Misslungener Rathaussturm

Irgendwas hat nicht geklappt beim Rathaussturm in Darmstadt (€). Da wird gemeldet, dass die Narren am Samstag erfolgreich das Rathaus erobert hätten – aber am Sonntag spricht der Oberbürgermeister beim städtischen Neujahrsempfang im Darmstadtium (€). Und nicht einer mit Narrenkappe und Jokus-Szepter. Da haben die Narren wohl nicht aufgepasst und sich beim Feiern die Stadtschlüssel wieder abluchsen lassen.

Unter anderem forderte OB Jochen Partsch (Grüne) den Ausgleich von Ökonomie und Ökologie. Tja, und da sind zur Zeit die Grünen nunmal die, denen man abnimmt, dass die einen Ansatz dafür haben. Falls sich mal jemand fragt, woher das Umfragehoch kommt.

Donald Trumps Rote Linien

Samstag war eine Demo des Darmstädter Friedensbündnisses, das gegen einen Krieg zwischen Iran und den USA demonstrierte.

Regina Hagen vom Bündnis sagte unter anderem: „Wir müssen die Vernetzung der Probleme erkennen, auch wenn das nicht immer leicht ist.“

Und das ist es wirklich nicht. Bei den Krautreportern gibt es eine Analyse, in der es um Donald Trumps Rote Linien geht, was für mich über das sonstige 08/15 hier hinausgeht. Oder man guckt, wer im syrischen Bürgerkrieg an wessen Seite kämpft. Da sind die USA und der Iran gegen den sogenannten IS.

Kita-Träger suchen Personal mit Dienstwagenoption? Die Frankfurter AWO in der Presse


Kommunen und freie Träger versuchen ja mit diversen – für sie preiswerten – Gooddies (und sei es der Standort oder ein neues Konzept) Mitarbeiterinnen für ihre Kitas und Krippen zu finden. Aber dass die Leiterin einer dreigruppigen Kita einen Dienstwagen bekommen könnte, habe ich noch nie gehört und wird auch für viele Träger schwer zu toppen sein.

Wenn ich aber jetzt so auf meine Linksammlung gucke, die eigentlich keine werden sollte, dann bekomme ich den Eindruck, dass es bei der Frankfurter AWO und den dort gut versorgten Genossen so ist wie im Supermarkt, in dem man eine niedliche Maus quer über den Gang huschen sieht.

Wenn man nämlich dort eine Maus sieht, dann heißt das nur, dass das schon so viele Mäuse sind, dass die sich nicht mehr verstecken können.

1.12.2019:
Wiesbadener Kurier: “Kennen eine solche Praxis nicht” – Awo-Bundesvorsitzender im Interview (€)

30.11.2019:
ntv: CDU-Dezernentin friert Awo-Zuschüsse ein

29.11.2019
HR: AWO-Bundesverband fordert Konsequenzen in Frankfurt

FAZ: Ehrenamtliche Awo-Mitarbeiter – Zorn an der Basis

28.11.2019:
HR: Mit 450 PS unterwegs für die Gemeinnützigkeit

FAZ: Rechnung an Frau Feldmann folgt

FR: „Es wird bewusst Stimmung gemacht“

FR: Enge Verflechtungen bei der AWO in Frankfurt und Wiesbaden

27.11.2019:
Echo online: Feldmann- Habe keinen Einfluss auf Gehalt meiner Frau
Frankfurter Neue Presse: War die Frau von OB Feldmann nur drei Monate Kita-Leiterin?

26.11.2019
HR: Wie SPD-Jungpolitiker bei der AWO Spitzengehälter erhalten

25.11.2019
FAZ: Es stellen sich weitere Fragen zu Myrella Dorns Posten bei der AWO

AWO Frankfurt: Präsidium beschließt Transparenzoffensive

22.11.2019:
AWO-Bundesverband: Aufgrund der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen wurde die Weiterleitung von öffentlichen Zuwendungsmitteln vorsorglich sofort zurückgehalten, ohne dass dies als Vorverurteilung zu verstehen ist. (PDF)

21.11.2019
Echo online: AWO Frankfurt zahlt OB-Gattin höchste Gehaltsstufe
HR: Ehefrau des Frankfurter OB erhält höheres Gehalt als üblich
HR: AWO erklärt, Opposition verlangt Antworten, Feldmann schweigt

14.11.2019:
HR: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Frankfurter AWO

24.8.2019:
FNP: Der Awo-Komplex – Ein Geflecht aus undurchsichtigen Geschäften

16.6.2019:
FNP: Gab es das Sportprogramm für das die AWO von der Stadt Geld bekommen hat?

