Paul-Ehrlich-Institut testet Corona-Schnelltests

Es gibt hunderte Corona-Schnelltests. Und das Paul-Ehrlich-Institut testet regelmäßig, ob die „dem derzeitigen Stand der Technik entsprechen“ und macht dann eine Liste. Die Liste ist wichtig, denn nur diese Tests können die Teststationen – ich mag bei Räumen mit einer Kraft nicht von einem Zentrum sprechen – dann auch abrechnen.

PEI: Das Paul-Ehrlich-Institut führt zusätzlich eine vergleichende Bewertung von Antigen-Schnelltests im Labor durch. Wenn sich zeigt, dass ein Test diese Evaluierung besteht, wird er in der Liste "Vergleichende Evaluierung der Sensitivität von SARS-CoV-2 Antigenschnelltests" des Paul-Ehrlich-Instituts aufgeführt.

This illustration, created at the Centers for Disease Control and Prevention (CDC), reveals ultrastructural morphology exhibited by coronaviruses.

Wie lange dauert eigentlich ein PCR-Test auf Corona?

3G bedeutet in Hessen jetzt „geimpft, genesen oder PCR-getestet“.

Will man einen PCR-Test, muss man erstens mehr Geld auf den Tisch legen, ich habe Angebote zwischen 75 und 80 Euro gefunden.

Aber, zweitens, für den PCR-Test braucht man ein Labor. Und die Anbieter, die ich gefunden habe, können die Proben auch „nur“ an ein Großlabor schicken und einem sein Ergebnis erst nach zirka 24 Stunden mitteilen – sagte mir auch ein Labormediziner.

Und: Sonntags bekommt man unter Umständen kein Ergebnis, samstags nur bis zu einer bestimmten Uhrzeit. Also Vorsicht mit einem Test am späten Freitagnachmittag, es kann passieren, dass man erst am Montag seine Info bekommt.

Echo online: Welche Corona-Regelen gelten in Parlamenten?

Was wäre bei einen Shutdown ab Anfang Oktober 2020 mit den Coronavirus-Fallzahlen passiert?

Der Physiker Markus Pössel hat mit Zahlen (den R-Werten) aus dem Shutdown vom Jahresanfang 2021 berechnet, was man mit einem ähnlichen Shutdown ab Mitte Oktober 2020 vielleicht hätte verhindern können.

Seine Fragestellung war: „Was, wenn Bundesregierung und Landesregierungen Mitte Oktober angesichts der klaren Warnzeichen ähnliche Maßnahmen durchgesetzt hätten, wie wir sie im Januar-Februar 2021 dann tatsächlich getroffen haben, und die Menschen entsprechend gehandelt hätten? Entweder für 8 Tage oder für 4 Wochen?“

Und er kommt zu dem Ergebnis:

scilogs.spektrum.de: Wie es alternativ hätte laufen können – „Ja, die meisten Corona-Sterbefälle, die wir bis heute beklagen, hätten verhindert werden können. Wenn die Entscheidungsträger*innen im Oktober andere Entscheidungen getroffen hätten.“

Wir erinnern uns. Ende September 2020 steigen die Coronavirus-Fallzahlen. Die niedrigen Werte vom Sommer waren langsam wieder angestiegen und nun in einem Bereich, in dem sie in ein schnelleres expoentielles Wachstum kippen konnten. (Nebenbei: Das zeigt auch, dass die 7-Tage-Inzidenz von 35 auch nicht der Wert ist, bei dem die Gesundheitsämter Infektionen noch nachverfolgen und isolieren können. Denn die Inzidenzen lagen im Sommer ja unter 35 und sie stiegen trotzdem auf über 100.)

Fallzahlentwicklung bei den Coronavirusinfektionen zwischen März und Ende September 2020.

Also, die Bundeskanzlerin warnte während einer Konferenzschaltung des CDU-Präsidiums vor 19.200 Fällen pro Tag an Weihnachten, wenn das so weitergehe.

tagesschau.de, 28. September 2020: Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte zuvor nach Angaben aus CDU-Parteikreisen vor einer massiven Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland gewarnt. „Wenn es so weitergeht mit dem Trend, haben wir 19.200 Infektionen am Tag“, zitierten Teilnehmer der Konferenz laut „Bild“-Zeitung und Nachrichtenagentur Reuters die Kanzlerin.

