens Spahn damals nicht gegen sie kandidiert/kandidieren können. Annegret Kramp-Karrenbauer schaffte es dann nicht mal mehr zur Kanzlerkandidatur 2021. Aber auch ihr Nachfolger Armin Laschet wurde abgesägt, so dass nur noch Friedrich Merz übrigblieb, weil kein CDUler mehr die Partei strapazieren wollte.

Lebenslang für Mord an Ex-Frau

Das Landgericht Darmstadt hat einen Heppenheimer wegen Mord aus niedrigen Beweggründen zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.

Gestoppt und festgesetzt wurde der 57-Jährige von seinen Nachbarn. Als seine von ihm tödlich verletzte Ex-Frau in die Wohnung der Nachbarn flüchtete, lief der Mann mit Messer hinterher. Aber der Bruder der Nachbarin ist Mixed Martial Arts-Kämpfer. Er entwaffnete den Mann, schlug ihn nieder und fixierte ihn zusammen mit dem Mann seiner Schwester, bis die Polizei eintraf.

Die Beamten versuchten noch eine Reanimation der 34-Jährigen, brachen die aber ab, als die Notärzte feststellten, dass einer der Stiche das Herz tödlich verletzt hatte.

Der Verurteilte und seine Ex-Frau hatten nach der Scheidung 2025 weiterhin zusammen gewohnt, weil der seit 2017 arbeitslose Mann nicht ausziehen wollte und die Frau (die dabei war ihre Ausbildung als Einzelhandelskauffrau abzuschließen) keine Wohnung fand.

dpa: Lebenslange Haft für Mord an Ex-Partnerin

45 Jahre in tödlicher Mission

Soso, der Bondfilm „In tödlicher Mission“ soll vor 45 Jahren in die Kinos gekommen sein – das ist natürlich unmöglich, dann wäre ich ja 58 Jahre alt.

Ich erinnere mich, dass ich ein wenig enttäuscht war, als der Lotus Esprit im Film einfach in die Luft gesprengt wurde. Ich hatte bisher nur Fotos aus dem Film „Der Spion, der mich liebte“ gesehen und wollte den Lotus doch in Aktion erleben.

Später wurde mir klar, dass die Explosion auch symbolisch war: In diesem Film sollte es keine Gadgets geben.

Wicki Weißwas: So viele Premierminister seit 2016?

Seit dem Brexit wechseln laufend die britischen Premierminister, so mein Eindruck. Also habe ich mal geguckt. Seit 305 Jahren gibt es Premierminister in Großbritannien und es gab 58 verschiedene Amtsinhaber. Es gab 80/79 Amtswechsel, also waren einige einige mehrmals Premierminister.
Nach durchschnittlich drei Jahren und acht Monaten wechselte der Premierminister. So betrachtet sind, auf lange Sicht, die kurzen Amtszeiten normal und Zeiträume wie bei Margaret Thatcher (ca. 11 Jahre), John Major und Tony Blair (jeweils ca. 10 Jahre) die Ausnahme.

Warnstreik im ÖPNV, nur gegen wen?

Unser ÖPNV-Unternehmen Heag Mobilo wurde heute am Montag warnbestreikt. Der Hinweis kam am Freitag, Montag war klar, dass keine Straßenbahn fahren wird, ein paar Buslinien konnten besetzt werden. Also fuhr ich gleich mit dem Rad von Darmstadt zu meinem Termin nach Pfungstadt. Denn die Alternativen wären mit Regionalbahn und Bus umständlich gewesen. Und wer weiß, ob dann noch der Bus gefahren wäre.

Ich frage mich nur, gegen wen gestreikt wurde und wen der Streik treffen sollte? Gegen die Geschäftsführung des Unternehmens wurde jedenfalls nicht gestreikt, wenn ich im Echo lese, dass es a) an Haltestellen ohne dynamische digitale Anzeigen keine Hinweise gab, denn das trifft nur die Fahrgäste. Und b) vermutete ein Betriebsrat, dass der Streik eine noch stärkere Wirkung entfaltet hätte, wenn er später angekündigt worden wäre. Weil dann seine Chefs mehr überrascht geewesen wären? Oder, wohl eher, weil dann die Zeit zum Umorganisieren noch knapper gewesen wäre?

Warum der SVD diese Saison keine Chance hatte ;-)

Ich habe die Kristallkugel für die 2. Bundesliga gefunden (und ChatGPT hat sie gemalt).

Wie wir in der Tabelle der 2. Liga sehen, haben die Darmstädter Lilien in dieser Saison einfach das falsche Gründungsjahr. Denn es gibt unter den ersten sechs Plätzen einen klaren Zusammenhang zwischen Rang und letzter Ziffer des Gründungsjahrs. Der SV 98 konnte also gar nicht aufsteigen.

1. Schalke 04 – hinten eine 4
2. SV Elversberg 05
3. SC Paderborn 07
4. Hannover 96
5. Darmstadt 98
6. 1. FC Kaiserslautern 00 – null zählt natürlich als 10