6.5.2016:
ZDF: Die deutsch-türkische Kita

15.9.2015:
60 Deutsch-türkische Kinder vom Krabbel- bis zum Vorschulalter sollen zweisprachig betreut, erzogen und unterrichtet werden – Das war also – grob überschlagen – eine dreigruppige Kita.

Nachtrag, 29.11.2019: Eigentlich ging ich vor einer Woche bei dem etwas launigen Blogeintrag davon aus, dass sich das schnell klärt, aber seitdem kommt ja gefühlt jeden Tag was, so dass das hier eine Art Zusammenfassung wird. Der Dienstwagen ist ja nicht das einzige bei der Frankfurter AWO, wie sich herausstellt. Ich denke da jetzt auch eher daran, wie sich das auf die vielen ehrenamtlich Aktiven und deren Engagement auswirkt. Denen erweist die Sache doch einen Bärendienst.

Nachtrag II, 29.11.2019: Das Ganze ist ja keine plötzliche AWO-Affäre, die nun hochkommt. Die Frankfurter AWO ist schon länger Thema in Frankfurter Zeitungen. Nur war das bislang lokal und bekam erst mit dem Dienstwagen für Zübeyde Feldmann – sie ist seit April 2016 mit Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann verheiratet – die nötige Fallhöhe für überegionale Aufmerksamkeit.

ÖPNV-Werbewochen – Verdi und die Busfahrer streiken

Zur Zeit streiken hier die Busfahrer und morgen kommt noch ein Solidaritätsstreik der Straßenbahnfahrer dazu. Die Gewerkschaft dahinter ist Verdi.

Das ist die Gewerkschaft, die auch sagt “Nur der ÖPNV hilft, Klimaziele zu erreichen“. Ja, Verdi macht auch Politik.

Nun, ich habe ja kein Auto. Nur frage ich mich, wie ich Menschen auf dem Land (und dazu zähle ich mal die in der 25-Einwohner-Kommune Weiterstadt dazu, deren Stadtteile 4 bis 8 km vor Darmstadt im Westen liegen) überzeugen soll, auf den ÖPNV umzusteigen. Wenn die Busse alle zwei bis drei Jahre einen Tag oder länger nicht fahren, weil die Fahrer streiken. Und Radfahren bei herbst- oder winterlichen Regen nicht so lustig ist. Und der innerörtliche Bus “auf dem Land” abends sowieso nur im Stundentakt – und zwischen 21 und 23 Uhr sogar nur im 90-Minuten-Takt – fährt.

Im Winter 2017 konnte ich ein paar Termine nicht zusagen, weil die Bahnen nicht fuhren (Solidaritätsstreik mit Busfahrern) und ich nicht wusste, ob es schneit und ob ich das dann mit dem Rad schaffe. So geht das natürlich auch anderen, die auf Bus und Bahn setzen. Und das werden die Menschen “auf dem Land” nicht riskieren, die werden ihre Autos behalten.

So ein Streik ist somit ein Bärendienst für die Klimaziele, die Verdi angeblich erreichen will.

Und nein, es sind nicht die Arbeitgeber, die den Streik erzwungen haben. Das haben die Gewerkschaftsmitglieder entschieden. Es zwingt mich ja auch nicht die Stadt Darmstadt über eine rote Ampel zu fahren, nur weil sie blöde geschaltet ist. Sowas ist immer noch die Entscheidung des Einzelnen. Verantwortung muss man halt auch mal übernehmen.

Ach ja, Solidarität: Ich bin Verdi-Mitglied, aber ich habe es noch nicht erlebt (in den vergangenen elf Jahren jedenfalls nicht), dass ein Verlag mir sagte, dass ich jetzt mehr bekomme, weil Verdi und die Solidarität der Mitglieder das für mich erstreikt hätten. Solidarität mit freien Journalisten habe ich nicht erlebt. Und so wie Verdi einige EU-Entscheidungen befürwortet, ist auch nicht in meinem Sinn.

Lehrermangel, Quereinsteiger und die Krähen

Da sendet hr-info eine Reihe zu „Quereinsteiger als Lehrer“. Und ich wundere mich, dass die Landtagsopposition sich eigentlich nicht rührt.

