Der CSU-Vorsitzende über eine Partei rechts von der Union

„Rechts von der CDU/CSU darf es keine demokratisch legitimierte Partei geben“ hatte der CSU-Vorsitzende und bayrische Ministerpräsident Franz Josef Strauß (1915-1988) am 9. August 1987 gesagt.

Aber er hatte das auch begründet.

„Man soll bei der CDU sich ja nicht dem Glauben hingeben, man könnte auf die Stammwähler keine Rücksicht nehmen. Man bräuchte auf die nationalkonservativen Wähler, nationalliberalen Wähler keine Rücksicht mehr zu nehmen. Man könnte auf die Vertriebenen verzichten. Man könnte auch auf die Wähler im ländlichen Umfeld, nicht nur bei den Bauern, verzichten, um dann neue Schichten sich zu erschließen.

Das ist eine Fehlrechnung.

Und ich habe erklärt, im Übrigen in vollem Einvernehmen mit Helmut Kohl, der sich ja genau zu dieser Formulierung bekannt hat, sie hundertmal mit mir besprochen hat, dass es rechts von der CDU/CSU keine demokratisch legitimierte Partei geben darf.

Wir denken hier natürlich nicht an rechtsradikale Narren, mit denen wir gar nichts zu tun haben wollen, aber an normale demokratische konservative Kräfte, die bei uns ihre politische Heimat behalten müssen.

Sollte die neue Politik der CDU diese Wähler abstoßen: Nur fünf Prozent einer solchen Partei würden genügen, die ganze Spekulation über den Haufen zu werfen. Denn dann langt es für CDU/CSU und FDP zusammen nicht mehr.

Ich werde das allerdings nicht, darf ich sagen, ohne Reaktion hinnehmen.“

Die Transkription stammt von der KI ChatGPT, nachdem ich die mp3-Datei von hochgeladen hatte. Die Audiodatei gibt es u.a. bei der ARD: https://www.ardsounds.de/episode/urn:ard:episode:a66bbc22a010ec62/

Der Abend an dem Bobby Ewing starb

Vor 40 Jahren war ich auf Klassenfahrt. Bei der Abfahrt sagte noch einer, dass es vermutlich eine Explosion in einem Atombergwerk in der Sowjetunion gegeben habe – ich hatte mich verhört, aber deswegen in dem Moment nicht weiter nachgedacht, ein Bergwerk sollte ja kein Problem sein.

An dem Dienstag nach der Reaktorexplosion im Kernkraftwerk Tschernobyl, lief in der ARD die Dallasfolge, in der Bobby Ewing starb (es gibt einem deutschen Spielfilm von 2005, der so heißt), die wir unbedingt sehen wollten. Weswegen wir dann auch die Nachrichten sahen.

1418 Tage

1418 Tage dauert nun der Krieg der Russischen Föderation gegen die Ukraine. Der Zweite Weltkrieg zwischen dem Großdeutschen Reich und der Sowjetunion dauerte 1418 Tage.

Mit dem Unterschied (unter anderen, es gibt natürlich sehr sehr viele andere), dass die Ukrainer nie – wie die Deutschen – erstmal gen Moskau und Stalingrad marschiert waren, dort von der Roten Armee zum Stehen gebracht wurden und dann erst zurückgetrieben werden mussten. Die Russische Föderation steht zur Zeit sogar schlechter da als zum Kriegsbeginn, da sie 2022 Teile der Ukraine räumen musste.

spiegel.de: Russlands Krieg gegen die Ukraine dauert länger als gegen Hitlerdeutschland

Das Sommermärchen im Herbst 2015

Der Investigativ-Sportjournalist Jens Weinreich hat auf Twitter an eine seiner Recherchen von vor genau zehn Jahren erinnert:

16.10.2015, Der Spiegel: Schwarze Kasse – Fußball-WM 2006 mutmaßlich gekauft

Was mich dabei auch störte war, dass unser WM-auf-den Weg-Bringer Franz „Ich mache das natürlich ehrenamtlich“ Beckenbauer in Wahrheit ein paar Millionen Euro bekommen hatte. Ich sehe ja ein, dass seine Spesen übernommen wurden, aber das sollte es dann aber auch schon gewesen sein bei „ehrenamtlich“.

Wegen Donald Trump wird 2025 ein Roman von 1965 aktuell

Es gibt so viele Romane, Serien und Filme mit US-Präsidenten, warum muss sich dieser Roman als echt manifestieren?

In Fletcher Knebels „Der Präsident“ (Night of Camp David) von 1965 will der US-Präsident eine Annäherung an die UdSSR – und Kanada annektieren.

Via: https://x.com/drguidoknapp/status/1902272098711568449

Das Oval Office Meeting mit den Präsidenten Donald Trump und Wolodymyr Selenskyj

Beim YouTube-Kanal von Forbes müsste ich das komplette Oval Office Meeting mit den Präsidenten Donald Trump und Wolodymyr Selenskyj gefunden haben. Das dauerte rund 49 Minuten, zum Streit kommt es nach der Frage eines polnischen Reporters, bei ca. 38’15“.

