Das böse Internet?

Jetzt ist dieser Test schon zehn Jahre alt, aber so richtig wird er immer noch nicht angewandt.

Stefan Niggemeier: Es gibt eine ganz einfache Methode, aus Texten über das schlimme Internet die Luft herauszulassen. Man ersetze in ihnen einfach „digital“ durch „analog“ und „Netz“ durch „Welt“ und schaue, ob die Aussagen trotzdem stimmen.

Überlegungen zum Kamerakauf

“Die beste Kamera ist die, die man dabei hat”, sage ich immer (wobei das Zitat geklaut ist). Und was man “dabei” haben will und kann ist bei jedem anders. Das geht vom Handy über eine einstellige Canikon bis zum Mittformat.

Oft muss man aber erst viele Bilder machen, um zu wissen, was man in 95 Prozent seiner Situationen braucht (um mit der Arbeitsweise und den Fotos zufrieden zu sein) und auch gleichzeitig tatsächlich “dabei” haben kann. Und auf dem Weg dahin sollte man auch mal über seine Prämissen nachdenken (“niemals Hersteller XY”/”nur Hersteller XY”) und sich frei von dem machen, was die anderen denken könnten (“hehe, der hat ja XY”).

Klar, eine Spiegelreflex hat mehr technische Reserven und ist mit den Wechselobjektiven irre flexibel. Aber klein und ggf. unauffällig ist anders. Also suchte ich eine Kompakte. Lange dachte ich, da reichen um die 28-100mm.

Aber eigentlich wären mir ja 20-100 oder sowas lieber, denn so ein Weitwinkel gibt einem tolle Bildwirkungen. Nur mein Problem war eher, dass ich doch nicht immer so nah rankomme, wenn ich das Foto nur nebenbei machen kann.

Und irgendwann merkte ich, dass es mit Sucher doch besser ist. Vor allem, wenn man Menschen fotografiert. Da ist das eher fürs Gefühl des Fotografierten und auch, weil man die Kamera dann nicht so komisch von sich weg halten muss. Klappdisplay ist aber auch irre hilfreich für über Kopf und am Boden.

Nochmal zum Sucher: Wenn der elektronisch ist, kann man so einiges angezeigt bekommen, was auch hilft. Ich würde inzwischen nur noch ungern auf das Histogramm verzichten.

Noch so eine (abgeleitete) Weisheit ist: “Von den drei Kameraeigenschaften lichtstark, neu und günstig, gibt es immer nur zwei auf einmal.

Es ist also immer ein Kompromiss, zumindes für die, die sich keinen Caddy leisten können, der mit universeller Ausrüstung neben einem läuft und das passende Eisen … äh die passende Kamera anreicht.

Nützt natürlich alles nichts, wenn es Kunden gibt, die ganz bestimmte Vorstellungen haben, die halt nur mit spezieller Technik lösbar sind.

Ernest Borgnine †


Ernest Borgnine ist mit 95 Jahren gestorben. Ich dachte ja immer, der wäre viel älter gewesen. Ich erinnere mich besonders an seinen Auftritt in einer JAG-Folge von 1998. Da spielte er den ehemaligen Soldaten Aretmus Sullivan und bekam folgenden schönen Dialog übers Alter:

Aretmus Sullivan: (when Harm says he’s too old for this kind of trouble) Commander, do you know what it’s like to be 72?

Harm: No, I don’t.

Artemus Sullivan: Yes, you do, ’cause it doesn’t seem any different than being 50, or 30, or 20!

Oh, some things don’t go as fast or as strong, but… (pointing at his head) up here, where it counts, you still feel like that same active young man you were when you were 18!