Heute vor 27 Jahren: 1989 war das Ende für Kanzler Helmut Kohl gekommen

„Helmut Kohl kann sich seiner Partei und seiner Fraktion nicht mehr sicher sein. Nach den Wahlniederlagen in Berlin und Hessen geht das Wort vom „großen Befreiungsschlag“ um. Die Hoffnungen der Christenunion ruhen auf Lothar Späth. Doch der baden- württembergische Ministerpräsident ziert sich. Er will gerufen werden.“

Schrieb der Spiegel vom 20. März 1989 – und am Ende hatte der Spiegel natürlich recht. Lothar Späth blieb 12 Jahre im Amt – als Vorstand der Jenoptik von 1991 bis 2003. Der laufend niedergeschriebene Helmut Kohl blieb noch 9 Jahre Kanzler bis 1998.

Und deswegen neige ich eigentlich dazu, einfach das Ergebnis einer Wahl abzuwarten. Denn irgendwas ist ja immer und Totgesagte leben länger.

Und dass der Spiegel laufend solche Artikel über Kohl brachte und x-mal daneben lag, mag auch einer der Gründe sein, warum ich den Spiegel seit x Jahren kaum noch kaufe.

Wicki Weißwas zu Schlangen und dem 17. März

Der 17. März ist St. Patrick’s Day und der Gedenktag an den irischen Bischof Patrick, der als erster christlicher Missionar in Irland gilt. Es ist auch der irische Nationalfeiertag.

Der Legende nach hat St. Patrick die Schlangen aus Irland vertrieben. Etwas wahrscheinlicher ist aber, dass das was mit der letzten Eiszeit und den Landverbindungen zu tun hat.

Während der letzten Eiszeit war es im heutigen Irland und England zu kalt für die wechselwarmen Schlangen. Während die Eiszeit vor 18.000 Jahren endete, stieg auch der Wasserspiegel langsam an. Was Irland von England trennte. Und so schafften es die Schlangen vom europäischen Festland zwar bis nach England und Schottland, aber nicht mehr bis Irland.

Man kann die Legende auch als Metapher sehen. Die Schlange ist ein keltisches Symbol und der christliche Heilige vertrieb die alte Religion.

Wicki Weißwas über Königin Luise … und Darmstadt … und Weiterstadt

Die spätere preußische Königin Luise war nach dem Tode ihrer Mutter und ihrer Tante bei ihren Darmstädter Großeltern aufgewachsen, unter anderem hatte sie im Porzellanschlösschen am Prinz-Georgs-Garten gewohnt.

Die Fürsten von Darmstadt spielten ja nicht so die große Rolle in der Weltgeschichte, dennoch kann man mit ihnen ab und an ein wenig Ruhm abstauben und sich für zehn Sekunden an einer Ausschüttung royalen Endorphins erfreuen.

Die preußische Königin Luise (ja die, die sich mit Napoleon traf) ist so ein Fall. Denn sie ist die Tochter einer hessischen Prinzessin und war sogar in Darmstadt (im Porzellanschlösschen) und in Weiterstadt (im Schloss Braunshardt) aufgewachsen.

Die spätere preußische Königin Luise war auch im Schloss Braunshardt aufgewachsen. (Archivfoto von 2011)

Luise (sie lernte 1793 den 22 Jahre alten, preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm in Frankfurt kennen) wurde am 10. März 1776 – heute vor 240 Jahren – geboren. Ihr Vater war Herzog Karl zu Mecklenburg-Strelitz, ihre Mutter war Friederike von Hessen-Darmstadt.

Luise wuchs mit ihrer zwei Jahre jüngeren Schwester Friederike bei ihren Darmstädter Verwandten auf. Ihre Mutter Friederike starb 1782 (Luise war sechs Jahre alt) und ihre Tante und spätere Stiefmutter Charlotte dann 1785. So kam Luise zu ihrer Großmutter „Prinzessin George“ nach Südhessen. „Prinzessin George“ hieß eigentlich und mit vollem Namen Maria Luise Albertine. Sie stammte aus dem Pfälzer Heidesheim und dem Haus von Leiningen-Dagsburg-Falkenburg. An ihrem 18. Geburtstag hatte sie sie 1748 den Darmstädter Prinzen Georg Wilhelm von Hessen geheiratet, dessen Bruder Landgraf Ludwig IX. war.

