“DREIst” in Bessungen gezeichnet

Bilder, Fotos und Illustrationen fallen ja nicht einfach so aus der Cloud, sie werden von Menschen gestaltet. Ende Januar war ich auf der “Illustre Gestalten”-Ausstellung in der Centralstation, Illustratoren aus Darmstadt und der Umgebung stellen dort einmal im Jahr sich vor und ihre Arbeiten aus. Da traf ich auf Martina Hillemann aus Bessungen, die das jetzt erschienene Kartenspiel “DREIst” illustriert hat. Und die unter anderem auch Bücher und Kalender illustriert hat.

Echo online: Mit Waschbären und Wortwitz

Ein Hinweis: Mit solchen Arbeiten kann man gut Weiterlesen

Nichts hält so lange wie ein Provisorium – Klappacher Straße

Die Klappacher Straße in Richtung Süden. Rechts das Querparken, links Längsparken – und der Angebotsstreifen für Fahrräder ist verschwunden.

>Dieses Jahr haben die Senkrechtparkplätze in der Klappacher Straße zwischen Karlstraße und Wittmannstraße zehnjähriges Jubiläum, sie werden zehn Jahre alt. Provisorisch während der Sitz der Schader-Stiftung an der Ecke Karl- und Goethestraße gebaut wurde. Wo nebenbei auch ein „wilder Parkplatz“ verschwand.
Aber die Stelle (59 verschiedene Unfälle in knapp zehn Jahren) ist kein Weiterlesen

Heute vor fünf Jahren: Trauerspiel bei Stadtteilbibliotheken

Am 22. Januar 2011 guckte ich auf die damals neuen Öffnungszeiten der Stadtteilbüchereien in Arheilgen, Bessungen, Eberstadt und Kranichstein:

Trauerspiel bei Stadtteilbibliotheken – Da haben wir also vier Stadtteilbüchereien, die die meiste Zeit der Woche geschlossen sind. Jede hat sieben Stunden die Woche offen. Besser als nichts, mag man sagen, aber das ist doch irgendwie Kappes. Es sei denn, man möchte die Außenstellen so unattraktiv machen, dass am Ende die Leser wegbleiben, und man sie endlich „leider, leider” schließen kann muss.

Und wie sieht es heute aus? Die Zweigstellen in Bessungen und Arheilgen wurden Weiterlesen

Friedenslicht in der Bessunger Liebfrauenkirche – Frohe Weihnachten!

Die Friedenslichtflamme ist ein Ableger einer in Bethlehem entzündeten Flamme.

Echo Online: Die besondere Flamme aus Bethlehem

Das Friedenslicht gibt es seit 1986 und entstand aus einer Idee des ORF. Dieses Jahr hat der 12-jährige Michael Weixlbaumer aus Kematen an der Krems am 26. November 2013 in der Geburtsgrotte Jesu in Bethlehem das Licht entzündet. Die Flamme geht dann nach Wien und wird von dort aus in der Welt – zur Zeit sind das 26 Länder – weiterverteilt. In Deutschland verteilen Pfadfinder das Licht, in Bessungen brachten es Pfadfinder der katholischenPfadfinderschaft St. Georg.

Das Friedenslicht brennt bis Heilige Drei Könige in der Liebfrauenkirche, dort kann jeder eines entzünden und mit nach Hause nehmen.

Wie das Jazzarchiv nach Darmstadt kam – 20 Jahre Jazzinstitut in Bessungen

Die Tage ist in den “Bessunger Neuen Nachrichten” ein (wie ich finde ein sehr schöner) Artikel von mir zum 20. Geburtstag des Jazzinstituts Darmstadt erschienen. Bei der Gelegenheit habe ich dann auch mal aufgeklärt, warum “Jazzpapst” Joachim Ernst Berendt seine Sammlung überhaupt Darmstadt überlassen hat – wo er doch gar kein Darmstädter war:

Das Jazzinstitut Darmstadt in Bessungen. Von Anfang an sei klar gewesen, dass das Kavalierhaus des ehemaligen Jagdhofs kein Elfenbeinturm werden soll, betont Direktor Wolfram Knauer.

