Kritischer Blick auf die Lichtwiesenbahn

Die Lichtwiesenbahn hat nicht nur Freunde, Sonntag schauten sich Bürger die Trasse kritisch an.

Echo online: Trassenkritiker melden sich zu Wort – Kaum zahlende Fahrgäste, Stückwerk und ein unverhältnismäßiger Aufwand waren am Sonntag die Kritikpunkte bei einem Spaziergang über die Trasse der geplanten Lichtwiesenbahn.

Einige Teilnehmer vermissten bei der Lichtwiesenbahn dass diese eine größere Planung über das Quartier hinaus mit dem Umland eingebunden werden müsste. Allerdings plant der momentane Darmstädter Verkehrsentwicklungsplan (aus dem Jahr 2006) noch mit der ab 2011 – wegen der grün-schwarzen Koalitionsvereinbarung – obsolet gewordenen Nordostumgehung. Ein neuer Verkehrsentwicklungsplan ist Teil des „Masterplans 2030“, dessen Planungsprozess Anfang Februar gestartet wurde.

Im Verkehrsentwicklungsplan von 2006 steht die Trasse nicht ausdrücklich drin. Es wird der Bahn-Haltepunkt TU-Lichtwiese erwähnt, damit ist aber der Haltepunkt der Odenwaldbahn gemeint. Oder Fahrradabstellanlagen. Oder mehr Busse zur Lichtwiese. Bei der Bestandsanalyse taucht der Bereich Böllenfalltor bis Lichtwiese in einer Aufzählung zwar als nicht ausreichend erschlossen auf; wird zusammen mit anderen Quartieren wie Bürgerparkviertel, Edelsteinviertel, Teile der Weststadt oder Eberstadt West aufgezählt.

Die Trasse der Lichtwiesenbahn soll inzwischen rund 16 Millionen Euro kosten. Weiterlesen

Vor fünf Jahren: Die OB-Kandidaten Partsch und Reißer und ihre Pläne

So sah vor fünf Jahren meine Doppelseite im "Vorhang auf" aus. Das war damals die erste Vorstellung der fünf OB-Kandidaten.

Vor fünf Jahren standen in Darmstadt Kommunalwahlen und gleichzeitig OB-Wahlen an. Für den „Vorhang auf“ hatte ich damals die fünf OB-Kandidaten Walter Hoffmann (SPD), Helmut Klett (Uwiga), Jochen Partsch (Grüne), Rafael Reißer (CDU) und André De Stefano (Piratenpartei) sowie Jörg Dillmann und Kerstin Lau (Uffbasse) zu Themen wie Haushalt, Konversion, ICE, Nordostumgehung und neue Straßenbahnlinien befragt.

Zwei Kandidaten von damals kamen in Amt und Würden, Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) und Bürgermeister Rafael Reißer (CDU). Mal schauen was ich 2011 zu den beiden zusammengefasst hatte:
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Offen recherchiert zum Semesterticket

Ich sehe die geplante Lichtwiesenbahn ja etwas kritisch, 16 Millionen Steuergelder für 1,3 Kilometer Straßenbahntrasse zum Campus Lichtwiese der TU Darmstadt? Zwei Fragen gab es bei mir: 1. Warum zahlt die TU die Bahn nicht, die GSi zahlt doch auch ihren Bus?

Zu einer TU-Kostenbeteiligung sagte mir die Dadina, dass die Lichtwiesenbahn kein Werksverkehr sei (das ist tatsächlich die Buslinie zur GSI) zudem sei es nicht vorgesehen, dass Unis und Schulen als Teil der Daseinsvorsorge für den ÖPNV bezahlen.

Meine zweite Überlegung war: Und was wenn es das Semesterticket irgendwann nicht mehr gibt? Dann wird doch die Lichtwiesenbahn – ohne Studies – zur Geisterbahn? Wieso, mag man im ersten Moment denken. Aber nur mal kurz googlen nach ‚Semesterticket vor dem Aus‘ ergibt drei Treffer. Weiterlesen

Straßenbahnbremsweg

Gestern durfte ich mal was schätzen: Wie lange ist der Bremsweg einer Straßenbahn, die bei rund 50 Kilometer pro Stunde in die Vollbremsung geht? Beim PKW sind in der Faustformel ja Geschwindigkeit in km/h durch 10 und das im Quadrat drin. Was es ja schonmal schwierig macht, weil wir Menschen gerne linear denken, aber die Natur nicht liniear ist.

Also das mit dem Quadrat wird bei der Straßenbahn ähnlich sein, dachte ich mir, Physik ist Physik. Nur bremst die Bahn mit Stahl auf Stahl und ist deutlich schwerer als ein ein Auto. Also kommt noch was dazu. Ich dachte mir so, dass es über 30 oder 35 Meter sein werden.

