Fundstücke: Casting-Shows, Videotheken

Es hilft etwas gegen Casting-Shows: Ausschalten. Dann funktioniert das wahre Motto “der Weg ist das Ziel” nämlich nicht mehr.

dwdl.de: ProSieben beendet “Popstars” früher – In der vergangenen Woche markierte die Castingshow mit nur noch 1,22 Millionen Zuschauern insgesamt und einem Marktanteil von gerade mal noch 8,6 Prozent in der werberelevanten Zielgruppe einen traurigen Tiefpunkt weit unter dem ProSieben-Senderschnitt.

Vergangene Woche war ein Echo-Artikel erschienen, in dem Darmstädter Videotheken sich über Umsatzrückgänge durch illegale Internetportale beklagten. Zufällig gibt es nun eine Studie:

Meedia.de: 3,1 Mio. Deutsche saugen illegal Medien – Mehr als ein Drittel aller Deutschen (22,1 Mio.) hat 2011 Medieninhalte online genutzt oder heruntergeladen (…) 3,1 Mio. nutzen dabei ausschließlich illegale Quellen.

Wikipedia: Videothek – Die Zahl der Kunden, die Filme physisch ausleihen, hat sich nach Angaben der GfK in Deutschland von 14,5 Mio. im Jahr 2000 auf 6,9 Mio. im Jahr 2010 halbiert. Seit 2009 gibt es einen Zuwachs im digitalen Leihmarkt (VoD/PpV) auf 1,4 Mio. Kunden in 2010.

Marketing verspielt mal wieder Werte und Gefühle

Zur Zeit steht in der Stadt regemäßig ein Zeltling einer Hilforganisation. Die Mitarbeiter beuten meiner Meinung nach menschliche Werte auf neue Art und Weise aus. Die Mitarbeiter winken freundlich Passanten zu, oder begrüßen sie mit einem freudigen Hallo. Um dann dem, der stehenbleibt eine Mitgliedschaft aufzudrücken.

Eine ehemalige Schulsekretärin war promt darauf reingefallen, weil sie dachte, die junge Dame kenne sie von der Schule. Im ersten Moment denkt man ja so freundliche Gesten sind auch so gemeint – und man überlegt, wer das sein könnte. Tatsächlich aber geht es nur um mein bestes – mein Geld. Naja, Facebook-Freunde sind ja auch nicht unbedingt dass, was man unter Freunden versteht. Und Geschenke sind auch keine Geschenke mehr. Vielleicht gewöhne ich mich ja daran, so wie inzwischen ja klar ist, dass “kostenlos” tatsächlich Probeabo, Flatrate oder Internetabzocke bedeutet.

Diese Akquise finde ich ja sowas von perfide, da mag das Projekt, dass dahinter steckt noch so wohlmeinend sein. Wenn man Agenturen engagiert, die solche Methoden anwenden, kann man bei mir nur verlieren. Wenn man so groß geworden ist, dass man zu solchen Mitteln greifen muss, muss man sich meiner Meinung nach etwas bei seiner Organisation (im doppelten Sinne) überlegen oder mal feststellen: Mehr geht nicht.

Ausgleichender Fleiß

Schön, wenn man im Nachhinein auch mal Recht bekommt. An der Uni war mir immer aufgefallen, dass einige für geniale Wissenschaftler gehalten wurden, die tatsächlich aber “nur” fleißig waren – ist ja auch hilfreich, aber eben nicht genial. Gibt ja auch in anderen Branchen die Sprüche von “10 Prozent Inspiration, 90 Prozent Transpiration”.

Im Rahmen der Sarrazin-Debatte sagt nun

die Intelligenzforscherin Elsbeth Stern im FAZ-Interview: “Intelligenztests geben Auskunft über das geistige Potential einer Person, aber sie sind nur ein Baustein der menschlicher Kompetenz. Für die meisten Anforderungen auch im akademischen Bereich muss man kein Überflieger sein, und ein Weniger an Intelligenz kann durch ein Mehr an Fleiß ausgeglichen werden.”

Wie schön. Und es wird sich dennoch nichts ändern. Genau wie bei der Verwendung von “preiswert” und “billig”.

Niederlande waren schon Weltmeister

Die Niederlande waren schon Fußballweltmeister, zum 49. Mal – in der “Unofficial Football World Champion” (UFWC).

Zählfreudige Fußballfans haben alle Länderspiele seit dem ersten Länderspiel (England – Schottland) ausgewertet und so einen alternativen, inoffiziellen Weltmeister ermittelt. Jedesmal, wenn in einem Länderspiel der amtierende Weltmeister geschlagen wird, wechselt der Titel zum Sieger. 1872 war England Weltmeister (die erste Nationalmannschaft) und als Schottland (die zweite Nationalmannschaft der Welt) irgendwann mal siegte, wurde Schottland Weltmeister. Gewertet werden alle offiziellen Länderspiele, auch Freundschaftsspiele, die der amtierende Weltmeister spielt. Die Niederlande sind seit dem 19. November 2008 Weltmeister, da gewannen sie gegen den UFWC-Weltmeister Schweden.

