Niederlande waren schon Weltmeister

Die Niederlande waren schon Fußballweltmeister, zum 49. Mal – in der “Unofficial Football World Champion” (UFWC).

Zählfreudige Fußballfans haben alle Länderspiele seit dem ersten Länderspiel (England – Schottland) ausgewertet und so einen alternativen, inoffiziellen Weltmeister ermittelt. Jedesmal, wenn in einem Länderspiel der amtierende Weltmeister geschlagen wird, wechselt der Titel zum Sieger. 1872 war England Weltmeister (die erste Nationalmannschaft) und als Schottland (die zweite Nationalmannschaft der Welt) irgendwann mal siegte, wurde Schottland Weltmeister. Gewertet werden alle offiziellen Länderspiele, auch Freundschaftsspiele, die der amtierende Weltmeister spielt. Die Niederlande sind seit dem 19. November 2008 Weltmeister, da gewannen sie gegen den UFWC-Weltmeister Schweden.

Bis zum heutigen FIFA-WM-Finale hat die niedlerländische Nationalmannschaft kein Länderspiel verloren. Dieses Reglement führt aber auch dazu, dass beispielsweise Simbabwe oder Angola mal UFWC-Weltmeister waren. Klar, durch die Niederlage jetzt ist nun Spanien FIFA- und UFWC-Weltmeister.

(Und für mich zurecht, denn nach diesem Foul Nigel de Jongs, hatte ich für die Niederlande keine Sympathien mehr.)

Positives zerstören – “Geschenke” von Freemailern

Wie man den Begriff “Geschenk” in den Dreck zerrt, zeigt mir jedes Jahr mein E-Mail-Dienstleister. “Geburtstagsüberraschung” heißt es dann und die Website zeigt nach dem Einloggen ein Päckchen mit Krönchen. Sehr niedlich. “Zu Ihrem Geburtstag haben wir für Sie eine ganz besondere Überraschung vorbereitet”, heißt es weiter. Naja, man ahnt es schon was es sein wird – ist ja jedes verdammte Jahr eine “ganz besondere Überraschung”: Kostenlose Premium-Funktionen. Hui, das das klingt doch toll – ach so, für drei Monate. Och. Diese drei Monate, in denen man die rechtzeitige Kündigung dann vergißt und dann erstmal für viel mehr Monate dabei ist – natürlich gegen Geld.

Sorry Leute, das ist kein Geschenk, das ist ein trojanisches Pferd mit einem Probeabo im Inneren. Das ist auch keine “ganz besondere Überraschung”, das ist immer noch ein Probeabo, wie es jeder angeboten bekommt.

Und damit ist das positiv besetzte Wort “Geburtstagsüberraschung” auch nur noch hässliches Marketinggeschrei. Danke!

Lena Meyer-Deutschlandrut ;-) gewinnt ESC

Andrea und Kristof (und bestimmt ganz viele andere) haben live mitgebloggt. Ich hatte immer zwischen “Star Trek – Der Aufstand” und ESC gezappt und war müde wegen Sonnenbrand, den ich mir ausgerechnet an dem einzigen Tag im Jahr holte, an dem das ging.

Ich muss zugeben, ich hatte vorher “unserem” Eurovision Song Contest-Beitrag 2010 “Satellite” wenig Chancen gegeben. Denn als das Lied bei der Casting-Show zum ersten Mal lief, fand ich es wenig gängig. Und die ESC-Zuschauer hören in der Finalshow die Songs ja wahrscheinlich auch nur zweimal: Das erste und das letzte Mal. Für diese Bedingungen fand ich “Satellite” nicht so doll. Nach seit März gefühlt eine Million Mal im Radio gehört klang “Satellite” gar nicht so schlecht, aber wie gesagt, bei einmal hören…

Und wie sollte sich die Sängerin so präsentieren können wie bei “Ein Star für Oslo“? Da hat sie ja einige Fernsehsendungen Zeit gehabt, sich und ihre Art (“Ich weiß nicht, wo ich hin soll. Ich quatsche einfach noch ein bisschen weiter“) darzustellen?

Aber gut, ich habe mich geirrt. Gestern abend war ich während der Punktevergabe dann doch eingenickt, zu den “Satellite”-Klängen wieder aufgewacht und fragte mich erstmal, mich ob das jetzt bedeutet: “Wir sind Eurovision”?

Also ins Internet geguckt und tatsächlich: Die Geschockte, die rockte.