Bis mir klar wird, dass die Serie ja ganz Deutschland betrachtet und dass in allen Bundesländern Quereinsteiger gesucht und genommen werden.

Da hackt also die eine Krähe der anderen kein Auge aus.

Straßenbahn nach Wixhausen

Eine Straßenbahn nach Wixhausen ist ja schonmal eine gute Idee. Und wenn eine Straßenbahntrasse durch Wixhausen geht, sollte die meiner Meinung nach den Bahnhof und das Bürgerhaus, also das Bürgermeister-Pohl-Haus anschließen. Denn dass einer der größten Säle Darmstadts rund 500 Meter und auch noch ums Eck von der nächsten Bushaltestelle liegt, finde ich ungünstig.

Echo online: Darmstadts Straßenbahndepot soll nach Wixhausen

Netflix anstelle Star Wars?

Die „Game of Thrones“-Macher ziehen sich wegen Netflix-Deal bei Disneys „Star Wars“ zurück, meldet DWDL.de. Und zitiert den Netflix-Chef Ted Sarandos mit: „Wir freuen uns, die Meistergeschichtenerzähler David Benioff und Dan Weiss bei Netflix begrüßen zu können.“

Naja, ich weiß ja nicht. Denn von „Game of Thrones“ habe ich für mich mitgenommen, dass die beiden ohne meisterhafte Vorlage nur in der Lage sind, die zwei letzten Staffeln einer Serie in den Sand zu setzen.

Daher kann das für “Star Wars” (dessen Episoden VII und VIII ich einfach übel fand) nur gut sein (denn Minus und Minus wird kein Plus) und schlecht für Netflix. Es sei denn, Netflix hat die meisterhaften Vorlagen, die David Benioff und D.B. Weiss in Serien und Filme umgießen können.

https://www.dwdl.de/nachrichten/74706/netflixdeal_sprengt_disneys_star_warsplaene/

Der grünen-feindliche Wochenrückblick

Damit man den Überblick nicht verliert, stelle ich hier mal zusammen, was ich so grünen-feindliches aus Stadt, Land und Bund in der vergangenen Woche gepostet, verlinkt und gesammelt habe:







Oh, hm, da war ja nichts.

Und dabei habe ich doch angeblich eine “allseits bekannte Grünen-Feindlichkeit”. Wie kann das sein? Vielleicht weil die Behauptung einfach mal nicht stimmt und mir was angehängt werden soll. Und ich als Lokaljournalist einfach nur meine Arbeit mache?

Wie gerissen ist die Darmstädter SPD?

Die Darmstädter SPD hat ja vorgeschlagen in Arheilgen Wohnungen zu bauen (€). Und nicht im Wald zwischen Eberstadt und der Lincoln-Siedlung (€).

Ich weiß ja nicht, ob die Darmstädter SPD so gerissen ist, aber wenn doch, dann hat sie den Wohnungsbau für Arheilgen vorgeschlagen, damit er nicht kommt. Denn in der Darmstädter Kommunalpolitik gilt ja immer noch “gute Idee, aber leider nicht von uns”. Und später zugeben, dass die Opposition eine guten Vorschlag gemacht hat …, naja, das wurde ja schon früher bei den Roten nicht gemacht, warum also jetzt?

Und zudem hätte die SPD, wenn sie wirklich so schlau ist, und was mir schwer fällt zu glauben, mit dem Arheilgenvorschlag die grün-schwarze Koalition dazu gebracht, am Bauen im Eberstädter Wald festzuhalten. Was aber den Eberstädtern nicht gefallen wird.

Gemäß Wolfgang Bosbach: „Es läuft für Politiker gut, solange sie keine Politik machen.“

Wohnungen im Wald und am Park

Der neue Friedensplatz wird langsam fertig.

Wenn ich auf die aktuelle Diskussion in Sachen Wohnungsbau in Darmstadt schaue, frage ich mich ja schon etwas. Nämlich, wie die Grünen in der Diskussion um Wohnungsbau im Wald zwischen Eberstadt und Lincoln-Siedlung (€) und Wohnungsbau beim/im/am Bürgerpark (€) agieren würden, wenn das Pläne einer rot-schwarzen oder schwarz-roten Stadtregierung wären und die Grünen in der Opposition wären? Und was würde eine Grünen-Opposition zum neu gestalteten, von Grautönen dominierten Friedensplatz sagen?