Verdacht auf versuchten Totschlag in Weiterstadt, zweiter Verhandlungstag

Frühling vorm Landgericht, hinten rechts die Justizia.

Im Sommer 2019 hatte ein junger Mann aus Büttelborn einen 37 Jahre alten Weiterstädter mit Messern angegriffen. Er glaubte, dass der Weiterstädter der neue Freund seiner Ex-Freundin ist und konnte das nicht mehr ertragen. Die Freundin hatte unter anderem mit dem Büttelborner Schluss gemacht. Sie schilderte, dass er ihr Vorschriften gemacht und ihr Handy kontrolliert habe (was bei anderen Fällen sich gefährlich für die Frau entwickeln kann. Spiegel: Vom Liebesschwur zum Mord – wie Risikobeziehungen eskalieren)

Echo online: „Der Boden war voller Blut“ (€)

Echo online: 24-jähriger Büttelborner wegen versuchten Totschlags vor Gericht

Voodoo und Zwangsprostitution: Urteil

Das Justizia-Ensemble auf dem Darmstädter Justizpalast. Bei blauem Himmel und Morgensonne. Davor sind kahle Bäume, denn es ist ja Winter.Am 5. Verhandlungstag, vor einer Woche, gab es eine gute Nachricht für die Angeklagten. Drei der vier angeklagten Zwangsprostitutionsfälle wurden eingestellt. Am 6. Verhandlungstag sah es dennoch anders aus.

Echo online: Glaubwürdige Aussage der Geschädigten

Und um mal die Dimensionen zu zeigen, was die Schlepper von den Frauen in Nigeria forderten: 25.000 Euro bis 45.000 Euro für einen echten falschen Pass (also ein Dokument von einem korrupten Behördenmitarbeiter sowie den Transport nach Deutschland. Was in einem Fall auch keine nette Reise war, sondern ein Transport nach Libyen und nach Italien ging es mit einem Boot übers Mittelmeer.

Ein Flug von Lagos nach Frankfurt, mit Lufthansa, kostet zwischen 900 und 1000 Euro.

„Mit der Abmahnung ist das so eine Sache.“

Der gemeinsame Eingang des Landessozialgerichts, Sozialgerichts und Arbeitsgerichts am Steubenplatz.

Drei Gerichte in einem Bau: Landessozialgericht, Sozialgericht und Arbeitsgericht am Steubenplatz.

Es gibt in Darmstadt ja noch andere Gerichte als das Land- und Amtsgericht.

Und da hatte am Montag ein Arbeitsrichter für zwei Mitarbeiter der Heppenheimer Vitosklinik eine gute und eine schlechte Prognose:

Echo online: Mitarbeiter und Geschäftsführung der Vitos-Klinik Heppenheim vor dem Arbeitsgericht (€)

Drei von vier Fällen eingestellt

Zeuginnen, die bei der Polizei viel und vor Gericht ganz wenig sagen und dem Richter erklären, sie könnten sich nicht erinnern (und angeblich sogar den Namen ihrer Mutter nicht kennen), haben entweder Angst oder irgendwann gelogen. Und die Strafverfolger haben ein Problem.

Echo online: „Bei der Aussagequalität ist das nicht überraschend“

Polizistentrick vorm Amtsgericht


Der Angeklagte ging gestern im Amtsgericht auf “alles oder nichts”. Er war mit der Beute aus dem Trickbetrug mit dem falschen Polizisten festgenommen worden. Aber auf seinem Handy waren nur kryptische Chats. Also schwieg der Angeklagte zur Sache und sein Anwalt forderte Freispruch. Aber das Gericht sah es anders.

Echo online: Weiterstädter muss eineinhalb Jahre in Haft (€)

Versuchter Totschlag in Weiterstadt

Eine Frau trennt sich im Sommer 2019 von ihrem Freund. Drei Wochen später glaubt der Ex-Freund, ein junger Mann aus Büttelborn, dass sie mit einem Weiterstädter zusammen ist, und fährt mit zwei Messern zu ihm. Einem Kumpel schreibt der Büttelborner eine WhatsApp: „Ich fahre jetzt nach Weiterstadt und bringe den um“.

Echo online: 24-jähriger Büttelborner wegen versuchten Totschlags vor Gericht

Voodoo-Flüche aufgehoben

Zeugen erinnern sich manchmal schlecht und manchmal sogar falsch. Wenn sie aber erst jemanden im Saal nicht erkennen, aber dann auf einem Foto, dann ist das schon merkwürdig. Und wenn dann auch noch Aberglaube wie Voodoo im Spiel ist, wird es schwierig.

Echo online: Komplizierte Suche nach der Wahrheit

Im Artikel schreibe ich, dass 2018 ein König nigerianische Voodoo-Flüche aufgehoben hat, dazu ein Link:

Reuters: Nigerian traditional leader revokes voodoo curses placed on trafficking victims

Anklage: Mit Voodoo eingeschüchtert und in die Zwangsprostitution getrieben

Vor dem Landgericht Darmstadt hat ein Prozess gegen ein Ehepaar begonnen, das als Teil einer Bande junge, nigerianische Frauen in die Zwangsprostitution getrieben haben soll.

Echo online: Nigerianische Frauen mit Vodoo unter Druck gesetzt?

Jetzt mag man hier belächeln, dass sich Leute von Voodoo angeblich beeindrucken ließen, aber Vorsicht. Hier in Deutschland sagen Leute, irgendeine alternativmedizinische Methode habe ihnen geholfen …

Lebenslang für Mord aus niedrigen Beweggründen

Sehr merkwürdig muss es am 3. Januar 2019 in der Polizeistation Pfungstadt gewesen sein. Ein Mann erklärte den Polizisten, dass in seiner Eberstädter Wohnung eine zerstückelte Frau sei. Er erklärte später, dass er es war, der seine Freundin zerstückelt habe. Aber er behauptete von Anfang an sie nicht getötet zu haben. Er will die Leiche nur deswegen zerlegt haben, damit er sie verschwinden lassen kann und er nicht zu unrecht beschuldigt wird.

Eine Version, die aber die Ermittlungen und die Rechtsmedizin nicht bestätigen konnten. Heute wurde das Urteil verkündet.

sueddeutsche.de (dpa): Freundin erwürgt und zerstückelt: Lebenslange Haft

Plädoyers unterbrochen

Eigentlich sollten am Mittwoch im Darmstädter Landgericht die Plädoyers im Totschlagsprozess um die zerstückelte Frauenleiche von Darmstadt-Eberstadt gehalten werden. Aber dann wurde die Hauptverhandlung nach dem Schlussvortrag der Staatsanwältin wieder eröffnet, das Gericht gab einen rechtlichen Hinweis und die restlichen Plädoyers wurden vertagt.

FAZ (dpa): 13 Jahre Haft wegen zerstückelter Leiche gefordert