Insolvenz und Totschlag in Offenbach

Zweimal Offenbach gestern im Darmstädter Landgericht. Vor der Wirtschaftskammer die Insolvenzverschleppung von 2013 bei der Kickers Offenbach GmbH und vorm Schwurgericht die Frage ob ein Tötungsdeliki in einer Offenbacher Bar Mord oder Totschlag war.

Offenbach Post (dpa): „Kickers Offenbach GmbH von Anfang an insolvent

Frankfurter Neue Presse (dpa): Zehn Jahre Haft für tödliche Messerstiche in Offenbach

Ein Todschlag, drei Einlassungen, zwei Protestaktionen

Vor einem Jahr und zwei Tagen wurde im Faulbruch bei Münster im Landkreis Darmstadt-Dieburg eine Frauenleiche gefunden. Der mögliche Täter war schon festgenommen worden. Gestern wurde der Mann nun wegen Totschlag zu zwölf Jahren Haft verurteilt.

Echo online: Totschlag, zwölf Jahre Haft

So. Und jetzt erwähne ich noch, dass der Angeklagte Kurde war und es während des Prozesses zwei Protestaktionen gab. Nein, natürlich nicht von AfD & Co., die Getötete war doch auch eine Kurdin. Nein, kurdische Frauengruppen hatten zweimal gegen die patriachialischen Strukturen protestiert, die Männer immer davonkommenlassen würden.

Und so wird es nächste Woche auch laufen. Dann ist ein Mord in einer Offenbacher Kneipe angeklagt. Da schenkt vor dem Gericht auch keiner blaue Fahnen mit roten Haken. Der Täter stammt aus Bosnien-Herzegowina und das Opfer war aus Serbien.

Zwölf Jahre Haft nach acht Jahren auf der Flucht

OP-Online (dpa): Zwölf Jahre Haft nach Mordversuch in Offenbach

Die Verletzungen stammten nach dem rechtsmedizinischen Gutachten von einem großen Messer, beispielweise einer Machete, da auch Knochen gebrochen waren. Der Angeklagte hatte von einem Klappmesser gesprochen und erklärt, vorher insgesamt etwa einen Liter Wodka und Whiskey getrunken zu haben.

Dazu sagte selbst die Verteidigerin: “Im Rahmen einer Einlassung wird das Tatwerkzeug immer kleiner und die getrunkene Alkoholmenge immer größer.”

Und der Rechtsmediziner, der ausgerechnet hatte, dass der Angeklagte auf 2,8 bis 4,4 Promille gehabt haben muss, sagte: “Diese Trinkmenge kriegen sie eigentlich nur als Schwerstalkoholiker rein.” Der Alkohol spielte auch keine große Rolle beim Urteil.

Der Angeklagte war nach der Tat im Jahr 2009 geflohen und Ende 2017 bei der Einreise nach Deutschland festgenommen worden.

Nach neun Jahren wegen Mordversuchs vor Gericht

Fast tödlich hätte am 1. Mai 2009 ein Konzertbesuch in Offenbach für einen heute 40 Jahre alten afghanischstämmigen Ingenieur geendet. Der Dietzenbacher war in einer Pause auf einem Parkplatz vor dem Veranstaltungsort niedergestochen und lebensgefährlich verletzt worden. Der damals als Täter benannte Mann war bis Ende 2017 in Tschechien und Frankreich untergetaucht und steht jetzt vor dem Darmstädter Landgericht.

Echo online: Mann in Offenbach niedergestochen

Tierquälerei vor dem Amtsgericht

Echo online: Prozess wegen Tierquälerei eingestellt

Da es eine Geldauflage nach § 154a StGB gab, ist die Angeklagte nicht verurteilt. Fürs Schreiben find eich das immer etwas unglücklich, weil das Gericht dann ja auch keinen Sachverhalt aus den Beweismitteln herausdestilliert. Da stehen dann gerne die eine Version und die andere wie es zu der Tat gekommen war im Raum.

Student der TU-Darmstadt muss wegen Täuschungsversuchs 1500 Euro Geldauflage zahlen

Justizia im Sommer auf dem Darmstädter Justizzentrum am Mathildenplatz.

Das war so ein typischer Fall fürs Amtsgericht. Ein Student wollte vor einer Klausur an die Fragen kommen. Dazu hatte ein Drogenabhängiger versucht, die Klausur zu stehlen (und war dafür auch zu vier Monaten auf Bewährung verurteilt worden).

Für die Staatsanwaltschaft war der Student der Anstifter zu der Tat und klagte deswegen Anstiftung zum Diebstahl an.

Echo online: TU-Student wollte vorab Blick auf Klausuraufgaben werfen

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Mal was neues für mich: Prozess im Alten Darmstädter Landgericht

Das Alte Landgericht am Darmstädter Mathildenplatz.

Heute (und gestern) war ich mal im Alten Landgericht. Das Gebäude aus dem 19. Jahrhundert ist ja ein schönes Fotomotiv, aber die meisten Prozesse bei denen ich bin, sind Strafverfahren und die sind im Neubau (der wäre auf der linken Seite im Bild, ist aber nicht zu sehen).

Westdeutsche Zeitung (via dpa): Gericht weist Klage zurück – Kein EM-Doppelstart von Pflieger

Das war ein Zivilverfahren, der Athlet klagte gegen den Deutschen Leichtathletikverband (DLV), der ja in Darmstadt seinen Sitz hat. Die mündliche Verhandlung war gestern – im Büro des Richters. Er in Robe hinter seinem Schreibtisch, die Anwälte (auch in Roben) und ich (es war ja eine öffentliche Verhandlung) auf Stühlen davor. Das war für mich ganz neu, bei andereren Verfahren sitzt man in einem Gerichtssaal mit eigenem Zuschauerraum. In der Regel kommen bei solchen Zivilverfahren auch nur die Anwälte und vielleicht ihre Mandanten. Vieles wird auch schriftlich erledigt.

Die Verkündung war dann heute auch im Büro. Diesmal war nur noch ich da, die Anwälte bekommen das Urteil mit der Post.