Forbes Breaking News: Trump And Zelensky Oval Office Meeting Ends In Utter Disaster In Front Of The Cameras

Warum Prof. Bienleins Mondrakete rot-weiß ist

Eine Frage aus meiner Kindheit/Jugend beantwortete sich bei meinen Recherchen zu meinem Artikel über die V2 bzw. das „Aggregat 4“ und die TH Darmstadt.

Als ich damals vor vielen Jahren die „Tim und Struppi“-Comics „Reiseziel Mond“ und „Schritte auf dem Mond“ las, fragte ich mich, warum die Rakete mit einem rot-weißen Muster lackiert ist.

Nun, die „Aggregat 4“-Raketen der deutschen Raketenforscher hatten ein schwarz-weißes Muster. Das sollte helfen, die Rotation der Rakete um die eigene Achse beobachten zu können.

Ein „Aggregat 4“ bei einem Startversuch 1943,
Foto: Bundesarchiv, Bild 146-1978-Anh.026-01 / CC-BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5482980

Vor 80 Jahren: Die Grenze zum Weltraum

Im heutigen Robert-Piloty-Gebäude des Fachbereichs Informatik war ab 1939/40 das Institut für physikalische und anorganische Chemie, das auch beim „Vorhaben Peenemünde“ beteiligt war.

Heute vor 80 Jahren überschritt erstmals ein von Menschen gebautes Gerät die Grenze zum Weltraum. Und es waren sogar Darmstädter daran beteiligt. Allerdings war das Gerät die Rakete, die dann im Oktober 1944 den Propagandanamen V2 erhielt.

(€) Echo online: Erste Rakete im Weltraum: Darmstädter Forscher beteiligt

Und wenn man bei dem Informatikbau am Rande des Herrngartens genauer hinguckt, ist ein Reichadler zu sehen, der auf einem Kranz stand, aus dem das Hakenkreuz entfernt wurde. „Oh, ein Nazi-Bau“, hatte 1989 ein Kommilitone von mir gesagt, als er das entdeckte.

Der Reichsadler am Robert-Piloty-Gebäude, das bis vor rund 20 Jahren noch ein Gebäude des Fachbereichs Chemie war und Eduard-Zintl-Institut hieß.

Die „Rheinische Republik“ in Arheilgen 1923 und das unruhige Umfeld im Reich

Ein historisches Ereignis, dass ich bis zu dem Artikel gar nicht auf dem Schirm hatte, ist die „Rheinische Republik“, die 1923 ausgerufen wurde und die es bis ins französisch kontrollierte Arheilgen schaffte, das damals noch nicht Darmstadt war.

(€) Echo online: Vor 100 Jahren – Erfolgreicher Widerstand in Arheilgen

Und die Separatisten im Rheinland, die von Frankreich unterstützt wurden, waren nicht die einzigen damals, wie ich feststellte. Die Krise, die in dem Jahr mit der Ruhrgebietsbesetzung durch Frankreich und Belgien begann, durch den passiven Widerstand der Deutschen gegen diese Besatzung und durch die Inflation (das Geld wurde für die Streikenden im Ruhrgebiet gedruckt) immer größer wurde, hatte auch Folgen im damaligen Mitteldeutschland.

1923 gab es in Sachsen und Thüringen Regierungen, die aus SPD und KPD gebildet wurden. Und das Exekutivkomitee der Kommunistischen Internationale sah darin eine gute Basis für eine Revolution, die für Oktober/November 1923 geplant war. Aber dann ging die Reichsregierung dazwischen (sie verhängte die Reichsexekution) und setzte, mit Hilfe der Reichswehr, die Regierungen in Sachsen und Thüringen ab.

In Bayern war man nicht damit einverstanden, dass die Reichregierung den passiven Widerstand gegen die Ruhrbesetzung, angesichts der Inflationsfolgen, beendet hatte. Die bayerische Staatsregierungs ernannte daraufhin einen Generalstaatskommissar mit dikatorischen Vollmachten, der das Kommando der bayerischen Truppen der Reichswehr übernahm. Idee war aber nicht, Bayern abzuspalten, sondern nach Berlin zu marschieren.

Auch in Bayern griff die Reichsregierung ein, wenn auch nicht so massiv wie in Sachsen und Thüringen. Weswegen die Krise noch ein weiteres Moment bekam. Die SPD-Minister in der Reichsregierung traten Anfang November 1923 zurück, weil sie gegen diese ungleichen Konsequenzen für Bayern und Sachsen protestierten.

Im Zuge dieser Krise kam es dann auch zum Hitler-Putsch am 8. und 9. November 1923. Adolf Hitler versuchte, die Führung in Bayern an sich zu reißen, auch mit dem Ziel nach Berlin zu marschieren. Es gibt ein Flugblatt von damals, in dem verkündet wird, dass die Reichsregierung in Berlin abgesetzt sei. Dazu stürmte er mit seinen Leuten eine Versammlung im Münchner Bürgerbräukeller und zwang die dort anwesenden bayrischen Machthaber an seine Seite. Allerdings wurde der Hitler-Putsch am 9. November gestoppt, als die Putschisten von der Polizei zusammengeschossen wurden.