Echo online: Keinesfalls über die Kupplung – Sicherheitstraining für Siebtklässler im Zeichen des tödlichen Luisenplatz-UnfallsGutachter prüft Risikoeinschätzung für Straßenbahnen

Es wurden 45 Meter. Das ist einmal die Länge der Straßenbahn. Und die war leer.

Und: Wenn es anfängt zu regnen, bilde sich auf den Gleisen ein Schmierfilm aus Straub und Dreck, schilderte ein Fahrer. Der mache die Schienen nochmal glatter und Bremswege länger. Wenn es weiter regnet, nimmt diese Gefahr aber ab, weil der Regen auch den Schmierfilm wegwäscht.

Grundschulen bietet die Heag mobilo ein Sicherheitstraining im Betriebshof Frankenstein an.

Neues vom Frankenstein? Und ein Anfahrtipp mit der Straßenbahn

Jörg vom Darmundestat-Blog weist auf ein Angebot eines Kollegen auf der Burg Frankenstein hin:

“Burgschreiber” Walter Scheele bietet seit einiger Zeit sonntags kostenfreie Führungen durch die Burg Frankenstein an. Wie ich eben auf der Homepage des Burgpächters gesehen habe, zaubert er dazu jede Woche ein neues Thema hervor.

Das mit dem zaubern meint Jörg schon so, denn Walter Scheeles Thesen sehen er und der Geschichtesverein Eberstadt-Frankenstein zum Alchemisten
Johann Konrad Dippel (Konstruktion eines Mythos) und zur Autorin Mary Shelley doch sehr anders (Any Monsters at home? Die Burg Frankenstein a.d. Bergstr. und der Roman von Mary Shelley). Mary Shelley hat 1818 den Roman „Frankenstein“ geschrieben, an dem sich die Boris Karloff-Filme grob orientierten.

Ein Hinweis noch, weil ich beim Artikelschrieben für Darmstädter Zeitungen diesen Nebensatz immer einflechten muss: Die Burg Frankenstein liegt nicht in Eberstadt oder Darmstadt, sie liegt in Mühltal im Ortsteil Nieder-Beerbach.

Und wer da mal mit dem ÖPNV zur Burg Frankenstein will: Am einfachsten mit der Straßenbahn zur Haltestelle Malchen fahren und die Frankensteiner Straße den Berg hochlaufen. Der Rest findet sich. Und Vorsicht: Die Haltestelle Frankenstein ist weiter weg (2,2 Kilometer Luftlinie) als die Halestelle Malchen mit 1,5 Kilometer Luftlinie. Und bergauf muss man beide Male. Man kann auch mit dem Bus nach Nieder-Beerbach fahren, aber der fährt nicht so häufig wie die Bahn.

Kosten für Straßenbahnen

Straßenbahn von Darmstadt nach Roßdorf und Groß-Zimmern
Legt zwischen 8,8 (östlich von Roßdorf) und 14,75 Kilometer (Groß-Zimmern) zurück und kostet zwischen 78 und 124 Millionen Euro.

Straßenbahn von Darmstadt nach Weiterstadt
Wird wahrscheinlich nicht gebaut, würde bis zu 50 Millionen Euro kosten.

Die Opposition in der Lichtwiesenstraßenbahn mitnehmen

Die Stadt plant einen Straßenbahnabzweiger von der Nieder-Ramstädter Straße zur Lichtwiese, um die TU besser anzuschließen. Kann man machen, kostet halt ein paar Millionen.

Jetzt ist die Opposition bis auf die Uwiga eigentlich für das Projekt, weist aber auf einiges hin:

Echo online: Entscheidung für Straßenbahn-Abzweig zur Lichtwiese – Die jährlichen Betriebskosten veranschlagte Baudezernetin Lindscheid mit 654.000 Euro. Georg Hang (Uffbasse) kam dagegen auf fast 900.000 Euro, da man die Finanzierungskosten und jährliche Abschreibung mitrechnen müsse. (…) Die Oppositionsfraktionen im Parlament sprachen sich im Grunde meist auch für die Straßenbahn aus, kritisierten aber, dass nun vor dem Vorliegen ausstehender Untersuchungen schon die Umsetzung beschlossen werden solle. (…) und Hang verwies darauf, dass sich die Stadt mit der Beantragung der Landeszuschüsse noch bis Juni nächsten Jahres Zeit lassen könne.

Da frage ich mich, warum man bei der Konstellation nicht auf einen gemeinsamen Beschluss hinarbeitet. Die Vorlage ist beim Punkt zwei nunmal handwerklich nicht sauber gemacht (Hervorhebung von mir).

