Missbrauch im Odenwald – dritter Verhandlungstag


Beim Prozess um sexuellen Kindesmissbrauch im Odenwald wurde nun die zweite Enkelin befragt. Und da es keinen Antrag gab, war die Öffentlichkeit nicht ausgeschlossen. Das Mädchen wurde vernommen, weil es in späteren Aussagen, seinen Großvater schwerer belastet hatte, als angeklagt.

Echo online: Im Odenwälder Missbrauchsprozess sagt eine Enkelin aus (€)

Echo online: „Mein Sohn stellte mir ein Ultimatum“ (€)

Echo online: Großvater aus dem Odenwaldkreis soll Enkelinnen missbraucht haben

Haft- oder Bewährungsstrafe für Entführung und Erpressung


Es gibt Straftaten, da ist man gleich von Null auf Hundert in der Kriminalität. Klar, bei Mord weiß man das. Aber auch bei räuberischer Erpressung oder erpresserischen Menschenraub sind eigentlich keine Bewährungsstrafen vorgesehen, egal wie straffrei man bisher war. Eigentlich? Ja, es gibt eine Chance, wenn man seine Tat zu einem minderschweren Fall machen kann. Und darum ging es gestern im Landgericht, am Freitag, den 13.

Echo online: Für den Reinheimer Mandanten des Rechtsanwalts Manfred Döring geht es um Haft- oder Bewährungsstrafe

Geständiger Großvater

Die Woche war ja für mich geprägt von drei Gerichtsterminen, die aus verschiedenen Gründen ausfielen. Und dann kam noch ein halber Ausfall dazu, denn beim vierten Termin in dieser Woche wurde die Öffentlichkeit von der Einlassung des Angeklagten ausgeschlossen. Allerdings sagten dann die Schwiegertöchter des Angeklagten (gegen ihn) aus und da durfte man wieder dabei sein.

Echo online: Großvater aus dem Odenwaldkreis soll Enkelinnen missbraucht haben

Tödlicher Cityring-Unfall. Kein Urteil, dafür ein Strafbefehl

Ein weißes “Ghostbike” steht an der Stelle, wo eine Frau bei einem Autounfall auf dem Darmstädter Cityring tödlich verletzt wurde. Meiner Meinung nach erweckt das Ghostbike hier aber einen falschen Eindruck. Denn die Radfahrerin war zu dem Zeitpunkt eine Fußgängerin, die das Rad schob, um über die Straße zu gehen.

Da stehe ich im Amtsgericht und auf dem Aushang vor Saal 8 steht „Termin aufgehoben“ – und ich stehe etwas blöde da. Denn das bedeutet herumfragen, was mit dem ausgefallenen Prozess nun ist. Denn es geht ja um einen Fall, der in Darmstadt einige Wellen geschlagen hatte. Auf dem Cityring war am 6.2.2019 eine Frau, die ihr Fahrrad auf der Höhe Pädadogstraße über die Straße schob, von einem Autofahrer erfasst und tödlich verletzt worden. Inzwischen gilt dort auf der Kirchstraße Tempo 30. Die Strecke ist auch als problematisch beschrieben, weil dort laufend Fußgänger den Cityring queren, obwohl 50 Meter nördlich und 40 Meter südlich Unterführungen sind.

Zurück zu meiner Recherche zum ausgefallenen Prozess, die sich schnell liest aber wegen Erreichparkeitsproblemen länger dauerte: Zuerst telefoniere ich mit dem Verteidiger, der mich immerhin grundsätzlich aufklären kann, warum keiner da ist: Weil man den Strafbefehl nun akzeptiert habe. Mehr sagt er aber nicht. Also die Staatsanwaltschaft fragen, die schreibt ja die Strafbefehle. Da werde ich erstmal ans Amtsgericht verwiesen. Dort erfahre ich zwar die Details zum Strafbefehl an sich, werde aber wegen der konkreten Sache wieder an die Staatsanwaltschaft verwiesen. Wo man mir dann ein anderer Staatsanwalt genaueres mitteilen kann.

Echo online: Bewährungsstrafe für Unfallfahrer wegen fahrlässiger Tötung

Menschenraub und Erpressung in Ober-Ramstadt

Im Landgerichtsprozess um Menschenraub und Erpressung in Ober-Ramstadt hatten zwei Abgeklagte vor einer Woche behauptet, dass der Geschädigte ihnen Geld geschuldet habe. Wie sich gestern am zweiten Verhandlunsgtag herausstellte, stimmte das sogar. Der Geschädigte, der am ersten Tag trotz Ladung nicht im Gericht erscheinen und nicht erreichbar war, war nun da.

