Pabstbesuch in Schneppenhausen

Das Papamobil ist rot, der Pabst heißt mit Vornamen Dieter und ist stellvertretender Kreisbrandinspektor.

Das klang nach Sensation, was die Stadt Weiterstadt diese Woche per Pressemitteilung angekündigt hatte: Der Papst kommt am Samstag nach Schneppenhausen, um den Weiterstädter Stadtteil zu St. Schneppenhausen zu machen. Tatsächlich läutete auch die alte Schulglocke und es kam dann auch ein Pabst …

Echo online: Schneppenhausen wird doch nicht heilig gesprochen

Zitat

„Journalismus heißt, etwas zu drucken, von dem jemand will, dass es nicht gedruckt wird. Alles andere ist Public Relations.“
angeblich von George Orwell, ist aber nicht belegt

Sozialindex und Wahlbeteiligung OB-Wahl 2017

Grob gesagt zeigt die Karte links arme (orange) und reiche (grün) Bezirke in Darmstadt. Die rechte Karte zeigt Wahlbezirke mit hoher (grün) und niedriger (orange) Wahlbeteiligung bei der OB-Wahl 2017. Die Farben hatte der Sozialatlas vorgegeben, sie sind nicht politisch zu sehen.

Da habe ich gestern abend mal was spontan zusammengefrickelt – deswegen sieht die Grafik auch so lausig aus, wie sie aussieht. Von den drei Eigenschaften „schnell“, „preiswert“ und „gut“ gibt es halt immer nur zwei auf einmal.

Meine Arbeitshypothese war, dass niedrige Wahlbeteiligung zusammen mit ungünstigem (hohem) Sozialindex und umgekehrt korrelieren. Ich habe also die Wahlbezirke mit den relativ höchsten (grün) und niedrigsten (orange) Wahlbeteiligungen bei der Oberbürgermeisterwahl 2017 eingefärbt und diese „Karte“ neben die Sozialindex-Karte aus dem Darmstädter Sozialatlas von 2013 (einen neueren gibt es nicht) gestellt. Und so ist es dann auch.

Das ist natürlich nicht so neu, bei der Bundestagswahl 2013 (Studie Prekäre Wahlen) war so ein Zusammenhang unter anderem mit den Stadtteilen Köln-Chorweiler und Köln-Hahnwald hergestellt worden. 

Kölner Stadtanzeiger: In Chorweiler sind Wahlen kein Thema

Kein verkaufsoffener Sonntag am 2. April in Weiterstadt – Überlegungen

Am 2. April 2017 bleiben die Geschäfte in Weiterstadt geschlossen. (Archivfoto)

Am Sonntag (2.) wird es keinen verkaufsoffenen Sonntag in Weiterstadt geben, der hessische Verwaltungsgerichtshof hat einen Antrag der Stadt Weiterstadt abgelehnt. Und der VGH geht sogar noch weiter als das Verwaltungsgericht Darmstadt. Das hatte noch erlaubt, dass einige Läden aufmachen.

Echo online: Kein verkaufsoffener Sonntag in Weiterstadt

Rückblick
Damit hat sich die Rechtsprechung seit 2013 deutlich verändert. Für den 6. Januar 2013 hatte die Stadt Weiterstadt vor vier Jahren eine Sonntagsöffnung erlaubt und erstmals hatte damals die „Allianz für einen freien Sonntag“ (Gewerkschaften und Kirchen) widersprochen. Damals dachte ich aber schon, dass die Sonntagsallianz den Hebel gegen die von ihr ungeliebten Sonntagsöffnungen gefunden hat: Denn das Gesetz verlangt einen Anlassbezug. Damals wurde in einer VGH-Eilentscheidung jedoch die Sonntagsöffnung erlaubt.
Aber der 6. Januar war kein besonderer Tag, es war der erste Sonntag nach Silvester, eine gute Gelegentheit weihnachtliche Geldgeschenke auszugeben; Heilige Drei Könige ist hier in Hessen auch kein Feiertag. Mit dem heutigen Wissen ist die VGH-Entscheidung für mich allerdings unverständlich, denn damals galt auch schon das hessische Ladenöffnungsgesetz. Es verlangt für eine Sonntagsöffnung, dass es eine Veranstaltung (Markt, Messe oder Fest) gibt, die von sich aus viele Besucher anlockt – und die dann um eine Sonntagsöffnung ergänzt werden kann. Eine reine Sonntagsöffnung, die sehr wahrscheinlich auch alleine viele Kunden anzieht, ist keine Veranstaltung im Sinnes des Gesetzes.