Aber nun hat die ARD den nächsten ESC an den Hacken:

Zwischen 25 und 30 Millionen soll das norwegische Fernsehen für die Übertragung am Wochenende ausgegeben haben. [Die Kosten, die auf den NDR] zukommen, waren denn auch ein zentrales Thema auf einer Pressekonferenz am Montag […] Angesprochen auf das Kostenproblem musste NDR-Intendant Lutz Marmor freimütig gestehen: “Wir werden das nicht alleine schaffen.”

9. November

Ein junges Blog gibt Gelegenheit an Jahrestagen in seinen Erinnerungen zu schwelgen. Am 9. November 1989 war ein Donnerstag und ich war beim Spieltreff. Als ich nach Hause kam, erzählte mir mein Vater, dass “die Mauer” offen sei. Und im Fernsehen sahen wir die Menschen auf der Krone des Berliner Bauwerks stehen. Was das bedeutet, war damals noch nicht klar.

Bis zu dem Tag stand die Helmut Kohl-Regierung schlecht da: Die Umfragen waren im im Keller. Kohl hatte einen schlecht vorbereiteten “Putschversuch” seiner CDU-Partei”freunde” auf dem Parteitag am 11. September 1989 gerade überstanden. Und die zahlreichen Kohl-Witze dokumentierten, dass der Kanzler eher Fettnäpfchen entgegen schritt als Erfolgen. Aber nach dem 9. November waren von einem auf den anderen Tag die Kohl-Witze ausgestorben. Der letzte in meiner Erinnerung war der mit “Kohl auf der Rolltreppe im Kaufhaus während eines Stromausfalls.” (Den erzählte T.T. auf dem Weg zum Chemie-Hörsaal auf der Lichtwiese.)

Mit dem Fall der Mauer wurde mein Gemeinschaftskunde-Abitur vom gleichen Jahr plötzlich überprüfbar. Denn eine Frage war: “Rechnen Sie mit der Wiedervereinigung und in welchen Zeitraum?” Na, da hatte ich damals locker mit weiteren 30 Jahren deutscher Teilung gerechnet. Und wenn die Wiedervereinigung kommt, dann sah ich das mit einer guten wirtschaftlichen Perspektive verbunden, denn dann gäbe es im Osten neue Märkte und die dortige Industrie bekäme die neuesten Maschinen.

Dass damit auch gleich der Warschauer Pakt, der COMECON und die Sowjetunion zerbröselt, hatte ich nicht vorhergesehen. Überhaupt hatte ich – und viele andere – die Lage in der DDR falsch eingeschätzt. Aber im April 1989, als wir das Abi schrieben, war die Situation auch noch nicht so brisant für die SED. Im Mai hatte die DDR-Führung die Kommunalwahlergebnisse wie üblich optimiert aber diesmal damit einige Empörung in der Bevolkerung ausgelöst. Die existenzgefährdende DDR-Erosion begann in meiner Erinnerung aber erst am 19. August. An dem Tag fand an der Grenze zwischen Österreich und Ungarn das “Paneuropäische Picknick” statt. Und im Vorfeld zu diesem Tag hatte Ungarn seine Grenzbefestigungsanlagen abgebaut. Zirka 600 DDR-Bürger nutzten das Picknick zur Flucht nach Österreich. Und dann kamen die Flüchtlinge in der Prager Botschaft, die Montagsdemonstrationen und die ganze bekannte Geschichte.

Naja, bekannt ist relativ. Ein Gespräch mit einer Kommilitonin (ein blödes Wort) 1993 überrasche mich dann doch, denn sie hatte damals schon vergessen, dass die Mauer am 9. November ’89 gefallen war.

Wenn eine Frage einem zeigt, dass man ja gar nichts zu melden hat

Mal eben Aushilfen suchen

Ein DIN A4-Bogen an der Kasse: Eine große Buchhandlung in der Innenstadt sucht Aushilfen fürs Weihnachtsgeschäft. Die Interessenten sollen sich bei Frau A. bzw. bei Frau B. melden.

Gut, da ich als arbeitsloser Biologe wohl leider die Zeit habe, ich ISBN von ISDN unterscheiden kann und auch mal ein Buch in der Hand gehalten hatte, fragte ich nach. “Ja, wer sind sie denn und was sind Sie denn?” fragte die Kassiererin und holte eine Liste zum sich eintragen raus. Denn der Laden hatte inzwischen festgestellt, dass Frau A. nur halbtags da ist und Frau B. nicht alle paar Minuten für Möchtegernaushilfen ihre Arbeit unterbrechen kann.