Am 29. September war dann eine Ministerpräsidentenkonferenz. Aber da wurde kein Shutdown beschlossen, nur ein paar Einschränkungen für die Größe von Veranstaltungen (nzz.de: Bussgelder in der Gastronomie, schärfere Vorgaben für Partys).

Am 14. Oktober 2020 war wieder eine MPK, die Fallzahlen waren inzwischen – auch für Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten – gut sichtbar steil exponentiell am steigen, aber es gab noch immer keinen Shutdown.

Fallzahlentwicklung bei den Coronavirusinfektionen zwischen März und Mitte Oktober 2020.

Erst Ende Oktober 2020 entschlossen sich die Ministerpräsidenten zum „Wellenbrecher Shutdown“.

zeit.de: Bund und Länder wollen die Corona-Infektionszahlen mit massiven Kontaktbeschränkungen über den November hinweg in den Griff bekommen.

Fallzahlentwicklung bei den Coronavirusinfektionen zwischen März und Ende Oktober 2020.

Aus meiner Sicht (und das sage ich seit Ende Oktober 2020, weil ich bis dahin der Politik vertraute) entschlossen sich die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten einen Monat zu spät. Alle. Sechs von der CDU, einer von der CSU, die sieben der SPD, einer von den Grünen und einer von der Linken. Und nein, die „Alternative“ ist keine Alternative.

Schnelltest bei symptomfreie Personen nicht so zuverlässig

Hm, die Antigen-Schnelltest sind im Feld unzuverlässiger als gedacht, meldet der Spiegel (€). Sie erkennen infizierte, aber symptomfreie Personen nicht so gut. Der von Roche liegt bei 85% Erfolgsquote, aber es gibt Tests, die gehen runter bis auf 13%.

Das ist ein Problem, weil so ja die Infizierten nicht mehr so gut rausgefischt werden. Großflächige Öffnungen auf Basis von Schnelltests scheinen mir keine gute Idee mehr zu sein.

Aus Österreich kommt nun der Vorschlag, dass die Menschen ihre Proben mit dort entwickelten Gurgeltests machen und dass diese mittels viel empfindlicher PCR im Labor untersucht werden.

Die Hälfte der deutschen Coronavirustoten starb innerhalb des letzten Vierteljahres

This illustration, created at the Centers for Disease Control and Prevention (CDC), reveals ultrastructural morphology exhibited by coronaviruses.

Heute ist Gedenken an die Toten der Coronavirus-Pandemie. Ich finde es richtig, dass an die Menschen erinnert wird. Aber ich finde auch, wir sollten die zeitliche Entwicklung betrachten.

In Deutschland sind insgesamt ziemlich genau 80.000 Menschen in Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben (79.971 bis zum 17. April 2021 lt. Johns Hopkins University). Aber die Hälfte davon, 40.000, sind seit dem 8. Januar 2021 gestorben. Drei Viertel von den 80.000, also 60.000, sind seit dem 8. Dezember 2020 gestorben. Bis zum 25. Oktober 2020 hatten wir 10.000 Tote.

Daily new confirmed COVID-19 deaths per million people. Raw data on confirmed cases and deaths for all countries is sourced from the COVID-19 Data Repository by the Center for Systems Science and Engineering (CSSE) at Johns Hopkins University.

Es ist ja nicht das erste Mal, dass unsere Regierungschefs die Lage … ja, was eigentlich?

Es ist zum Haareraufen. Am 3. März tagten die Landesregierungen und die Bundesregierung und kamen mit einem Optimismus verbreitenden Öffnungskonzept daher.