Das renommierte, in Bessungen gelegene Jazzinstitut Darmstadt wird 20 Jahre alt. Der Keim des 1990 gegründeten Jazzinstituts wurde aber schon 1983 gelegt. Günther Metzger war Oberbürgermeister und entwickelte die Idee, die Sammlung des Internationalen Musikinstituts Darmstadt um die Jazzsammlung des Jazzkritikers und Produzenten Joachim Ernst Berendt (*1922; †2000) zu erweitern. „Jazzpapst“ Berendt war kein Darmstädter, er war von 1945 bis 1987 Redakteur beim Baden-Badener Südwestfunk (SWF, seit 1998 SWR) und weltweit einer der dienstältesten Jazzredakteure. In Darmstadt aber war SWF-Kollege Friedrich Hommel. Der Chef der Südwestfunk-Musikabteilung war zwischen 1982 und 1994 Leiter des Internationalen Musikinstituts Darmstadt. Und über diesen Kontakt kam die Sammlung nach Südhessen.

Die Berendtsche Sammlung mit Schallplatten, Büchern, Zeitschriften, Fotos und Plakaten war so erst im Internationalen Musikinstitut und 1988 Grundlage der Mathildenhöhenausstellung „That’s Jazz. Der Sound des 20. Jahrhunderts“. Das Archiv wuchs und die Stadt entschloss sich ein selbstständiges Jazzinstitut zu gründen.

Start mit Steckdosenplanung
1990 war es soweit, das Jazzinstitut Darmstadt startete mit provisorischen Räumen im John F. Kennedy-Haus, dem heutigen Literaturhaus in der Kasinostraße 3. Direktor wurde der damals 32 Jahre alte Kieler Musikwissenschaftler Wolfram Knauer. Aber der Umzug in die Bessunger Straße 88d war schon geplant. „Eine meine ersten Amtshandlungen war Steckdosen auf einem Grundriss des Kavalierhauses einzuzeichnen“, erinnert sich Knauer im Gespräch. Der Kieler, der 1989 seine Doktorarbeit über „Zwischen Bebop und Free Jazz – Komposition und Improvisation des Modern Jazz Quartetts“ geschrieben hatte, kam über eine Ausschreibung in der Wochenzeitung „Die Zeit“ auf Darmstadt. „Ich dachte, da hat jemand meinen Lebenslauf beschrieben“, erzählte der Musikwissenschaftler, als er damals die Stellenausschreibung gelesen hatte.

Lobbyarbeit für den Jazz
Das Institut bringt Theorie und Praxis zusammen. Von Anfang an sei klar gewesen, dass das Kavalierhaus kein Elfenbeinturm werden soll, betont der Direktor. „Für uns macht die Arbeit auf den unterschiedlichen Ebenen den Spaß aus.“ Das Institut ist offen für Recherchen und Anfragen. „Jeder, der irgendetwas über Jazz wissen will kommt irgendwann auf uns“, sagt Knauer. Und so kommen täglich zwischen 100 und 120 Anfragen aus der ganzen Welt über Telefon, E-Mail oder Post. Alle zwei Jahre bringt das Institut einen „Wegweiser Jazz“ heraus, mit Adressen und Informationen zum Jazz in Deutschland, eine ganz praktische Hilfe für die Musiker. Ebenfalls im zwei Jahresrhythmus tagt das Darmstädter Jazzforum. Die Vorträge werden in der Buchreihe „Darmstädter Beiträge zur Jazzforschung“ dokumentiert.

November 2006 – Jazzinstitut Direktor Wolfram Knauer stellt das Buch ‘Jazz goes Pop goes Jazz’ vor und zeigt OB und Kulturdezernent Walter Hoffmann aus dem Fundus die Trompete des Jazztheoretikers Carlo Bohländer.

Jazz ist auch immer noch aktuell, einerseits durch seine Musik, aber auch durch seine Bedeutung in der Musiktheorie. Jazz ist die Grundlage für die gesamte Pop-Musik bis hin zum Hip-Hop. Beispielsweise ist das Setzen von Riffs oder Harmonien, von Jazz-Musikern entwickelt worden. Ein Riff ist eine prägnante Ton- oder Akkordfolge wie beispielsweise der Anfang von Deep Purples „Smoke on the water“.

