Urteile wegen Hundebissen und einem Diebstahl auf der Mathildenhöhe

Amtgerichtsverfahren können so richtig schnell ablaufen, so dass zwei Prozesse samt Urteilen an einem Tag möglich sind.

Wobei beim ersten Prozess ein für mich typisches Amtsgerichtproblem vorlag. Der Angeklagte kam einfach nicht. Bei Landgerichtsprozessen passiert das seltener. Okay, da sind die Angeklagten auch oft in Untersuchungshaft, weil es um viel höhere Strafen geht. Bei dem Fall um Hundebisse gab es dann aber doch ein Urteil.

Beim zweiten Prozess war die Beweislage recht eindeutig, aber wegen nur einer Tat (Diebstahl einer Statue von unserer Unesco-Welterbe-Stätte Mathildenhöhe), war die Straferwartung niedrig.

Was Marmelade mit Streaming-Diensten zu tun hat

KI-generiertes Marmeladenregal mit einem TV-Monitor.

Neulich stand ich im Supermarkt vor dem Regel mit den Marmeladen. Und nach langem Überlegen ließ ich es bleiben und kaufte Frischkäse. Denn es waren einfach zu viele Marmelade-Sorten.

So geht es mir aber auch bei Streaming-Diensten. Ich gucke auf die Oberfläche mit den vielen Kacheln, sehe zig Serien sowie Filme und überlege, was mich da wohl erwartet? Eine Serie, die in Wahrheit ein Film mit 13 Teilen ist, weswegen die Handlung breit getreten werden muss? Ein Film mit einer Handlung, die unlogisch ist?

Und dann kommt der Gedanke, dass wenn ich jetzt was anklicke, dann merkt sich das Portal meine Wahl und schlägt mir dementsprechend was vor?

Also mache ich die App zu, zappe mich durchs Fernsehprogramm und gucke was kommt.

Und sowas macht jetzt Amazon Prime: Amazon startet eigenen TV-Kanal auf Prime-Video, meldet u.a. t3n.de. Ich finde das gut, vielleicht stolpere ich so zufällig über was Neues, was mir gefällt. Der Vorteil gegenüber einer mir in den Einkaufskorb gelegten Marmelade ist, dass das Prime-Programm keinen Platz im Kühlschrank braucht und nicht bei mir vergammelt, wenn es doch nichts ist.

Mehr Ortsbeiräte für Darmstadt? Eigentlich nicht.

Das Thema „mehr Ortsbeiräte für Darmstadt“ ist nach 2010 und 2014 wieder da. SPD, Uwiga/WGD und der Stadtverordnete Helmut Klett haben im Stadtparlament sich für mehr Ortsbeiräte ausgesprochen.

Ich sag‘ mal etwas dazu (Kurzfassung: Ortsbeiräte sind Titel ohne Mittel, aber es gibt eine Ausnahme, bei der ich für Ortsbeiräte bin).

Es gibt nur einen Stadtteil mit Ortsbeirat: Wixhausen. Und ich berichte regelmäßig aus dem Ortsbeirat. Und auch mal grundsätzliches: Echo online – Politiker in Wixhausen fühlen sich vernachlässigt. Und deswegen sage ich mal was dazu.

Ortsbeiratwahlen sind Teil der Kommunalwahlen. Die Ortsbeiräte sind etwas offzielles, sie sind kleine Parlamente für ihre Stadtteile. Aber ihre Beschlüsse sind nicht bindend für die Verwaltung, am Ende entscheidet stets das Gemeinde- oder Stadtparlament, das eine ganz andere politische Zusammensetzung haben kann. Die Ortsbeiräte haben auch kein Budget über das sie entscheiden können, wenn sie nicht eines vom Stadtparlament bekommen. Und deswegen sehe ich in Ortsbeiräten keine sinnvolle Einrichtung, Ortsbeirat ist ein Titel ohne Mittel. Ein Beispiel: Der Wixhäuser Ortsbeirat wollte einmal eine Studie anfertigen lassen (einstimmiger Beschluss), ob die Flugbewegungen vom Frankfurter Flughafen nicht über ganz Darmstadt gestreut werden könnten. Anstelle nur über Wixhausen, Arheilgen und Erzhausen zu fliegen. Das wollte aber die Stadtregierung nicht, also gab es keine Studie.

