Bundespolitik für Rhein-Main-Medien und Kinderzeitung für Rheinische Post

Die Rheinische Post (RP) hat für Inhalte ihrer Berliner Bundespolitikredaktion neue Abnehmer. Nach Meedia-Informationen beliefert das RP-Hauptstadt-Büro ab 1. Dezember auch die Verlagsgruppe Rhein Main (VRM), dazu gehören unter anderem die Allgemeine Zeitung Mainz, der Wiesbadener Kurier oder das Darmstädter Echo.

Die RP bezieht nun ihrerseits die VRM-Kinderzeitung „Kruschel“. Die Kinderzeitung gibt es seit Mai 2012 – und seit heute auch beim Darmstädter Echo.

Via: Meedia

Verbindungen zum Vergleichen

Wiedermal klaut mir die Frankfurter Rundschau die Möglichkeit zur Zweitverwertung* indem sie einen eigenen Mitarbeiter schickt. Dieses Mal ging es um den Rhein-Main-Kommers in der Darmstädter Orangerie.

Echo online: Protestler gegen Burschenschaften beschädigen Orangerie – Zwei Stunden vor dem Kommers hatten sich rund 60 Demonstranten am Luisenplatz getroffen.

FR-Online: Burschenschaftentreffen – Ein Richter entgleist

Mein Eindruck von Studentenverbindungen aus meiner bisherigen Arbeit (die mich zu dreien und zu Gesprächen dort führte): Die sind eher konservativ und liberal als grün und sozialdemokratisch. Und dann gibt es noch einzelne mit tatsächlich Rechtsradikalen, weswegen für Linke alle Verbindungen böse sind. Es wird die Gruppen geben, die Deutschland in den Grenzen von 1941 sehen wollen, aber da war ich bis jetzt noch nicht.

*Der FR-Darmstadtteil wird seit einiger Zeit mit in der Regel gekürzten Echo-Artikeln bestückt.

Termin beim Institut für Energiesysteme und Energietechnik

Auch mal was, wenn die Konkurrenz auch bei einem Termin ist, da schmort man nicht so im eigenen Saft und kann auch mal am praktischen Beispiel gucken, was man hätte anders machen können (auch wenn in dem Fall mir die Chance auf Zweitverwertung entgeht ;-).

Frankfurter Rundschau: TU Darmstadt: Den Klimakiller einfangen

Darmstädter Echo: Treibhausgas-Forschung auf der Lichtwiese – Klimaschutz: In einer neuen Großanlage wollen TU-Forscher Abscheidung des Treibhausgases Kohlendioxid erproben.

Schön finde ich ja, dass die FR-Kollegin und ich mit der Champagnerflasche anfangen …

Deutsche Annington – die ungeplante Echo-Serie

Manche Dingen fallen einfach zusammen. Wie diesen Monat Echo-Artikel über die Deutsche Annington:
16. August: Mängel und Schandflecke am Hauptbahnhof

Seitdem das Haus nicht mehr der Bahn gehöre, passiere „gar nichts“. Der Besitzer, die Deutschen Annington, sei nicht zu erreichen, der für die Immobilie zuständig Hausmeister auch nicht, sagt eine Mieterin.

19. August: „Bundesweit nur rausholen

Der Mieterverein kennt das Unternehmen mit seinem „Schön, hier zu wohnen“-Slogan schon länger. „Der stimmt“, sagt Geschäftsführerin Heilmann ironisch, „problematisch wird es, wenn man etwas braucht.“ Das Unternehmen wolle „nur rausholen, doch nichts investieren“. Dem widerspricht Annington-Sprecherin Katja Weisker. Der Investor hinter der Annington (die britische Terra Firma) habe bisher keine Dividendenauszahlung bekommen. Das Geld gehe in die Sanierung, die Bestände und das Unternehmen.

20. August: Der Mietvertrag fehlt – Amtsgericht entscheidet voraussichtlich im Spätherbst

Der Richter gab auch einen Hinweis auf die künftige Miete, wenn man Zu- und Abschläge des Darmstädter Mietspiegels berücksichtige. Dabei kam er sogar auf einen zehn Cent niedrigeren Quadratmeter-Mietzins.

26. August: Angst vorm Aufzug

Mieter: Der Fahrstuhl in einem Hochhaus ist notorisch kaputt, weil sich die Deutsche Annington nicht kümmert. Unternehmen: Ein Außendienst fahre die Mieter mit ihren Anliegen sukzessive ab.

Wie mir gesagt wurde, besteht der Außendienst aus 220 Mitarbeitern, die bundesweit täglich 1300 Termine abarbeiteten. Wenn man das stumpf rechnet, sind das 5,9 Termine am Tag, bei einem Acht-Stunden-Tag hat ein Mitarbeiter für jeden Termin mit Anfahrt etwa 81 Minuten Zeit.

