Wicki Weißwas über den „Freistaat Flaschenhals“

Es gab einmal einen sogenannten „Freistaat Flaschenhals„, ein schmales Gebiet zwischen – jetzt nur grob zur Verdeutlichung – zwischen Lorch am Rhein und Limburg. Enstanden war das Gebiet nach dem Ersten Weltkrieg zwischen 1919 und 1923, weil es zwischen zwei 30-Kilometer-Radien alliierter Brückenköpfe (Koblenz, Amerikaner und Mainz, Franzosen) lag.

Auch wenn der Name lustig klingt, damals war die Lage schwierig, weil es keine durchgängigen Straßen oder Eisenbahnlinien in das Gebiet gab. Am 25. Februar 1923 besetzten die Franzosen den Bereich.

Wicki Weißwas über einen Reformationstag

Am 24. Februar 1582 war auch ein Reformationstag. Nicht so plakativ wie mit Luthers 95 Thesen, die angeblich an eine Kirchentür genagelt wurden, nein, an dem Tag unterschrieb Papst Gregor XIII. die Bulle „Inter gravissimas“ in der er die Kalenderreform verfügt, die wie heute als „gregorianischen Kalender“ kennen.

Nebenbei: Die 95 Thesen wurden sehr wahrscheinlich nicht so plakativ wie es klingt an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg genagelt. Martin Luther hatte sie am 31. Oktober 1517 einem Brief an den Erzbischof von Mainz und Magdeburg beigefügt. Als er keine Antwort bekam, gab er den Text an Freunde und Bekannte weiter. Andere sagen, dass die Kirchentür als eine Art Schwarzes Brett für akademische Disputationen in Wittenberg diente.

Förderverein Liberale Synagoge startet ins Erinnerungsarbeitsjahr 2016

(PM FLS) Der Förderverein Liberale Synagoge (FLS) hat 2016 zwei zentrale Projekte: Das 140 Jahre Liberale Synagoge-Jubiläum und das Karl Heß-Projekt. Karl Heß war Vorsitzender des SV 98, musste aber vor den Nazis nach Frankreich und später nach Brasilien fliehen.

Der FLS wird das ganze Jahr über mit Veranstaltungen an den runden Geburtstag der Liberalen Synagoge erinnern – das Jüdische Gotteshaus feiert 2016 seinen 140. Geburtstag.
Die Liberale Synagoge, ein eindrucksvoll-prachtvoller Sakral- und Monumentalbau von 24 Metern Höhe, der die Dächer Darmstadts überragte, war am 23. Februar 1876, vor genau 140 Jahren, im Beisein der versammelten Stadt und großherzoglichen Landesprominenz eröffnet worden. Erbaut wurde sie durch den Stadtbaumeister Eduard Köhler, vor allem von dessen Assistenten Stephan Braden. „Diese Liberale Synagoge war, wie es damals hieß, eine ‚Zierde unserer Stadt‘, gehörte bis zur Zerstörung im November 1938 während der Darmstädter Novemberpogrome zu den bedeutenden Wahrzeichen unserer Stadt“, erklärt der Vorsitzende des Fördervereins Liberale Synagoge, Martin Frenzel.

Zum 140. Geburtstag am Dienstag 23. Februar, 14.30 Uhr, wird der Förderverein Liberale Synagoge gleich in zweifacher Weise an die Geschichte des verschwundenen, heute vergessenen Gotteshauses an der Friedrich-/Fuchsstr. erinnern: Zum einen wird es – wie jedes Jahr seit Gründung des Vereins im Januar 2011 – einen kostenlosen Spezial-Rundgang „140 Jahre Liberale Synagoge Darmstadt. Auf den Spuren des Jüdischen Darmstadts und eines NS-Verbrechens“ in der Gedenkstätte Liberale Synagoge Klinikumsgelände geben.

