Karneval

Der Weiterstädter Rathaussturm ist ein Sturm auf die Stadtbibliothek – das Rathaus liegt nicht so schön zentral. Mit der Eroberung des Gebäudes beginnt in Weiterstadt die Sitzungsphase der Karnevalsvereine.


Jetzt ist wieder Karneval. Einige lieben es, andere … naja. Ich berichte ja immer wieder von den Sitzungen. Dabei scheint auch den Zeitungen die Ambivalenz des Themas bewusst zu sein, denn 2013 hatte das Echo seine Leser befragt. Weiterlesen →

Auch in Bräunungscreme steckt Gegenrecherche

Ein digital erstelltes Kalottenmodell des Moleküls Dihydroxyaceton.

Das Molekül Dihydroxyaceton ist in Selbstbräunern. Es reagiert mit Proteinen in der Hornschicht der Haut, was diese braun färbt.

Manchmal ist so ein Biologie-Diplom auch gut fürs lokale Reporterleben. Und sei es, weil ich Molekülnamen wie Dihydroxyaceton unfallfrei aussprechen kann. Das Stöffchen lief mir die Woche über den Weg, als ich über einen Bräunungsservice schrieb.

Da wird noch prinzipiell der Selbstbräuner verwendet, den ich aus den 80ern kenne und dessen Wirkung in den 50er Jahren eher zufällig entdeckt wurde. Aber Weiterlesen →

Wer in Darmstadt Maschinenbau studiert, der wird …

… Marxist. War angeblich beim Griechen John Milios so, dem Syriza-Chefökonomen.

NOZ: Syrizas wirtschaftspolitischer Kopf promovierte in Osnabrück – Zuvor hatte er in Darmstadt Maschinenbau studiert – um dann seine wahre Berufung zu entdecken, die „Kritik der politischen Ökonomie“, begründet von Karl Marx.

Auf der Alumi-Seite der TU Darmstadt Weiterlesen →

K wie „kinderleicht“

Schreiben im Lokalteil bedeutet die drei K: Kaninchenzüchter, Karneval und Kommunalpolitik. Alles klar.

Nur ein Stück wie diese wunderbare Reisereportage über südafrikanische Weingüter will wohlüberlegt sein – nein, nicht weil es Wein und nicht Kein heißt. Nein, auch nicht, weil es hier keine Weingüter gibt, nein … Ach, erstmal was zum lesen:

FAZ: Weine aus Stellenbosch – Vergesst den Spatzendreck! – Das erste Weingut, das wir besuchen, heißt Delaire-Graff. Gut, dass es dransteht, man hätte es sonst nicht geglaubt. (…) An übermannshohen Gasfackeln flackern ewige Flammen sinnlos in den hellen Vormittag, dahinter der architektonisch ambitionierte Eingang in etwas, was auch bestens als Museum für moderne Kunst funktionieren würde, stünden nicht ab und an ein paar Flaschen in Wandnischen und erinnerten an den Zweck des Baus. (…) sichtlich patinierte Holzplanken, die uns alle paar Meter ins Gedächtnis rufen, dass es nicht um die monströsen Fauvisten geht, (…) sondern schließlich und endlich um vergorene Trauben.

Kaninchenzüchter sind auch Karnevalisten und Kommunalpolitiker. Oder Kleinunternehmer. Oder umgekehrt. Oder alles gleichzeitig. Lokalteil bedeutet nämlich: „Man sieht sich zwei drei vier fünf Mal im Leben dauernd.“

Und da muss man sich ab und an mal eben entscheiden, was auszuhalten.

Hui, Wikipedia

Holla, es geht voran 2015, ich bin eine Wikipedia-Referenz:

2014 waren in diesem Magazin die meisten Beiträge von Tilo Jung.[15]

Und Fußnote 15 ist ein Link auf das Blog.