Nur, dass das angesichts der damals aktuellen Zahlen und Prognosen schon illusorisch war. Die Fallzahlen fielen seit 14 Februar nicht mehr, sie stiegen leicht an. Eine Modellierung vom 26. Februar im „Tagesspiegel“ sagte auch ohne Lockerungen eine 7-Tage-Inzidenz von über 100 für den 21. März voraus – das ist heute. Und wir haben tatsächlich eine 7-Tage-Inzidenz von 98,2 pro 100.000 Einwohner. Ok, etwas drunter, aber die Größenordnung stimmt.

Tagesspiegel, 26. Februar 2021: Am Scheideweg zur dritten Welle

Und jetzt am 21. März? Bund und Länder wollen Lockdown verlängern. Ja. Aber wie wirkt denn jetzt die Aktion vom 3. März?

Spiegel: Bund und Länder wollen Lockdown verlängern – Experten (…) forderten von vornherein härtere Lockdowns. Die No-Covid-Initiative schlug einen Wettbewerb in der Pandemiebekämpfung mit Testkonzepten vor. Doch diese Forderungen wurden von Bund und Ländern in den Wind geschlagen. (…) Jetzt müssen sie diese Fehler durch den nächsten Lockdown wieder einfangen.

Und es ist ja nicht das erste Mal, dass unsere Regierungschefs die Lage … ja, was eigentlich? Falsch einschätzen? Nicht verstanden haben? Ignorierten?

Ende September 2020 war das schon einmal passiert. Die Kanzlerin warnte vor 19.200 Fällen pro Tag an Weihnachten, aber die Ministerpräsidenten konnten sich erst Ende Oktober zu einem Shutdwon durchringen. Die Folgen:

Wir hatten die 19.200 Fälle/Tag schon ab dem 8. Dezember – und zwischen 25. Dezember und 25. Januar etwa so viele Tote pro Einwohner und Tag wie die USA. Hat nur keiner so laut gesagt. Klang ja auch viel besser über den Sommer mit den US-Todeszahlen zu zeigen wie Donald Trump die Lage ignoriert. (Hatte er auch, aber er hatte trotzdem ausreichende Menge Vakzine bestellt).

Aktuell sind in Deutschland von März 2020 bis März 2021 rund 74.000 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Aber die Hälfte davon starb zwischen Januar 2021 und März 2021.

Und langsam bekomme ich Angst, dass es mich auch irgendwann erwischt.

Die Anzahl der im Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorbenen Menschen pro Einwohner und Tag in den USA und Deutschland lag im Dezember und Januar dicht beieinander. Was der Donald Trump hinbekommen hatte, haben wir auch geschafft.

Wieder ein Beleg für die falsche EU-Vakzineinkaufstrategie 2020

Egal wie man die Thrombosen-Nebenwirkung des Astra-Zeneca-Vakzins bewertet, sie und der momentane Impfstopp in Deutschland, zeigen wieder, dass die EU-Kommission im Sommer 2020 falsch eingekauft hat. So ein Ausfall eines Impfstoffs nach der Zulassung zeigt wieder, dass man bei jedem Impfstoff so viel bestellen hätte müssen, dass er für „alle“ EU-Bürger reicht.

Weil es eben bei der Entwicklung (Sanofi, IDT Biologik), der Produktion (Astra-Zeneca, Biontech), der Verteilung (noch nichts gehört) und/oder den Nebenwirkungen (Astra-Zeneca) Rückschläge geben kann. Und dann hilft es nicht, dass man in Summe ausreichend bestellt hat.

RKI warnt vor exponentiellen Anstieg der Fallzahlen

Das RKI warnt im Lagebericht vom 12. März davor (PDF), dass die Fallzahlen bald steil ansteigen. Ostern haben wir demnach eine Inzidenz von um die 150, wenn ich den Graphen richtig ablese.

Damit sind wir in einer ähnlichen Lage wie Ende September 2020.

Damals wollten die Landesregierungen keinen Shutdown, obwohl vor 19.200 Fällen pro Tag an Weihnachten gewarnt worden war. Wie wir wissen kam der Shutdown dann Anfang November. Da war die 7-Tage-Inzidenz innerhalb von vier Wochen von 14 (1700 Fälle pro Tag) auf 80 (12.000 Fälle pro Tag) gestiegen.

