Geheimoperationen bewertet die Bundesregierung sofort, militärische Aktionen nach Monaten nicht

Auch Bundesregierung macht Russland verantwortlich für Cyberangriffe“, meldet SpOn. Ich vermute sowas ja auch.

Nur, liebe Bundesregierung, eine Frage habe ich da dann doch: Wieso ist die Bundesregierung bei geheimen Operationen so sicher, was Sache ist (ich denke da auch an den Fall Skripal, bei die Bundesregierung sehr schnell die britische Einschätzung übernahm), während sie bei Afrin nicht in der Lage ist, die offen praktizierte türkische Militäraktion zu bewerten?

Jedes Mal wenn Tilo Jung in der Bundespressekonferenz nachfragt, gibt es keine Antwort.

Manipulationstechniken

Die FAZ berichtet über einen Pflichtkurs “Kriegsjournalistik”, bei dem sowjetische Journalisten in den achtziger Jahren lernten, mit mit Desinformation einen Gegner zu destabilisieren. Was natürlich auch andere anwenden können, so der Artikel weiter mit Blick auf die USA (via Bildblog)

FAZ: So lügen Sie mit dem größten Erfolg – Ein klassisches Verfahren darin heißt „fauler Hering“. Dabei hängt man jemandem eine falsche Beschuldigung an. (…) Die menschliche Psyche sei nämlich so beschaffen (…), dass jede öffentliche Behauptung sogleich Fürsprecher und Gegner auf den Plan rufe, deren fortgesetzte Debatte dafür sorgt, dass der Name des Beschuldigten automatisch mit den falschen Vorwürfen assoziiert werde (…)

Andere Techniken seien die “große Lüge” und die “absolute Evidenz”

„Göttliches Doping“ und andere Links zum Thema

Passend zur Fußball-EM hat correctiv.org ein paar Links zum Thema Doping verschickt.
correctiv.org: Recherchen zum Doping im Fußball
Tageblatt, Zeitung fir Lëtzebuerg: Keine Bluttests von allen EM-Spielern
arte.tv: Die Dopingspirale, läuft auch am 16. Juni, 8.55 Uhr, und am 8. Juli, 9.20 Uhr, auf Arte im TV.
ARD: Geheimsache Doping – Showdown für Russland
Und zum Schluss noch ein Video, Bayrischer Rundfunk: Göttliches Doping – Sind gläubige Sportler besser?

MH17-Abschuss: „Sehr viele haben stattdessen auf die sichere Geschichte gesetzt.“

Auf correctiv.org (taz.de: Gemeinnützig, investigativ und ohne Verlag) kann man eine Recherchereportage lesen (und gegen Quellennachweis auch auf seine eigene Seite kopieren), die den Abschuss der malaysischen Boeing über der Ukraine untersucht. Flug MH17 – Die Suche nach der Wahrheit. Die Reportage gibt es wegen einer Kooperation mit dem Spiegel dort auch als Multimediapräsentation. Sie ist recht lang. Ultrakurzversion: Sie kommt zu dem Schluss, dass es eine Rakete von einer russischen BUK war. Separatisten hätten das nicht geschafft, weil das Waffensystem viel zu komplex ist. Ein zweiter Schluss ist, dass man die Fluggesellschaften vor einem Überflug hätte warnen müssen.

In einem Interview schildern die Reporter unter anderem was eigentlich Recherche ist und warum aber nicht recherchiert wird.

Marcus Bensmann: Es wurde zum Beispiel im Zusammenhang mit der MH17-Geschichte ein Foto weltbekannt, auf dem eine BUK-Abschussrampe unter einem Plakat hindurchfährt. Mein erster Gedanke war: Ich gehe zu dem Unternehmen, das dieses Plakat aufgehängt hat und frage nach, wo dieses Plakat auf dem Foto hing. Also bin ich in Kiew hingegangen und habe die Autofirma, die das Plakat in Auftrag gegeben hat, gefragt: Könnt ihr mir die Standorte aller eurer Plakate nennen? Ich dachte, die Firma hat bestimmt tausende ähnlicher Anfragen bekommen. Weiterlesen