Wobei, mein Katharine Hepburn-Artikel auf der Besserwisserseite ist auch eine Referenz für Wikipedia. Allerdings musste ich mich 2007 noch selber zitieren, nachdem ein Wikipedia-Autor damals dreist ohne Quellenangabe kopiert hatte.

TH Darmstadt und Nationalsozialismus – „ Der Blick auf die eigene Vergangenheit war lange Zeit ebenso lückenhaft wie geschönt.“

(PM Technische Universität Darmstadt) Das vom Präsidium der TU Darmstadt im 2009 beauftragte Forschungsprojekt „TH Darmstadt und Nationalsozialismus“ ist erfolgreich abgeschlossen. Ein Ergebnis der bewusst bis 1960 reichenden umfangreichen und mit vielen Quellen aufwartenden Aufarbeitung: Insbesondere Ingenieure und Naturwissenschaftler bot das NS-Regime im Interesse von Aufrüstung und Krieg große Entfaltungsmöglichkeiten. Wissenschaftler stellten sich freiwillig zur Verfügung und verknüpften ihre Haltung mit eigenen Zielen. Ein Kern von rund einem Dutzend Professoren bestimmte die Geschicke der TH zwischen 1930 und 1960.
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Gemarkungsgang in Weiterstadt

Weiterstadts Bürgermeister Ralf Möller begrüßte am Samstag rund 200 Grenzgänger vom Turm der Gräfenhäuser Feuerwehr.

Die Stadt Weiterstadt guckt ja immer im Winter, ob ihre Grenzsteine noch stehen ;-). Diesen Samstag war – ohne Schnee und Regen – der Gemarkungsgang, der übrigens von Jahr zu Jahr länger wird. 2012 waren es acht Kilometer, 2013 neun, 2014 zehn und jetzt hieß es:

Echo Online: Elf Kilometer rund um Weiterstadt

Leider gab es mit dem Steinrodsee nur eine Station mit Erklärungen, dabei hätte man auf drei oder vier Sachen hinweisen können wie beispielsweise das Rotböll, an dem man vorbeizog. Das kennt man als Gewerbegebiet mit Möbelhauslager, aber es gehört auch ein Naturschutzgebiet dazu. Das Naturschutzgebiet besteht aus 10.000 Jahre alten Flugsanddünen. Die Acht-Hektar-Fläche ist Magerrasen, eine Geländeform, die wegen der Düngung in der Landwirtschaft selten geworden ist.

BR-Interview mit KR CR Alexander von Streit – Überlegung: Ist „werbefrei“ ein Wert an sich?

Da in dem Gespräch des Bayrischen Rundfunks (BR) mit dem Krautreporter (KR) Chefredakteur (CR) Alexander von Streit am Rande auch auf die Werbefreiheit bei KR hingewiesen wurde, frage ich mich gerade, wo denn der Wert der Werbefreiheit liegt? Wenn das Jahresbudet doch durch die Crowd abgesichert ist?

Setzt Werbung auf einer Site in Redakteursgehirnen genauso fragwürdige Anreize wie Honorierung der Zulieferer pro Artikel?

Ich sehe ein, es gibt Werbeformate, die einfach stören, weil sie sich bewegen oder nur durch Klick die Site sichtbar machen etc.

Wenn man nur auf Werbung setzt, klar, dann könnten Werbekunden lustige Forderungen stellen. Und wenn man die zu oft erfüllt, merken das irgendwann die Leser. Aber bei KR könnte man doch dank der Unterstützer mit dreisten Werbewünschen oder Drohungen wie Anzeigenentzug offensiv umgehen. Da erzählt man das einfach. Und nennt Namen.

Bei bundesweiter Reichweite hätte das doch eine gewisse Wirkung. Und mit Einnahmen aus Werbung könnte man vielleicht eine dieser dreimonatigen Recherchen bezahlen. Und wenn das Geld dafür nicht reicht? Nun, dann kann man es immer noch mitnehmen und irgendwas zusätzliches bezahlen. Und bei dem Volumen ist man auch nicht erpressbar.

