Voodoo-Flüche aufgehoben

Zeugen erinnern sich manchmal schlecht und manchmal sogar falsch. Wenn sie aber erst jemanden im Saal nicht erkennen, aber dann auf einem Foto, dann ist das schon merkwürdig. Und wenn dann auch noch Aberglaube wie Voodoo im Spiel ist, wird es schwierig.

Echo online: Komplizierte Suche nach der Wahrheit

Im Artikel schreibe ich, dass 2018 ein König nigerianische Voodoo-Flüche aufgehoben hat, dazu ein Link:

Reuters: Nigerian traditional leader revokes voodoo curses placed on trafficking victims

Anklage: Mit Voodoo eingeschüchtert und in die Zwangsprostitution getrieben

Vor dem Landgericht Darmstadt hat ein Prozess gegen ein Ehepaar begonnen, das als Teil einer Bande junge, nigerianische Frauen in die Zwangsprostitution getrieben haben soll.

Echo online: Nigerianische Frauen mit Vodoo unter Druck gesetzt?

Jetzt mag man hier belächeln, dass sich Leute von Voodoo angeblich beeindrucken ließen, aber Vorsicht. Hier in Deutschland sagen Leute, irgendeine alternativmedizinische Methode habe ihnen geholfen …

Lebenslang für Mord aus niedrigen Beweggründen

Sehr merkwürdig muss es am 3. Januar 2019 in der Polizeistation Pfungstadt gewesen sein. Ein Mann erklärte den Polizisten, dass in seiner Eberstädter Wohnung eine zerstückelte Frau sei. Er erklärte später, dass er es war, der seine Freundin zerstückelt habe. Aber er behauptete von Anfang an sie nicht getötet zu haben. Er will die Leiche nur deswegen zerlegt haben, damit er sie verschwinden lassen kann und er nicht zu unrecht beschuldigt wird.

Eine Version, die aber die Ermittlungen und die Rechtsmedizin nicht bestätigen konnten. Heute wurde das Urteil verkündet.

sueddeutsche.de (dpa): Freundin erwürgt und zerstückelt: Lebenslange Haft

Plädoyers unterbrochen

Eigentlich sollten am Mittwoch im Darmstädter Landgericht die Plädoyers im Totschlagsprozess um die zerstückelte Frauenleiche von Darmstadt-Eberstadt gehalten werden. Aber dann wurde die Hauptverhandlung nach dem Schlussvortrag der Staatsanwältin wieder eröffnet, das Gericht gab einen rechtlichen Hinweis und die restlichen Plädoyers wurden vertagt.

FAZ (dpa): 13 Jahre Haft wegen zerstückelter Leiche gefordert

Tod einer Polizistin auf der B44 – Berufungsverhandlung

Blaulichter blinken, es ist dunkel. Nach einem Wildunfall sichern eine Polizistin und ihr Kollege die Unfallstelle auf der Bundesstraße 44 ab. Ein Mörfelden-Walldorfer kommt mit seinem Ford Cugar aber auf den Seitenstreifen, erfasst mit seinem Auto die 25-jährige Beamtin und verletzt sie tödlich. Das war am 18. Dezember 2017.

Das Amtsgericht Groß-Gerau verurteilte den 64 Jahre alten Fahrer wegen fahrlässiger Tötung zu einer Bewährungsstrafe. Heute war die Berufungsverhandlung vor dem Darmstädter Landgericht. Aber der Vorsitzende Richter machte deutlich, dass der Angeklagte vor dem Amtsgericht gut weggekommen war.

sueddeutsche.de (dpa): Urteil nach Tod von Polizistin rechtskräftig

Brandstiftung, Automatensprengung, Diebstahl und Freiheitsberaubung

Im Endeffekt waren es die Fahrraddiebstähle des Angeklagten im Sommer 2018, die zu einem Riesenschaden in Höhe von einer halben Million Euro führten.

Denn um die Fahrräder “bearbeiten” zu können, hatte der junge Mann im Keller des Hauses eine Fahrradwerkstatt eingerichtet, was aber einen seiner Nachbarn ziemlich störte. Regelmäßig gab es Stress und irgendwann zündete der Angeklagte das Auto des Nachbarn in der Tiefgarage an. Was aber weiter reichende Folgen hatte. Bei dem Brand waren die Berufsfeuerwehr, die Freiwillige Feuerwehr Arheilgen und die Freiwillige Feuerwehr Griesheim im Einsatz. Es wurden 35 Autos beschädigt oder zerstört und die Tiefgaage war danach wegen Einsturzgefahr erstmal gesperrt. Allein der Sachschaden am Bauwerk liegt bei rund 500.000 Euro, dazu kommen noch die Schäden an den Autos.

Echo online: Das Landgericht Darmstadt verurteilt einen 24-Jährigen wegen Brandstiftung, Automatensprengung, Diebstahl und Freiheitsberaubung

Echo online, 31.7.2019: Mercedes war Ausgangspunkt für das Inferno in der Tiefgarage

Echo online, 10.7.2019: Erst mit Gas, dann mit der Flex

Urteil im „Fuchsbuckelprozess“

Am 13. Verhandlungstag wurde im „Fuchsbuckelprozess“ das Urteil verkündet.

