Warum man das Gericht auch Kammer nennt

Kaum laufen mal mehrere Prozesse mit Publikumsinteresse im Darmstädter Landgericht, wird es eng. Denn es gibt nur einen großen Saal. Und der wird zudem gebraucht, wenn es erhöhte Sicherheitsmaßnahmen gibt, denn er trennt mit einer Scheibe die Zuschauer vom Saal.

Gestern liefen beim Landgericht drei publikumsträchtige Verfahren: Der Prozess um den Tod des 29 Jahre alten Bensheimers Saremi, das Verfahren wegen der Schießerei in Rüsselsheim (Wie zuverlässig ist das Gedächtnis?) und der Wolski-Prozess.

Und damit ging es mir beim Saremi-Fall so, wie man es nicht mag: 30 Zuschauer, zwei Fernsehteams (vom gleichen Sender), vier Zeitungsreporter und das Risiko draußen bleiben zu müssen, wenn alle Sitzplätze belegt sind. Also wurde gedrängelt und geschoben als gestern mittag nach der Mittagspause die Tür für die Urteilsverkündung geöffnet wurde.

Jetzt ist jedenfalls klar, warum man das Gericht auch Kammer nennt. Wäre Platz, wäre das Synonym schließlich „Saal“.

Neuer Echo-Online-Auftritt

Seit heute sieht die Internetseite des Darmstädter Echos anders aus, und Chefredakteur Jörg Riebartsch sagt auch etwas dazu. Unter anderem auch etwas zur Finanzierung:

Die notwendigen Einnahmen, um die Internetauftritte von Zeitungen zu finanzieren, sind ausgeblieben. Deshalb versuchen die Kaufleute nun weltweit umzudenken, wollen Geld auch im Internet für das nehmen, was man Leistung des Geistes nennt. Ob das klappt?


Auch neu: Die Artikel können kommentiert werden.

Keine Verbindung zwischen Burg Frankenstein und Filmmonster – Eberstädter Geschichtsverein vermisst wissenschaftliche Beweise

Was hat der Eberstädter Hausberg Frankenstein (der auf Nieder-Beerbacher Gemarkung liegt) mit dem gleichnamigen legendären Monsterfilm von 1931 und dem Roman von 1818 zu tun? Wenig bis gar nichts nach den Recherchen des Geschichtsvereins Eberstadt-Frankenstein.

„Wir wollen keinem das Geschäft verderben, betonte Vereinsvorsitzender Erich Kraft. „Das ist eine klasse Idee für die Region“. Aber ein Geschichtsverein habe die Aufgabe Legenden und Anekdoten von der Historie zu trennen.

„Es kommt überhaupt keine Burg im Roman vor“, sagte Michael Müller in seinem Vortrag Ende September 2008 im Ernst-Ludwig-Saal. „Erst in späteren Verfilmungen wurde eine Burg in die Handlung eingebaut.“ Hinweise, die vor allem von rumänischstämmigen Professor und einem deutschen Journalisten kommen, verwarf der zweite Vorsitzende des Geschichtsvereins.

So soll die Frankenstein-Autorin Mary Shelley 1814 auf einer Deutschlandreise den Frankenstein besucht haben, als sie in Gernsheim am Rhein Station machte.Angeblich gebe es ein Tagebuch Shelleys, beschrieb Müller. Aber es gebe auch einen Tagebucheintrag vom 2. September 1814 von Shelleys Schwester Claire. Demnach war die Gruppe nachts für drei Stunden in Gernsheim. Müller präsentierte Fotos, die von Gernsheim aus den Frankenstein bei Tag zeigen. Nur dank zweier roter Pfeile konnten die 100 Zuhörer die Burg über Malchen (ein Ortsteil Seeheim-Jugenheims) entdecken. Zudem seien vor 194 Jahren die Burgtürme eingefallen gewesen, zeigte Müller eine Zeichnung von 1813. Müller glaubt nicht, dass man die Burg habe erkennen können. Und: „Einträge im Eberstädter Kirchenbuch, die den Aufenthalt der Engländer belegen sollten, gibt es nicht.“

Auch einen anderen Zusammenhang zwischen Burg und Monster konnte Müller nicht bestätigen. Mary Shelleys Stiefmutter Mary Jane Clairmont soll Kontakt zum Märchensammler Jakob Grimm gehabt haben. In einem Brief soll Grimm ihr von einer Sage um ein Monster und einen Zauberer bei Nieder-Beerbach berichtet haben. „Der Grimm-Brief ist der Gebrüder Grimm-Gesellschaft unbekannt“, sagte Müller.

Den Alchemisten Konrad Dippel als historisches Vorbild für den fiktiven Roman-Monstererschaffer Viktor Frankenstein zu sehen, ist für Michael Müller unsicher. Dippel wurde zwar auf der Burg geboren, habe aber nicht dort experimentiert, sondern im Mühltal. Als Vorbild für den Schöpfer des Monsters kämen jedoch auch viele andere Naturwissenschaftler des 18. und 19. Jahrhunderts in Frage. Müller kam zu dem Schluss: „Mit viel gutem Willen kann man allenfalls festhalten, dass sich Mary Shelley von allen Orten des Namens Frankenstein der Burg an der Bergstraße wohl am nächsten näherte“.

(Den Artikel hatte ich 2008 für „Die Lokale Zeitung“ geschrieben.)

In der Frankfurter Rundschau

Ha, ich stehe mit einem Artikel in der Frankfurter Rundschau.

Ich weiß noch, wie ich mal vor Jahren den lokalen Redaktionsleiter der Frankfurter Rundschau fragte, wie es denn mit freier Mitarbeit aussehe. Aber er hatte nichts für mich, er erzählte mir, dass man sogar auf einen namhaften Kollegen verzichten werden muss, weil dessen Vertrag nicht verlängert werde.

