9. November

Ein junges Blog gibt Gelegenheit an Jahrestagen in seinen Erinnerungen zu schwelgen. Am 9. November 1989 war ein Donnerstag und ich war beim Spieltreff. Als ich nach Hause kam, erzählte mir mein Vater, dass “die Mauer” offen sei. Und im Fernsehen sahen wir die Menschen auf der Krone des Berliner Bauwerks stehen. Was das bedeutet, war damals noch nicht klar.

Bis zu dem Tag stand die Helmut Kohl-Regierung schlecht da: Die Umfragen waren im im Keller. Kohl hatte einen schlecht vorbereiteten “Putschversuch” seiner CDU-Partei”freunde” auf dem Parteitag am 11. September 1989 gerade überstanden. Und die zahlreichen Kohl-Witze dokumentierten, dass der Kanzler eher Fettnäpfchen entgegen schritt als Erfolgen. Aber nach dem 9. November waren von einem auf den anderen Tag die Kohl-Witze ausgestorben. Der letzte in meiner Erinnerung war der mit “Kohl auf der Rolltreppe im Kaufhaus während eines Stromausfalls.” (Den erzählte T.T. auf dem Weg zum Chemie-Hörsaal auf der Lichtwiese.)

Mit dem Fall der Mauer wurde mein Gemeinschaftskunde-Abitur vom gleichen Jahr plötzlich überprüfbar. Denn eine Frage war: “Rechnen Sie mit der Wiedervereinigung und in welchen Zeitraum?” Na, da hatte ich damals locker mit weiteren 30 Jahren deutscher Teilung gerechnet. Und wenn die Wiedervereinigung kommt, dann sah ich das mit einer guten wirtschaftlichen Perspektive verbunden, denn dann gäbe es im Osten neue Märkte und die dortige Industrie bekäme die neuesten Maschinen.

Dass damit auch gleich der Warschauer Pakt, der COMECON und die Sowjetunion zerbröselt, hatte ich nicht vorhergesehen. Überhaupt hatte ich – und viele andere – die Lage in der DDR falsch eingeschätzt. Aber im April 1989, als wir das Abi schrieben, war die Situation auch noch nicht so brisant für die SED. Im Mai hatte die DDR-Führung die Kommunalwahlergebnisse wie üblich optimiert aber diesmal damit einige Empörung in der Bevolkerung ausgelöst. Die existenzgefährdende DDR-Erosion begann in meiner Erinnerung aber erst am 19. August. An dem Tag fand an der Grenze zwischen Österreich und Ungarn das “Paneuropäische Picknick” statt. Und im Vorfeld zu diesem Tag hatte Ungarn seine Grenzbefestigungsanlagen abgebaut. Zirka 600 DDR-Bürger nutzten das Picknick zur Flucht nach Österreich. Und dann kamen die Flüchtlinge in der Prager Botschaft, die Montagsdemonstrationen und die ganze bekannte Geschichte.

Naja, bekannt ist relativ. Ein Gespräch mit einer Kommilitonin (ein blödes Wort) 1993 überrasche mich dann doch, denn sie hatte damals schon vergessen, dass die Mauer am 9. November ’89 gefallen war.

Wenn eine Frage einem zeigt, dass man ja gar nichts zu melden hat

Mal eben Aushilfen suchen

Ein DIN A4-Bogen an der Kasse: Eine große Buchhandlung in der Innenstadt sucht Aushilfen fürs Weihnachtsgeschäft. Die Interessenten sollen sich bei Frau A. bzw. bei Frau B. melden.

Gut, da ich als arbeitsloser Biologe wohl leider die Zeit habe, ich ISBN von ISDN unterscheiden kann und auch mal ein Buch in der Hand gehalten hatte, fragte ich nach. “Ja, wer sind sie denn und was sind Sie denn?” fragte die Kassiererin und holte eine Liste zum sich eintragen raus. Denn der Laden hatte inzwischen festgestellt, dass Frau A. nur halbtags da ist und Frau B. nicht alle paar Minuten für Möchtegernaushilfen ihre Arbeit unterbrechen kann.

Also Name, Adresse, Beruf und Alter angegeben. Dann kam der Klassiker: “Wir rufen sie dann an.” “Aha”, meinte ich “und bis wann?”

Schließlich möchte ich irgendwann ja auch wissen woran ich bin. Die Dame an der Kasse wurde ungehalten und wiederholte die Sätze, die sie bisher gesagt hatte. Denn eine Antwort darauf hatte sie von Frau A. und Frau B. nicht bekommen. Die Idee mit den Aushilfen für Weihnachten war ja schon klasse genug. Das reicht an Organisation für einen Tag.

Und zweitens wurde ihr mit meiner Frage klar, dass hinter der “Mini-Macht”, die sie mit Namensammeln zugeteilt bekommen hat, rein gar nichts steckt.

