Krautreporter – der Name trifft es doch

Eine Orga wie Kraut und Rüben.

Gerade kam eine BBQ Einladung an die Unterstützer rein. Nach Berlin. Vor drei Wochen startet das Projekt, jetzt kommt – mit vier (4!) Tagen Vorlauf – eine Einladung nach Berlin. Hauptstadt, aber zentral ist anders. Und für einen Dienstag, ein Arbeitstag. Der Feiertag Pfingstmontag ist einen Tag vorher. So eine Feier kündigt man mit Aktionsbeginn an, wenn man es ernst meint.

Inzwischen wirkt das Projekt auf mich immer mehr wie ein „ach lass uns mal Crowdfundig probieren“.

Es ehrt die Kollegen ja, dass das sie als Journalisten keine Ahnung von PR und Kampagnen haben, aber die müssen doch auch mal auf einer schlecht organisierten und Null vorbereiteten Veranstaltung gewesen sein, und daher wissen wie man es nicht macht?

Langsam bereue ich es 60 Euro bereitgestellt zu haben.

13. Juni: Krautreporter scheinen es noch zu schaffen
3. Juni: Countdown bei den Krautreportern. Aber so wird das nichts.

Countdown bei den Krautreportern. Aber so wird das nichts.

Countdown bei den Krautreportern. Nur noch 10 Tage fürs Funding. Hintergrund: Das Projekt will „900.000 Euro für ein Jahr Journalismus von 25 Autoren einsammeln“ (Zusammenfassung von Don Alphonso).

Aber jetzt erst kommen die Kollegen mit dem was schon vor dem Crowdfunding hätte stattfinden müssen: Sie nennen Themen, die sie machen wollen. Als da jetzt wären: Nahostkonflikt, Fernseh- und Rundfunkräte, die neue Ostfront oder professionelle Zahnreinigung.

Und sie haben nur noch zehn Tage um 15.000 Unterstützer zusammenzubekommen. Meiner Meinung nach wird das wird aber nichts mehr, sie haben nach 21 Tagen erst gut 6500 Unterstützer.

Nebenbei: Die Beispiele oben musste ich jetzt copy/paste zusammenklicken, das wäre einfacher das würde in einem Absatz auf Krautreporter stehen. Das macht es dem, der für das eigentlich schöne Projekt* werben will, leichter. (Andererseits ehrt das die Krautreporter, die haben wohl noch nie ihr Geld damit verdienen müssen, Pressemitteilungen zu redigieren. Wer das gemacht hat, weiß, wie man es den Kollegen bei der Tageszeitung leicht macht. )

* das eigentlich schöne Projekt: Ja, die Idee ist gut. Die Leser bezahlen die Journalisten und nicht wie sonst die Anzeigenkunden. Sinnvoll, dann wenn es eng wird, heißt es: Wer zahlt, sagt an. Und inzwischen bin ich ja der Meinung, dass der, der etwas will, es erstmal auch bezahlt. Und das wäre bei Krautreporter ja der Fall.

Nur frage ich mich langsam, wie die Krautreporter sich das mit dem Marketing gedacht hatten? Meiner Meinung nach hätte man schon vier bis zwei Wochen vorm Crowdfundingbeginn von dem Projekt was erfahren müssen. Ich halt mich für mittelgut informiert, aber zu mir war nichts durchgedrungen. Keine Gelegenheit vor drei Wochen „Endlich geht’s los“ zu sagen. Naja, und so zählt der Unterstützercounter zwar langsam hoch, aber ein Moment, wie es durch die Berichterstattung am Anfang war, kam nicht mehr rein. Dabei wäre ja Leute wie Jens Weinreich dabei, gerade er macht Sportpolitik und wenn es um die Sümpfe bei Doping, Fifa und IOC geht, kennt er sich aus. Nur wer von den Sportteillesern kennt den Namen?

Kann natürlich sein, dass ich komplett falsch liege und die Leser einfach zufrieden sind mit den kostenlosen News à la SpOn &Co. Oder sie spätestens jetzt bei den vorgestellten Themen den selben Mainstream vermuten, wie es ihn kostenlos bei SpOn &Co gibt.

13. Juni: Krautreporter scheinen es noch zu schaffen
6. Juni: Krautreporter – Eine Orga wie Kraut und Rüben

Eins, zwei, drei. Fertig.

In der Regel zähle ich ja die Teilnehmer auf einer Veranstaltung durch und schreibe die auch in den Artikel. Am 19. Mai 2014 hatte ich das dann mal gelassen. Denn ich hatte die Gäste (mit mir aber ohne Podium) auf einen Blick durchgezählt:

Eins, zwei drei. Fertig. Mehr kamen an dem Abend nicht zum DGB.