Am gleichen Tag wird es abends um 19.30 Uhr einen Bildvortrag des Fördervereins Liberale Synagoge im Rüdiger Breuer-Saal der Jüdischen Gemeinde (Wilhelm-Glässing-Str.) geben: Dort erinnert der Historiker und Buchautor Martin Frenzel an das Gotteshaus. Titel des Vortrags: „Eine Zierde unserer Stadt. 140 Jahre Liberale Synagoge (1876 – 1938 – 2003)“. Der Vortrag schlägt einen Bogen von der Einweihung vor 140 Jahren 1876 durch den Großherzoglichen Rabbiner Dr. Julius Landsberger über die Schändung und Zerstörung des Sakralbaus während der NS-Novemberpogrome 1938 bis zur scheinbar wundersamen Wiederkehr der Fragmente des Gotteshauses im Oktober 2003, vor dreizehn Jahren. Weiterlesen →

TTip-Diskussion: Ein kleineres Format hätte mir besser gefallen

Freitagabend (19.) ging es im Justus-Liebig-Haus um TTip und Ceta, die beiden Freihandelsabkommen zwischen EU und USA sowie EU und Kanada. Organisiert hatte die Veranstaltung das Darmstädter Bündnis „Stoppt TTIP & Co.„.

Mit Blick auf meinen Artikel war mir das Podium mit sieben Diskutanten und zwei Moderatorinnen zu voll. Ich habe nur eine bestimmte Menge Platz und alleine die ganzen Namen kosten Zeilen. Im Print der Lokalzeitung ist das nunmal nicht wie bei Spiegel Online, wo ausführlich die Talkrunde des Tages der ÖR zerlegt wird. Zum Beispiel hat diese SpOn-Rezension zur Maischbergersendung mir Varoufakis rund 5800 Zeichen, so ein Artikel im Lokalteil hat aber eher 3000 bis 3600 Zeichen. Papier ist zwar geduldig, aber Weiterlesen →

Bürgerbeteiligung bei der Parkraumbewirtschaftung im Johannesviertel

Der Stadtparlamentsbeschluss zur Parkraumbewirtschaftung vor einem Jahr war ja geprägt vom Neuen Politikstil, aber die ersten Schritte zur Umsetzung am Samstag im Johannesviertel waren gut. Trotz Regens waren zeitweise bis zu 80 Bürger dabei.

Echo online: „Rundgang Parkraummanagement“ im Johannesviertel

Nachtrag: Im Artikel hatte ich leider vergessen zu schreiben, was das Parkraummanagement für die Bewohner kosten soll: Angedacht sind laut Volker Blees vom Büro „Verkehrslösungen“ 10 Euro pro Monat beziehungsweise 120 Euro im Jahr.

Die Verkehrs- und Baudezernentin Cornelia Zuschke sagte beispielsweise gleich, dass man es bei der Parkraumbewirtschaftung nicht allen recht machen können wird. Auch war der Rundgang moderiert, was die Sache für die Vortragenden entspannt, da diese nicht auch noch sich das Wort geben bzw. es abgeben müssen. Auch gut: Carla Schönfelder vom Kommunikationsbüro „Team Ewen“ hatte eine mobile Mikrofonanlage dabei und passte auf, dass auch Fragen für alle hörbar wiederholt wurden und es an den Stationen keinen ausschweifenden Dialoge zwischen Planern und Bürgern gab.

Wicki Weißwas zur Weißen Rose

„Die Weiße Rose“ war aus aus einem studentischen Freundeskreis hervorgegangen und versuchte mit Flugblättern und Wandparolen gegen die nationalsozialistische Diktatur Widerstand zu schüren. Die berühmtesten Mitglieder waren die Geschwister Hans und Sophie Scholl.

Hans Scholl wurde am 22. September 1918 geboren. 1936 nahm er als 18-jähriger am Parteitag in Nürnberg teil, stellte aber enttäuscht fest, dass vernünftige Diskussionen dort nicht gefragt waren. Ab 1940 studierte er Medizin an der Maximilians-Universität in München

Sophie Scholl wurde am 9. Mai 1921 geboren und studierte in München Biologie und Philosophie. Sie ist der gleiche Jahrgang wie der Darmstädter SS-Mann Hans Stark.