„Knotenpunkt im Jazz-Netzwerk“ – Lob von Nord bis Süd
Das Jazzinstitut ist nicht nur durch die vielleicht durch Lokalpatriotismus getrübte Darmstädter Brille eine tolle Einrichtung, sein guter Ruf geht von Schleswig-Holstein bis Bayern. „Das Jazzinstitut ist für den Jazz und seine gesellschaftliche Bedeutung von höchster Relevanz“, sagt Rainer Haarmann, künstlerischer Leiter von „JazzBaltica“. Beim schleswig-holsteinischen Jazzfestival „JazzBaltica“ treten seit über einem Jahrzehnt zahlreiche renommierte internationale und lokale Künstler auf. „Auch das Archiv ist von großer wissenschaftlicher Bedeutung“, sagt Haarmann. „Und jeder Austausch mit Dr. Knauer ein Gewinn.“

Lob kommt auch von der Donau. „Die geschätzten Kollegen des Darmstädter Jazzinstituts gestalten einen wichtigen Knotenpunkt im weltweit gespannten Netzwerk des Jazz“, bestätigt Sylke Merbold vom Bayerischen Jazzinstitut aus Regensburg. Merbold lobt auch das Engagement der Mitarbeiter. „Groß macht das Jazzinstitut nicht allein sein Thema, sondern auch seine rührigen Vertreter, allen voran Dr. Knauer, die ihr Thema nicht bearbeiten, sondern leben.“

Louis-Armstrong-Professur
2008 war Wolfram Knauer der erste europäische Louis-Armstrong-Professor an der New Yorker Columbia University. Die Professur ist nicht zwingend mit Jazz verbunden, der Name kommt daher, dass sie von der Louis-Armstrong-Stiftung bezahlt wird. Knauers Vorgänger waren neben Musikern auch Historiker oder Journalisten. Ziel der Professur ist Fachwissen von außen an die Uni zu bringen. Knauer hielt dort unter anderem ein Seminar zu „Jazz in Europe/European Jazz“.

„Junge Musiker sind weniger schrankenborniert“
Wer Schwierigkeiten mit Jazz hat, dem empfiehlt Knauer ein Konzert. „Jazz ist eine Live-Musik. Man tut Menschen einen Gefallen, wenn man sie mit ins Konzert nimmt.“ Jazz von CDs oder Platte sei schwerer zu erleben,weil die Musiker auf ihr Publikum reagierten. „Am Anfang des Abends wissen beide Seiten nicht, wo es hingeht.“ Daher sei es auch gut und wichtig, dass das Institut seinen eigenen Konzert-Gewölbekeller habe, betont Knauer. Dass Jazz einen elitären Ruf hatte, sei teilweise von den Musikern selbst gefördert worden, erklärt der Forscher. Auch mit Blick auf die besseren Gema-Vergütungen für E-Musik (ernsthafte Musik). „Manche haben ganz bewusst versucht sich da einzuordnen. Junge Musiker sind heute weniger schrankenborniert.“

Juli 1989 – „Das Omen“, ein Hit aus Darmstadt

Im Juli vor 21 Jahren stürmte ein Bessunger die Hitparaden. Michael Krautter, Abiturient auf der Marienhöhe (und bei mir im Jahrgang) vertrieb im Sommer 1989 mit „Das Omen“ – einer der ersten Eurodance-Hits – und seiner Band „Mysterious Art“ das schwedische Pop-Duo „Roxette“ von der Spitze der Charts. Wer von den Älteren sich erinnert: Der Song begann mit einem von Gustav Gründgens gesprochenen Mephisto-Zitat vom Band.

Michael Krautter (der Keyboarder im Video), der inzwischen mit seiner Familie in Kanada lebt und arbeitet, erinnert sich: „‚Mysterious Art‘ habe ich als Künstlernamen zum ersten Mal im April 1988 benutzt. Zwei Monate später kam Stephanie Trautmann dazu. Mit ihr entstand das Mystic-Classic-Dance Konzept von ‚Mysterious Art‘.“ Im September komponierte er dann die erste Instrumentalversion von „Das Omen“auf einem Commodore 64.

In der Aschaffenburger Diskothek „Aladins“ wurde der Song noch im gleichen Monat um Mitternacht erstmals gespielt. „Wir glaubten es kaum als der ganze Tanzboden zu beben begann und alle Teenies nach meiner Musik mit dem geheimnisvollen ‚Das Omen‘ Sprechgesang tanzten“, blickt Krautter zurück. „Ohne Frage, das war ein irres Gefühl.“ Eine Kopie der Kassette ging unter der Hand weiter und so lief „Das Omen“ bald in zahlreichen Diskotheken im Raum Frankfurt und Wochen später in ganz Deutschland. „Ohne, dass auch nur eine einzige Platte davon gepresst war“, betont der Künstler. „Ein PhänOmen“.

