Doping im Fußball

Der ehemalige Profi-Fußballer Lotfi El Bousidi über seine Diplomarbeit zu Doping im Fußball.

Da wurde im ARD-WM-Studio nach dem Schweden-England-Spiel das Thema Doping kurz gestreift. Und der Experte sagte sinngemäß, dass er als Trainer nur mal damit zu tun hatte, weil ein Spieler mal aus Versehen „Aspirin complex“ genommen habe.

Klar, dass kein Aktiver gerne über Doping in seiner Sportart redet. Nur wirkte der Verweis auf „Aspirin complex“ für mich so, als solle das Thema lächerlich gemacht werden. Sowas wie „Aspirin complex“ kennt jeder, erhält man ohne Rezept und dann kommt doch die „Wenn sowas schon ein Dopingmittel ist, dann wird da wohl übertrieben“-Denke. (Das Problem bei „Aspirin complex“ ist, dass da Pseudoephedrin drin ist und man durch „ich habe doch nur ‚Aspirin complex‘ genommen“ verschleiern könnte, dass man Pseudoephedrin genommen hat.)

Dabei wird im Fußball gedopt, da gibt es klare Hinweise.

Allgemeine Zeitung Mainz: Mainzer Ex-Profi Lotfi El Bousidi hat eine wissenschaftliche Arbeit über Doping im Fußball geschrieben – So gaben von den von mir befragten deutschen Profis mindestens rund 10 und höchstens 35 Prozent an, in den vergangenen zwölf Monaten Mittel zur Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit eingenommen zu haben, die nur beim Arzt, in der Apotheke oder auf dem Schwarzmarkt zu bekommen sind – also Dopingmittel.

Es heißt auch gerne, im Fußball komme es auf so vieles an, da bringe Doping nichts, weil man Verbesserungen auf der einen Seite mit Verschlechterungen auf der anderen bezahlen würde.

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EU fragt nach der Sommerzeit

Die EU-Kommission fragt die Bürger zur Sommerzeit.

Die EU-Kommission befragt das Volk zu Sommerzeit. Die Adresse dazu ist https://ec.europa.eu/eusurvey/runner/2018-summertime-arrangements?surveylanguage=DE – wenn der Server nicht gerade überlastet ist.

Ich war ja jahrelang gegen die Sommerzeit, weil die Uhrumstellerei Aufwand macht, keine Energie gespart wird und ich nichts davon habe, dass die Stunde die mir im Frühjahr genommen wird, im Herbst wieder da ist.

Dann aber hatte schon vor zwei Jahren der Astronom Florian Freistetter was zur Sommerzeit geschrieben. Weiterlesen →

In 14.000 Fällen gegen das Arzneimittelgesetz verstoßen: 12 Jahre Haft

Der Prozess gegen den Bottroper Apotheker dem vorgeworfen worden war, Krebsmedikamente zu niedrig dosiert zu haben, ist zuende.

correctiv.org: Apotheker wegen gepanschten Krebsmedikamenten zu 12 Jahren Strafe verurteilt– Wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz in knapp 14.500 Fällen und Betrug in 59 Fällen wird der Apotheker zu zwölf Jahren Strafe verurteilt. Er wird aber nicht wegen Mordes, Körperverletzung oder dem jeweiligen Versuch verurteilt. (…) Statt wie in der Anklage formuliert, 56 Millionen Euro, berechnet das Gericht 17 Millionen Euro Schaden, die der Angeklagte zahlen muss. Der Richter Johannes Hidding verhängt zudem ein lebenslanges Berufsverbot als Apotheker.

Der Fall war vor einer Wirtschaftskammer verhandelt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte vor allem gewerbsmäßigen Betrug angeklagt, versuchte Körperverletzung und Verstöße gegen das Arzeneimittelgesetz.

Correctiv.org hatte ausführlich über das Verfahren und Betroffene berichtet.

Correctiv-Chef David Schraven kennt den Apotheker von früher und erinnert auch daran in seinem Kommentar.

David Schraven: Peters Opfer und Peters Wahrheit – Ich sehe den Jungen, der schräg hinter mir in der Schulbank sitzt. (…) Es gab einen Geburtstag, den hat er mit seinen Eltern in einer Eisdiele gefeiert und die Gäste, Schulfreunde, wurden von der Straße hereingeholt, als sie vorbeigingen. Sie bekamen ein Eis spendiert. (…) Er hat Medikamente gepanscht. Er hat Ausreden suchen lassen von seinen Anwälten. Er hat seine Familie ruiniert. Er hat sein Erbe ruiniert. Er hat sein Leben ruiniert. Und er hat die Leben von unzähligen Menschen zerstört, die gehofft haben auf Heilung. (…) Ich habe das Kind gesehen, das in einem Foto auf der weißen Tischdecke im Wohnzimmer die verlorene Mutter suchte. Ich habe den Mann gesehen, dessen Frau gestorben ist (…)

Erik Schreibers Phantastischer Bücherbrief

Erik Schreibers Phantastischer Bücherbrief ist ja im doppelten Sinne phantastisch. Klar, einmal geht es um phantastische Literatur. Aber der Newsletter in dem Erik Schreiber seine Buchbesprechungen zusammenfasst, erscheint jeden Monat. Und das finde ich schon toll. Ich habe da schon einige Geburtstagsgeschenke gefunden.