Es wird zugestimmt, den Mitfall II (Führung über den Lichtwiesenweg) weiter zu verfolgen und umzusetzen. Der kommunale Eigenanteil für die Investitionskosten in Höhe von € 2,87 Mio. wird entsprechend dem Planungs- und Bauablauf zur Verfügung gestellt. Der Betriebskostenzuschuss in Höhe von € 654.000 pro Jahr wird ab der Inbetriebnahme voraussichtlich im Dezember 2017 auf einer neuen Kostenstelle bereitgestellt.

Das hätte man ohne weiteres ändern können. Als das im Bauausschuss angesprochen wurde, hatte ich ja den Eindruck die Koalition versteht das nicht, aber nach fast zwei Wochen, hätte man ja schlauer geworden sein können. Was vergibt man sich denn, wenn man die Bedenken berücksichtigt?

Aber da müsste man ja einen kleinen Fehler zugeben und hätte seinen schönen Platz im Schützengraben verlassen müssen, in dem es inzwischen weich und warm ist. Und man kann später – unter Verkürzung der Tatsachen – der Opposition vorwerfen, dass sie ja damals böse und gegen das tolle Projekt war und es sich auf seine Fahnen schreiben. Das ist es, was man sich vergibt, das ist alles mögliche, aber wieder Mal kein Neuer Politikstil.

Und noch der Hinweis: Das mit dem Neuen Politikstil ist ja was von den Koalitionsvertretern.

Gleisarbeiten in Bessungen und Eberstadt – Busse statt Bahnen

Da kauft die Heag klimatisierte Straßenbahnen und in der wärmsten Jahreszeit, werden diese dann nicht eingesetzt: Wie im vergangenen Jahr nutzt die Heag die verkehrsärmere Ferienzeit zur Gleissanierung in Eberstadt und Bessungen.

In der Heidelberger Landstraße werden vom 6. Juli bis Mitte August zwischen Büschel- und Seeheimer Straße auf einer Länge von rund 300 Metern die Gleise ausgetauscht, die Gleislage angepasst und die Fahrleitung erneuert. Parallel zu der Gleissanierung in Eberstadt wird in Bessungen das Gleis in der Heidelberger Straße zwischen Bessunger und Eschollbrücker Straße saniert

Straßensprerrung in Eberstadt
In Eberstadt wird die Heidelberger Landstraße für den Autoverkehr in dem Bauabschnitt ganz gesperrt sein. „Die Erfahrung hat gezeigt, dass es besser ist, in möglichst großen Abschnitten am Stück zu bauen – jede Nahtstelle ist ein potenzieller Schwachpunkt“, erklärt Heag Mobilo-Projektleiter André Dillmann. Zudem sind die Straßenverhältnisse sehr eng. „Ein schmaleres Baufeld würde die Logistik komplizierter machen und damit die Bauzeit noch verlängern“, so der Projektleiter.

Die Heidelberger Landstraße wird im Baustellenbereich für den Autoverkehr vollständig gesperrt. Büschel-, Odenwald-, Schloss-, Seeheimer- und Heidelberger Landstraße werden zu Stichstraßen. Auch bei den Parkplätzen wird es Einschränkungen geben. Zusätzliche Halteverbote wird es für die Ersatzhaltestellen in der Seeheimer Straße (Abschnitt Frankenstein – Ringstraße) sowie punktuell auch in der Ringstraße, Im Hirtengrund und vor dem Kreuzungsbereich Mühltalstraße und in der Thomasstraße geben. Die Thomasstraße wird zudem Einbahnstraße (mit Fahrtrichtung Westen).
Die Zufahrten für Rettungsfahrzeuge bleiben jederzeit bestehen. Zu Fuß sind alle Gebäude stets erreichbar. Einzelandienungen, zum Beispiel für Lieferfahrzeuge, sind nach Absprache möglich. Ab dem 27. August kann der Autoverkehr wieder wie gewohnt fließen.

Busse statt Bahnen – Keine Fahrräder mitnehmen
Die Straßenbahnlinien 7 und 8 werden zwischen den Haltestellen „Luisenplatz“ und „Frankenstein“ auf Busse umgestellt und in einem Ringverkehr durch Eberstadt geführt. Dabei kommt es zu Fahrplan- und Taktänderungen. Die Straßenbahnlinien 1 und 6 werden eingestellt. Die Buslinien NE, NB und P verkehren regulär. Die Linie EB fährt weitestgehend wie gewohnt. Für die Linie 7 wird die Haltestelle „Wartehalle“ Richtung Luisenplatz nördlich der Thomasstraße verlegt. Aus Kapazitätsgründen können in den Ersatzbussen keine Fahrräder mitgenommen werden.