Naja, mein Artikel steht auch nur in der FR, weil die Rundschau seit Juli ihren Darmstadt-Teil mit Echo-Artikeln bestückt. Die Darmstadt-Redaktion wurde vollkommen aufgegeben. Und nun war auch mal einer von mir dabei.

Nachtrag: In dem Artikel hat sich übrigens ein Missverständnis (ich hatte umgekehrt gefragt) eingeschlichen:

Die Linienänderungen aufgrund von Bauarbeiten umfassen einen Zeitraum von 10 Wochen. Der reguläre Betrieb erstreckt sich bis Ende des Jahres voraussichtlich über mehr als 40 Wochen.

„Loop 5“ öffnet Freitag in Weiterstadt

Morgen (9. Oktober) ist es soweit, der Schrecken des Darmstädter Einzelhandels öffnet in Weiterstadt seine Pforten: Das Einkaufszentrum „Loop 5„. (Reguläre Öffnungszeiten sind montags bis samstags von 10 Uhr bis 22 Uhr 21 Uhr – seit 1. Februar 2010.)

Nachtrag: Inzwischen sind die Öffnungszeiten nochmal geändert worden:
Montag – Donnerstag
Geschäfte: 10 Uhr bis 20 Uhr
Food Court: 10 Uhr bis 21 Uhr

Freitag – Samstag
Geschäfte: 10 Uhr bis 21 Uhr
Food Court: 10 Uhr bis 21 Uhr

Wurden außen noch ein paar Feinheiten poliert, durfte man beim Pressetermin innen schonmal die MIG 21 suchen. (Oben an der Decke.)

Die MIG 21 hängt dort, weil im „Loop 5“ der Name Programm sein soll. Weiterlesen →

„anders? – cool!“ – Ausstellung in Kranichstein

Im Rahmen der Interkulturellen Wochen präsentiert der Jugendmigrationsdienst des Internationalen Bundes (IB) diese Woche im Café Chillmo die Wanderausstellung „anders? – cool!“Die Veranstaltung, die Darmstadt Sozialdezernent Jochen Partsch (Grüne) eröffnete, findet in Kooperation mit dem IB-Jugendcafé Chillmo, der Kinder- und Jugendförderung des Landkreises Darmstadt-Dieburg und der Stadt Darmstadt statt. Künstlerisch begleitet wurde der Auftakt unter anderem von der Tanzgruppe „Callisto“ unter der Leiterin Olga Moschewitzina.

Die multimediale Ausstellung beschäftigt sich mit dem Leben zugewanderter Jugendlicher in Deutschland. Sie richtet sich an zugewanderte und einheimische Jugendliche. Der IB will aber auch Mitarbeiter sozialer Einrichtungen, Lehrer, Politiker und Bürger informieren.

Die Ausstellung soll – so der Veranstalter – anders, sie soll cool sein, und sie soll die Sorgen, Freuden und Hoffnungen der Jugendlichen widerspiegeln. Elektronische Medien – Musik- und Sprachbeispiele, verschiedene Filme und computergestützte Quizspiele – sind interaktive Elemente der Wanderausstellung.

Öffnungszeiten der Ausstellung: Montag bis Donnerstag 9 Uhr bis 18 Uhr, Freitag 9 Uhr bis 14 Uhr. Donnerstag ist von 16 Uhr bis 20 Uhr Chill-out mit DJ Manu, Karate und Theater.

Wann hilft die BI ONO Andreas Storm?

Warum tritt eigentlich die Bürgerinitiative „Ohne Nordostumgehung“ nicht ganz massiv für Andreas Storms Einzug in den Bundestag ein? Da ist doch jetzt Solidarität gefragt, vor allem wenn der Darmstädter CDU-Direktkandidat nur mit 117 (oder 46) Stimmen und nicht mit 204 Stimmen verloren hat.

Das ist doch sowas von klarem Bürgervotum, sowas von nicht vertretbar und sowas von „unecht gescheitert“, dass eigentlich Storm das Mandat verdient hätte. Oder?

(Wer Ironie findet, darf sie behalten.)

Vergangene Wahlen in Darmstadt

Eine kurze Zusammenfassung der vergangenen Wahlen. Die Zahlen sind nur die Ergebnisse aus der Stadt Darmstadt. Schön demonstrativ, mit gestauchter x-Achse und alles in einen Topf geworfen.

Und damit ich es schneller finde, noch die Erststimmen bei der Bundestagswahl 2005. Das kann man aber nicht mit der Stadt Darmstadt vergleichen, da noch Gemeinden aus dem Landkreis zum Wahlkreis gehören. 2005 holte Brigitte Zypries das Direktmandat.

Storm, Andreas (CDU) – 37,70%
Zypries, Brigitte (SPD) – 44,80%
Partsch, Jochen (GRÜNE) – 8,10%
Laabs, Kerstin (FDP) – 3,70%
Schäfer, Heinz (Linke) – 3,90%

Kommunikationsherrschaft – Darmstädter Modell

Der Darmstädter ICE-Beirat ist auch so eine, äh … Darmstädterei:

Die Sitzungen des ICE-Beirats sind nicht öffentlich. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können jedoch teilnehmen.

Die Pressearbeit zu Sitzungen des ICE-Beirats liegt bei der Geschäftsstelle

Genau, immer schön die Kommunikationsherrschaft behalten. Und sich dann wundern, dass die Bürger solchen Veranstaltungen (als nächstes wird in diesem Theater das Dialogforum zur Nordostumgehung gegeben) und der Stadtregierung misstrauen.