Nachtrag, 28.1.2011: „Vermieter muss auch investieren“ – Niederlage für Annington am Amtsgericht: Mieter muss keinen Zuschlag für Schönheitsreparaturen zahlen

FAZ: Großzügige Pensionsregelung im Stadtkonzern? – 3. Update

Die FAZ berichtet von einer angeblichen Pensionsregelung für den 44jährigen Finanzchef des Darmstädter Energieversorgers HSE: Sollte der Arbeitgeber 2015 das Arbeitsverhältnis beenden, sollen dem Mann laut FAZ 70 Prozent des „ruhegehaltsfähigen Einkommens“ als Pension zustehen.

FAZ, 9.1.2010: Üppige Pensionsregelung bei HSE – Anspruch auf 70 Prozent mit 49 Jahren – Die vereinbarten Vertragskonditionen werden von der HSE weder bestätigt noch dementiert. Er könne dazu aus rechtlichen Gründen nichts sagen, äußerte HSE-Vorstandsvorsitzender Albert Filbert auf Nachfrage. Auch Oberbürgermeister Walter Hoffmann (SPD) als Vorsitzender des HSE-Aufsichtsrates verwies auf das Aktienrecht. […] Hoffmann hat nach den dieser Zeitung vorliegenden Informationen in der Aufsichtsratssitzung geäußert, mit der Regelung erfolge eine Angleichung an die Altersversorgung der übrigen Vorstandsmitglieder.

Bei solchen Berichten bekommt die Bezeichnung „Versorgungsunternehmen“ für mich eine ganz neue Bedeutung.

Ob dort die Arbeitnehmerpensionen ähnlich gestaltetet sind? Denn die Vorstandsvergütungen sind seit einem Beschluss Mitte Dezember an Arbeitnehmereinkommen gekoppelt.

Update, 12.35 Uhr, SPD-Pressemitteilung:

Der geschäftsführende Vorstand der SPD Darmstadt reagiert mit Verärgerung auf die nun bekannt gewordenen Ruhestands-Konditionen im neuen Vertrag des HSE-Vorstandes Holger Mayer.

Wie die FAZ Rhein-Main-Zeitung am Samstag berichtete, enthält der bereits im September 2009 in Kraft getretene Fünf-Jahres-Vertrag eine Klausel, die es dem heute 44-jährigen Holger Mayer ermöglicht, ab Ende der Vertragslaufzeit 70 Prozent seines derzeitigen Jahresgrundgehaltes als Rentenzahlungen zu bekommen. Mayer wäre dann erst 49 Jahre alt.

„Diese Regelung widerspricht jedem sozialdemokratischen Verständnis von fairer Vergütung und ist gerade bei der heutigen Diskussion bezüglich überzogener Managergehälter und Bonusregelungen sehr in Frage zu stellen“, so die stellvertretende SPD-Vorsitzende Susanne Steffes.

„Die Stadt Darmstadt ist mit 52,98 Prozent an der HSE beteiligt. Die Auszahlung dieser hohen Rentenansprüche würde über Jahre die Gewinnausschüttungen der HSE auch an die Stadt Darmstadt mindern und sich damit direkt auf den städtischen Haushalt auswirken. Das ist unverantwortlich gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt. Außerdem ist es unangemessen, da andere Vorstandsmitglieder städtischer Unternehmen, deren Vertragslaufzeit auch vor Ende des 60. Lebensjahres endet, keine solchen großzügigen Konditionen haben,“ so Steffes weiter.

Der geschäftsführende Vorstand fordert deshalb den Aufsichtsrat der HSE und insbesondere das Vorstandsmitglied Holger Mayer auf, diese Regelung rückgängig zu machen und eine mit anderen Vorstandsmitgliedern städtischer Unternehmen vergleichbare Rentenzahlungs-Regelung abzuschließen. Außerdem sollte zukünftig die Vergütung der Vorstände städtischer Unternehmen im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten offen gelegt werden.

Steffes sagt weiterhin:“Ich möchte betonen, dass wir der Arbeit der städtischen Beteiligungsunternehmen hohe Anerkennung beimessen und uns gerade deshalb immer für deren Erhalt ausgesprochen haben. Die SPD vertritt auch die Ansicht, dass der Branche entsprechende Gehälter gezahlt werden müssen, um im Wettbewerb um die besten Köpfe bestehen zu können. Die hier gefundene Regelung von Rentenansprüchen geht aber weit über das übliche Maß hinaus und ist deshalb nicht vertretbar.“

Update, 22 Uhr, Darmstädter Echo: Das Echo hat Hinweise auf das Jahresgehalt des Vorstandsmitglied (angeblich 249.000 Euro) und meldet Reaktionen der FDP und CDU: „Mehr als ungewöhnlich“ sagte der FDP-Kreis- und Fraktionsvorsitzende, Leif Blum zu der Regelung. CDU-Kreis- und Fraktionsvorsitzender Rafael Reißer, Mitglied des HSE-Aufsichtsrates bemängelte, dass die Angelegenheit überhaupt in der Zeitung stehe, bezweifelte aber die Art der Pension mit 49.