Also Name, Adresse, Beruf und Alter angegeben. Dann kam der Klassiker: “Wir rufen sie dann an.” “Aha”, meinte ich “und bis wann?”

Schließlich möchte ich irgendwann ja auch wissen woran ich bin. Die Dame an der Kasse wurde ungehalten und wiederholte die Sätze, die sie bisher gesagt hatte. Denn eine Antwort darauf hatte sie von Frau A. und Frau B. nicht bekommen. Die Idee mit den Aushilfen für Weihnachten war ja schon klasse genug. Das reicht an Organisation für einen Tag.

Und zweitens wurde ihr mit meiner Frage klar, dass hinter der “Mini-Macht”, die sie mit Namensammeln zugeteilt bekommen hat, rein gar nichts steckt.

SIM Schleswig-Holstein: Lebensland

Gestern entdeckte ich das Spiel Lebensland (https://www.soft-ware.net/lebensland). Ein Java-Spiel, das Politik in Schleswig-Holstein simuliert. Man kann Straßen- und Schienennetze ausbauen, Steuern einstellen, Schwerpunkte bei Gewerbe- und Wohngebieten setzen, Stromver- und Müllentsorgung regeln und wenn man mag Atomkraftwerke stilllegen.

Das Spiel ist ganz ordentlich gemacht, nur, dass man kaum aus der Staatsverschuldung rauskommt, da ja jede Maßnahme Geld kostet, man aber eigentlich keines hat. Es gibt wohl ganz gut die indirekten Einflussmöglichkeiten der Regierung auf die Wirtschaft wieder.

Dennoch habe ich mal losregiert und auf alle gemeldeten Probleme der Gemeinden bei Müll, Verkehr und Verschuldung reagiert. Ergebnis: Nach ein paar Jahren waren die Wähler unzufrieden und ich wurde abgewählt. Was ich nämlich nicht in Griff bekam, war die Arbeitslosigkeit und das wirtschaftliche Klima. Das war immer schlecht. Aber wegen der Schulden konnte ich die Gewerbesteuer nicht senken. Aber irgendwann war es egal: Ich drückte die Gewerbesteuer in allen Gemeinden von ca. 15% auf 0%. Ab da war die Wirtschaft begeistert und auch die Arbeitslosenzahlen gingen runter. Leider fraßen die Infrastrukturmaßnahmen den Staatshaushalt auf. Windräder, Müllverbrennungen, intelligente Verkehrssysteme und Nahverkehrsinvestitionen ließen einen nicht von den Schulden runter kommen. Erhöhunges des Strompreises um einen Cent brachte die Wiederwahl in Gefahr.

Also habe ich beim dritten Regierungsversuch nichts gemacht, gar nichts, ausser die Gewerbesteuer landesweit auf Null zu senken und die Füße hochzulegen. Und siehe da, der Laden lief. Ich ignoriere die Alarmmeldungen der Berater und die Arbeitslosigkeit sank, die Wirtschaft brummte, die Umweltverschmutzung hielt sich im Rahmen, das Volk war zufrieden- und im Jahr Zweitausendpaarundzwanzig war sogar der Haushalt im Plus.

Leider führte dann die Erhöhung der Gewerbesteuern in einigen Gemeinden um 1% gleich wieder zu einer beleidigten Wirtschaft, so dass ich diese Maßnahmen gleich zurücknehmen musste. Auch die Strompreiserhöhung von 15 auf 16 Cent mochten die Wähler nicht. Also alles gelassen wie es war. Ich minimierte dann das Fenster, um was anderes zu machen. Im Jahr 2038 (Start war 2005) war ich dann abgewählt worden Naja, dafür, dass ich vorher über den Bildschirm hetzte, um Autobahnen auszubauen, Mautstellen zu errichten, Müllverbrennungsanlagen zu bauen etc. war es ein lockeres Regieren.So lange war ich vorher nie im Amt.

Fazit: Wenn man sich reinkniet und die Probleme anpackt verbraucht man nur Geld. Einfach die Gewerbesteuer auf Null und alles andere bloß nicht anfassen. Dann Füße hoch und 33 Jahre regieren. Alternative Energien, Atomkraftwerke abschalten und Müllrecycling oder gar Nachhaltigkeit? Alles überflüssiger Schnickschnack.

