Im Bier ist was viel gefährlicheres als Glyphosat

Eigentlich ist im Bier schon immer ein gefährlicherer Stoff als Glyphosat. Und das in größeren Mengen:

SpOn: Schluck! – Die Internationale Krebsforschungsagentur IARC, die Glyphosat als „vermutlich krebserregend“ eingestuft hat, bewertet Alkohol in Getränken als „sicher krebserregend“.

Und so wie die Meldung erfolgreich durchs Dorf getrieben wurde, zeigte sich mal wieder das Problem des Wissenschaftsjournalismus (das unter anderem mich bewogen hat, es nicht dort zu probieren):

Spektrum.de: Glyphosat im Bier, die Klickmaschine – Wenn es um Aufmerksamkeit geht, dann verlässt so manchen Newsdesk-Mitarbeiter das Bewusstsein für klassische journalistische Tugenden. Das nutzen Lobbygruppen wie das Umweltinstitut München, die genau wissen, wie man die von Klicks getriebene Onlinepresse auf ein Thema ansetzt. Das Fatale: Egal was am Ende von solchen Sensations- oder Albtraummeldungen wie der HIV-Heilung oder dem Glyphosat-Bier übrig bleibt, die große Schlagzeile wird es meist nicht mehr machen. Solche Meldungen lassen sich kaum wieder völlig einfangen.

TTip-Diskussion: Ein kleineres Format hätte mir besser gefallen

Freitagabend (19.) ging es im Justus-Liebig-Haus um TTip und Ceta, die beiden Freihandelsabkommen zwischen EU und USA sowie EU und Kanada. Organisiert hatte die Veranstaltung das Darmstädter Bündnis „Stoppt TTIP & Co.„.

Mit Blick auf meinen Artikel war mir das Podium mit sieben Diskutanten und zwei Moderatorinnen zu voll. Ich habe nur eine bestimmte Menge Platz und alleine die ganzen Namen kosten Zeilen. Im Print der Lokalzeitung ist das nunmal nicht wie bei Spiegel Online, wo ausführlich die Talkrunde des Tages der ÖR zerlegt wird. Zum Beispiel hat diese SpOn-Rezension zur Maischbergersendung mir Varoufakis rund 5800 Zeichen, so ein Artikel im Lokalteil hat aber eher 3000 bis 3600 Zeichen. Papier ist zwar geduldig, aber Weiterlesen

Bürgerbeteiligung bei der Parkraumbewirtschaftung im Johannesviertel

Der Stadtparlamentsbeschluss zur Parkraumbewirtschaftung vor einem Jahr war ja geprägt vom Neuen Politikstil, aber die ersten Schritte zur Umsetzung am Samstag im Johannesviertel waren gut. Trotz Regens waren zeitweise bis zu 80 Bürger dabei.

Echo online: „Rundgang Parkraummanagement“ im Johannesviertel

Nachtrag: Im Artikel hatte ich leider vergessen zu schreiben, was das Parkraummanagement für die Bewohner kosten soll: Angedacht sind laut Volker Blees vom Büro „Verkehrslösungen“ 10 Euro pro Monat beziehungsweise 120 Euro im Jahr.

Die Verkehrs- und Baudezernentin Cornelia Zuschke sagte beispielsweise gleich, dass man es bei der Parkraumbewirtschaftung nicht allen recht machen können wird. Auch war der Rundgang moderiert, was die Sache für die Vortragenden entspannt, da diese nicht auch noch sich das Wort geben bzw. es abgeben müssen. Auch gut: Carla Schönfelder vom Kommunikationsbüro „Team Ewen“ hatte eine mobile Mikrofonanlage dabei und passte auf, dass auch Fragen für alle hörbar wiederholt wurden und es an den Stationen keinen ausschweifenden Dialoge zwischen Planern und Bürgern gab.

Spenden und die mediale (Nicht)Wirkung

2013 war mir eine Aktion einer Supermarktkette mit den „Tafeln“ aufgefallen.

Und die ging so: Die Kunden spendeten 5 Euro und pro Spende bekam die lokale „Tafel“ von dem Supermarkt eine Tüte voll mit haltbaren Lebensmitteln, die vielleicht etwas mehr als 5 Euro im Verkauf kosten.

Und dann gab die Kette noch 200.000 Euro dazu. Also insgesamt und deutschlandweit. Ok, viel Geld, macht bei den rund 3300 Filialen in Deutschland dann aber doch nur um die 61 Euro pro Filiale. Na, da hielt sich meine Begeisterung darüber etwas zu schreiben dann doch in Grenzen.

Ein bisschen mehr können sich die – deutlich besser bezahlten – Kollegen beim Marketing der Supermarktkette dann schon strecken.

Stadtteilforum jetzt auch in Eberstadt

Bürgerbeteiligung war eines der Schlagworte im Kommunalwahlkampf 2011. Unter anderem wurden Stadtteilforen gefordert, deren Einrichtung die grün-schwarze Koalition auch im Koalitionsvertrag festschrieb: „Wir werden Quartiersforen/Stadtteilforen als Beteiligungsgremien initiieren, sofern noch nicht vorhanden.“

2012 wurde die neue Bürgerbeauftrage eingestellt, die dann den Auftrag bekam ein gesamtstädtisches Konzept für Stadtteilforen mit bürgerschaftlicher Beteiligung aufzustellen.

2015 ging es mit Stadtteilforen dann in Arheilgen los, jetzt war am 15. Februar das erste in Eberstadt.