Prinzessin George überlebte ihre Enkelin. Luise starb 1810 an den Folgen einer Lungenentzündung, ihre Großmutter wurde fast 89 Jahre alt, sie starb 1818.

Nebenbei I: Jetzt könnte man ja meinen, der Darmstädter Luisenplatz wäre nach Königin Luise benannt. Aber nein, das Darmstädter Namenschaos setzt sich auch da fort. Der Luisenplatz ist nach der Ehefrau Ludwigs I. von Hessen-Darmstadt benannt. Und auch die Luisenstraße ist nach ihr benannt.

Nebenbei II: Der spätere deutsche Kaiser Wilhelm I. ist ein Sohn Luises. Er war 13 Jahre alt, als seine Mutter starb.

Wicki Weißwas über einen Papst, der lange der letzte war

Papst Hadrian VI. (*2. März 1459, †14. September 1523) war der letzte Papst aus dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Er war auch bis zur Wahl Johannes Pauls II. (im Jahr 1978) für lange Zeit der letzte nichtitalienische Papst.

Da Hadrian VI. aus Utrecht war, könnte man ihn auch als niederländischen Papst sehen. Aber die Niederlande gibt es als Staat erst seit ihrer Proklamation 1581. Und anerkannt wurden sie erst mit Ende des Dreißigjährigen Krieges.

Wicki Weißwas über Hitler vor Gericht

Adolf Hitler stand wegen Hochverrats vor Gericht – der Prozess begann am 26. Februar 1924. Es ging um den „Hitler-Putsch“ vom 9. November 1923. Zwar klang die Strafe hart, fünf Jahre „Festungshaft“, aber schon nach einem halben Jahr wurde die Strafe für Hitler in eine Bewährungsstrafe umgewandelt. Und weil er als Österreicher in deutschen Heer gedient hatte und sich als Deutscher fühle, wurde er nicht ausgewiesen.

Wicki Weißwas über den „Freistaat Flaschenhals“

Es gab einmal einen sogenannten „Freistaat Flaschenhals„, ein schmales Gebiet zwischen – jetzt nur grob zur Verdeutlichung – zwischen Lorch am Rhein und Limburg. Enstanden war das Gebiet nach dem Ersten Weltkrieg zwischen 1919 und 1923, weil es zwischen zwei 30-Kilometer-Radien alliierter Brückenköpfe (Koblenz, Amerikaner und Mainz, Franzosen) lag.

Auch wenn der Name lustig klingt, damals war die Lage schwierig, weil es keine durchgängigen Straßen oder Eisenbahnlinien in das Gebiet gab. Am 25. Februar 1923 besetzten die Franzosen den Bereich.

Wicki Weißwas über einen Reformationstag

Am 24. Februar 1582 war auch ein Reformationstag. Nicht so plakativ wie mit Luthers 95 Thesen, die angeblich an eine Kirchentür genagelt wurden, nein, an dem Tag unterschrieb Papst Gregor XIII. die Bulle „Inter gravissimas“ in der er die Kalenderreform verfügt, die wie heute als „gregorianischen Kalender“ kennen.

Nebenbei: Die 95 Thesen wurden sehr wahrscheinlich nicht so plakativ wie es klingt an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg genagelt. Martin Luther hatte sie am 31. Oktober 1517 einem Brief an den Erzbischof von Mainz und Magdeburg beigefügt. Als er keine Antwort bekam, gab er den Text an Freunde und Bekannte weiter. Andere sagen, dass die Kirchentür als eine Art Schwarzes Brett für akademische Disputationen in Wittenberg diente.

Förderverein Liberale Synagoge startet ins Erinnerungsarbeitsjahr 2016

(PM FLS) Der Förderverein Liberale Synagoge (FLS) hat 2016 zwei zentrale Projekte: Das 140 Jahre Liberale Synagoge-Jubiläum und das Karl Heß-Projekt. Karl Heß war Vorsitzender des SV 98, musste aber vor den Nazis nach Frankreich und später nach Brasilien fliehen.