Allerdings, und jetzt kommt das „uneigentlich“ aus der Überschrift: Wenn die Stadtpolitik meint, dass sie Bürgergremien auf Stadtteilebene etwas Geld zur mehr oder weniger freien Verfügung stellen will (Funny Money), damit die in ihrem Stadtteil etwas gestalten können, dann bin ich doch sehr für Ortsbeiräte. Denn die werden wenigstens von allen gewählt und sind damit legitimiert. Die Bürgergremien sind mir da zu zufällig, zu willkürlich, unter Umständen arrangiert oder von Parteimitgliedern und -fans unterwandert.

Echo online: SPD will Ortsbeiräte in der Heimstätte und den Stadtteilen

Fun Fact: Als die Uwiga 2010 Ortsbeiräte für alle Darmstädter Stadtteile forderte, war die SPD noch dagegen, zufälligerweise regierte sie damals in Darmstadt an führender Stelle mit und stellte den Oberbürgermeister. 2014 war die SPD dann für Ortsbeiräte. Zufälligerweise war sie seit 2011 in der Opposition und stellte auch nicht mehr den OB. Nun haben wir seit 2023 einen SPD-Oberbürgermeister, aber als Fraktion ist die SPD eigentlich noch in der Opposition gegen einen Koalition aus Grünen, CDU und Volt.

Das Oval Office Meeting mit den Präsidenten Donald Trump und Wolodymyr Selenskyj

Beim YouTube-Kanal von Forbes müsste ich das komplette Oval Office Meeting mit den Präsidenten Donald Trump und Wolodymyr Selenskyj gefunden haben. Das dauerte rund 49 Minuten, zum Streit kommt es nach der Frage eines polnischen Reporters, bei ca. 38’15“.

Forbes Breaking News: Trump And Zelensky Oval Office Meeting Ends In Utter Disaster In Front Of The Cameras

Kandidaten fürs Regionalbüro Südhessen

Das neue Wahlrecht, zu wenig Erststimmen und schlechte Listenplätze haben dazu geführt, dass der Wahlkreis Darmstadt im kommenden Bundestag nicht direkt vertreten sein wird. Landrat Klaus Peter Schellhaas hat da eine Idee:

Echo online: Nach dem Verlust mehrerer Bundestagsmandate regt Landrat Klaus Peter Schellhaas ein Regionalbüro in Berlin an

Ich wüsste auch schon zwei erfahrene Südhessen, die Zeit haben und die für uns und die Region ein Südhessenbüro in Berlin beziehen könnten: Astrid Mannes – und als Stellvertreter Andreas Larem.

(Das war jetzt nicht ernst gemeint, das war ironisch.)

Dr. Astrid Mannes (hier beim Weiterstädter CDU-Neujahrsempfang) hat zwar die meisten Erststimmen hier im Wahlkreis erreicht, aber andere CDU-Direktkandidaten haben mehr Erststimmen als sie bekommen.

Allensbach lag 2021 am Besten bei der Bundestagswahlprognose

Wie gut sind eigentlich die repräsentativen Umfragen zur Bundestagswahl? Ich habe die Umfragen von 2021 mit dem damaligen Bundestagswahlergebnis verglichen. Praktischerweise stehen die Zahlen sehr ordentlich bei wahlrecht.de:

Sonntagsfrage Bundestagswahl 2021

Ich habe Beträge von den jeweiligen Differenzen gebildet und die dann addiert. Wer die kleinste Zahl hat, hat in der Summe die geringsten Abweichungen. Und somit lag 2021 Allensbach vorne, gefolgt von Infratestdimap und der Forschungsgruppe Wahlen.

Zu warmer Januar 2025

Der Januar 2025 war zu warm, sagen Klimaforscher. Ja. Das wird stimmen. Nur es wird bei den Menschen nicht ankommen. Wenn es im Winter 2,5 °C wärmer ist als vor 20 Jahren, fällt das einfach kaum auf. Denn es ist kalt, und das mögen wir eher nicht. Ob es nun (gegriffene Zahl) 5 oder 7,5 °C ist für die Wahrnehmung egal.

Im Sommer wäre das natürlich was anders. 29 oder 32 °C, das spürt man schon eher. Und wenn es zudem nicht regnet, also eine Dürre herrscht, dann fällt das auf.

BR: Der Januar 2025 war laut EU-Klimadienst Copernicus weltweit der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Das war Versuchung bei der Union wohl doch zu groß

Was die Unionsanträge auf jeden Fall gebracht haben: Mobilisierte Linke, Sozialdemokraten und Grüne. Am 31. Januar demonstrierten in in Darmstadt linke Gruppen gegen CDU, CSU und AfD.


