Abschied mit Zoff beim Literaturhaus

Die Stadt Darmstadt wird das Herbstprogramm (PDF, 250 kB) des Darmstädter Literaturhauses nicht verteilen oder auslegen. Die scheidenden Programmleiter (Verträge wurden angeblich kommentarlos nicht verlängert) haben in ihrem Vorwort für den Geschmack der Stadt zu offene Worte gewählt:

Als wir anfingen, hieß das Literaturhaus noch „Haus der Literatur“, wie es jetzt heißt, kann kein Außenstehender mehr erkennen: Es ist – seit Jahren! – eingerüstet, nicht der kleinste Hinweis verrät mehr, worum es sich bei dem baufälligen Gebäude handelt.

Unser Büro wies zwar eine Reihe selten gewordener Möbelstücke der Marke Sperrmüll auf, einen Computer suchte man indes vergeblich: so zogen wir es vor, zu Hause zu arbeiten – auf eigene Kosten. […] Scheinwerfer als Bühnenbeleuchtung galten der Stadt als unfinanzierbar, im Baumarkt erwarben wir günstige Wohnzimmerleuchten: Wir konnten darüber lachen.

Was wir weniger lustig finden, ist, dass der neue Kulturdezernent und seine Kulturbeauftragte, von denen in ihrer Amtszeit niemand eine unserer Veranstaltungen besuchte, dem Literaturhaus „mangelnde Ausstrahlung“ vorwerfen: hier werden Ross und Reiter verwechselt. […] Das also ist „der neue Stil“, von dem der OB, der – ahnten Sie’s ? – auch unser derzeitiger Kulturdezernent ist, in seinem Wahlkampf sprach.

Ambrosia-Pflanzen in Kranichstein entfernt

Ambrosia ist in der griechischen Mythologie die Speise der Götter, als Pflanze ist Ambrosia, genauer die Beifuß-Ambrosie, eher unbeliebt.

Ihre 20 Mikrometer kleinen Pollen können schon in geringen Mengen starke allergische Reaktionen auslösen. Weswegen Ende Juli Dorothea Becker, Gabriele Kaisinger und sechs weitere Helferinnen von ihnen entdeckte Pflanzen am Parkplatz Elisabeth-Selbert-Straße und auch auf dem Spielplatz dort entfernten. „Die standen kurz vor der Blüte“, berichtet Becker, „uns erschien das sehr dringend.“

Und so habe man mit Handschuhen, Mundschutz und langärmeliger Kleidung die Pflanzen entfernt. „Wir haben gut 30 Säcke gesammelt“, beschreibt Becker; dann habe man die Stadt informiert, sei aber eine Woche lang an verschieden Stellen weiter verwiesen worden. „Am 5. August kam dann ein Mähtrupp.“

Wurzeln sind noch drin
Die Bürger haben richtig reagiert, sagt der städtische Pressesprecher Frank Horneff. „Je früher die Pflanzen erkannt, entdeckt und unschädlich gemacht werden, desto besser.“ Abwarten wäre falsch gewesen. „Die Pflanzen dürfen auf keinen Fall kompostiert werden. Sie können über die Restmülltonne oder beim Müllheizkraftwerk entsorgt werden.“
Mit dem Mähtrupp ist es aber nach Beckers Ansicht noch nicht getan, „die Wurzeln sind ja noch drin.“ Gemähte Pflanzen treiben wieder aus, sie können bis zum ersten Frost im November blühen. Normalerweise ist die Hauptwachstumszeit der Pflanze Mitte bis Ende Juni, Anfang August gehen die Blüten auf.

Ein Neophyt
Ambrosia, mit vollem Artnamen Ambrosia artemisiifolia, hat verschiedenen Trivialnamen wie Aufrechtes Traubenkraut, Beifußblättrige Ambrosie oder Beifuß-Ambrosie. Die Pflanze ist ein Einwanderer aus Nordamerika, kam Anfang des 19. Jahrhunderts nach Europa und zählt daher zu den Neophyten (neo – neu, phyton – Pflanze). In vielen US-Bundesstaaten zählt die recht unscheinbare Pflanze ohne auffällige Blüten als Unkraut. Die Pflanze wächst vorzugsweise auf umgebrochenen, offenen Böden, beispielsweise Straßenrändern, in Neubaugebieten, in Hausgärten oder Vogelfutterplätzen, da die Samen teilweise im Vogelfutter sein können. Größere Bestände sollten den Grünflächenämtern und dem Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen (Julius Kühn-Institut) in Quedlinburg gemeldet werden.

