Wolfgang Bosbach-Zitate

Der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach sprach am 2. Oktober in der Orangerie zum Tag der Deutschen Einheit.

„Pünktlichkeit ist im Rheinland keine Tugend. Denn wenn man pünktlich ist, ist ja keiner da, der das würdigen kann.“

„Es läuft für Politiker gut, solange sie keine Politik machen.“

„Wie viel Mal am Tag greifen wir zum Smartphone? Meine mittlere Tochter, Jahrgang 1992, würde sagen: ‚einmal‘.“

Echo online: Wolfgang Bosbach verbindet in Darmstadt Witz und Ernst (€)

Wolfgang Bosbachs „Es läuft für Politiker gut, solange sie keine Politik machen“ bezog sich auf Emmanuel Macron, der in den Umfragen von 70% in den Keller rauschte, nachdem er mit seinen Reformen angefangen hatte (siehe Gelbwesten).

Es zeigt aber auch das Dilemma. Denn man kommt als Regierung am einfachsten in die zweite Legislaturperiode, wenn man nur das Pflichtprogramm absolviert. Sobald man aktiv wird, wird es nämlich schwierig. Das zeigt sich auch hier in Darmstadt. Die ersten fünf, sechs Jahre Grün-Schwarz war nicht viel gemacht worden. Überproportional Stimmenverluste gab es eigentlich nur in Arheilgen (wegen der Verkehrsführung bei Merck) und im Paulusviertel (wegen der Lichtwiesenbahn).

Nur steht die Welt um Darmstadt herum ja nicht still und der Zahn der Zeit nagt weiter an städtischen Gebäuden, sodass man irgendwann was tun muss. Und dann kommen auch noch so Bürger und zetteln einen Radentscheid an …

Nachtrag:

Echo online: Bürgerumfrage zeigt leicht abnehmende Werte – Man weiß nicht, was es war, aber irgendwas muss zwischen 2015 und 2018 passiert sein (…)

Da haben wir es: Die Stadtregierung hat nach der Kommunalwahl 2016 angefangen zu regieren, bzw. anfangen müssen.

Dummbeutel sind gleichmäßig verteilt

Peer Steinbrück (SPD) hatte mal was kluges gesagt, und auch wenn das nun 16 Jahre her ist, stimmt es nach meinen Erfahrungen – aus der Kommunalpolitik – immer noch:

Ministerpräsident Peer Steinbrück im Düsseldorfer Landtag am 15. Mai 2003: Vor dem Hintergrund der Erwartung der Menschen, dass wir eine ernsthafte Debatte führen, darf nicht das alte Debattenmuster nach dem Motto gelten: Diejenigen, die klug und gut beraten sind, und diejenigen, die die Dummbeutel sind, sind sehr einseitig verteilt. Die Häufigkeitsverteilung in den Parteien ist nämlich ziemlich gleichmäßig.

Der „Neue Politikstil“ im Bauausschuss

Solche Sätze will ich von keinem Stadtverordneten hören! Egal von welcher Partei. Denn sowas ist meiner Meinung nach eine grundsätzlich falsche Haltung eines Parlamentariers.

Wenn der Magistrat etwas mitgeteilt hat, gibt es keine Nachfragen, Punkt.

Das Parlament kontrolliert die Regierung und das hier zeugt von einer grundsätzlich falschen Haltung.

Und wenn ich mich daran erinnere, wie dieser Stadtverordnete in den 90ern dem Stadtverordnetenvorsteher auf die Nerven ging, dann bin ich auch etwas enttäuscht.

Siehe auch: Der „Neue Politikstil“ im Bauausschuss – Die Rechtslage

Deutungshoheit gewinnen und von den Tatsachen ablenken

We’re not at war with the administration, we’re at work. Marty Baron, Washington Post-Chefredakteur
Inzwischen zeigen die USA sehr schön was mit solchen Behauptungen im Stile “You are fake news!” versucht wird: Deutungshoheit gewinnen und von den Tatsachen abzulenken.

Denn die Taktik dahinter ist: Wenn der eine sagt, dass das Glas kaputt sei und der andere, dass es voll sei, dann neigt man dazu, erstmal halbvoll zu glauben. Damit hat aber der, der das Glas kaputt gemacht hat, schon gewonnen. Nur gibt es keinen Mittelweg zwischen voll und kaputt. 

Leider ist es nicht immer so einfach wie in dem Glasbeispiel und das gibt Trump, Spicer & Co. den Spielraum, den sie brauchen.

Lebt nicht das Leben eines anderen

“Eure Zeit ist begrenzt. Vergeudet sie nicht damit, das Leben eines anderen zu leben. Lasst euch nicht von Dogmen einengen – dem Resultat des Denkens anderer. Lasst den Lärm der Stimmen anderer nicht eure innere Stimme ersticken. Das Wichtigste: Folgt eurem Herzen und eurer Intuition, sie wissen bereits, was ihr wirklich werden wollt.”

Steve Jobs in einer Rede vor Studenten in Stanford 2005

Nachtrag: Dieser Satz aus dem Mund eines Chefs hat natürlich eine gewisse Ironie. 1. Ein Chef erwartet, dass andere ihr Leben zugunsten seines Willens mehr oder weniger aufgeben. 2. Würden alle ihr Leben leben, wäre er kein Chef mehr, weil sich keiner was vom anderen sagen lassen würde.