Ich habe mir ja auch so meine Gedanken gemacht zu dem was diese Woche im Deutschen Bundestag so passiert.
Die AfD hat in den Umfragen seit längerem um die 20 Prozent. Woher kommen die? Denn, Überraschung, die Partei war ja mal so gut wie abmeldet. Das war im August 2015. Bei der Forschungsgruppe Wahlen hatte die Alternative für Deutschland 3,0 Prozent, bei Allensbach waren es 3,5 Prozent. Die Partei, die auch immer wieder Querelen in ihren Landesverbänden hatte, war so gut wie abgemeldet. Aber dann bekam die AfD Aufwind. Und ich bringe den mit der Flüchtlingslage ab September 2015 zusammen. Was man aber hätte ahnen können. Schweden hatte schon vor 2015 mehr Flüchtlinge aufgenommen als Deutschland. In Schweden waren deswegen ab 2006 die rechten Schwedendemokraten im Stockholmer Reichstag.
Mit der Flüchtlingslage hatte die AfD, die 2013 als „Professorenpartei“ gestartet, gegen die Rettungen im Euro-Raum und bei der Bundestagswahl 2013 mit 4,7 Prozent gescheitert war, endlich ein Thema. Was auch ganz gut zu dem Parteiflügel passte, der eher national als wirtschaftsliberal unterwegs ist und die Professoren nach und nach abgewählt oder vertrieben hatte.
Eigentlich hat sich die AfD mit dieser Rechtsverschiebung, spielen mit NS-Duktus („Alles für Deutschland“) und NS-Verharmlosungen („Fliegenschiss“) keinen Gefallen getan. Ohne dies wäre die Partei, so meine Einschätzung, schon längst in Koalitionen mit der CDU und der CSU.
Aber wegen dieser extra-rechten Ausrichtung wollte und will keine der anderen Parteien was mit der AfD zu tun haben. Der aktuelle CDU-Vorsitzende sprach von einer „Brandmauer“ – und das mit ihm als Parteichef die AfD halbiert werde (aber das nur als kleine Spitze am Rande).
So, und jetzt hat die Alternative um die 20 Prozent in den Umfragen. Weil sich – so meine Deutung – für diese Wählerinnen und Wähler seit neuneinhalb Jahren in der Migrationspolitik zu wenig oder nicht reagiert wurde. Und da auch noch andere Sachen nicht optimal laufen und mit der AfD jetzt eine Partei da ist, bei der es den anderen weh tut, wenn sie gewählt wird, wird eben die AfD gewählt, auch rein aus Protest.
Ich vermute, die Unionsstrategen werden irgendwann festgestellt haben, dass ihre Brandmauer ihrer Partei ja gar nicht hilft. Sondern nur dafür sorgt, dass sie Parteien wie SPD und Grünen in ihre Regierungen holt. Weswegen nach und nach CDU- und CSU-Wähler zur AfD wechseln. Zur Erinnerung: 2013 hatte die Union bei der Bundestagswahl 41,5 Prozent. 2017 waren es 32,9 Prozent und 12,6 Prozent für die AfD.
Um nicht mehr der AfD „die Lufthoheit über den Stammtischen“ (so sagte das mal früher Franz-Josef Strauß) und in den Online-Netzwerken zu überlassen, musste also was passieren. Was meiner Meinung nach für alle Parteien interessant sein sollte. Denn die AfD bestimmt den Diskurs.
Und so kam der CDU-Partei- und Fraktionsvorsitzende Friedrich Merz zusammen mit seinen Leuten wahrscheinlich auf die Idee mit den aktuellen Anträgen und einem Gesetzesvorschlag. Mit der Einladung, dass ja jede Fraktion mitstimmen könne.
Und jetzt mein Aber: Wenn man anbietet, sich und die anderen etablierten Parteien mal wieder vor die Lage bringen und die demokratische Mitte stärken, dann prescht man nicht alleine vor. Da läd man vertraulich FDP, Grüne und SPD ein und bespricht das, ohne vorab irgendetwas anzukündigen. Und erst dann tritt man zusammen vor die Kameras und präsentiert gemeinsam, dass die etablierten Parteien fähig sind, auf die Lage zu reagieren. Okay, ob da nicht doch was durchgestochen worden wäre, weiß ich nicht.
Aber da war die Versuchung und die Hoffnung bei der Union wohl doch zu groß, alleine Punkte zu machen. Am 23. Februar wissen wir, ob dieser Plan aufging.

Jedenfalls ist eine Sache gelungen: Menschen, die CDU, FDP und AfD nicht wählen, sind jetzt wahrscheinlich mobilisiert. Am 31. Januar waren deswegen rund 5000 Menschen bei einer Demo in Darmstadt. Nachtrag: Und am 1. Februar kamen nochmal rund 2000 Menschen in Darmstadt zusammen.