Grüne aus Stadt und Kreis mit Verkehrskonzept

Die Grünen scheinen etwas Gestaltungshoheit zurückgewinnen zu wollen. Was eine gute Sache ist, denn sonst hat man keine Ideen in der Schublade, wenn das nächste Konjunkturprogramm kommt. Und ich kann nicht wieder schreiben, dass die grün-schwarze Stadtregierung nur reagiert und nicht agiert.

Grüne aus Stadt und Kreis haben ein Programm zur Sicherung der urbanen und regionalen Mobilität vorgestellt, wobei sich einige Punkte ergänzen, weswegen ich hier nicht alle aufzähle:
– Start für die Planung der Straßenbahn nach Groß-Zimmern
– Straßenengpass am Ostbahnhof aufweiten
– Höhere Leistungsfähigkeit für die Odenwaldbahn

– On-Demand-Verkehre – Neue Chancen der Vernetzung
– Umweltverbund geht nur mit dem Fahrrad
– Tarifhindernisse abbauen – reale Kosten der Umweltbelastung abbilden
– Die Prüfung eines Modellprojekts Seilbahn

Der Sturm auf den Braunshardter Schlosspark blieb aus

Schloss Braunshardts Nordseite – Der Park ist hinter dem Fotografen.

Vor sechs Jahren gab es eine kuriose Situation im Weiterstädter Stadtparlament. Die Konservativen wollten den Braunshardter Schlosspark fürs Volk öffnen und die Linken hatten so ihre Bedenken ob Vandalismus. Am Ende gab es eine Mehrheit dafür den Park an den Wochenenden zu öffnen.

Woraufhin ich einen Artikel schrieb und ihn dramatisch einleitete:

Das erste Morgenlicht macht eine unübersehbare Menschenmenge sichtbar. Schwarz von Menschen sind die Straßen.

Denn das hatte ich in einem zeitgenössischen Bericht über den Sturm auf die Pariser Tuileriengärten und den dazugehörigen Palast im Jahre 1792 gefunden.

So revolutionär war es dann aber doch nicht an dem Samstag im Braunshardter Schlosspark. Nur wenige Bürger schauten vorbei. Und die Politiker, die das erfochten hatten, auch nicht.

Und heute fiel mir dank S. Peter Brunner auf, dass man mit der Schlossparköffnung am besten noch eine Woche – also auf den 10. August – gewartet hätte. Denn am 10. August 1792 war der Sturm auf die Tuilerien.

Sanierungsstau bei Darmstädter Schulen

Eine Fassade des Berufschulzentrums am Bürgerpark im Mai 2019.

Ich hatte übrigens wochenlang ganz vergessen, dass ich wegen meiner „Grünen-Feindlichkeit“   eigentlich mehrmals täglich was böses über die Stadtregierung schreiben muss.   Also gut, fange ich mal an das nachzuholen:

„Der chronische Sanierungsstau hält an. Gerade mal an sechs Schulen meldet die Stadt auf ECHO-Anfrage sichtbaren Baufortschritt bei den Erneuerungen. Einige der größten Brocken schiebt man weiter vor sich her, Schuljahr um Schuljahr.“

Oh, Moment, das ist ja gar nicht von mir, der Artikel ist von Thomas Wolff.

Echo online: Der ewige Sanierungsstau für Darmstädter Schulen

Tempo 30 auf dem Darmstädter Cityring

Hier weiß ich gar nicht was ich machen soll mit meiner „Grünen-Feindlichkeit“   – ich bin nämlich innerorts generell für Tempo 30. Und jetzt wurde Tempo 30 in Darmstädter Kirchstraße eingeführt.   Nur „sehr gut“ kann ich jetzt ja nicht schreiben, das wäre ja loben, und das würde ja total verwirren … .

Prozess um mutmaßlichen Missbrauch in Mörlenbach und Oberzent fortgesetzt

Am zweiten Tag war der angeklagte Fall von 2016 Thema. Wie beim Fall aus dem Jahr 2005 ging es um ein elf Jahre altes Mädchen. Der Angeklagte sagt bislang nichts zu den Vorwürfen. Da daher unklar ist, ob die angeklagten Fälle stattgefunden haben, muss man bis zum Urteil natürlich von „mutmaßlich Geschädigten“ und „mutmaßlichen Missbrauch“ schreiben, es sei denn man zitiert die Staatsanwaltsschaft oder die Zeugen.

Echo online: Ein Satz, den keiner hören will

Bauprojektkosten in Darmstadt – das teuerste ist der FAIR-Beschleunigerring

Das Echo blickt auf die Kosten laufender Bauprojekte. Darunter ist auch das FAIR-Projekt, der Beschleunigerring der die GSI-Anlagen deutlich ergänzen wird. Diese Großforschungsanlage baut nicht die Stadt Darmstadt. Die Kosten tragen zu 70 Prozent Deutschland und zu 30 Prozent internationale Partner.

Was allerdings auf die Stadt zukommen wird, sind die 3000 Mitarbeiter, die bei FAIR beschäftigt sein werden. Für die werden Wohnungen oder Gästewohnungen benötigt.

2011 und 2012 hatte ich mal über das Projekt geschrieben:

Insgesamt sind eine Million Kubikmeter Aushub zu erwarten (ein Einfamilienhaus hat zwischen 500 und 1000 Kubikmeter Aushub). Weiterhin werden 519.000 Kubikmeter Beton, 34.000 Tonnen Betonstahl und 500.000 Tonnen andere Stoffe verbaut. Ab 2018 oder 2019 sollen dann hochenergetischen Ionenstrahlen unter anderem der Urknall simulieren und untersuchen welche Kräfte zwischen den Elementarteilchen wirken.

Damals hieß es, FAIR koste 1,1 Milliarden Euro und werde 2018 oder 2019 fertig sein. Dass das nicht zu halten war, war schon 2015 klar, aber nun der neueste Stand: Kostenexplosion – Ein Blick auf Darmstadts große Baustellen (€)

Kühlschrankverbot, Strom abstellen und Kindesmissbrauch?


Prozesse um sexuellen Kindesmissbrauch kenne ich ja seit einigen Jahren. Was das aktuelle Verfahren aber etwas bizarr für mich macht, sind die weiteren – nicht angeklagten – Vorwürfe. Denn die Brüder, der 2005 laut Anklage in Oberzent missbrauchten Schwester und die Mutter, sagten im Gericht aus, dass der Angeklagte den damals jugendlichen Brüdern irgendwann fast alles verboten habe.

Hausarrest hat ja jeder schonmal gehört, aber Kühlschrankverbot, Küchenverbot, Wohnzimmerverbot, nichts zu essen, Stillegebot im Kinderzimmer und Strom abstellen?

Echo online: Sexueller Missbrauch elfjähriger Mädchen angeklagt (€)

Was, wenn die Verwaltung Gerichtsurteile ignoriert?

Die Deutsche Umwelthilfe ist meiner Meinung nach ja ein Verein, der auch kleine Autohändler gerne bluten lässt. Aber mit ihren Anträgen Regierungsmitglieder in Erzwingungshaft zu stecken, weist sie auf ein Rechtsstaatsproblem hin.

Was ist, wenn eine Verwaltungsbehörde ein Gerichtsurteil ignoriert? Das ist nicht so recht vorgesehen. Und Zwangsgelder sind eigentlich uninteressant, da das bei der jeweiligen Finanzverwaltung nur rechte-Tasche-linke-Tasche bedeutet.

SpOn: Umwelthilfe will Fahrverbote mit Zwangshaft gegen Politiker durchsetzen