Ja, damit hatte keiner gerechnet. Am 19. Mai war das zweite Relegationsspiel zwischen SV 98 und Arminia Bielefeld. Da konnte natürlich der DGB nicht wissen, als er im Januar die Veranstaltung geplant hatte.

Die Fußball-WM hat man ja auf dem Schirm, aber wie eine Ligatabelle aussieht, kann ja keiner ernsthalt vorhersagen.

„Hier wird es eines Tages zu einer fürchterlichen Katastrophe kommen.“

Im Mai und Juni 1914 reiste der Amerikaner Edward M. House als inoffizieller Beauftragter des US-Präsidenten Woodrow Wilson nach Europa. Er sollte Wege suchen, wie die regelmäßig wiederkehrenden Krisen vermieden werden könnten. In Mai traf House den deutschen Admiral Tirpitz und schrieb in seinem Bericht:

sueddeutsche.de: Der Mann, der die Welt retten wollte – „Hier herrscht der völlig toll gewordene Militarismus. Wenn nicht jemand, der in Ihrem Namen handelt, eine Verständigung auf ganz neuem Grunde zustande bringt, so wird es eines Tages zu einer fürchterlichen Katastrophe kommen. Wenn England jemals damit einverstanden ist, werden Frankreich und Russland über Deutschland und Österreich herfallen. England möchte Deutschland nicht gänzlich zerschmettert sehen, denn es hätte dann mit seinem alten Feinde Russland zu rechnen; aber wenn Deutschland auf einer überwältigenden Flotte besteht, wird England keine Wahl haben. Die beste Aussicht auf Frieden bietet eine Verständigung Englands und Deutschlands über die Flottenrüstungen, wenn auch eine zu starke Annäherung zwischen den beiden für uns einen gewissen Nachteil bedeutet …“

„Die Unabhängigkeit Kiews ist eine vorübergehende Erscheinung“ – Rußlands Politik im „postsowjetischen Raum“, eine Sicht aus dem Jahr 1998

Aus einer Abhandlung des österreichischen Verteidigungsministeriums von 1998 (20-seitiges PDF). Erstaunlich aktuell.

Der Ukraine kommt als „Hauptobjekt der russischen Politik im postsowjetischen Raum“ eine Schlüsselrolle zu. Diese Politik beruht nach dem Eindruck einer demokratischen Moskauer Zeitung 1995 auf zwei Prämissen: „Die Unabhängigkeit Kiews ist eine vorübergehende Erscheinung“ und „die Ukrainer sind Sklaven von Öl und Gas aus Rußland“.
(…)
Rußland und die Ukraine (haben damals noch als Sowjetrepubliken ) einander bereits in einem Vertrag am 19.11.1990 als „souveräne Staaten“ anerkannt und volle territoriale Integrität zugesagt. Das konnte jedoch in Rußland seit Anfang 1992 – ganz im Sinne des „patriotischen Konsenses“ – zahlreiche Kommunisten, Nationalisten und „Demokraten“ nicht davon abhalten, eine „Rückgabe“ der Krim, zumindest aber der strategisch wichtigen Hafenstadt Sewastopol (die den Hauptstützpunkt der Schwarzmeerflotte beherbergt) zu fordern.
(…)
Das russische Parlament (Oberster Sowjet wie Staatsduma) hat mehrere entsprechende Beschlüsse gefaßt, und der populäre Bürgermeister von Moskau, Jurij Luzhkow (ein Verbündeter Jelzins und wahrscheinlicher Kandidat bei den nächsten russischen Präsidentenwahlen) drohte im Dezember 1996 zur „Lösung des Status von Sewastopol“ im russischen Fernsehen sogar mit Gewalt.
(…)
Es besteht kein Zweifel, daß die große Mehrheit der Russen (auf der Krim) für einen Anschluß der Halbinsel an Rußland eintritt, und es gab auch immer wieder entsprechende offizielle Initiativen.

1. Juni: Fahrradaktionstag

Der vierte Darmstädter Fahrradaktionstag am 1. Juni (Sonntag) auf dem Marktplatz bietet Service und Infos rund ums Rad. Ein besonderer Hingucker und beliebtes Fotomotiv wird erneut die automatische Fahrradwaschanlage sein, die den mitgebrachten Fahrrädern gegen einen Unkostenbeitrag in wenigen Minuten neuen Glanz verleiht. Zeitig da sein lohnt sich – die Anlage ist beliebt und daher oft früh ausgebucht. Das gilt auch für die Fahrradcodierung als Diebstahlschutz (Personalausweis und Kaufbeleg mitbringen).

