Von wegen “keine Garantien und kein Rückgaberecht” bei Privatverkauf

Ich poste das mal hier, damit ich es schnell wiederfinde, wenn ich es mal brauche.

Auch ein privater Verkäufer haftet dafür, dass die von ihm verkaufte Ware hält, was er in seiner Angebotsbeschreibung verspricht. Hinweise wie ‘das ist ein Privatverkauf, deswegen gibt es keine Garantien und kein Rückgaberecht’ sind in dieser absoluten Form daher nicht gültig.

Da gab es 2012 auch mal ein Bundesgerichtshofurteil (Aktenzeichen: VIII ZR 96/12): Gewährleistungspflichten bei eBay-Privatverkauf

Wahlversprechen gehalten

Manchmal lohnt sich ja ein Blick ins Archiv. „Wir machen regelmäßig Bürgerversammlungen“, versprach der Stadtrat, „jedes halbe Jahr rotierend in den Stadtteilen.“

Das war der Sozialdezernent Jochen Partsch im Wahlkampf 2011. Nun, wenn ich mich nicht ganz verzählt habe, waren es in Darmstadt seit 2011 neun Bürgerversammlungen. Also: Wahlversprechen gehalten.

Von wegen, ich würde die grün-schwarze Stadtregierung nur kritisieren.

Wird der Teilchenbeschleuniger FAIR die Darmstädter Elbphilhamonie?

Der Teilchenbeschleuniger FAIR, der zur Zeit bei der Darmstädter GSI gebaut wird, soll 260 Millionen Euro teurer als geplant werden. “Ein Plus von knapp 50 Prozent”, meldet die Wirtschaftswoche. Und ob der Bau bis 2018 fertig wird, sei auch unsicher. Die WiWo bezieht sich auf einen Bericht des Bundesrechnungshofes.

Bei FAIR geht es um Grundlagenforschung, aber dass die auch was bringt zeigt die Partikeltherapie, die vor einigen Jahren an der GSI entwickelt wurde.

Kostenexplosion beim Projekt “Fair”: Das Darmstädter Bau-Desaster

Wie Arbeitgeber so ticken


Vielleicht sollte man manchmal die Stellenanzeigen von Firmen lesen, um zu erfahren, wie die eigentlich ticken: Da sucht eine Politik-Redaktion einen Redakteur. Unter anderem sollen der oder die folgendes können:

– komplexe Themen überraschend zuspitzen
– Texte so redigieren, dass sie Menschen zum Handeln motivieren

Man verändere mit seiner Arbeit Politik und Gesellschaft und trage zu mehr sozialer Gerechtigkeit, ökologischer Nachhaltigkeit, Toleranz und Gleichberechtigung bei, geht der Text in der Stellenanzeige weiter.

Und:

Sie arbeiten in einer NGO, die unabhängig von Machtpolitik und Wirtschaftsinteressen agiert (…)

Sorry, nein. Das nun gerade nicht, Weiterlesen

Ein Terrorbefürworter wird auf dem Darmstädter Hauptbahnhof zitiert

Der Büchner zugeschriebene Satz auf dem Darmstädter Hauptbahnhof lautet im französischen original “C’est ici sans doute qu’il nous faut quelque courage et quelque grandeur d’âme” und stammt von Robespierre.

Wie es der Zufall will, stelle ich heute – exakt an Georg Büchners 200. Geburtstag – fest, dass der Satz, der zur Zeit auf dem Darmstädter Hauptbahnhof steht, gar kein Büchnerzitat oder ein von ihm erdichteter Satz ist.

Der Satz „Wir alle haben etwas Mut und etwas Seelengröße nötig“ stammt im Original von Maximilien de Robespierre, dem Terror-Befürworter während der der Französischen Revolution. Büchner lässt Robespierre den Satz in seinem Stück „Dantons Tod“ sagen.

Robespierre hatte „C’est ici sans doute qu’il nous faut quelque courage et quelque grandeur d’âme“ im „Discours au sujet de l’arrestation de Danton et de ses complices“ gesagt. Glücklicherweise an einem 31. März vor 219 Jahren, sodass dieses Jubiläum nicht auch noch stattfindet.

Leider ist mein Französisch für weitere Zusammenhänge zu schlecht, laut dem Marburger Büchnerforscher Burghard Dedner forderte Robespierre den aufrechten Gang – zur Guillotine (natürlich von den anderen):

Schwäbisches Tagblatt: Ein Gespräch mit dem Germanisten Burghard Dedner – Es gibt ein schönes Beispiel, wie das bis heute missverstanden wird. Am Darmstädter Bahnhof steht derzeit: "Wir alle haben etwas Mut und etwas Seelengröße nötig." Das steht in "Danton", ist aber Originalton Robespierre, der fordert, man solle aufrechten Ganges zur Guillotine schreiten.