Flüchtlinge in Schweden

Neulich gingen Zahlen rum, die zeigten, dass andere europäische Länder, z.B. Schweden, mehr Flüchtlinge pro Einwohner aufnehmen als Deutschland.

mediendienst-integration.de: Wer nimmt die meisten Flüchtlinge auf? – Den höchsten Flüchtlingsanteil pro Einwohner hatte 2013 laut Eurostat Schweden (5,7 Asylanträge pro Tausend Einwohner), gefolgt von Malta (5,3 Anträge). Das wirtschaftlich starke Deutschland belegte im vergangenen Jahr mit 1,5 Asylbewerbern pro Tausend Einwohner lediglich Platz sieben in der EU – noch hinter Österreich (2 Asylbewerber pro Tausend Einwohner) Luxemburg (1,9) Ungarn (1,9) und Belgien (1,8).

Und im Juni 2014 berichtete der Deutschlandfunk über syrische Flüchtlinge in Schweden.

Deutschlandfunk: Schweden sagt Willkommen – In Schweden bekommt jeder syrische Flüchtling ein permanentes Bleiberecht, darf arbeiten, erhält finanzielle Unterstützung und Sprachunterricht. Diese Bedingungen machen das Land zu einem beliebten Ziel vieler Syrer. Beachtlich: Überfordert sind die schwedischen Behörden deshalb aber nicht.

Ich glaube aber nicht, dass das der Sache hilft, denn so ganz reibungslos läuft das in Schweden nicht, wie Telepolis schon im Januar 2014 nahelegte:

Telepolis am 23. Januar 2014: Schwedens liberale Flüchtlingspolitik am Scheideweg – Von Ghettobildung und Perspektivlosigkeit ist in Schweden die Rede, vor allem seit den Unruhen im Stockholmer Migrantenviertel Husby im vergangenen Mai. Das Erschießen eines älteren Mannes durch Polizisten führte dort zu mehrtägigen Krawallen, die das Selbstbild vom ausgeglichenen Schweden, wo jeder seinen Chance und seinen Platz haben soll, erschütterte. Im kommenden Herbst finden die Parlamentswahlen statt, die Einwanderungspolitik wird zur immer wichtigeren Frage.

Zu den Wahlen meldete dann Spiegel Online:

SpOn: Niederlage der Konservativen – Die Rechtspopulististen werden mit 13 Prozent die mit Abstand drittstärkste Partei im Reichstag, 2010 hatten sie mit 5,7 Prozent erstmals den Sprung in das Parlament geschafft. (…) Die für euroskeptische und ausländerfeindliche Parolen bekannte Partei hat ihre Wurzeln im rechtsradikalen Milieu und genießt vor allem Rückhalt bei Wählern, die sich vom traditionellen Parteienspektrum nicht vertreten fühlen und eine drastische Reform der Asylpolitik befürworten.

Und heute (19.1.2015) heißt es im Radio:

Deutschlandfunk: Schweden bereitet sich auf Flüchtlingswelle vor – Dieses Jahr erwartet Schweden mehr als 100.000 Asylsuchende, 2012 waren es noch weniger als die Hälfte. Die Behörden zeigen sich vom Ansturm überfordert – und in der Bevölkerung gedeihen die Ressentiments.

FDP greift nach Sternen – DLR-Chef beim Neujahrsempfang

Sonntag war ich beim Neujahrsempfang der Darmstädter FDP.

Denn die Darmstädter FDP scheint nach den Sternen zu greifen. Sie hatte als Festredner Johann-Dietrich Wörner gewonnen. Den kennt man in Darmstadt, er ist ehemaliger TU-Präsident, aktuell Chef des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und ab Sommer ESA-Direktor.

Echo Online: „Wahnsinnsidee“ neues Rathaus – Wörner und der Strom aus der Sahara Weiterlesen →