Wäre ja alles kein Problem, wenn das Spiel nicht vom Schlewig-Holsteinischen Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Landwirtschaft wäre und der Minister Klaus Müller nicht von Bündnis 90/Die Grünen wäre.

Die wichtigen Dinge im Leben

28.5.04 – Ein Philosophieprofessor stand vor seinen Studenten und hatte ein paar Dinge vor sich liegen. Als der Unterricht begann, nahm er ein großes Glas und füllte es bis zum Rand mit großen Steinen. Anschließend fragte er seine Studenten, ob das Glas voll sei. Sie stimmten ihm zu. Der Prof. nahm eine Schachtel mit Kieselsteinen, schüttete sie in das Glas und schüttelte es leicht. Die Kieselsteine rollten natürlich in die Zwischenräume der größeren Steine. Dann fragte er seine Studenten erneut, ob das Glas jetzt voll sei. Sie stimmten wieder zu und lachten. Der Prof nahm seinerseits eine Schachtel mit Sand und schüttete ihn in das Glas. Natürlich füllte der Sand die letzten Zwischenräume im Glas aus.

“Nun”, sagte der Prof, “ich möchte, dass ihr erkennt, dass dieses Glas wie euer Leben ist! Die Steine sind die wichtigen Dinge im Leben: Freunde, der Partner, die Familie, eure Gesundheit. Dinge, die – wenn alles andere wegfiele und nur sie übrig blieben – euer Leben immer noch erfüllen würden. Die Kieselsteine sind andere, weniger wichtige Dinge, wie z. B. eure Arbeit, euer Haus oder euer Auto. Der Sand symbolisiert die ganz kleinen Dinge im Leben. Wenn ihr den Sand zuerst in das Glas füllt, bleibt kein Raum für die Kieselsteine oder die großen Steine. So ist es auch in eurem Leben: Wenn ihr alle Energie für die kleinen Dinge aufwendet, habt ihr für die großen keine mehr. Achtet daher auf die wichtigen Dinge. Nehmt euch Zeit für Freunde und den Partner und achtet auf eure Gesundheit. Es wird noch genug Zeit geben für Arbeit, Partys, Internet usw. Achtet zuerst auf die großen Steine – die sind es, die wirklich zählen. Der Rest ist nur Sand.”

Nach dem Unterricht nahm einer der Studenten das Glas mit den großen Steinen, den Kieseln und dem Sand – bei dem mittlerweile sogar der Prof zustimmte, dass es voll war – und schüttete ein Glas Bier hinein. Das Bier füllte den noch verbliebenen Raum im Glas aus; dann war es wirklich voll. Die Moral von der Geschichte: Egal wie erfüllt euer Leben auch ist – es ist immer noch Platz für ein Bier…

Mal wieder “zurück zur Natur”

In seinem Buch “So managt die Natur” entdeckt Matthias Nöllke “die Natur als Vorbild für Management und Karriere und stößt auf viele Spezies, deren Verhalten als Lehrmeister für den Menschen wie geschaffen erscheinen.” So gefunden auf jungekarriere.com.

Da wird wieder versucht etwas durch “zurück zur Natur” zu rechtfertigen. So niedlich (und für den Spezialfall richtig) die Beispiele auch sein werden, so sind sie doch willkürlich gewählt. Warum nicht die Geschlechterstrukturen von Bienen übernehmen? Ein fruchtbares Weibchen – die Königin – sterile Arbeiterinnen, Männchen werden nach der Begattung umgebracht. Ein sehr erfolgreiches Modell, funktioniert schließlich seit 1000en von Jahren. Überhaupt liefern Insektenstaaten interessante gesellschaftliche Alternativen.

Menschliches Verhalten mit Vergleichen aus dem Tierreich zu rechtfertigen ist immer willkürlich.

Fragen sie Dr. Tatjana

“Liebe Dr. Tatjana,mein Freund ist der hübscheste Bärenmaki, den ich je gesehen habe. Er riecht bezaubernd und hat die grazilsten Hände und Füße, die Sie sich vorstellen können. Nur eines befremdet mich an ihm: Können Sie mir erklären, warum sein Penis mit derart riesigen Stacheln besetzt ist?”

Solche Fragen beantwortet Dr. Olivia Judson alias “Dr. Tatjana”. Und man erkennt, dass man Vergleiche, die auf Analogien zwischen Mensch und Tier abzielen, mal besser bleiben lässt. Wer will sich schon zwei Wochen am Stück wie die Stabheuschrecken paaren?

Dr Tatiana’s Sex Advice to All Creation