Dass es etwas länger gedauert hat, bis die Stadt reagierte, räumt Horneff ein. „Den Hinweisen aus der Bevölkerung wird grundsätzlich nachgegangen.“ Aber für die verschiedenen städtischen Liegenschaften gebe es verschiedene Zuständigkeiten. „Die Eigentumsverhältnisse müssen erst überprüft werden, das geht nicht immer von jetzt auf gleich.“

Andere gefährliche Pflanzen und Tiere
Glaubt man gefährliche Pflanzen entdeckt zu haben, kann man das städtische Umwelttelefon (Telefon 06151/133313) anrufen, sagt Horneff. Dort gibt es weitere Informationen und Hilfe und die Hinweise werden an die zuständige Stelle weitergereicht.“ Bei Bienen, Hornissen und Wespen helfe das Grünflächen- und Umweltamt, ergänzt der Pressesprecher, bei gefährlichen Tieren wie Schlangen sei die Polizei zuständig.

Wenn man das Gefühl habe, die Stadt reagiere zu langsam, solle man nochmal bei der angerufenen Stelle nachfragen, rät Frank Horneff, bittet aber auch um Verständnis. „Auch die städtischen Ämter müssen schon auch die Möglichkeit haben dürfen, Sachverhalte zu recherchieren. Das kostet einfach Zeit.“

(Der Artikel basiert auf einem Hinweis aus dem K6-Blog und erschien leider aus Platzgründen nur sehr stark gekürzt als Meldung.)

Die Wahrheit hinter RMV und HEAG

Der örtliche ÖPNV-Betrieb wird ja HEAG abgekürzt und das steht für „Hast’es eilig, als gelaufe“. Dass RMV (der Verkehrsverbund in dem die HEAG mit drin ist) wie ich jetzt weiß, für „Reisen mit Verspätung“ steht, passt ja perfekt.

„Desaster“ beim Straßenbahn-Ersatzverkehr

Pressemitteilung – Die Grünen fordern für 2010 eine bessere Vorbereitung des Ersatzverkehrs und eine aktive Einbeziehung der Dadina.

„Wir freuen uns, dass der Straßenbahnverkehr nach Eberstadt am kommenden Samstag wieder aufgenommen wird“, sagt Felix Weidner, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Grüne in der Dadina, „Wir nehmen dies zum Anlass, die Verantwortlichkeiten zu hinterfragen, damit sich ein solches Desaster bei den anstehenden Bauarbeiten in Eberstadt und zwischen Darmstadt und Griesheim im nächsten Jahr nicht wiederholt.“

Mit einer Anfrage wollten die Grünen klären, ob die Heag den Ersatzverkehr mit der DADINA abgesprochen habe. „Es kann nicht sein, dass Alleingänge von Unternehmen auf dem Rücken der Fahrgäste ausgetragen werden“, sagte Weidner. Die Grünen wollten sich dafür einsetzen, dass die Dadina bei allen Änderungen einbezogen werde, um unabhängig vom Profitinteresse einzelner Unternehmen eine hochwertiges Verkehrsangebot im Sinne der Fahrgäste zu jedem Zeitpunkt sicherzustellen, erklärte Weidner.

Bis zuletzt seien wiederholt Kinderwagen in den überfüllten Fahrzeugen nicht befördert worden. Auch die Einschränkungen in der Beförderung nach Arheilgen und Bessungern speziell für mobilitätseingeschränkte Personen hätten über die komplette Bauzeit unverändert bestanden.

„Die Zuständigkeiten müssen speziell vor dem Hintergrund erneuten Ersatzverkehrs nach Eberstadt im kommenden Sommer sowie anstehender Brückenbauarbeiten zwischen Darmstadt und Griesheim im Jahr 2010 genau hinterfragt und neu geordnet werden“, forderte Weidner.

Warten auf die Kerb

Es ist wieder soweit, die sechste Jahreszeit beginnt, ab Freitag ist wieder Kerbenzeit (Kerb kommt von Kirchweihe). Eberstadt macht dieses Wochende in Darmstadt den Anfang, Donnerstag war schonmal alles aufgebaut, los geht es morgen abend.

Danach kommen die Kerben im Wochentakt in den Stadtteilen Wixhausen (28.8.-31.8.), Waldkolonie (28.8.- 30.8.), Heimstättensiedlung (4.9.-7.9.), Martinsviertel (11.9.-14.9.), Bessungen (18.9.-21.9.) und, mit etwas Abstand, Arheilgen (30.10.-03.11.)

Tratschtanten

Da fragt man ein Landesamt (ja, das am Mittwoch nach dem Heinerfest noch den AB-Text vom Heinerfestmontag hatte) zu einem Sachverhalt, und was machen die? Leiten es an die Stadt weiter. (Huhu, Pressestelle

Das ich vielleicht vom Landesamte eine zweite Meinung – neben der von der Stadt haben wollte – darauf kamen die Helden nicht. Also auch da wieder telefonieren, E-Mails leiten sich einfach zu schnell weiter.

