Links und Fundsachen, 18.9.2018

Die Zeit, 17. Juli 2012: Kurnaz-Affäre begleitet neuen Geheimdienstchef ins Amt – „Der 20-jährige Kurnaz war türkischer Staatsbürger, hatte aber ein unbegrenztes Aufenthaltsrecht in Deutschland. Formaljuristisch verfällt dieses, wenn der Betreffende mehr als sechs Monate außer Landes ist und sich nicht bei den zuständigen Behörden meldet. Und Kurnaz wurde von den US-Amerikanern seit gut einem Jahr im kubanischen Guantanamo festgehalten – ohne sich zu melden.“

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Grüner Kuschelkurs in Hessen wird belohnt

Das Erststimmenergebnis im Wahlkreis 49 (Darmstadt Nord) im Jahr 2013 und in der Prognose für 2018, von wahlkreisprognose.de.

Die hessischen Grünen freuen sich über einen FAS-Artikel.

FAS: Ein Loblied auf Hessen

Man kann das Ganze natürlich auch schwarz-grünen Kuschelkurs nennen, wenn ich da an Terminal 3, NSU-Untersuchungsauschuss, Hessentrojaner, Verfassungsschutzgesetz oder Kali + Salz denke.

Aber als Grüner würde ich da auch nichts anders machen. Bei 14 Prozent in den Umfragen (bei der Landtagswahl 2013 waren es 11,1 Prozent) muss man auch nichts ändern. Tatsächlich hat ja auch die ganze Flughafenopposition nie ein Direktmandat gebracht.

Was es jetzt aber in Darmstadt geben könnte. Weil laut wahlkreisprognose.de die CDU – aber vor allem die SPD – deutlich verlieren. Ich vermute nur, dass es mit dem Fluglärm wenig zu tun hat, sondern eher, dass bisherige SPD- und CDU-Wähler zu AfD (SPD- und CDU-Wähler), FDP (CDU-Wähler) und Grüne (SPD-Wähler) wechseln.

Links und Fundsachen, 17.9.2018

Der Freitag: Jedes Mal, wenn es zu einem Finanzcrash kommt, erstarken die Rechten und die Populisten. Die Linke profitiert nie davon, dass sie recht gehabt hat – Die wirtschaftshistorische Untersuchung dazu ist von 2016.

Die Welt: Wie nutzen Flüchtlinge Smartphones? – „Flüchtlinge nutzen extra an sie gerichtete Angebote wie arabische Nachrichten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks kaum. Das ist wie bei den Welcome-Apps: Woanders gibt’s die Infos bequemer.“

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Diskussion mit Landtagswahl-Kandidaten in Eberstadt

Wahltalk in Eberstadt-Süd mit Dennis Eckhold (Linke, 3. v. rechts) und Andreas May (FDP, rechts).

Freitag war im Darmstädter AfD-Quartier Eberstadt-Süd eine Diskussion zur Landtagswahl. Die AfD war dort bei der Kommunalwahl 2016, Wahllokal Wilhelm-Hauff-Schule, mit 25,4 Prozent stärkste Partei geworden. Gefolgt von der SPD mit um die 20 Prozent. Eingeladen war die AfD nicht, Caritas und Diakonie hatten Direktkandidaten der im Landtag vertretenen Parteien eingeladen.

Allerdings ist das über Format mit an Tischen verteilten Politikern schwierig zum schreiben, weil ich ja nicht überall gleichzeitig sein kann. Und da kann es passieren, dass ich wieder zu einem Tisch komme, und nun andere Bürger das gleiche Thema haben wie die Gruppe davor. Oder ich ein Thema auch verpasse.

Echo online: Diskussion mit Landtagswahl-Kandidaten in Eberstadt

Computerspiele via Let’s play


Ich bin ja eher Gelegenheitsspieler bei Computerspielen und komme aus der Pen-and-Paper-Fantasysrollenspielecke.

Zwar wird die Grafik der Computerspiele immer realistischer, aber das Spielprinzip „try, die, reload and repeat“ ist natürlich das Gegenteil von realistisch. Genaugenommen hat Trinity bei Lara Croft x-fach gewonnen, denn Lara stirbt ja tausend Tode, weil sie abstürzt, ertrinkt, erschossen etc. wird.

Da erwarte ich inzwischen, dass das Gamedesign so ist, dass scheitern nicht tödlich ist, sondern einen Umweg öffnet. Tödlich sollten nur Kämpfe mit Zwischen- und Endbossen sein.

Mich nervt zudem, dass das Spiel mich laufend konditionieren will, ich bin doch kein Äffchen, das man auf Knöpfendrückkombinationen dressiert.