Linienänderungen zwischen 6. Juni und 15. August
Linie 1: Kein Betrieb. Ersatz bieten die Linien 7 und 8. Zum Hauptbahnhof umsteigen an der Haltestelle „Rhein-/Neckarstraße“, verdichteter Takt zwischen „Rhein-/Neckarstraße“ und „Hauptbahnhof“.

Linie 5: Taktausdünnung – Montag bis Frreitag alle 15 Minuten.

Linie 6: Kein Betrieb. Ersatz bieten die Linien 7 und 8.

Linien 7/8: Busersatzverkehr zwischen Luisenplatz und Frankenstein. Zwischen Hofgasse und Luisenplatz sowie zwischen Frankenstein und Am Hinkelstein verkehren wie gewohnt Straßenbahnen. Fahrgäste der Linien 7/8 müssen daher gegebenenfalls zweimal umsteigen. Das Umsteigen erfolgt an denselben Haltepositionen. Die Straßenbahnlinie 8 verkehrt im nördlichen Abschnitt Hofgasse – Luisenplatz -Rhein-/Neckarstraße – Hauptbahnhof.

Busersatzverkehr in Eberstadt – Keine Haltestelle „Kirche“ und „Modaubrücke“
Die Busse verkehren zwischen den Haltestellen „Wartehalle“ und „Frankenstein“ im Ringverkehr und halten Richtung Luisenplatz auf Höhe der Haltestellen „Schlossstraße“ und „Odenwaldstraße“. Richtung Frankenstein halten die Busse an den Haltestellen „Modaubrücke“, „Alte Post“ und „Walther-Rathenau-Straße“ der Linie P, weitere Haltestellen im Linienverlauf sind „Grenzallee“, „Klinikum“, „Friedhof“ und „Frankenstein“. Die Straßenbahnhaltestellen „Kirche“ und „Modaubrücke“ entfallen.
Die Umsteigemöglichkeit an der Eberstädter Wartehalle bleibt erhalten. In dem übrigen Streckenabschnitt halten die Busse meist am Fahrbahnrand.Insbesondere in den Hauptverkehrszeiten kann es wegen der engen Straßen zu Verspätungen kommen.

Gleisschleifarbeiten Frankfurter Straße
Hinzu kommen noch von Dienstag (6.) bis einschließlich Freitag (9.) Gleisschleifarbeiten in der Frankfurter Straße zwischen den Haltestellen „Willy-Brandt-Platz“ und „Rhönring“. Diese Arbeiten sind nur in verkehrsärmeren Zeiten möglich und finden daher von zirka 20 Uhr abends bis 6 Uhr morgens statt.

Spitzentaktzeiten im ÖPNV

30.000 Euro für eine Werbekampagne, damit die Menschen mehr mit Bus und Bahn fahren. Das mus doch was bringen. Bei solchen Hammerangeboten wie diesem, frage ich mich echt, warum diese 30.000 Euro verpuffen werden:

Dieser zusammengestauchter Screenshot zeigt exemplarisch, wie hervorragend die ÖPNV-Verbindungen abends von Gräfenhausen aus sind.

Alle Stunde ein Bus ist ja echt super. Genial. Und Fahrzeiten von über einer Stunde, da hat man doch was für seine zwei Euro. Soviel dunkle Ortschaften und Landstraßen sind nämlich echt selten. Und damit das nicht zum Gewohnheitsgut wird fährt der Bus irgendwann nur noch alle 90 Minuten – oder so. Taktwechsel erhalten nämlich die Spannung.

Nachtrag: Ach ja, was auch die Spannung erhält ist, einen Bus ausfallen zu lassen. Das war die Sondereinlage am vergangenen Sonntag (14.2.2010) , als ich und zahlreiche andere zum AEWG-Umzug nach Gräfenhausen wollten. Ok, Karneval, aber etwas, was die Busse füllt – was ein privatwirtschaftliches Unternehmen doch interessieren könnte. Der 5515er-Bus, der um 11.51 Uhr an der Pallaswiesenstraße abfahren sollte, kam einfach nicht. Und die RMV-Mobilitätszentrale konnte mir auch nicht weiterhelfen, weil sie die Leitstelle des Busunternehmens nicht erreichte. Und der Busfahrer des um 12.51 Uhr kommenden Busses, wusste nichts von einem Ausfall auf der Linie – soviel also zur Kundeninformation. Die Busse, die pünktlich eine Stunde später kamen (ein 751er und ein 5515er) waren dann voll. Der 751er war so narrenvoll, dass er gar nicht mehr anhielt und gleich durchfuhr.

Nachtrag II: Inzwischen wurde mir mitgeteilt, dass er Bus ausgefallen war, weil die Heizung kaputt war.