Unklares Gesetz
Allerdings sind ein ganzer Satz Details in dem Gesetz nicht geregelt, sodass die Gerichte ran mussten und nach und nach durch Urteile die Bedingungen für eine Sonntagsöffnung aus dem Gesetzestext ableiteten. Wäre das Gesetz eindeutiger formuliert gewesen, hätte das Kommunen, Gewerbevereinen und der Sonntagsallianz (und den Gerichten) viel Zeit und Geld für Anwälte gespart. Und man wäre schon 2013 soweit gewesen wie jetzt.
Und so guckten die Gerichte in den folgenden Jahren dann immer genauer. Sie guckten beispielweise, wie weit der Anlass von den Geschäften entfernt ist, da im Gesetz steht, dass die Sonntagsöffnungen auf einen Teil des Orts beschränkt werden können. Und dann ging es auch noch um die Relation zwischen Anlass- und Verkaufsflächen. Womit eine Kerb kein Grund mehr sein wird, ein deutlich größeres Einkaufszentrum zu öffnen.

Überlegungen
Damit wird das – meiner Einschätzung nach – für Kommunen wie Weiterstadt (25.000 Einwohner, Flächenkommune mit fünf verteilten Stadtteilen) sehr schwer nochmal einen verkaufsoffenen Sonntag durch die Gerichte zu bekommen. Die traditionellen Veranstaltungen sind in den alten Ortskernen, aber die Läden, die man öffnen will, sind in den umliegenden Gewerbegebieten (was ja von der Regionalplanung auch gewollt ist). Wenn, dann haben eigentlich nur noch große Städte mit Innenstadtgeschäften eine Chance eine Innenstadtveranstaltung als rechtskonformen Anlass durchzusetzen. Wenn ich auf Darmstadt schaue, scheint es mir so zu sein, dass Sonntagsöffnungen nur noch zum Heiner- und Schlossgrabenfest gerichtsfest sind – das sind große Feste, es kommen ganz viele Menschen und Läden sowie Feste sind in der Innenstadt. Aber: Eine Frankfurter Sonntagsöffnung zur Buchmesse im Oktober 2016 war von den Gerichten auch kassiert worden.

„Buffy, the Vampire Slayer“ wird 20 Jahre alt

Anfangssequenzen aller „Buffy“-Staffeln

Oh, die taz erinnert mich daran, dass eine meiner Lieblingserien, „Buffy, the Vampire Slayer“, 20 Jahre alt wird. Weia, das heißt ja auch, dass ich … ok. Ich sollte mir neue Lieblingsserien zulegen, dann ist der Altersabstand wieder kürzer.

Die Serie hieß bei uns „Buffy, im Bann der Dämonen“, was es eigentlich besser trifft, denn im Laufe der sieben Staffeln, ging es nicht nur gegen Vampire. Die Serie lief damals ein Jahr nach dem Debut in den USA ab 1998 auf Pro 7 – am Nachmittag, ich meine, es war samstags. Bis der Sender merkte, dass das in den USA gar keine Kindersendung ist und die Serie dann – ich glaube ab 2001 – dann Mittwochabend lief.

Das gute an „Buffy“ war zum einen der Humor, der durchblicken ließ, dass die Serie sich selbst nicht so ernst nimmt. Das andere war der über eine Staffel locker gespannte Handlungsbogen. Anders als heute bei so einigen Serien, musste man nicht jede Folge gucken, um den Überblick zu behalten, da die Rahmenhandlung nur langsam voranging, während das „Monster of the Week“ zur Strecke gebracht wurde.