Der Bücherbrief ist ein kostenloses PDF zwischen 15 und 50 Seiten, das es auf verschiedenen Websites gibt, unter anderem beim „Science Fiction Treff Darmstadt“, den „Phantanews“ oder „Homo Magi“.

Nachtrag 2021: Mit der Nummer 700 ist nun der letzte Bücherbrief erschienen.

Frankreich wieder gegen den Rest der Welt auf Arte

„Frankreich gegen den Rest der Welt“, die zweite Staffel auf Arte.

Und ein weiteres Mal steht „Frankreich gegen den Rest der Welt“, wie ich gerade feststelle. Die zweite Staffel der etwas schrägen Agentenserienparodie (ja, Parodie und schräg) läuft zur Zeit bei Arte und steht auch dort in der Mediathek.

Die Folgen sind nur so um die 30 Minuten lang, aber das hat auch Vorteile, weil der etwas skurile Humor auch nicht unbedingt 45 Minuten oder länger tragen würde.

Wer es eher klassisch mag, findet bei Arte auch „Mit Schirm, Charme und Melone“-Folgen, aber es sind zur Zeit die „New Avengers“ aus den 70ern.

(Irgendwie finde ich den deutschen Titel „Mit Schirm, Charme und Melone“ ja passender als „The Avengers“, selten, dass eine so freie Umbenennung gelingt.)

Rosinenpickerei bei den „Star Wars“-Legends

Thrawn von Timothy Zahn (2017)„Thrawn“
von Timothy Zahn (2017)

Amazon-Affiliate-Link

Langsam ärgere ich mich darüber, was Disney mit den „Star Wars“-Fans  macht. Da kauft man die Rechte von George Lucas und deklariert alles (das „Expanded Universe“ aus Büchern und Comics) außer den sechs Filmen zu „Legends“. Um dann sein neues kanonisches Star-Wars-Universum aufzubauen. Ok. Als ich das mitbekam, verstand ich das ja noch, denn durch die vielen Geschichten gibt es doch sehr viele Vorgaben. Und ob man da überhaupt noch was neues ohne große Brüche oder Logikfehler korrekt einbauen kann, halte auch ich für schwierig.

Aber eine Sache hätte man übernehmen können, nämlich die „Erben des Imperiums„-Trilogie von Timothy Zahn. Die war in den 1990ern erschienen und quasi der Ursprung des Expanded Universe. Sie war eine eine schlüssige und gute Fortsetzung nach der „Rückkehr der Jedi-Ritter“. Und mit Großadmiral Thrawn gab es einen imperialen Gegenspieler, der es drauf hatte und ganz anders als Darth Vader und Imperator Palpatine war. (Das ab 2012 erschienene deutschsprachige „Erben des Imperiums“-Hörspiel ist übrigens richtig klasse, da die deutschen Sprecher für Leia, Luke und Han engagiert wurden. Leider scheint es so zu sein, dass zur Zeit nur Teil Eins als komplette Box (Affiliate-Link) noch angeboten wird.)

Thrawn-Trilogie„Erben des Imperiums“,
die erste Thrawn-Trilogie von Timothy Zahn (1991)

(Amazon-Affiliate-Link)

Aber gut, ich hatte ja Verständnis dafür, dass Disney neu starten wollte. Kein Verständnis hatte ich dann aber  Weiterlesen →

Hessen, Gotham, Palantir und ein Untersuchungsausschuss

Ein Palantir ist im „Herrn der Ringe“ eine dunkle Kugel mit der man gucken kann, was andere Palantire sehen. Palantir ist aber auch der Name einer US-Firma, die Software zur Datenanalyse verkauft.

Jetzt hat der hessische Landtag einen Untersuchungsausschuss, der prüfen soll, ob die schwarz-grüne Landesregierung mit dem nicht ausgeschriebenen Kauf der Analysesoftware „Gotham“ der Firma „Palantir“ gegen Vergaberecht verstoßen hat.

Aber: Ob korrekt beschafft oder nicht, der hessische Name für die Software geht ja mal gar nicht, lieber Innenminister: Die Analysesoftware „Gotham“ heißt in ihrer hessischen Version „HessenData“. Was ist denn das für ein inspirationsloser Name? „Palantir“ hat sich nach den ‚sehenden Steinen‘ im „Herrn der Ringe“ benannt, „Gotham“ heißt die Stadt (die New York darstellen soll) in den Batman-Comics – und in Hessen heißt diese Software „HessenData“? Warum nicht „Bankfurt“, „Krankfurt“ oder „Mainhattan“? Etwas mehr Humor bitte und an die Popkultur denken.

Und nun zum Untersuchungsausschuss. Immer gut, wenn Weiterlesen →