Nur die Grünen, die FDP und die SPD im hessischen Landtag beantworteten meine Frage

Im August kam im hr-Fernsehen ein Beitrag über eine Frau mit Schlaganfallsymptomen, die in einer hessichen Notaufnahme zweimal kommen musste, bis sie ernstgenommen wurde.

hr-Fernsehen: Wenn bei der Schlaganfallversorgung aus Minuten Tage werden.

Ich hatte am 23. August ganz stumpf an die fünf Fraktionen im hessischen Landtag je eine E-Mail geschickt und die einfache Frage gestellt:

Was wird die Fraktion unternehmen, dass sowas nicht wieder passiert?

Ich hatte auch angekündigt, die Antworten in meinem Blog zu veröffentlichen.

Als erster hatte Markus Bocklet von den Grünen geantwortet. Und das auch schon am 28. August:

Hier wird ein schlimmer Einzelfall geschildert, der sicherlich so nicht akzeptabel ist.

Strukturell muss die Notaufnahme insgesamt in vielen Kliniken verbessert werden, es geht hier letztlich um das Zusammenspiel Ärztlicher Bereitschaftsdienst/Notaufnahme des KHs. Hierzu gibt es derzeit vielfältige Aktivitäten auf Bundes- und Landesebene. Der SVR Gesundheit hat ein aktuelles Gutachten vorgelegt, das BMG plant, noch in diesem Jahr eine neue bundesgesetzliche Regelung vorzulegen, die sowohl das Zusammenspiel ambulante/stationäre Notfallversorgung als auch die Frage, wer jeweils verantwortlich ist und wie der Rettungsdienst und die Leitstellen dabei eingebunden werden soll, regeln soll. Auch im Land läuft ein Gutachten der Uni Maastricht für den sektorübergreifenden Landesausschuss nach § 90a SGB V, mit dem internationale Best-Practice-Beispiele aufgezeigt werden sollen.

Wir werden die Sendung jedenfalls zum Anlass nehmen, das UKGM um eine Stellungnahme zu bitten.

MFG
Marcus Bocklet, MdL

Ich hatte die Mails dann nochmal abgeschickt, da ich Herrn Boddenberg von der CDU zufällig bei einem Termin traf. DIe CDU wird antworten wurde mir dann telefonisch zugesagt.

Aber erstmal kam die Antwort René Rocks (FDP):

Der Bericht im HR über die Vorfälle im Marburger Klinikum ist in der Tat unfassbar. Vor allem, weil es in diesem Bericht um den auch unter medizinischen Laien bekannten Schlaganfall geht, dessen Symptome fast jedem geläufig sind und der unbedingt schnellstmöglich behandelt werden muss. Nach unserer Einschätzung handelt es sich hier aber um Einzelfälle und nicht um einen landesweiten Missstand.

Gleichwohl haben wir ein Problem mit der ungesteuerten Inanspruchnahme der Krankenausambulanzen und dies nicht nur am Mittwochnachmittag und Wochenende/Feiertag sondern auch während der Woche.

Die Patienten kommen aus den unterschiedlichsten Gründen gerne direkt in die Notaufnahme eines Krankenhauses, wodurch die Kapazitäten der Krankenhäuser durch Bagatellfälle gebunden werden und wirkliche Notfälle länger warten müssen.

Die vorhandene Dreiteilung der Notfallversorgung in Deutschland (Rettungsdienst, ärztlicher Bereitschaftsdienst und stationäre Notfallversorgung) erschwert derzeit die bedarfsgerechte Versorgung der Patientinnen und Patienten. Zur künftigen Gestaltung der Notfallversorgung ist es daher sinnvoll, eine effiziente Koordination zwischen ärztlichen Bereitschaftsdienst, stationäre Notfallversorgung und Rettungsdienst herbeizuführen. Diese Koordination sollte sich unter der Einbindung des Rettungs- und ärztlichen Bereitschaftsdienstes sowie der Leitstellen, Krankenhäuser und Krankenkassen an einem strikten System der Ersteinschätzung orientieren. Die Überlegungen gehen dahin, eine gemeinsame Leistelle und Rufnummer für alle drei Notfallsysteme einzurichten und dort bereits eine fachkundige Ersteinschätzung am Telefon vorzunehmen. Eine weitere Ersteinschätzung und Zuweisung sollte in einem integrierten Notfallzentrum, in dem sowohl die Notaufnahme als auch der ärztliche Bereitschaftsdienst angesiedelt ist, stattfinden.