Andere Mitglieder waren u.a. Alexander Schmorell, Christoph Probst, Willi Graf, Kurt Huber, Franz Joseph Müller, Heiner Guter, Wilhelm Geyer, Susanne und Hans Hirzel.

Hans Hirzel war übrigens Mitglied der rechtsgerichteten Republikaner und 1994 von seiner Partei als Bundespräsident vorgeschlagen worden.

Der Name „Die Weiße Rose“ beruht wahrscheinlich Weiterlesen →

Wicki Weißwas über Verdun

Am 21. Februar 1916 eröffneten die Deutschen mit Trommelfeuer aus 1250 Rohren die Schlacht um die die französische Festung Verdun.

20.000 Mann hatten in 213 Zügen die Munition herangeschafft.

Sechs Divisionen mit 90.000 Mann griffen nach neun Stunden Dauerfeuer zwei französische Divisionen an.

Das Schlachtfeld bei Verdun 1916 war 80 Quadratkilometer groß, 350.000 Menschen starben bis zum 19. Dezember 1916, 700.000 wurden verletzt. Es starben 150.000 deutsche Soldaten und 167.000 Franzosen.

Im Beinhaus von Douaumont liegen Knochen von 130.000 nicht identifizierbaren französischen und deutschen Soldaten.

Der deutsche Generalstabschef Erich von Falkenhayn wollte Weiterlesen →

Spenden und die mediale (Nicht)Wirkung

2013 war mir eine Aktion einer Supermarktkette mit den „Tafeln“ aufgefallen.

Und die ging so: Die Kunden spendeten 5 Euro und pro Spende bekam die lokale „Tafel“ von dem Supermarkt eine Tüte voll mit haltbaren Lebensmitteln, die vielleicht etwas mehr als 5 Euro im Verkauf kosten.

Und dann gab die Kette noch 200.000 Euro dazu. Also insgesamt und deutschlandweit. Ok, viel Geld, macht bei den rund 3300 Filialen in Deutschland dann aber doch nur um die 61 Euro pro Filiale. Na, da hielt sich meine Begeisterung darüber etwas zu schreiben dann doch in Grenzen.

Ein bisschen mehr können sich die – deutlich besser bezahlten – Kollegen beim Marketing der Supermarktkette dann schon strecken.

Wicki Weißwas über Astro- und Kosmonauten

John Glenn war am 20. Februar 1962 der erste Amerikaner der die Erde umkreiste und ist bislang der älteste Mensch, der im Weltraum war. Er war 1998 nochmal mit 77 Jahren mit dem Space Shuttle unterwegs.

Nach seinem erste Raumflug wurde er erstmal nicht wieder ins All geschickt, das Risiko, dass der erste Amerikaner im All dabei tödlich verunglückt, schien zu groß.

Wobei, eigentlich war der erste Amerikaner im All Alan Shepard, er flog aber nur mit einem Parabelflug in den Weltraum ohne die Erde zu umrunden.

Der erste Mensch im All war Juri Gagarin. Sein Flug, der auch die Erde umrundete, war am 12. April 1961. Auch er wurde nach seinem erfolgreichen Flug nicht wieder als Kosmonaut losgeschickt.

Der zweite sowjetische Raumfahrer war (auch 1961) German Titow. Aber auch er war ein Erster, er entdeckte am eigenen Leib die Raumkrankheit.

Und Narrhallamarsch: Das ist der 1111. Beitrag nach aktueller Blogzählung. (Es sind sogar ein paar mehr, da einige auf privat gesetzt sind und ich ein paar schlechte bestimmt auch mal gelöscht habe.)

Wicki Weißwas über Minis, die eigentlich wie Golfs sind

Autos werden länger. Der Austin Mini von 1963 ist 3,054 Meter lang. Der – inzwischen von BMW gebaute – aktuelle Mini ist 3,821 Meter lang. Damit ist er eher ein Golf I. Der erste VW Golf war 3,705 Meter lang, der aktuelle Golf VII ist 4,255 Meter lang.

Der Fiat 500 von 1957 ist kleiner als der Ur-Mini (2,97 Meter), aber das 2016er Fiat-Modell ist auch gewachsen: 3,546 Meter.