Das böse Internet?

Jetzt ist dieser Test schon zehn Jahre alt, aber so richtig wird er immer noch nicht angewandt.

Stefan Niggemeier: Es gibt eine ganz einfache Methode, aus Texten über das schlimme Internet die Luft herauszulassen. Man ersetze in ihnen einfach „digital“ durch „analog“ und „Netz“ durch „Welt“ und schaue, ob die Aussagen trotzdem stimmen.

ZDF-heute-journal mit “Wahnsinn pur” und “Schockstarre pur” auf Quotenjagd

Aha, mir war das nicht alleine aufgefallen, dieses makaber-schräge “heute-journal” in der Halbzeitpause Brasilien-Deutschland.

Via Stefan Niggemeier gibt es eine Erklärung für diese ZDF-Aktion:

“Es will es in die Halbzeitpause quetschen, um auf diese Weise den Zuschauerschnitt der Sendung in die Höhe zu treiben.”

Und jetzt weiß ich auch, woher das Gefühl bei mir kam, warum die Sendung so daneben war, weil Niggemeier auf zwei Zitate hinweist: „Das ist Schockstarre pur“, sagte der eine Korrespondent und „Das ist Nahost-Wahnsinn pur” der andere. Und setzten so dekadentes Vergnügen (sorry, Fußball-WM ist nunmal Spaß und ein Luxus) auf eine Stufe mit dem Krieg zwischen der Hamas und Israel.

Stefan Niggemeiers Spiegelprobe

Stefan Niggemeier hat einen schönen Schnelltest beschrieben, den man anwenden kann, wenn das Internet als Reich des Bösen und Wurzel allen Übels dargestellt wird:

Es gibt eine ganz einfache Methode, aus Texten über das schlimme Internet die Luft herauszulassen. Man ersetze in ihnen einfach „digital” durch „analog” und „Netz” durch „Welt” und schaue, ob die Aussagen trotzdem stimmen.

Anlass war der dieswöchige Spiegel-Titel, aber der Test (“Niggemeiers Spiegelprobe” klingt so schön nach Chemie) funktioniert auch mit Polizei fordert 2000 “Cyber-Cops” für das Internet.

Nebenbei: Die Wurzel allen Übels ist natürlich was ganz anderes.