Die wichtigen Dinge im Leben

28.5.04 – Ein Philosophieprofessor stand vor seinen Studenten und hatte ein paar Dinge vor sich liegen. Als der Unterricht begann, nahm er ein großes Glas und füllte es bis zum Rand mit großen Steinen. Anschließend fragte er seine Studenten, ob das Glas voll sei. Sie stimmten ihm zu. Der Prof. nahm eine Schachtel mit Kieselsteinen, schüttete sie in das Glas und schüttelte es leicht. Die Kieselsteine rollten natürlich in die Zwischenräume der größeren Steine. Dann fragte er seine Studenten erneut, ob das Glas jetzt voll sei. Sie stimmten wieder zu und lachten. Der Prof nahm seinerseits eine Schachtel mit Sand und schüttete ihn in das Glas. Natürlich füllte der Sand die letzten Zwischenräume im Glas aus.

“Nun”, sagte der Prof, “ich möchte, dass ihr erkennt, dass dieses Glas wie euer Leben ist! Die Steine sind die wichtigen Dinge im Leben: Freunde, der Partner, die Familie, eure Gesundheit. Dinge, die – wenn alles andere wegfiele und nur sie übrig blieben – euer Leben immer noch erfüllen würden. Die Kieselsteine sind andere, weniger wichtige Dinge, wie z. B. eure Arbeit, euer Haus oder euer Auto. Der Sand symbolisiert die ganz kleinen Dinge im Leben. Wenn ihr den Sand zuerst in das Glas füllt, bleibt kein Raum für die Kieselsteine oder die großen Steine. So ist es auch in eurem Leben: Wenn ihr alle Energie für die kleinen Dinge aufwendet, habt ihr für die großen keine mehr. Achtet daher auf die wichtigen Dinge. Nehmt euch Zeit für Freunde und den Partner und achtet auf eure Gesundheit. Es wird noch genug Zeit geben für Arbeit, Partys, Internet usw. Achtet zuerst auf die großen Steine – die sind es, die wirklich zählen. Der Rest ist nur Sand.”

Nach dem Unterricht nahm einer der Studenten das Glas mit den großen Steinen, den Kieseln und dem Sand – bei dem mittlerweile sogar der Prof zustimmte, dass es voll war – und schüttete ein Glas Bier hinein. Das Bier füllte den noch verbliebenen Raum im Glas aus; dann war es wirklich voll. Die Moral von der Geschichte: Egal wie erfüllt euer Leben auch ist – es ist immer noch Platz für ein Bier…

Mal wieder “zurück zur Natur”

In seinem Buch “So managt die Natur” entdeckt Matthias Nöllke “die Natur als Vorbild für Management und Karriere und stößt auf viele Spezies, deren Verhalten als Lehrmeister für den Menschen wie geschaffen erscheinen.” So gefunden auf jungekarriere.com.

Da wird wieder versucht etwas durch “zurück zur Natur” zu rechtfertigen. So niedlich (und für den Spezialfall richtig) die Beispiele auch sein werden, so sind sie doch willkürlich gewählt. Warum nicht die Geschlechterstrukturen von Bienen übernehmen? Ein fruchtbares Weibchen – die Königin – sterile Arbeiterinnen, Männchen werden nach der Begattung umgebracht. Ein sehr erfolgreiches Modell, funktioniert schließlich seit 1000en von Jahren. Überhaupt liefern Insektenstaaten interessante gesellschaftliche Alternativen.

Menschliches Verhalten mit Vergleichen aus dem Tierreich zu rechtfertigen ist immer willkürlich.

Fragen sie Dr. Tatjana

“Liebe Dr. Tatjana,mein Freund ist der hübscheste Bärenmaki, den ich je gesehen habe. Er riecht bezaubernd und hat die grazilsten Hände und Füße, die Sie sich vorstellen können. Nur eines befremdet mich an ihm: Können Sie mir erklären, warum sein Penis mit derart riesigen Stacheln besetzt ist?”

Solche Fragen beantwortet Dr. Olivia Judson alias “Dr. Tatjana”. Und man erkennt, dass man Vergleiche, die auf Analogien zwischen Mensch und Tier abzielen, mal besser bleiben lässt. Wer will sich schon zwei Wochen am Stück wie die Stabheuschrecken paaren?

Dr Tatiana’s Sex Advice to All Creation

Zitate

“Ich sehe der Debatte entgegen, wenn John Kerry, ein Held mit einer Brust voller Medaillen, neben George Bush steht, einem Mann, der sich von der Nationalgarde unerlaubt entfernt hatte.”
Terry McAuliffe, Vorsitzender der Demokraten

“Hussein war gefährlich, und ich werde ihn nicht an der Macht lassen und einem Irren vertrauen.”
George W. Bush in einem Interview im Februar 2004

“Nach dieser Doktrin dürfte sich als nächster wohl der nordkoreanische Diktator Kim Jong-il auf einen Besuch amerikanischer GIs freuen.”
Schlussfolgerung des SPIEGELs nach dem obigen Präsidentenzitat.