Indikator X-Mas-Shopping

In der Darmstädter Innenstadt finden die Weihnachtseinkäufe wie immer an den Adventssamstagen statt: Drängeln, einem den Weg abschneiden, in den Abstand reinlaufen wie auf der Autobahn, spontan stehen bleiben, gern an Engpässen etc. Für mich ist das ein Indikator, wie gedankenlos die Leute sich auch sonst verhalten. Und sich dann fragen: “Warum gehen die Zahlen bei den Coronavirus-Infektionen nicht runter? Wir tragen doch Masken.”

Ich habe jetzt den Rest bestellt, den ich suchte, die Innenstadt meide ich lieber.

Ausgezeichneter schlampiger Umgang mit Worten – Wort des Jahres 2020

Die Gesellschaft für deutsche Sprache wählt “Corona-Pandemie” zum Wort des Jahres 2020.

Und adelt damit den schlampigen Umgang mit Worten. Denn es heißt Coronavirus-Pandemie beziehungsweise Coronavirus. Es ist nicht die Biersorte.

Leider habe ich das aus Platzgründen und damit es nicht zu geschraubt klingt, das in meinen Texten nicht durchhalten können. Auch wenn es weh tat, sowas wie “Wegen Corona traf sich die Darmstädter Grünen-Fraktion erstmals über Video im Internet” oder “Der Hofflohmarkt war aber kein Corona-Konzept” zu schreiben.

Die Donald Trump-Library steht in Darmstadt

Wenn ein US-Präsident aus dem Amt scheidet, wird inzwischen seine Amtszeit in einer Bibliothek archiviert. Inzwischen gibt es einen ganzen Satz Präsidentenbibliotheken.

Wie die “Trump-Libary” aussieht, zeigte nun die satirische Jimmy-Kimmel-Show vom 19. November. Nämlich wie das “Haus der Geschichte” in Darmstadt, in dem unter anderem das Stadtarchiv und das Staatsarchiv sind.

Ein Screenshot der “Trump-Libary”, wie sie sich Jimmy-Kimmel-Live vorstellt.

Das richtige Haus der Geschichte am Darmstädter Karolinenplatz.

Geständnis bei „Nichts ist für die Ewigkeit“

Ein junges Paar hört im Auto Lied „Nichts ist für die Ewigkeit“ von der Band „Böhse Onkelz“. So fange ich meinen Artikel über den dritten Verhandlungstag um einen Raubmordprozess vor dem Darmstädter Landgericht an.

Ja, Musik kann, wenn der Leser sie kennt, einen Artikel illustrieren. Blöd nur, dass das auch ein ehemaliger Spiegelreporter gemacht hatte, der das Singen dann aber oft erfunden hatte. Und sowas hatte ich beim Schreiben natürlich dann auch im Kopf. Macht die Beschreibung eines Liedes den Text unglaubwürdig? Aber der Ermittlungsführer der Polizei hatte das ja in seiner Aussage so beschrieben. Und ich war nicht alleine im Gerichtssaal, als er weiter beschrieb, was in dem verwanzten Auto geredet wurde. Nämlich, dass der Angeklagte nach der Textzeile „Glaubst du, dass ich Kinder töten kann?“ gegenüber seiner Freundin ein Geständnis machte.

Odenwälder Echo: Geständnis im verwanzten Auto

Mein Irrtum mit Angela Merkel

Heute vor 15 Jahren passierte etwas, was ich zwei, drei Jahre Jahre davor nicht erwartet hatte: Angela Merkel (CDU) wurde Bundeskanzlerin.

Ich war irgendwann 2003 oder 2004 in einem Englisch-Kurs der Volkshochschule und da war die Konversationsfrage, ob wir glauben, dass Angela Merkel Kanzlerin werden würde? Dass eine Frau mal Bundeskanzlerin wird, sah ich schon kommen. Allerdings nicht Angela Merkel. Ich hatte Angela Merkel es nicht zugetraut, dass sie sich gegen die ganzen Männer in der Union und so Gruppen wie den „Andenpakt“ durchsetzen kann. Und im Amt dann auch noch bestehen kann.

Ja, da hatte ich mich geirrt.