Das heißt, dass die Patientenströme bereits frühzeitig gesteuert werden müssen, damit das ganze Notfallsystem effizienter funktioniert.

Denn vieles, was im Bereich der Notfallversorgung Kritik würdig ist, ist auf eine Überlastung des ärztlichen und pflegerischen Personals in den Notaufnahmen zurückzuführen.

Allerdings erklärt dies nach unserer Ansicht aber nicht unbedingt auch das fachliche Defizit, Personen mit einem Schlaganfall wieder nach Hause zu schicken.

Freundlich Grüße

Ihr
René Rock

Die nächste Antwort kam von der SPD, per Brief, musste ich also erstmal einscannen – soviel also zur Digitalisierung (bei der SPD und bei mir).

Natürlich wäre es ein leichtes für mich gewesen, über meine Arbeit als Lokaljournalist die hiesigen Abgeordneten und Parteienvertreter darauf anzusprechen. Das hatte ich aber nicht gemacht, weil ich doch mal gucken wollte, wie eine normale Reaktion ausfällt.

Es kommt auf die Kilokalorien an

Neujahr, der Zeitpunkt für die ganzen guten Vorsätze. Der mit gesünder und weniger Essen ist eigentlich ganz einfach umzusetzen.

Mit so manchen Neujahrsvorsätzen ist es eigentlich einfach. Zum Beispiel das mit dem Abnehmen.

Spiegel online: Das Rezept zum Abnehmen ist einfacher, als viele glauben.

Kurzfassung: Es kommt auf die Kalorien an. Mit wenig Zucker, wenig hochverarbeiteter Nahrung, wenig Fett, dafür mehr Obst, Gemüse und mageres Fleisch wird das Ganze auch gesünder.

Die wissenschaftliche Arbeit, auf die sich Autor Jörg Blech in seinem SpOn-Artikel am Schluss bezieht, ist von 2009:

New England Journal of Medicine: Comparison of Weight-Loss Diets with Different Compositions of Fat, Protein, and Carbohydrates – Reduced-calorie diets result in clinically meaningful weight loss regardless of which macronutrients they emphasize.

Sozialwahlen, hurra!

Die Unterlagen für die Sozialwahlen sind da. 51 Millionen Menschen stimmen ab. Nur für wen, was und warum? Im Vorfeld hatte ich die Listen, die bei meiner Krankenkasse kandidieren deswegen ein paar Sachen gefragt. Und – zugegeben – dabei ziemlich im Nebel gestochert, da ich über die Gremienarbeit dort ja nichts weiß und auch nichts mitbekomme.
Aber egal, der einzige, der auf meine Fragen einging und nicht auf Allgemeinplätze, irgendwelche FAQs und Websites verwies, war der Vertreter der IG Metall.

Wicki Weißwas & sein nutzloses Wissen: Gesammelte Placeboeffekte

Placeboeffekte sind vielschichtig. Ein paar Beispiele: Depressive Patienten sprachen in Studien besser auf gelb gefärbte Tabletten an als auf grüne oder rote.

Eine Spritze wirkt besser als etwas zum Schlucken.

Purpur gefärbtes Vitamin B12 in einer Spritze wirkt angeblich so schmerzdämpfend wie Morphin, wenn man dran glaubt, dass in der Spritze mehr ist als Vitamin B12.

Auch Preise bestimmen die Wirksamkeit, je teurer desto besser. Und der Klassiker ist auch dabei: Was bitter schmeckt gilt auch als besser.

Placebos vom Chefarzt wirken eher als Placebos von der Krankenschwester.

Exakte Vorschriften, wie und wann man seine Tabletten einnehmen helfen ebenfalls, weil der Patient etwas zu seiner Genesung selbst beitragen kann.

Manchmal ist der weiße Arztmantel auch nur ein Kostüm, wie das Fell des Schamanen. Weiß hat aber auch praktische Vorteile bei der Hygiene – wenn man die Kittel auch wäscht.

Alleine die Hoffnung, dass es besser wird, löst im Körper biochemische Reaktionen aus, die Immunzellen stimulieren können oder wie (siehe oben) Morphine wirken können.

Siehe auch:
netdoktor.de: Farbe von Arzneien – Rot, weiß, blau
sueddeutsche.de: Medizin ist Show
SpOn: Gesund durch Zuversicht