Vor Ort stellen Händler aus, es können dort auch Reparaturtermine vereinbart werden. Darüber hinaus wird es verschiedene Informationen rund um das Thema Fahrrad geben. Erstmalig beteiligt sich die Stadtverwaltung mit Informationen zu aktuellen und geplanten Fahrrad-Projekten in Darmstadt. Für Kinder ist ein Kinderverkehrsgarten geplant.

Zu einem wahren Renner entwickelt hat sich aus Sicht der Veranstalter der Fahrradflohmarkt, bei dem Privatpersonen Fahrräder verkaufen und kaufen können.

Beim Frühjahrsputz nach ungenutzten Fahrrädern Ausschau halten!
Der Fahrradaktionstag bietet einen Fahrradflohmarkt, bei dem Privatpersonen Fahrräder verkaufen und kaufen können. Da in den vergangenen Jahren die Nachfrage das Angebot um ein Vielfaches überstieg, rufen die Organisatoren dazu auf, beim anstehenden Frühjahrsputz im Keller Ausschau nach nicht mehr benötigten Fahrrädern zu halten. Mit wenig Aufwand können diese dann beim Aktionstag zu Geld gemacht werden und bieten so Mitmenschen eine günstige Chance auf ein eigenes Fahrrad.“

Der Aktionstag wird ehrenamtlich organisiert von der AG Fahrrad, einem Zusammenschluss von Darmstädter Gruppen rund ums Rad (ADFC, BUND, Bündnis 90/Die GRÜNEN, IVDA, Hochschulgruppe Nachhaltigkeit) sowie engagierten Privatpersonen.

Fettexplosion bei der SG Arheilgen

Dichter Rauch in Umkleidekabinen, brennende Papierkörbe, eine Fettexplosion, Rauchmelderalarm und dazwischen Kaffee, Kuchen und Videos. Samstag (12.4.) gab es beim Arheilger Sportverein SGA einen Crashkurs zu Brandschutz und Sicherheit Echo online: Was tun, wenn’s brennt?

Die Freiwillige Feuerwehr Arheilgen zeigte unter anderem eine Fettexplosion. Das passiert, wenn man in der Küche Wasser auf brennendes Öl oder Fett gibt, um es (vergeblich) zu löschen. Nur ist in der Küche nicht soviel Platz für den Feuerball – also nie machen.

Die „heute-show“ muss zuspitzen, aber was, wenn sie manipuliert?

Das war ein fieses Foul in der „heute-show“ vom 11. April 2014.

Denn genau das was man in der Sendung den Bundespräsidenten auf dem 20. Deutschen Bankentag sagen lässt (weil man seine Aussage dramatisch kürzt), hat er gerade nicht gesagt. Es war auch keine satirische Zuspitzung, es wirkt eher manipulativ, als ob man den Bundespräsidenten fertig machen will.

„Es ist gut, dass die Menschen das Bank- und Geldsystem nicht verstehen, sonst hätten wir eine Revolution noch morgen früh.“

So wird Joachim Gauck mit Einspieler( bei 31 Minuten 55 Sekunden Ersatz) zitiert. Und da hört es in der Show mit dem O-Ton des Bundespräsidenten auf. Schenkelklopfer und Erstaunen beim Fernsehzuschauer, dass der Präsident so dreist spricht. Dass Gauck ein Zitat verwendet, dass Henry Ford zugeschrieben wird, erfährt man nicht.

Und auch nicht, dass Gauck dann gesagt hat: 

„In einem Punkt muss ich da widersprechen: Es ist ganz und gar nicht gut, wenn Bürger einen wichtigen Wirtschaftssektor nicht hinreichend verstehen oder verstehen können. Es ist nicht gut, wenn es vielen schwerfallen muss, Sachverhalte zu durchdringen, weil ganze Teilbereiche der Gesellschaft auf kaum durchschaubare Art miteinander verflochten sind. Selbst Experten haben nach eigenem Bekunden oft nicht nachvollziehen können, was auf den Finanzmärkten tatsächlich vor sich ging.“

Qualität wird eben kopiert

Da lese ich auf einem Termin auf einer Folie eine gute Zusammenfassung eines Modellprojekts und denke, das sollte ich schnell mitschreiben. Nur kommt mir die so bekannt vor – klar, so hatte ich vor zwei Wochen in der Ankündigung zu dem Termin das Modell zusammengefasst.

Veröffentlicht unter Job