Ein Raubmord wegen 650 Euro

In Reichelsheim wurde am 16. Dezember 2019 ein Rentner schwer verletzt in seiner Wohnung gefunden. Er starb im April 2020 an den Folgen der Kopfverletzungen. Ein 20-Jähriger aus Reichelsheim, der den Getöteten gut kannte, steht nun wegen Mordverdacht vor der Großen Jugendkammer des Darmstädter Landgerichts.

Odenwälder Echo: Brutale Tat, um Kokain zu kaufen? (€)

Das Naheliegende und Sichtbare in der Coronavirus-Krise

This illustration, created at the Centers for Disease Control and Prevention (CDC), reveals ultrastructural morphology exhibited by coronaviruses. Note the spikes that adorn the outer surface of the virus, which impart the look of a corona surrounding the virion, when viewed electron microscopically. A novel coronavirus, named Severe Acute Respiratory Syndrome coronavirus 2 (SARS-CoV-2), was identified as the cause of an outbreak of respiratory illness first detected in Wuhan, China in 2019. The illness caused by this virus has been named coronavirus disease 2019 (COVID-19).

Bei fefe steht gerade ein Leserbrief (das Blog hat keine Kommentare), der an drei Beispielen ganz gut beschreibt, wieso einige das Coronavirus als Fiktion sehen.

Messebauer, keine Aufträge, passt nicht in die Hilfprogramme, und sieht nun die Chance darin, dass man endlich erkennt, dass Corona nur Grippe sei. (…) Fitnessstudiogeschäftsführer (…) Sozialarbeiter (…)

Das naheliegende und sichtbare, dass nämlich unsere Landesregierungen in Sachen Pandemieprävention spätestens seit 2013 geschlafen haben und und beim aktuellen Krisenmanagement ganz einfach “nur” schlecht regieren, sehen die nicht mehr, die glauben dann lieber an einen Verschwörungsmythos.

Gerangel um einem Wahltermin im Landkreis Darmstadt-Dieburg

Im Landkreis Darmstadt-Dieburg wurde diskutiert, ob die Landratswahl zusammen mit der Kommunalwahl stattfinden soll. Nun, da wird immer eine Begründung für den einen wie für einen anderen Zeitpunkt geben. Ob da nun Pandemie ist oder nicht. Wobei man ehrlicherweise sagen muss, dass es von den Parteien beliebig gehandhabt wird – nämlich so wie sie sich taktisch etwas davon versprechen. Und das macht jede Partei. Da braucht keiner gegenüber mir so zu tun, als ob es ihm da stets nur um die Sache geht.

Beispiele? Hier: Die hessische Landtagswahl 2013 war zeitgleich mit der Bundestagswahl im September 2013, obwohl der Landtag noch bis Januar 2014 im Amt war. Klar, da hoffte jemand auf Mitnahmeeffekte durch den Bundestrend. Und die Darmstädter OB-Wahl 2011 war zeitgleich mit der Kommunalwahl 2011, weil es eine Fraktion beantragt hatte und die anderen keine Gegenargumente hatten. Und die Weiterstädter Bürgermeisterwahl war 2019 gleichzeitig mit der Europawahl am 26. Mai. Aber die nächste Amtszeit des Bürgermeisters begann am 1. Januar 2020. Die Wahl im Mai war mir daher viel zu früh.

Wahltermine sollten meiner Meinung nach zur Legislaturperiode passen und kurz vor deren Ende stattfinden. Ich mag nämlich keine abgewählten Regierungen, die dann noch mehrere Monate im Amt sind. Auch, weil man die Legitimation der letzten Handlungen von Abgewählten sehr leicht in Zweifel ziehen könnte. Das tut der öffentlichen Sache nicht gut.

Allerdings lässt es die Rechtslage in Hessen es, dass bis zu 9 Monate vor Ende einer Amtszeit gewählt werden kann. Was mir nicht gefällt. Drei Monate vorher wählen ist mir auch noch zu früh. Für mich sind 30 Tage Abstand zwischen Wahl und neuer Amtszeit vollkommen ausreichend (45 Tage, wenn es eine Stichwahl geben könnte). Aber so ist die Rechtslage nunmal, die werde ich hier nicht ändern können.