Und dann gibt es nur eine Lösung, die durchgescriptet ist. Einfach mal den Hauptbösewicht am Anfang aus Versehen umnieten geht nicht, bzw. macht Lara nicht, auch wenn sie es könnte. Und egal was man macht, das Finale ist stets gleich. Ich kann die Stärke des Endbosses nicht durch intelligentes Handeln vorher abschwächen oder gar auf Null reduzieren.

Und warum gibt nicht mal friedliche Lösungen, bzw. warum muss Lara die Trinity-Söldner stets töten, um an ihnen vorbei zu kommen? Da könnte man doch auch Lösungen mit drumherumschleichen, tarnen, Geheimgang entdecken, betäuben oder gefangen nehmen einbauen? Für die es dann genauso viel EP wie fürs Töten gibt. Oder warum gibt es keine social skills wie überreden, die dann genau so effektiv wie Kampf sind?

Der „Neue Politikstil“ im Bauausschuss

Solche Sätze will ich von keinem Stadtverordneten hören! Egal von welcher Partei. Denn sowas ist meiner Meinung nach eine grundsätzlich falsche Haltung eines Parlamentariers.

„Wenn der Magistrat etwas mitgeteilt hat, gibt es keine Nachfragen, Punkt.“

Das Parlament kontrolliert die Regierung und das hier zeugt von einer grundsätzlich falschen Haltung.

Und wenn ich mich daran erinnere, wie dieser Stadtverordnete in den 90ern dem Stadtverordnetenvorsteher auf die Nerven ging, dann bin ich auch etwas enttäuscht.

Siehe auch: Der „Neue Politikstil“ im Bauausschuss – Die Rechtslage

Kickers Offenbach Insolvenz 2013: Finanzamt pfändet Konten und das Land gibt eine Bürgschaft

Gestern ging der Landgerichtsprozess um die Insolvenzverschleppung bei der Kickers Offenbach GmbH zu Ende. Die zwei Geschäftsführer wurden zu Bewährugsstrafen und Geldauflagen verurteilt.

FAZ (dpa): Gericht verurteilt ehemalige OFC-Geschäftsführer

Die GmbH, in die der Profifußball der Offenbacher Kickers ausgelagert worden war, war 2010 geggründet worden und 2013 in die Insolvenz gegangen. Allerdings zeigte der Prozess, dass die GmbH eigentlich von Anfang an insolvent war.

Unter anderem hatte die GmbH nur deswegen gegründet werden können, weil Wirtschaftsprüfer „stille Reserven“ ausgemacht hatten, wie es eine LKA-Ermittlerin im Prozess formuliert hatte. „Buchhalterische Taschenspielertricks“, nannte es aber das Gericht, dass diese Reserven unter anderem aus einem angenommenen Wert der Marke Offenbacher Kickers in Höhe von über sechs Millionen Euro bestand. „Da fehlte die notwendige Distanz bei den Wirtschaftsprüfern“, erklärte das der Vorsitzende Richter. Der Wirtschaftsprüfer war mit einem Angeklagten per Du.

Interessant fand ich wie großzügig das Land Hessen 2013 war. Da gab das Finanzministerium am 29. Mai 2013 eine Landesbürgschaft in Höhe von zwei Millionen Euro für die OFC GmbH. Aber noch am 27. Mai hatte das Finanzamt Offenach der GmbH eine Stundung ihrer Steuerschuld verweigert. Am Weiterlesen →

Insolvenz und Totschlag in Offenbach

Zweimal Offenbach gestern im Darmstädter Landgericht. Vor der Wirtschaftskammer die Insolvenzverschleppung von 2013 bei der Kickers Offenbach GmbH und vorm Schwurgericht die Frage ob ein Tötungsdeliki in einer Offenbacher Bar Mord oder Totschlag war.

Offenbach Post (dpa): „Kickers Offenbach GmbH von Anfang an insolvent“

Frankfurter Neue Presse (dpa): Zehn Jahre Haft für tödliche Messerstiche in Offenbach

Masterplan-Präsentation – „Je mehr dazukam, desto mehr wurden die Grünflächen verschoben“

Übersichtlich war es nur am Anfang beim Forum zum „Masterplan 2030 plus“.

Am Donnerstagabend war das 4. Bürgerforum für den Masterplanprozess „Darmstadt 2030 plus“ in der Centralstation. Bei einigen Präsentationen war mir etwas zu viel Stadtplaner-Prosa dabei. Und es waren nur die üblichen „Profi-Bürger“ dabei, die sich bei den Ergebnissen, zum Beispiel zum Radverkehr, auch nicht beschwerten. Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) war das klar, denn er sagte: „Das wird eine … interessante Diskussion.“ Er sagte noch etwas, aber Weiterlesen →