Im Mai 2011 sagte mir der frisch gewählte Oberbürgermeister Jochen Partsch Weiterlesen

„Das Recht kann sich nicht der Innenarchitektur unterordnen.“

Vor Gericht gibt es ja immer wieder Episoden, die schaffen es nicht in einen Artikel, weil dafür am Ende kein Platz ist. Gestern aber kam zur Sache nichts bei den Prozessbeobachtern an, da die Öffentlichkeit ausgeschlossen worden war. Wir sollten – damit die Tarnung nicht auffliegt – einen verdeckten Ermittler nicht sehen, den aber einer der Angeklagten getroffen hat.

Jedenfalls eine Gelegenheit für die Dinge, die sonst unter den Tisch fallen, so schöne Sätze wie „Das Recht kann sich nicht der Innenarchitektur unterordnen.“ Die Tische im Saal sind fest montiert, so dass es Probleme gab, sich so hinzusetzen, dass man gut auf die Leinwand gucken konnte.

Echo online: Holperiger Verhandlungstag im Prozess um Drogenhandel in Eberstadt

Heringsessen der Weiterstädter CDU

„Die Kooperation zwischen SPD und ALW existiert de facto im Stadtparlament nicht mehr“, sagte der Weiterstädter CDU-Spitzenkandidat Lutz Köhler am Freitag (12.) in Gräfenhausen. Köhler blickte dabei auf Entscheidungen, die die SPD-Fraktion in den vergangenen zwei Jahren zusammen mit der CDU-Fraktion und nicht mit der ALW getroffen hatte. Beispielsweise das kommunale Investitionsprogramm im aktuellen Haushalt, den Abbau der Toilette am Marktlatz oder den Bau des Bürgerhaus‘ Braunshardt zu verschieben.

Beim traditionellen CDU-Heringsessen im SKG-Vereinsheim blickte Lutz Köhler auf die Kommunalwahl. Die Union ist in Weiterstadt seit 2011 in der Opposition. „Die SPD hat Weiterlesen

Kritischer Blick auf die Lichtwiesenbahn

Die Lichtwiesenbahn hat nicht nur Freunde, Sonntag schauten sich Bürger die Trasse kritisch an.

Echo online: Trassenkritiker melden sich zu Wort – Kaum zahlende Fahrgäste, Stückwerk und ein unverhältnismäßiger Aufwand waren am Sonntag die Kritikpunkte bei einem Spaziergang über die Trasse der geplanten Lichtwiesenbahn.

Einige Teilnehmer vermissten bei der Lichtwiesenbahn dass diese eine größere Planung über das Quartier hinaus mit dem Umland eingebunden werden müsste. Allerdings plant der momentane Darmstädter Verkehrsentwicklungsplan (aus dem Jahr 2006) noch mit der ab 2011 – wegen der grün-schwarzen Koalitionsvereinbarung – obsolet gewordenen Nordostumgehung. Ein neuer Verkehrsentwicklungsplan ist Teil des „Masterplans 2030“, dessen Planungsprozess Anfang Februar gestartet wurde.

Im Verkehrsentwicklungsplan von 2006 steht die Trasse nicht ausdrücklich drin. Es wird der Bahn-Haltepunkt TU-Lichtwiese erwähnt, damit ist aber der Haltepunkt der Odenwaldbahn gemeint. Oder Fahrradabstellanlagen. Oder mehr Busse zur Lichtwiese. Bei der Bestandsanalyse taucht der Bereich Böllenfalltor bis Lichtwiese in einer Aufzählung zwar als nicht ausreichend erschlossen auf; wird zusammen mit anderen Quartieren wie Bürgerparkviertel, Edelsteinviertel, Teile der Weststadt oder Eberstadt West aufgezählt.

Die Trasse der Lichtwiesenbahn soll inzwischen rund 16 Millionen Euro kosten. Weiterlesen

Was so an Arbeit dahintersteckt

Es steckt ja immer mehr Arbeit dahinter als man sieht. Hier mal ein Text, dem man etwas Recherche beim Lesen ja auch nicht so eben ansieht. Ich habe mal gelb markiert, was ich außerhalb des Termins zusammensuchte.

Mein Artikel vom FDP-Neujahrsempfang am Dienstag (9.2.2016). Gelb marktiert ist das nach- und gegenrecherchierte. (Da das Echo eine Paywall hat, ist der Text unscharf.)

Beim FDP-Neujahrsempfang (Echo online: „Fünf Jahre Stillstand sind genug“) habe ich zum Beispiel noch in die von Leif Blum erwähnte Bürgerumfrage geguckt und die Zahlen rausgesucht. Und zu der Landesgartenschau 2014 in Gießen (Darmstadt bewirbt sich für 2022) habe ich auch erstmal suchen müssen. Allerdings fand ich nichts richtiges zum Gießener Defizit außer den Zahlen, die von der Stadt Gießen selbst kommen.

„DREIst“ in Bessungen gezeichnet

Bilder, Fotos und Illustrationen fallen ja nicht einfach so aus der Cloud, sie werden von Menschen gestaltet. Ende Januar war ich auf der „Illustre Gestalten“-Ausstellung in der Centralstation, Illustratoren aus Darmstadt und der Umgebung stellen dort einmal im Jahr sich vor und ihre Arbeiten aus. Da traf ich auf Martina Hillemann aus Bessungen, die das jetzt erschienene Kartenspiel „DREIst“ illustriert hat. Und die unter anderem auch Bücher und Kalender illustriert hat.

Echo online: Mit Waschbären und Wortwitz

Ein Hinweis: Mit solchen Arbeiten kann man gut Weiterlesen