Dann gab es auch immer wieder gute Ideen, wie die Musicalfolge „Once more, with feeling“. Oder die Folge „Hush“ in der so gut wie gar nicht gesprochen wird. Gut gefallen haben mir auch die finalen Folgen ab Staffel drei (der Bürgermeister mutiert zu einem Dämon), vier (da sollte man die letzten drei Folgen gucken) und fünf (da wird eine Göttin auch für den Zuschauer gut ausgetrickst).

Auch plante Autor Joss Whedon über die einzelne Staffel hinaus. Eine Szene in der dritten Staffel löst sich erst in der fünften auf. Und in der fünften haben auch die Zuschauer dadurch erstmal was zum nachdenken, denn es gibt eine neue Figur, die aber angeblich schon immer da war …

Auch dass es plötzlich mehr als eine Vampirjägerin gibt, wird in der ersten Staffel angelegt. Da man damals noch nicht mal eben im Internet nachschaute, wie denn die Serie in den USA weiterläuft, waren das Ende der 5. Staffel und die 6. Staffel etwas seltsam für mich. Aber wie ich später erfuhr, sollte die Serie mit der 5. Staffel enden (weswegen die Gegnerin eben die schwer zu toppende Chaos-Göttin „Glory“ war). Und was sollte man da in der 6. Staffel noch draufsetzen? Also gab es in Staffel sechs einen Satz Alltagsprobleme, bis Willow aufdreht.

Tja, mit der 7. Staffel war dann im TV doch Schluss. DIe Serie ging dann als Comic weiter. Nur müssen mir bei Comics auch die Zeichnungen gefallen und nicht nur die Handlung, weswegen die Hefte nichts für mich waren.

Den Titelsong spielt übrigens eine Band names „Nerf Herder“, was ein ziemlicher Insider-Name ist. „Nerf Herder“ ist ein Begriff aus Star Wars. Prinzessin Leia nannte Han Solo in „Das Imperium schlägt zurück“ einen „Nerf Herder“, was auf Deutsch mit „Wookie-Treiber“ übersetzt wurde.

Hans Walsers Würfelwelt

Die Welt als Würfel ist mehr als eine Spielerei, sie ist eine verzerrungsärmere Darstellung.

Weltkarten sind immer verzerrt, weil man eine Fläche nicht gleichmäßig auf einer Kugel verteilen kann. Eine Lösung bietet die „gnonomische Projektion“. Samstag war das ein Thema auf dem Schülertag des 20. Forums „Begabungsförderung Mathematik“.

Echo online: „Wir packen die Welt in einen Würfel.“

Unter www.walser-h-m.ch kann man auch PDF-Vorlagen für die Würfelwelt herunterladen.

Darmstadt und Offenbach (Link)

Das Gekabbel zwischen Darmstadt und Offenbach ist wohl älter als ich gedacht habe, wie ein Artikel der Offenbach Post zeigt:

„Seit Jahren schon werden mir Klagen einzelner junger Leute aus dem Kreise Offenbach, welche ihre Dienstpflicht in Darmstadt erfüllen müssen, vorgetragen, die darin gipfeln, daß sie ganz besonders deshalb, weil sie aus Offenbach sind, in der unerhörtesten Weise drangsaliert und gepeinigt werden.“

Der Reichstagesabgeordnete Carl Ulrich im Jahr 1893. 1919-1928 war er der erste Ministerpräsident des Volksstaates Hessen.

Deutungshoheit gewinnen und von den Tatsachen ablenken

We’re not at war with the administration, we’re at work. Marty Baron, Washington Post-Chefredakteur
Inzwischen zeigen die USA sehr schön was mit solchen Behauptungen im Stile „You are fake news!“ versucht wird: Deutungshoheit gewinnen und von den Tatsachen abzulenken.

Denn die Taktik dahinter ist: Wenn der eine sagt, dass das Glas kaputt sei und der andere, dass es voll sei, dann neigt man dazu, erstmal halbvoll zu glauben. Damit hat aber der, der das Glas kaputt gemacht hat, schon gewonnen. Nur gibt es keinen Mittelweg zwischen voll und kaputt. 

Leider ist es nicht immer so einfach wie in dem Glasbeispiel und das gibt Trump, Spicer & Co. den Spielraum, den sie brauchen.