Es folgte ein Plattenvertrag, der Aufstieg in der Hitparade und Auftritte bei der ARD-Popmusiksendung „Formel Eins“ mit Krautter am Keyboard. „Als wir im Juli 1989 auf Platz 1 der Media Control Charts gelandet sind und neun Wochen Nummer eins blieben, haben wir natürlich alle nur gestaunt und uns riesig darüber gefreut.“

Weniger erfreut war er über seinen Vertrag, mit dem er sich über den Tisch gezogen fühlte. Der musikalische Erfolge bestehe aber noch heute, erklärt Krautter: „‚Das Omen‘ ist auch zwanzig Jahre später immer noch das einzige deutsch verlegte Werk der CBS Music Publishing Germany, das die Nummer 1 der deutschen Hitparade erreicht hat.“ Später komponierte Krautter zusammen mit Mario Habelt fast die ganze Musik der ersten Omen-LP „The Story“. Inzwischen arbeitet Michael Krautter als Informatiker in Montreal. Natürlich schaut er auch in Deutschland bei Familie und Freunden vorbei. „Was leider in den vergangenen Jahren etwas seltener geworden ist, denn Geschäft, Familie und lange Reisen sind manchmal nur schwer unter einen Hut zu bringen.“

Siehe auch: Der letzte Sommerhit der 80er – Propagandas Erben.


Der Artikel erschien im März 2009 in “Die Lokale Zeitung”. Eigentlich wollte ich damals auch den Produzenten Mike Staab befragen, hatte dann aber Michael Krautter in Kanada erreicht – und es ging ja um die darmstadtzentrierte Schlagzeile. Jetzt lese ich, dass der Produzent im Mai 2009 gestorben ist.

Nachtrag, 26.4.2014: Am 30. Mai 2011 verstarb Gitarrist Tillmann Uhrmacher. Er wurde 44 Jahre alt.

Gleisarbeiten in Bessungen und Eberstadt – Busse statt Bahnen

Da kauft die Heag klimatisierte Straßenbahnen und in der wärmsten Jahreszeit, werden diese dann nicht eingesetzt: Wie im vergangenen Jahr nutzt die Heag die verkehrsärmere Ferienzeit zur Gleissanierung in Eberstadt und Bessungen.

In der Heidelberger Landstraße werden vom 6. Juli bis Mitte August zwischen Büschel- und Seeheimer Straße auf einer Länge von rund 300 Metern die Gleise ausgetauscht, die Gleislage angepasst und die Fahrleitung erneuert. Parallel zu der Gleissanierung in Eberstadt wird in Bessungen das Gleis in der Heidelberger Straße zwischen Bessunger und Eschollbrücker Straße saniert

Straßensprerrung in Eberstadt
In Eberstadt wird die Heidelberger Landstraße für den Autoverkehr in dem Bauabschnitt ganz gesperrt sein. “Die Erfahrung hat gezeigt, dass es besser ist, in möglichst großen Abschnitten am Stück zu bauen – jede Nahtstelle ist ein potenzieller Schwachpunkt”, erklärt Heag Mobilo-Projektleiter André Dillmann. Zudem sind die Straßenverhältnisse sehr eng. “Ein schmaleres Baufeld würde die Logistik komplizierter machen und damit die Bauzeit noch verlängern”, so der Projektleiter.

Die Heidelberger Landstraße wird im Baustellenbereich für den Autoverkehr vollständig gesperrt. Büschel-, Odenwald-, Schloss-, Seeheimer- und Heidelberger Landstraße werden zu Stichstraßen. Auch bei den Parkplätzen wird es Einschränkungen geben. Zusätzliche Halteverbote wird es für die Ersatzhaltestellen in der Seeheimer Straße (Abschnitt Frankenstein – Ringstraße) sowie punktuell auch in der Ringstraße, Im Hirtengrund und vor dem Kreuzungsbereich Mühltalstraße und in der Thomasstraße geben. Die Thomasstraße wird zudem Einbahnstraße (mit Fahrtrichtung Westen).
Die Zufahrten für Rettungsfahrzeuge bleiben jederzeit bestehen. Zu Fuß sind alle Gebäude stets erreichbar. Einzelandienungen, zum Beispiel für Lieferfahrzeuge, sind nach Absprache möglich. Ab dem 27. August kann der Autoverkehr wieder wie gewohnt fließen.