Und in der Frankfurter Rundschau macht Dedner dezent Werbung für die historisch-kritische Georg-Büchner-Ausgabe „Sämtliche Werke und Schriften“ die er mitherausgibt:

FR: „Büchners Handschrift ist kaum zu lesen“ – Wenn am Bahnhof einer großen deutschen Stadt ein Banner aufgehängt wird, auf dem steht: „Wir alle haben etwas Mut und etwas Seelengröße nötig“, dann hätte man bei uns bequem nachlesen können, dass der Satz nicht von Büchner, sondern von Robespierre stammt.

„Ein Kalender, der plötzlich aufhört und dessen Ende ganz offensichtlich eine Ankunft ankündigt“

Der Astronom Florian Freistetter hat einen sogeannten “Adventskalender” entdeckt und macht sich so seine Gedanken:

Astrodictum simplex : Die Apokalypse kommt im Advent!: – Der Kalender bot wirklich ein beunruhigendes Bild. Neben den 24 Zahlen war dort ein gemütliches Kinderzimmer abgebildet, das aber von seltsamen, geflügelten Wesen heimgesucht wurde! Soll hier vor einer Gefahr für unsere Kinder gewarnt werden? Bei genauerer Betrachtung zeigte sich, dass jede Kalenderzahl auf einer kleinen Tür gedruckt war, hinter der sich ein Hohlraum befand! In diesen Hohlräumen fand ich seltsame Symbole, deren Bedeutung mir nicht vollkommen klar ist.

Fundstück: Geld als Bildungsanreiz funktioniert schlecht

Geld für gute Noten bringt nur den eh schon guten Schülern etwas. Aber:

Faz.net Wirtschaftsblog – Geld für gute Noten: Besonders effektiv klappt das, wenn die Ziele relativ einfach sind. Wenn es etwa darum geht, schlicht Anwesenheit in den Klassenräumen herbeizuführen. In Mexiko bekamen Familien, die ihr Kind zur Schule schickten, 55 Dollar pro Monat. Das führte dazu, dass Kinder früher eingeschult wurden, bessere Noten hatten …

Sounds like Bond, James Bond

Heute wurde der neue Titelsong zu “Skyfall” vorgestellt, gesungen von Adele.

Ok, klingt auch wie ein James Bond-Titelsong. Aber es gibt einen ganzen Satz Songs, die nach Bond klingen, nur nicht in den Filmen auftauchen. Das hat zwei Gründe. Die einen sind einfach keine Bond-Titelsongs. Wie Ivy Quainoo – “Do You Like What You See”, Paradise Lost – “Divided” oder Sugababes – “Beware” oder Jeanette – “I Feel Love”. Die anderen wurde von den Filmemachern bestellt, aber abgelehnt.

Beispielsweise war “The Juvenile” von Ace of Base eigentlich für “Goldeneye” vorgesehen, aber dann nahm man doch Tina Turner und ein anderes Lied – vermutlich, weil sie eher wie Shirley Bassey in “Goldfinger” klang.
[youtube http://www.youtube.com/watch?v=BX1oHZ4BKZc?rel=0&w=440&h=330]

Mehr dazu bei blogbusters.ch: Sound Good – 10 grossartige Bond-Titelsongs, die abgelehnt wurden

Fundstücke: Casting-Shows, Videotheken

Es hilft etwas gegen Casting-Shows: Ausschalten. Dann funktioniert das wahre Motto “der Weg ist das Ziel” nämlich nicht mehr.

dwdl.de: ProSieben beendet “Popstars” früher – In der vergangenen Woche markierte die Castingshow mit nur noch 1,22 Millionen Zuschauern insgesamt und einem Marktanteil von gerade mal noch 8,6 Prozent in der werberelevanten Zielgruppe einen traurigen Tiefpunkt weit unter dem ProSieben-Senderschnitt.

Vergangene Woche war ein Echo-Artikel erschienen, in dem Darmstädter Videotheken sich über Umsatzrückgänge durch illegale Internetportale beklagten. Zufällig gibt es nun eine Studie:

Meedia.de: 3,1 Mio. Deutsche saugen illegal Medien – Mehr als ein Drittel aller Deutschen (22,1 Mio.) hat 2011 Medieninhalte online genutzt oder heruntergeladen (…) 3,1 Mio. nutzen dabei ausschließlich illegale Quellen.

Wikipedia: Videothek – Die Zahl der Kunden, die Filme physisch ausleihen, hat sich nach Angaben der GfK in Deutschland von 14,5 Mio. im Jahr 2000 auf 6,9 Mio. im Jahr 2010 halbiert. Seit 2009 gibt es einen Zuwachs im digitalen Leihmarkt (VoD/PpV) auf 1,4 Mio. Kunden in 2010.