Druckerstreik

Heute erschien vom Darmstädter Echo eine unifizierte Ausgabe – alle Echos vom Darmstädter bis zum Starkenburger in einer Ausgabe. Und dadurch mit etwas buntem Lokalteil – von allem was. Weil die Drucker gestreikt haben.

Ok. Sollen sie. Nur war das effizient? Und ärgert das den Verleger? Nein bis wenig. Denn dadurch, dass eine Art Notzeitung ausgeliefert wurde, sind die Abonnenten versorgt worden und ein ganzer Satz Anzeigen ist auch erschienen.

Die, die sich tatsächlich ärgern, sind die Schreiberlinge, weil deren Artikel geschoben werden mussten. Und die sich abgehetzt hatten, den Artikel noch aktuell schreiben.

Manchmal wäre es auch ganz schön, wenn die Gewerkschaft wenigstens ihre Mitgleider informiert, wenn sie streikt. Aber als Selbstständiger ist man bei Verdi – nach meinen Erfahrungen – halt ein Beitragszahler, für den man sich praktischerweise nicht engagieren braucht.

Nachtrag November 2019: Solidaritätsstreiks habe ich da nie mitbekommen.

Heinerfest-Nachwehen

„Guten Tag, wegen des Heinerfestes hat unser […]amt heute nachmittag geschlossen …“, sagt mir der Anrufbeantworter.

Ok, das Heinerfest ist das größte Volksfest der Stadt und dass da Ämter und Behörden am Mittag frei haben ist irgendwie Tradition. Nur endete das Fest am Montag mit Feuerwerk. Und heute ist Mittwoch.

So ein Kater, mannomann …

Das FRECHO kommt

„FRECHO“ hatte ich Anfang des Jahres einen Ordner meiner Firefox-Bookmarks genannt. Darin sind die Links zu den Lokalseiten der Frankfurter Rundschau (FR) und des Darmstädter Echos (ECHO). Jetzt bekommt dieser Ordner eine reale Bedeutung.

Ab 1. Juli werden die Frankfurter Rundschau-Lokalteile für Groß-Gerau und Darmstadt von der „Echo Redaktionsservice GmbH“ gefüllt. Der Redaktionsservice gehört zum Medienhaus Südhessen, wie auch der Wettbewerber „Darmstädter Echo“. Meedia (vom Mai): Frankfurter Rundschau gibt Darmstadt auf. Im FR-Lokalteil werden dann ausgewählte und gekürzte Echo-Artikel stehen. Etwas von dem ich geglaubt hatte, dass die FR-Chefredaktion genau das nicht will. Ich vermutete, dass die GmbH, eigene Artikel schreibt, die anfangs an die FR, später bei Interesse auch an andere Zeitungen verkauft werden.

Im Mai glaubte ich noch, dass die Rundschau mit ihrem Lokalteil einfach zu wenig zusätzliche Abos gezogen hat, aber das war wohl anders. Die Lokalredaktion Darmstadt hatte, nach allem was ich gehört habe, im Vergleich zu anderen FR-Lokalredaktionen, tatsächlich zusätzliche Abos gebracht.

Und da soll man dann noch motiviert arbeiten, wenn man inhaltlich und wirtschaftlich erfolgreich war, aber man aus strategischen Gründen aufgegeben wurde? Für einen Arbeitnehmer zeigt es etwas fatales: Einsatz lohnt sich nicht.

Und nun? Werden FR-Leser beleidigt auf die FR verzichten und lieber zum Original wechseln oder Echo-Leser auf die Rundschau umsteigen? Das Medienhaus Südhessen wird es zuerst wissen, denn dessen Zeitungsverteiler verteilen auch die FR in der Stadt.

Fettexplosion und Blaulicht am 27. Juni

Am 27. Juni feiert die Freiwillige Feuerwehr Innenstadt (FFI) ihr 160. Jubiläum. Die Wehr, in deren Gebiet auch die Darmstädter Stadtteile Bessungen und Heimstättensiedlung liegen, gehört damit zu den ältesten Feuerwehren in Hessen.

Kontrollierte Fettexplosion beim Tag der offenen Tür 2007.

Das Jubiläum mit Liveband, Essen und Eisbar wird mit einem Tag der offenen Tür im Gerätehaus in der Kasinostraße 63 – Eingang über die Ausfahrt in der Alicenstraße – gefeiert. Zwischen 10 Uhr und 18 Uhr kann unter anderem die Wache besichtigt werden und mit Feuerwehrautos durch die Gegend gefahren werden. In einer Modenschau werden die Feuerwehrmänner und -Frauen ihre verschiedenen Einsatzkleidungen und Schutzanzüge vorstellen. Auch werden die fatalen und brandgefährlichen Folgen einer Sprühdosen- und Fettexplosionen demonstriert.