Der FLS wird das ganze Jahr über mit Veranstaltungen an den runden Geburtstag der Liberalen Synagoge erinnern – das Jüdische Gotteshaus feiert 2016 seinen 140. Geburtstag.
Die Liberale Synagoge, ein eindrucksvoll-prachtvoller Sakral- und Monumentalbau von 24 Metern Höhe, der die Dächer Darmstadts überragte, war am 23. Februar 1876, vor genau 140 Jahren, im Beisein der versammelten Stadt und großherzoglichen Landesprominenz eröffnet worden. Erbaut wurde sie durch den Stadtbaumeister Eduard Köhler, vor allem von dessen Assistenten Stephan Braden. „Diese Liberale Synagoge war, wie es damals hieß, eine ‚Zierde unserer Stadt‘, gehörte bis zur Zerstörung im November 1938 während der Darmstädter Novemberpogrome zu den bedeutenden Wahrzeichen unserer Stadt“, erklärt der Vorsitzende des Fördervereins Liberale Synagoge, Martin Frenzel.

Zum 140. Geburtstag am Dienstag 23. Februar, 14.30 Uhr, wird der Förderverein Liberale Synagoge gleich in zweifacher Weise an die Geschichte des verschwundenen, heute vergessenen Gotteshauses an der Friedrich-/Fuchsstr. erinnern: Zum einen wird es – wie jedes Jahr seit Gründung des Vereins im Januar 2011 – einen kostenlosen Spezial-Rundgang „140 Jahre Liberale Synagoge Darmstadt. Auf den Spuren des Jüdischen Darmstadts und eines NS-Verbrechens“ in der Gedenkstätte Liberale Synagoge Klinikumsgelände geben.

Am gleichen Tag wird es abends um 19.30 Uhr einen Bildvortrag des Fördervereins Liberale Synagoge im Rüdiger Breuer-Saal der Jüdischen Gemeinde (Wilhelm-Glässing-Str.) geben: Dort erinnert der Historiker und Buchautor Martin Frenzel an das Gotteshaus. Titel des Vortrags: „Eine Zierde unserer Stadt. 140 Jahre Liberale Synagoge (1876 – 1938 – 2003)“. Der Vortrag schlägt einen Bogen von der Einweihung vor 140 Jahren 1876 durch den Großherzoglichen Rabbiner Dr. Julius Landsberger über die Schändung und Zerstörung des Sakralbaus während der NS-Novemberpogrome 1938 bis zur scheinbar wundersamen Wiederkehr der Fragmente des Gotteshauses im Oktober 2003, vor dreizehn Jahren. Weiterlesen

Wicki Weißwas zur Weißen Rose

„Die Weiße Rose“ war aus aus einem studentischen Freundeskreis hervorgegangen und versuchte mit Flugblättern und Wandparolen gegen die nationalsozialistische Diktatur Widerstand zu schüren. Die berühmtesten Mitglieder waren die Geschwister Hans und Sophie Scholl.

Hans Scholl wurde am 22. September 1918 geboren. 1936 nahm er als 18-jähriger am Parteitag in Nürnberg teil, stellte aber enttäuscht fest, dass vernünftige Diskussionen dort nicht gefragt waren. Ab 1940 studierte er Medizin an der Maximilians-Universität in München

Sophie Scholl wurde am 9. Mai 1921 geboren und studierte in München Biologie und Philosophie. Sie ist der gleiche Jahrgang wie der Darmstädter SS-Mann Hans Stark.

Andere Mitglieder waren u.a. Alexander Schmorell, Christoph Probst, Willi Graf, Kurt Huber, Franz Joseph Müller, Heiner Guter, Wilhelm Geyer, Susanne und Hans Hirzel.

Hans Hirzel war übrigens Mitglied der rechtsgerichteten Republikaner und 1994 von seiner Partei als Bundespräsident vorgeschlagen worden.

Der Name „Die Weiße Rose“ beruht wahrscheinlich Weiterlesen

Wicki Weißwas über Verdun

Am 21. Februar 1916 eröffneten die Deutschen mit Trommelfeuer aus 1250 Rohren die Schlacht um die die französische Festung Verdun.

20.000 Mann hatten in 213 Zügen die Munition herangeschafft.

Sechs Divisionen mit 90.000 Mann griffen nach neun Stunden Dauerfeuer zwei französische Divisionen an.

Das Schlachtfeld bei Verdun 1916 war 80 Quadratkilometer groß, 350.000 Menschen starben bis zum 19. Dezember 1916, 700.000 wurden verletzt. Es starben 150.000 deutsche Soldaten und 167.000 Franzosen.

Im Beinhaus von Douaumont liegen Knochen von 130.000 nicht identifizierbaren französischen und deutschen Soldaten.

Der deutsche Generalstabschef Erich von Falkenhayn wollte Weiterlesen