Busse statt Bahnen – Keine Fahrräder mitnehmen
Die Straßenbahnlinien 7 und 8 werden zwischen den Haltestellen “Luisenplatz” und “Frankenstein” auf Busse umgestellt und in einem Ringverkehr durch Eberstadt geführt. Dabei kommt es zu Fahrplan- und Taktänderungen. Die Straßenbahnlinien 1 und 6 werden eingestellt. Die Buslinien NE, NB und P verkehren regulär. Die Linie EB fährt weitestgehend wie gewohnt. Für die Linie 7 wird die Haltestelle “Wartehalle” Richtung Luisenplatz nördlich der Thomasstraße verlegt. Aus Kapazitätsgründen können in den Ersatzbussen keine Fahrräder mitgenommen werden.

Linienänderungen zwischen 6. Juni und 15. August
Linie 1: Kein Betrieb. Ersatz bieten die Linien 7 und 8. Zum Hauptbahnhof umsteigen an der Haltestelle “Rhein-/Neckarstraße”, verdichteter Takt zwischen “Rhein-/Neckarstraße” und “Hauptbahnhof”.

Linie 5: Taktausdünnung – Montag bis Frreitag alle 15 Minuten.

Linie 6: Kein Betrieb. Ersatz bieten die Linien 7 und 8.

Linien 7/8: Busersatzverkehr zwischen Luisenplatz und Frankenstein. Zwischen Hofgasse und Luisenplatz sowie zwischen Frankenstein und Am Hinkelstein verkehren wie gewohnt Straßenbahnen. Fahrgäste der Linien 7/8 müssen daher gegebenenfalls zweimal umsteigen. Das Umsteigen erfolgt an denselben Haltepositionen. Die Straßenbahnlinie 8 verkehrt im nördlichen Abschnitt Hofgasse – Luisenplatz -Rhein-/Neckarstraße – Hauptbahnhof.

Busersatzverkehr in Eberstadt – Keine Haltestelle “Kirche” und “Modaubrücke”
Die Busse verkehren zwischen den Haltestellen “Wartehalle” und “Frankenstein” im Ringverkehr und halten Richtung Luisenplatz auf Höhe der Haltestellen “Schlossstraße” und “Odenwaldstraße”. Richtung Frankenstein halten die Busse an den Haltestellen “Modaubrücke”, “Alte Post” und “Walther-Rathenau-Straße” der Linie P, weitere Haltestellen im Linienverlauf sind “Grenzallee”, “Klinikum”, “Friedhof” und “Frankenstein”. Die Straßenbahnhaltestellen “Kirche” und “Modaubrücke” entfallen.
Die Umsteigemöglichkeit an der Eberstädter Wartehalle bleibt erhalten. In dem übrigen Streckenabschnitt halten die Busse meist am Fahrbahnrand.Insbesondere in den Hauptverkehrszeiten kann es wegen der engen Straßen zu Verspätungen kommen.

Gleisschleifarbeiten Frankfurter Straße
Hinzu kommen noch von Dienstag (6.) bis einschließlich Freitag (9.) Gleisschleifarbeiten in der Frankfurter Straße zwischen den Haltestellen “Willy-Brandt-Platz” und “Rhönring”. Diese Arbeiten sind nur in verkehrsärmeren Zeiten möglich und finden daher von zirka 20 Uhr abends bis 6 Uhr morgens statt.

Neuer Blick auf Bessungen

Am Samstag wurde der Neubau der Schader-Stiftung in der Goethestraße offziell eingeweiht, mit großem Fest, Tag der offenen Tür und ein paar tatsächlich kurzen Reden. Bei dieser Gelegenheit durfte man an dem Samstag auch auf das Gebäudedach und in den Garten der gegenüber liegenden Schader-Galerie. Da die Kreuzung Wilheminen-, Goethe-, Karl- und Klappacherstraße auf einem Hügel liegt, wird man von einem Ausblick bis nach Rheinland-Pfalz überrascht – wenn die Luft klar ist (deshalb dazu kein Bild).