Diese Grafik ist auf Seite 15 des RKI-Berichts vom 12. März.

Vakzin-Produktion

In „Science“ beschreibt ein Artikel, was es alles braucht, um mRNA-Vakzine herzustellen. Das kann eben nicht jeder. Es zeigt auch, auf welcher Ebene was schief gehen kann. Und da ist die Forschung schon abgeschlossen. (Das was jetzt kommt ist nur eine Zusammenfassung):

There are not “dozens of other pharma companies” who “stand ready” to produce these mRNA vaccines. – Step One: Produce the appropriate stretch of DNA, containing the sequence that you need to have transcribed into mRNA. This is generally done in bacterial culture.

Step Two: Produce that mRNA from your DNA template using enzymes in a bioreactor.

Step Three: Produce the lipids that you need for the formulation. Some of these are pretty common (such as cholesterol), but the key ones are very much not (more on this below).

Step Four: take your mRNA and your lipids and combine these into lipid nanoparticles (LNPs). I have just breezed past the single biggest technological hurdle in the whole process, and below you will learn why it’s such a beast.

Step Five: combine the LNPs with the other components of the formulation (phosphate buffers, saline, sucrose and such) and fill those into vial.

Step Six: get those vials into trays, into packages, into boxes, into crates, and out the door into trucks and airplanes

Und das ist nur die Produktion, die Forschung und die klinischen Studien standen ja noch davor.

Man sieht: Jede Menge Punkte, wo was schief gehen kann. Weswegen es gut ist, beim Bestellen auf mehrere Unternehmen zu setzen. Aber eben auch in ausreichenden Mengen, damit was da ist. Es nützt ja nichts, wenn drei von sechs Firmen was haben, bei einer dann die Produktion stockt, bei der anderen es mit der Logistik nicht klappt und man bei der dritten nur halb so viel bestellt hat, wie man braucht.

PS.: Das „Laborjournal“ hat es mal so beschrieben:

Ein Tropfen Wasser, eine Messerspitze Salz, dazu Zucker, vier verschiedene Fette, je ein Löffelchen Kaliumchlorid und Kaliumphosphat, noch etwas Natrium­phosphat und zum Schluss eine Prise Erbsubstanz. So in etwa lautet das Rezept des Biontech-Impfstoffs BNT162b2.

This illustration, created at the Centers for Disease Control and Prevention (CDC), reveals ultrastructural morphology exhibited by coronaviruses.

Kinder und kleine Kinder zuerst

Die Bundeskanzlerin in einem Bürgergespräch: „(…) das Erste, was wir wieder öffnen, Kitas und Grundschulen sein werden, vor allem anderen (…)“.

Ich würde ja als erstes eher was aufmachen, wo man das Infektionsgeschehen besser überblicken kann und wo nicht so viele auf einmal und so lange in einem Raum sind: Friseure. Es wird noch andere Geschäfte geben, in denen es engere Kontakte, aber auch Termine gibt.

Und dann kann man nach 14 Tagen ja schauen, wie sich das mit dem Coronavirus und seinen Mutationen so entwickelt.

Und wenn das gut aussieht, dann machen wir Schulen und Kitas auf. Wobei die in Hessen ja eh auf sind. Die Eltern sollen ihre Kinder nur nicht hinschicken, nur wenn es nicht anders geht.

Nachtrag: Übrigens, diese 50 als Wert für die 7-Tage-Inzidenz ist mehr oder weniger willkürlich gegriffen. Als es um einen Wert ging, war zuerst 35 im Gespräch, auch ohne wissenschaftliche Grundlage fürs Infektionsgeschehen. Das Argument für die Zahl ist, dass das die Grenze sei, an denen die Gesundheitsämter Infektionen noch nachverfolgen und isolieren können.

Ok, das heißt, wenn ein Bezirk die 50 erreicht, sind die Gesundheitsämter gerade so an der Kante zur Nachverfolgbarkeit. Und eigentlich greifen dann doch erste Beschränkung Wäre es dann nicht sicherer bis 35 oder 20 zu warten?