Bis zum heutigen FIFA-WM-Finale hat die niedlerländische Nationalmannschaft kein Länderspiel verloren. Dieses Reglement führt aber auch dazu, dass beispielsweise Simbabwe oder Angola mal UFWC-Weltmeister waren. Klar, durch die Niederlage jetzt ist nun Spanien FIFA- und UFWC-Weltmeister.

(Und für mich zurecht, denn nach diesem Foul Nigel de Jongs, hatte ich für die Niederlande keine Sympathien mehr.)

Positives zerstören – “Geschenke” von Freemailern

Wie man den Begriff “Geschenk” in den Dreck zerrt, zeigt mir jedes Jahr mein E-Mail-Dienstleister. “Geburtstagsüberraschung” heißt es dann und die Website zeigt nach dem Einloggen ein Päckchen mit Krönchen. Sehr niedlich. “Zu Ihrem Geburtstag haben wir für Sie eine ganz besondere Überraschung vorbereitet”, heißt es weiter. Naja, man ahnt es schon was es sein wird – ist ja jedes verdammte Jahr eine “ganz besondere Überraschung”: Kostenlose Premium-Funktionen. Hui, das das klingt doch toll – ach so, für drei Monate. Och. Diese drei Monate, in denen man die rechtzeitige Kündigung dann vergißt und dann erstmal für viel mehr Monate dabei ist – natürlich gegen Geld.

Sorry Leute, das ist kein Geschenk, das ist ein trojanisches Pferd mit einem Probeabo im Inneren. Das ist auch keine “ganz besondere Überraschung”, das ist immer noch ein Probeabo, wie es jeder angeboten bekommt.

Und damit ist das positiv besetzte Wort “Geburtstagsüberraschung” auch nur noch hässliches Marketinggeschrei. Danke!

Lena Meyer-Deutschlandrut ;-) gewinnt ESC

Andrea und Kristof (und bestimmt ganz viele andere) haben live mitgebloggt. Ich hatte immer zwischen “Star Trek – Der Aufstand” und ESC gezappt und war müde wegen Sonnenbrand, den ich mir ausgerechnet an dem einzigen Tag im Jahr holte, an dem das ging.

Ich muss zugeben, ich hatte vorher “unserem” Eurovision Song Contest-Beitrag 2010 “Satellite” wenig Chancen gegeben. Denn als das Lied bei der Casting-Show zum ersten Mal lief, fand ich es wenig gängig. Und die ESC-Zuschauer hören in der Finalshow die Songs ja wahrscheinlich auch nur zweimal: Das erste und das letzte Mal. Für diese Bedingungen fand ich “Satellite” nicht so doll. Nach seit März gefühlt eine Million Mal im Radio gehört klang “Satellite” gar nicht so schlecht, aber wie gesagt, bei einmal hören…

Und wie sollte sich die Sängerin so präsentieren können wie bei “Ein Star für Oslo“? Da hat sie ja einige Fernsehsendungen Zeit gehabt, sich und ihre Art (“Ich weiß nicht, wo ich hin soll. Ich quatsche einfach noch ein bisschen weiter“) darzustellen?

Aber gut, ich habe mich geirrt. Gestern abend war ich während der Punktevergabe dann doch eingenickt, zu den “Satellite”-Klängen wieder aufgewacht und fragte mich erstmal, mich ob das jetzt bedeutet: “Wir sind Eurovision”?

Also ins Internet geguckt und tatsächlich: Die Geschockte, die rockte.

Aber nun hat die ARD den nächsten ESC an den Hacken:

Zwischen 25 und 30 Millionen soll das norwegische Fernsehen für die Übertragung am Wochenende ausgegeben haben. [Die Kosten, die auf den NDR] zukommen, waren denn auch ein zentrales Thema auf einer Pressekonferenz am Montag […] Angesprochen auf das Kostenproblem musste NDR-Intendant Lutz Marmor freimütig gestehen: “Wir werden das nicht alleine schaffen.”

Sagte ich Herbst?

Nö, es ist September, also ganz klar Adventszeit. Zumindest wenn ich den Gebäckpaletten im Supermarkt sehe.

Dafür – aber nur dafür, jawohl – wäre Sauwetter anstelle 25 Grad Celsius ganz passend. Aber irgendwer wird es kaufen, die Läden werden sich den Stellplatz ja nicht zwei Monate mit unverkäuflichen Zeug vollstellen.

Himalayasalz?

Da hatte ich im Laden Bio-Salami-Aufschnitt in der Hand und begann mit Kaufüberlegungen. Die ich sofort beendete, als ich die Zutat “Himalayasalz” las. Bio und Geschmack sind ja schon Glaubenssache, aber Himalayasalz ist es für mich erst recht.