Löwenbrunnen: Zement raus und Blei rein

Restauratorin Jennifer Weber und Steinmetz Tobias Jung (Restaurationsunternehmen Steyer aus Niedernhausen) entfernen Kalk und Zement im Löwenbrunnen.

Das Gute an meinen Gerichtsterminen ist, dass ich so regelmäßig den Löwenbrunnen auf dem Mathildenplatz sehe. Und damit auch, wenn an dem Restaurationsobjekt wieder gearbeitet wird.

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Die gekalkten Sandsteinlöwen vom Mathildenplatz

Der Löwenbrunnen auf dem Mathildenplatz hieß früher Luisenbrunnen. Er stand auf dem Luisenplatz, bis da der Lange Ludwig gebaut wurde.

Ein Bauzaun umschließt den Löwenbrunnen auf dem Mathildenplatz schon länger. Ich habe mal nachgefragt, warum die Sanierung nicht vorankommt. Es ist jedenfalls kompliziert.

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Was wie abgeplatzt aussieht, ist eine Kalkschicht, die eigentlich auf dem Sandsteinlöwen nicht sein sollte.

Arheilger Löwenbrunnen eingeweiht

Der Stadtteiljubiläumsverein Arheilgen und der Sponsor Sparkasse besuchten im August 2011 den Bildhauer Detlef Kraft (links) in seiner Werkstatt.

Auch Kunst braucht ihre Zeit in Darmstadt. Im Februar 2011 hatte der Bildhauer Detlef Kraft angefangen eine Löwenskulptur für den Arheilger Löwenplatz anzufertigen. Jetzt wurde der Brunnen am Samstag eingeweiht. Allerdings war das schon für 2012 angekündigt:

Im letzten Arbeitsschritt wird im Spätsommer die Brunnenfigur auf dem Platz installieren

Den Brunnen hatte der damalige Oberbürgermeister Walter Hoffmann den Arheilgern beim ersten „Neue Wege in Arheilgen“-Baustellenfest zugesagt. Der Platz hinterm „Goldnen Löwen“ sei zu leer, fand der OB damals im Juni 2009 und versprach sich für einen Brunnen einzusetzen.

Der Löwe auf dem Brunnen ist das Ergebnis einer Jury- und Bürgerentscheidung zwischen drei Entwürfen (Löwe, Hexe, weißer Granitblock). Von 500 Bürgern hatten 240 für den Löwen gestimmt.

Bildhauer Detlef Kraft, der 1980 von Berlin über Brauchschweig mit 30 Jahren nach Darmstadt kam, nutzte für die korrekte und wirkungsvolle Löwendarstellung Fotos vom „König der Tiere“ aber auch dessen Knochen. „Ich habe so eine kleine naturkundliche Sammlung“, schildert er. Die Knochen stammten von einem Löwen eines kleinen Wanderzirkus‘ und Kraft jobbte damals in den Semesterferien bei einem Tierpräparator.