Friedrich Nietzsche und das größte Übel: Die Hoffnung

Der Philosoph Friedrich Nietzsche hat bei einer Überlegung um die “Büchse der Pandora” einen interessanten Gedanken.

In der griechischen Sage geht es darum, dass die Hoffnung in einem Gefäß verbleibt, während Leid und Übel rausgekommen sind. Nietzsche findet aber, dass die Hoffnung das größte Übel ist:

Zeus wollte nämlich, dass der Mensch, auch noch so sehr durch die anderen Übel gequält, doch das Leben nicht wegwerfe, sondern fortfahre, sich immer von Neuem quälen zu lassen. Dazu gibt er dem Menschen die Hoffnung: sie ist in Wahrheit das übelste der Übel, weil sie die Qual der Menschen verlängert.

Die Hoffnung ist damit eine trügerisch hübsche Begleiterin beispielweise kommt sie mit der Ausbeutung einher. Warum hält der Mensch selbst in aussichtslosen Lagen aus? Warum schmeißt man nicht hin. Weil man hofft, dass es besser wird, hofft im Lotto zu gewinnen, hofft in nächsten Jahr anzukommen, hofft, dass es schon irgendwie weitergeht. (Oder Biologisch: Die, die nicht hoffen konnten, waren nicht gut genug an die widrige Umwelt angepasst und hatten in der Evolution keine Chance.)

Lebt nicht das Leben eines anderen

“Eure Zeit ist begrenzt. Vergeudet sie nicht damit, das Leben eines anderen zu leben. Lasst euch nicht von Dogmen einengen – dem Resultat des Denkens anderer. Lasst den Lärm der Stimmen anderer nicht eure innere Stimme ersticken. Das Wichtigste: Folgt eurem Herzen und eurer Intuition, sie wissen bereits, was ihr wirklich werden wollt.”

Steve Jobs in einer Rede vor Studenten in Stanford 2005

Nachtrag: Dieser Satz aus dem Mund eines Chefs hat natürlich eine gewisse Ironie. 1. Ein Chef erwartet, dass andere ihr Leben zugunsten seines Willens mehr oder weniger aufgeben. 2. Würden alle ihr Leben leben, wäre er kein Chef mehr, weil sich keiner was vom anderen sagen lassen würde.