Das neue Stiftungszentrum der Schader-Stiftung in der Goethestraße 2, geplant vom Darmstädter Architekturbüro Kramm und Strigl.

Blick vom Bürgersteig in der Wilheminenstraße auf das Stiftungszentrum.

Die Karlstraße in Richtung Innenstadt.

Das Ornament über dem Fensterbogen schräg gegenüber in der Karlstraße war für mich eine Überraschung, als ich in die Gegend schaute. Das sieht man von unten so gar nicht.

Blick in Richtung der Hochschule Darmstadt.

Blick vom Gärtchen der Schader-Galerie zum Stiftungszentrum.

Warten auf die Kerb

Es ist wieder soweit, die sechste Jahreszeit beginnt, ab Freitag ist wieder Kerbenzeit (Kerb kommt von Kirchweihe). Eberstadt macht dieses Wochende in Darmstadt den Anfang, Donnerstag war schonmal alles aufgebaut, los geht es morgen abend.

Danach kommen die Kerben im Wochentakt in den Stadtteilen Wixhausen (28.8.-31.8.), Waldkolonie (28.8.- 30.8.), Heimstättensiedlung (4.9.-7.9.), Martinsviertel (11.9.-14.9.), Bessungen (18.9.-21.9.) und, mit etwas Abstand, Arheilgen (30.10.-03.11.)

„Für Sie mag das ein blödes Formular sein, für mich ist es das Leben“ – Jugendtheater inszeniert Gefahr der Verwaltung

„Kein Eintritt ohne Gürtel“ steht auf einem Schild im Saal der Petrusgemeinde, „Kein Ausgang“ klebt auf der Tür und an der Wand mahnen weitere Schilder unter anderem seine Adoptionspapiere bereit zu halten. Die Jugendtheatergruppe „Spielbar“ der Petrusgemeinde gab vor rund 90 begeisterten Zuschauern Ramon Piersons Bürokratie-Groteske „Virtual Reality“.

Eigentlich will Nina Otis (gespielt von Lilli Lander) nur eine Genehmigung vom Amt, um auf der Straße musizieren zu dürfen. Aber für die Sachbearbeiterinnen sind die Formulare wichtiger als Logik. „Für Sie mag das ein blödes Formular sein, für mich ist es das Leben“, fertigt Frau Dohlen (Lisa Auerbach) die Blümchenkleidträgerin ab. „Sie haben ein Problem, ich habe das System.“ Bei dem alle Wartenden mitmachen, weil es ja schon irgendwie richtig sein muss, sich irgendwer ja was dabei gedacht haben wird.

Eva Tarr (Martha Westhoff-Rippel) verwandelt Nina Otis (Lilli Lander) in eine Bürokratin.[/caption
Während der Antragstellung geht Ninas Ausweis verloren, wegen einer absurden Bearbeitungsgebühr hat sie kein Geld mehr und wird zur mittellosen Asylsuchenden. Weil Mittwoch ist, kommt sie in der Behördenlogik aus Afrika – weil Mittwochs Afrikaner vorsprechen. „Ich bin keine Afrikanerin“, erklärt Otis und verweist auf ihre Hautfarbe. „Wir dürfen aber nicht über die Hautfarbe anderer Personen diskutieren“, verzerrt die Sachbearbeiterin den Schutz vor Diskriminierung zur zulässigen Drangsalierung. Nina Otis bekommt schließlich Hilfe von Eva Tarr (Martha Westhoff-Rippel): „Die fürchten sich doch vor jemanden, der Autorität hat.“ Und so dreht Nina mit Brille, Köstüm und Klemmbrett den Spieß um.

Das Stück kritisiert Bürokratie und Verwaltungsvorschriften, die schnell zu den wahren Herrschern werden. Die Anspielungen – unter anderem mit A-Plaketten – auf reale Systeme wie den Nationalsozialismus wirken etwas holzhammerhaft. Auch ohne das wird deutlich, dass wir auch heute nicht vor Vorschriftenwahn sicher sind, wie beispielsweise Anti-Terrorismus-Sicherheitsbestimmungen zeigen. [caption id="attachment_17586" align="aligncenter" width="594"] Eva Tarr beobachtet Nina Otis, die den Spieß umdreht und die Sachbearbeiterinnen (Lisa Auerbach, Laura Theiß, Ann-Cathrin Hartmann, Svenja Adrian) antreten lässt.