Echo online: Prozess um Menschenraub und Erpressung in Ober-Ramstadt (€)

Schüsse auf den Kopf der Freundin – Prozessbeginn vor dem Landgericht Hanau

Ich war heute im Landgericht Hanau. Irgendwie sieht das Gebäude dem Alten Darmstädter Landgericht ähnlich finde ich. Aber in Hanau gibt es Presseplätze. Mit Tisch.

sueddeutsche.de (dpa): Freundin in Kopf geschossen: Angeklagter schweigt vorm Landgericht Hanau

Der Fall gehört wahrscheinlich zu einem leider häufigen Gewaltmuster von Männern gegenüber ihren Partnerinnen. Eine Eskalationsabfolge, die mit Kontrolle beginnt, mit Gewalt weitergeht und einer getöteten Frau endet. Ich sehe da auch nicht, dass das mit der Herkunft zu tun hat. Als ich die Fallbeschreibung las, kam mir nicht der Gedanke, dass der Mann kein Deutscher ist.

spiegel.de: Vom Liebesschwur zum Mord – wie Risikobeziehungen eskalieren – Eine britische Forscherin geht davon aus, dass es Männer gibt, die aus Angst vor Kontrollverlust am Ende sogar morden – aber das es erkennbare Eskalationsstufen gibt.

Nur ist das meiner Meinung nach keine Verschwörung unter Männern (weswegen mir der Begriff Femizid nicht gefällt, weil er ähnlich wie Genozid klingt, wozu aber auch die von Deutschen in der NS-Zeit durchgeplanten Massenmorde gehören), sondern jedes Mal eine einzelne, für die Frau fatale Entwicklung.

Ich weiß nur nicht, wie man da vorher ansetzen kann. In die Schulen gehen und den jugendlichen Jungs sagen, dass sie aufpassen müssen, dass sie nicht zu Tätern werden, weil sie eventuell nicht damit zurecht kommen, dass eine Freundin sie irgendwann – warum und unter welchen Umständen auch immer – verlassen hat?

Verdacht auf versuchten Totschlag in Weiterstadt, zweiter Verhandlungstag

Frühling vorm Landgericht, hinten rechts die Justizia.

Im Sommer 2019 hatte ein junger Mann aus Büttelborn einen 37 Jahre alten Weiterstädter mit Messern angegriffen. Er glaubte, dass der Weiterstädter der neue Freund seiner Ex-Freundin ist und konnte das nicht mehr ertragen. Die Freundin hatte unter anderem mit dem Büttelborner Schluss gemacht. Sie schilderte, dass er ihr Vorschriften gemacht und ihr Handy kontrolliert habe (was bei anderen Fällen sich gefährlich für die Frau entwickeln kann. Spiegel: Vom Liebesschwur zum Mord – wie Risikobeziehungen eskalieren)

Echo online: „Der Boden war voller Blut“ (€)

Echo online: 24-jähriger Büttelborner wegen versuchten Totschlags vor Gericht

Voodoo und Zwangsprostitution: Urteil

Das Justizia-Ensemble auf dem Darmstädter Justizpalast. Bei blauem Himmel und Morgensonne. Davor sind kahle Bäume, denn es ist ja Winter.Am 5. Verhandlungstag, vor einer Woche, gab es eine gute Nachricht für die Angeklagten. Drei der vier angeklagten Zwangsprostitutionsfälle wurden eingestellt. Am 6. Verhandlungstag sah es dennoch anders aus.

Echo online: Glaubwürdige Aussage der Geschädigten

Und um mal die Dimensionen zu zeigen, was die Schlepper von den Frauen in Nigeria forderten: 25.000 Euro bis 45.000 Euro für einen echten falschen Pass (also ein Dokument von einem korrupten Behördenmitarbeiter sowie den Transport nach Deutschland. Was in einem Fall auch keine nette Reise war, sondern ein Transport nach Libyen und nach Italien ging es mit einem Boot übers Mittelmeer.

Ein Flug von Lagos nach Frankfurt, mit Lufthansa, kostet zwischen 900 und 1000 Euro.

„Mit der Abmahnung ist das so eine Sache.“

Der gemeinsame Eingang des Landessozialgerichts, Sozialgerichts und Arbeitsgerichts am Steubenplatz.

Drei Gerichte in einem Bau: Landessozialgericht, Sozialgericht und Arbeitsgericht am Steubenplatz.

Es gibt in Darmstadt ja noch andere Gerichte als das Land- und Amtsgericht.

Und da hatte am Montag ein Arbeitsrichter für zwei Mitarbeiter der Heppenheimer Vitosklinik eine gute und eine schlechte Prognose:

Echo online: Mitarbeiter und Geschäftsführung der Vitos-Klinik Heppenheim vor dem Arbeitsgericht (€)