1418 Tage

1418 Tage dauert nun der Krieg der Russischen Föderation gegen die Ukraine. Der Zweite Weltkrieg zwischen dem Großdeutschen Reich und der Sowjetunion dauerte 1418 Tage.

Mit dem Unterschied (unter anderen, es gibt natürlich sehr sehr viele andere), dass die Ukrainer nie – wie die Deutschen – erstmal gen Moskau und Stalingrad marschiert waren, dort von der Roten Armee zum Stehen gebracht wurden und dann erst zurückgetrieben werden mussten. Die Russische Föderation steht zur Zeit sogar schlechter da als zum Kriegsbeginn, da sie 2022 Teile der Ukraine räumen musste.

spiegel.de: Russlands Krieg gegen die Ukraine dauert länger als gegen Hitlerdeutschland

Einfach mal kompromissbereit sein

Russischer Friedensplan: Ukraine verzichtet auf das ganze Staatsgebiet
Ukraine: Nein.
Russland: Kompromiss, wir kriegen 603.630 km², ihr den Rest.
Ukraine: Nein.
Russland: Kompromiss, wir beschränken uns auf 24 Oblaste.
Ukraine: Nein.
Russland: Ihr seid Null kompromissbereit.

Co-Inspiration vom Postillon: Russland stellt 1-Punkt-Friedensplan vor

Krieg ist ja nicht nur an der Front

Jakob Augstein bei „Maischberger“ auf YouTube: „Die Vorstellung, dass die Russen, die es nicht Mal schaffen die Ukraine zu erobern, ganz Westeuropa überrollen, halte ich für (…) dement (…)“

Es geht ja nicht nur um die Front. Da können „wir“ wahrscheinlich die russischen Kräfte aufhalten und stoppen. Aber wir sehen ja was in der Ukraine passiert. Die RF kommt an der Front nur meterweise voran, aber es werden ja Tag und Nacht Städte und Zivilisten bombardiert, um Terror zu machen. Das will ich aber auch nicht erleben.

Folgen eines russischen Sieges in der Ukraine

Selbst wenn es der Russischen Föderation nur um die Ukraine geht, wird bei einem russischen Erfolg eine Büchse der Pandora geöffnet: Krieg wird dann wieder ein legitimes Mittel der Politik. Was am Ende weniger Frieden und mehr Atommächte bedeutet.

Torsten Heinrich auf YouTube: Die Ukraine muss siegen – auch für Deutschland!

So wird das wohl wieder nichts mit dem Sozialismus

Es gibt anscheinend eine neue Idee, wie es dieses Mal mit dem Sozialismus klappen soll. Die taz hat dazu mit der britischen Ökonomin und Publizistin Grace Blakeley gesprochen.

taz: Kapitalismus bedeutet Planwirtschaft, sagt die britische Ökonomin Grace Blakeley. Sie zählt zu den wichtigsten jüngeren Kapitalismuskritiker:innen

Wie nun ihr Sozialismus funktionieren soll, habe ich leider in dem Interview nicht gelesen oder nicht verstanden. Und auch nicht in ihrem Interview mit der NZZ (ich habe ja immer Hoffnung) – dafür hat Grace Blakeley da noch etwas – für mich sehr weltfremdes – zum russischen Krieg gegen die Ukraine gesagt:

Ich bin gegen den Krieg. Waffen sind falsch. Mit der Militarisierung Europas, die die etablierten Parteien jetzt betreiben, wollen sie von ihrem Versagen ablenken. (…) Kriegstreiberei und Angstmache. Eine alte Masche, man kann das bei George Orwell nachlesen. (…)

(…) Russland ist keine Bedrohung für Westeuropa. Es spottet jeder Vernunft, gegen Wladimir Putin in den Krieg ziehen zu wollen. Wenn wir das tun, begeben wir uns auf einen direkten Weg in den Untergang.(…) (…) Zu welchen Konditionen ein ukrainischer Waffenstillstand ausgehandelt werden soll, übersteigt meine Kompetenz.

Natürlich sind Waffen falsch. Und irre teuer. Nur keider funktioniert das mit dem Pazifismus und der Friedensdividende nur, wenn alle mitmachen. Sobald ein Land aussteigt, wird es für alle teuer. Denn dann greifen leider Mechanismen, die so alt sind, dass es da lateinische Sprichworte wie „Si vis pacem para bellum“ dazu gibt.
Die ironischen Anmerkungen, die mir auf der Tastatur lagen, lasse ich mal weg.

Jubiläum für Russland und Katar

Vor zwölf Jahren am, 2.12.2010, wurden Katar und die Russische Föderation Austragungsländer für die Fußballweltmeisterschaften 2022 und 2018.

Schon damals schrieb der Sportpolitikjournalist Jens Weinreich: „In einer kolossalen Korruptionskrise hat sich das Exekutivkomitee des Fußball-Weltverbandes FIFA für das große Geld und für die Milliarden aus dubiosen Quellen entschieden.“

jensweinreich.de: Der 2. Dezember 2010. Der Tag der Sportschurken

Olaf Scholz im Jahr 2021 und im Jahr 2022

Bundeskanzler Olaf Scholz am 20. Oktober 2022 im Bundestag über Gas aus der Russischen Föderation: „Wir haben uns aus der Abhängigkeit befreit und gehen gut vorbereitet in den kommenden Winter.

SPD-Kanzlerkandidat (und Bundesfinanzminister und Vizekanzler) Olaf Scholz in einer TV-Diskussion am 20. Mai 2021: „Es gibt in den USA die falsche Vorstellung, dass wir sehr abhängig wären von diesem russischen Gas. Das ist aber, wenn man den Energiemix in Deutschland betrachtet, nicht richtig.

Irgendwas an diesen beiden Aussagen passt da für mich nicht zusammen.

Der Anteil Russlands an Deutschlands Gasimporten

Was diskutieren wir eigentlich um die Erdgasversorgung? „Es gibt keine Abhängigkeit Deutschlands von Russland, schon gar nicht in Energiefragen“, sagte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) – im September 2018.

Da war wohl ziemlich viel lautes Pfeifen im Wald dabei, 2017 lag der russische Anteil an den Gasimporten etwas über 50%, 2018 waren es dann 55%, so eine Übersicht der Bundeszentrale für politische Bildung.

Geheimoperationen bewertet die Bundesregierung sofort, militärische Aktionen nach Monaten nicht

Auch Bundesregierung macht Russland verantwortlich für Cyberangriffe„, meldet SpOn. Ich vermute sowas ja auch.

Nur, liebe Bundesregierung, eine Frage habe ich da dann doch: Wieso ist die Bundesregierung bei geheimen Operationen so sicher, was Sache ist (ich denke da auch an den Fall Skripal, bei die Bundesregierung sehr schnell die britische Einschätzung übernahm), während sie bei Afrin nicht in der Lage ist, die offen praktizierte türkische Militäraktion zu bewerten?

Jedes Mal wenn Tilo Jung in der Bundespressekonferenz nachfragt, gibt es keine Antwort.