Und in seinem Kommentar fragt Harald Pleines sehr schön: „Wie ernst sind Parteien zu nehmen, die öffentlich nach Möglichkeiten suchen, Geld einzusparen, das ihre Vertreter in Aufsichtsräten anscheinend heimlich zum Fenster raus werfen?“

12.1.2010, 15.45 Uhr, Echo-Online: Filbert und Hoffmann haben die umstrittene Ruhestandsregelung für den Vorstand Holger Mayer als „branchenüblich“ verteidigt

Siehe auch: HSE-Pension – Grüne sehen dringenden Korrekturbedarf.

Neuer Echo-Online-Auftritt

Seit heute sieht die Internetseite des Darmstädter Echos anders aus, und Chefredakteur Jörg Riebartsch sagt auch etwas dazu. Unter anderem auch etwas zur Finanzierung:

Die notwendigen Einnahmen, um die Internetauftritte von Zeitungen zu finanzieren, sind ausgeblieben. Deshalb versuchen die Kaufleute nun weltweit umzudenken, wollen Geld auch im Internet für das nehmen, was man Leistung des Geistes nennt. Ob das klappt?


Auch neu: Die Artikel können kommentiert werden.

In der Frankfurter Rundschau

Ha, ich stehe mit einem Artikel in der Frankfurter Rundschau.

Ich weiß noch, wie ich mal vor Jahren den lokalen Redaktionsleiter der Frankfurter Rundschau fragte, wie es denn mit freier Mitarbeit aussehe. Aber er hatte nichts für mich, er erzählte mir, dass man sogar auf einen namhaften Kollegen verzichten werden muss, weil dessen Vertrag nicht verlängert werde.

Naja, mein Artikel steht auch nur in der FR, weil die Rundschau seit Juli ihren Darmstadt-Teil mit Echo-Artikeln bestückt. Die Darmstadt-Redaktion wurde vollkommen aufgegeben. Und nun war auch mal einer von mir dabei.

Nachtrag: In dem Artikel hat sich übrigens ein Missverständnis (ich hatte umgekehrt gefragt) eingeschlichen:

Die Linienänderungen aufgrund von Bauarbeiten umfassen einen Zeitraum von 10 Wochen. Der reguläre Betrieb erstreckt sich bis Ende des Jahres voraussichtlich über mehr als 40 Wochen.

Das FRECHO kommt

„FRECHO“ hatte ich Anfang des Jahres einen Ordner meiner Firefox-Bookmarks genannt. Darin sind die Links zu den Lokalseiten der Frankfurter Rundschau (FR) und des Darmstädter Echos (ECHO). Jetzt bekommt dieser Ordner eine reale Bedeutung.

Ab 1. Juli werden die Frankfurter Rundschau-Lokalteile für Groß-Gerau und Darmstadt von der „Echo Redaktionsservice GmbH“ gefüllt. Der Redaktionsservice gehört zum Medienhaus Südhessen, wie auch der Wettbewerber „Darmstädter Echo“. Meedia (vom Mai): Frankfurter Rundschau gibt Darmstadt auf. Im FR-Lokalteil werden dann ausgewählte und gekürzte Echo-Artikel stehen. Etwas von dem ich geglaubt hatte, dass die FR-Chefredaktion genau das nicht will. Ich vermutete, dass die GmbH, eigene Artikel schreibt, die anfangs an die FR, später bei Interesse auch an andere Zeitungen verkauft werden.

Im Mai glaubte ich noch, dass die Rundschau mit ihrem Lokalteil einfach zu wenig zusätzliche Abos gezogen hat, aber das war wohl anders. Die Lokalredaktion Darmstadt hatte, nach allem was ich gehört habe, im Vergleich zu anderen FR-Lokalredaktionen, tatsächlich zusätzliche Abos gebracht.

Und da soll man dann noch motiviert arbeiten, wenn man inhaltlich und wirtschaftlich erfolgreich war, aber man aus strategischen Gründen aufgegeben wurde? Für einen Arbeitnehmer zeigt es etwas fatales: Einsatz lohnt sich nicht.

Und nun? Werden FR-Leser beleidigt auf die FR verzichten und lieber zum Original wechseln oder Echo-Leser auf die Rundschau umsteigen? Das Medienhaus Südhessen wird es zuerst wissen, denn dessen Zeitungsverteiler verteilen auch die FR in der Stadt.

Von der Rundschau in Darmstadt bleibt nur noch ein Echo

Ab 1. Juli werden die „Frankfurter Rundschau“-Lokalteile für Groß-Gerau und Darmstadt von der „Echo Redaktionsservice GmbH“ gefüllt. „Echo Redaktionsservice“ gehört zum Medienhaus Südhessen, wie auch der Rundschau-Wettbewerber „Darmstädter Echo“.

Meedia: „Frankfurter Rundschau“ gibt Darmstadt auf

DWDL: Ausgelagert: „FR“ lässt Lokalseiten extern produzieren

Fulda-Info: ver.di befürchtet Verlust von Pressevielfalt in Südhessen

Bleibt bei mir die Frage, ob die Rundschau das gelassen hätte, wenn die Lokalteile entsprechend Abos nach sich gezogen hätten – oder ob es so oder so passiert wäre.