Echo online: 19 Jahre alter Autofahrer aus Groß-Bieberau wegen Mordes verurteilt (€)

Westdeutsche Zeitung: Düsseldorferin bei Unfall getötet – Fahrer wegen Mordes verurteilt

Damit schreibt das Landgericht Darmstadt unter Umständen auch Rechtsgeschichte, denn die Tat war ja keine direkte oder persönliche Attacke des Angeklagten auf sein Opfer, sondern eine Kollision auf dem Autobahnparkplatz „Fuchsbuckel“. Die passierte, als der führerscheinlose Angeklagte auf der Flucht vor zwei Polizeistreifen war.

Mein Eindruck war ja, dass er an dem 30. Dezember 2018 gegen 17.30 Uhr auch auf einer Art Flucht vor seiner Situation war. Mit seiner Mutter und seinem Stiefvater hatte er üblen Krach, weil er Schmuck der Mutter gestohlen und versetzt hat – um Geld für Geschenke, Zigaretten und Benzin zu haben. Er hatte drei Ausbildungen angefangen aber nicht beendet und war am 23. Dezember 2018 von einer Polizeistreife beim Fahren ohne Führerschein erwischt worden. Da er zuhause rausgeflogen war, übernachtet bei Freunden hier und da. Einmal stand er auch bei einer Freundin vor der Haustür, wurde aber weggeschickt.

Bemerkswert fand ich einen Satz des Richters, der zeigte, dass der Angeklagtes vieles in seiner Hand hatte, aber sich nicht um die Warnungen gekümmert habe: „Sie hatten den ganzen Tag Zeit, Busverbindungen rauszusuchen“, hatte der Richter dem Angeklagten vorgehalten, der ja am 30. Dezember ohne Ausbildungsplatz war und Zeit genug hatte bis zum Abend bei der Freundin zu sein. Und dass sein 17 Jahre alter, für 100 Euro gekaufte, Ford Focus keine Zulassung, keine Autonummer und er keinen Führerschein hatte, wusste er ja auch. Und dass man erwischt werden kann, war ihm auch seit dem 23. Dezember klar.

Großostheimer wegen versuchten Mord und Körperverletzungen vor Gericht

Eine Frau wacht auf. Weil ihr Ex-Freund auf ihr sitzt und sie würgt. Aber sie kann ihm noch zeigen, dass die den Schmuck trägt, den er ihr mal geschenkt hatte. Daraufhin lässt er ab. Soweit die Anklage der Staatsanwaltschaft.

„Ich glaube, dass er besitzen möchte“, sagt im Darmstädter Landgericht, als der Vorsitzende Richter sie fragt, ob der Angeklagte aus Großostheim sie geliebt habe.

Der Angeklagte schildert den Würgeangriff etwas anders. Er habe seine Hand auf die Brust der Frau gelegt, um sie aufzuwecken.

Seit vergangener Woche steht der Mann, der alkoholabhängig ist, vor dem Landgericht, ihm werden zwei Körperverletzungen an der Breubergerin und ein versuchter Mord an einem Taxifahrer vorgeworfen. Den Taxifahrer attackierte der Angeklagte, als er – nachts um 0.40 Uhr – zu der Breubergerin wollte.

Echo online, 26.10.2019: Steuerungsfähig trotz Alkohols (€)

Echo online, 24.10.2019: Mit Gewalt zurück zur Ex-Freundin (€)

Echo online, 23.10.2019: Alkohol und Medikamente machen Angeklagten aggressiv (€)

Echo online, 17.10.2019: Versuchter Mord, Körperverletzungen und Bedrohungen angeklagt (€)

Schwarzarbeit

Bei einem Strafprozess kommen ja auch mal Dinge an Licht, die überhaupt nichts mit der Tat zu tun haben. Neulich kam bei einer Zeugenaussage raus, dass ein Arbeitgeber einen Teil des Gehalts nicht überweist, sondern in Briefumschlägen bar ausbezahlt. Ok. Nun, legt das natürlich nahe, dass das Geld für die Überstunden an Finanzamt und Sozialversicherungen vorbei ausbezahlt wurde und die Überstunden in dem Laden somit Schwarzarbeit waren. “Heiße Umschläge” also.

Schwarzarbeit ist aber auch etwas, auf das man sich nicht einlassen sollte. Nicht weil es verboten ist. Sondern, weil man Löhne aus Schwarzarbeit nicht einklagen kann, das hat 2014 der BGH entschieden. Und 2013 sagte der BGH, dass der Auftraggeber bei Schwarzarbeit keinen Anspruch auf Gewährleistung hat.

Raub geht leicht und wird hart bestraft


Eine Straftat, die man relativ leicht begehen kann,ist der Raub. Jemanden bedrohen, damit der was rausrückt. Groß planen muss man da nicht und eine Waffe ist auch schnell gefunden.

Aber mit keiner Tat kommt man meiner Meinung nach (ich bin kein Jurist) strafrechtlich so leicht von 0 auf 100. Denn die Mindeststrafe für schweren Raub liegt für einen Erwachsenen bei fünf Jahren Freiheitsstrafe. Davon runter zu kommen und durch Strafrahmenverschiebungen in den bewährungsfähigen Bereich (maximal zwei Jahre Haft) zu kommen, ist schwierig. Auch als Ersttäter. Und daher:

Echo online: Fünf Jahre Haft für Raubüberfall auf “Jamy’s Burger” (€)