„Harte Nuss“ übersteht deutschen Sturm

Ja, da hat die junge Fußballerin, mit der ich sprach, weil sie als einzige Darmstädterin in der U15-Hessenauswahl spielt, doch so eine Ahnung gehabt:

„Japan ist richtig gut. Das wird eine harte Nuss“, meint Jill Bohling mit Blick auf das Viertelfinale in Wolfsburg. „Da haben wir eine Chance, wenn wir so spielen, wie wir es können“, denkt sie an die Vorrundenspiele.

Samstag war es dann passiert:

Aus für Public Viewing in Weiterstadt – Niederlage: Mit dem Ausscheiden des deutschen Teams bei der Frauen-WM endet auch der Freiluft-Spaß mit Leinwand

Kurze Geiselnahme in der Schulstraße

Polizeieinsatz in der Schulstraße inklusive Vollsperrung.

Die Polizei hat am Freitagabend die Schulstraße zwischen 19.30 Uhr und 21.30 Uhr gesperrt, weil in einer Wohnung ein Mann seine Freundin bedroht hatte. Echo Online: Festnahme nach Beziehungsstreit

Die Sperrung war zum Glück schneller vorbei als befürchtet, denn Anwohner konnten nicht in oder aus ihren Wohnungen und Einkäufer, die in der Straße ihr Auto geparkt hatten, durften auch nicht durch.

(Ich war zufällig vor Ort, weil ich im Aldi noch Toast kaufen wollte. Nur wunderte ich mich, warum denn da drei Polizeiwagen auf dem Ludwigsplatz vorfuhren, die Polizisten Schutzwesten anlegten und in die Schulstraße gingen … Also blieb ich mal da und wartete ab. Reporter halt, sonst wäre ich heimgegangen. Man muss da nicht unbedingt vorne stehen, kann ja auch was außer Kontrolle geraten.)

Amtsübergabe und Medienrummel

OB-Wahlsieger Jochen Partsch (Grüne) bekam heute (21.) von Walter Hoffmann (SPD) die Amtkette aufgezogen ;-). Der erste Arbeitstag des neuen Oberbürgermeisters ist der kommende Samstag (25.).

Amtskettenwechsel. Jochen Partsch ist ab dem 25. Juni Darmstadts erster nicht-SPD-OB seit dem Krieg.

Ich weiß ja nicht, was die Zuschauer und Stadtverordneten von der Amtskettenübergabe von Walter Hoffmann an Jochen Partsch gesehen haben, aber ich – und das wo ich zu der Meute gehörte – fand diesen Kameraoverkill nur noch daneben und peinlich. Meiner Auffassung nach ist die Presse im Hintergrund und sollte nicht das gestaltende Element sein, weil dadurch das zu beschreibende und messende System durch unsere Anwesenheit noch mehr als sonst beeinflusst wird. Da wäre es besser, wenn die Stadt zwei Fotografen engagiert (etwas Wettbewerb sollte schon sein), diese ordentlich bezahlt und dann die Bilder allen zur Verfügung gestellt werden müssen.

Der von Kameras belagerter Noch-OB Walter Hoffmann verliest Jochen Partschs Ernennungsurkunde.

Und auch hier wieder Maneuverkritik: Hätte man die Zeremonie mit Kameraträgern unten und Politikern oben auf der leicht erhöhten Ebene ablaufen lassen, auf der der Magistrat sitzt (wenige Meter hinter dem Rednerpult), hätten alle was gesehen. Ach ja, vor sechs Jahren in der Orangerie standen auch nicht die – jetzt nicht persönlich nehmen, aber die schließlich nicht gewählten – Ehefrauen auch nicht im Weg rum.

„Schule kreativ“ – Ein Beispiel für „Viel Geld ist viel da, wenig Geld ist wenig da“

Zusammen mit dem Grafker Jörn Heilmann malte der Kunst-Leistungskurs des Ludwig-Georg-Gymnasiums an den Tagen vor Pfingsten Graffiti. Unterstützt wurde das Projekt von „Schule kreativ“. (Nebenbei: Julia Heilmann, Co-Autorin des Buchs „Kinderkacke: Das ehrliche Elternbuch“ ist seine Schwester.)

„Schule kreativ“ ist ein städtisches Konzept, das im Jahr 2000 auf Initiative des damaligen Grünen Fraktionsvorsitzenden (und Kunstlehrers) Klaus Feuchtiger entstand. „Schule kreativ“ ist aber auch ein Beispiel für das Bonmot „Viel Geld ist viel da, wenig Geld ist wenig da“ (Grünen-Landtagsabgeordnete Sarah Sorge). Im städtischen Haushalt stand für das Konzept im Jahr 2008 ein Maximum von 25.000 Euro (von dem Geld werden unter anderem die Künstler bezahlt, die die Schüler unterrrichten), 2010 waren es (nach weiteren Kürzungen) schließlich noch 8500 Euro, die man komplett streichen wollte, weil man glaubte, damit den Haushalt konsolidieren zu können.

Künstler kritisieren die Kürzungen schon länger. Bei 34 Millionen Euro Kulturetat (ein großer Teil fließt ins Staatstheater) sei der städtische Zuschuss bei einem „Schule kreativ“-Projekt von 800 Euro auf 300 Euro gesunken, hatte einmal der Jazzmusiker Uli Partheil erinnert und die Behauptung bezweifelt, dass in Darmstadt Spitze und Breite gefördert würden.

400 Fahrgäste zuwenig kosten Weiterstadt 750.000 Euro

Nicht ganz glücklich stimmte am Montag in Weiterstadt der Stadtentwicklungs- und Verkehrsausschuss sowie der Haupt- und Finanzausschuss für eine städtische Beteiligung am behindertengerechten Umbau der Bahnsteige am Bahnhof Weiterstadt. Wenn die Stadt keine 750.000 Euro zuschießt, wird der Umbau sehr viel später kommen, da der Weiterstädter Bahnhof täglich keine 1000 Fahrgäste hat (sondern nur 600).

Das Bild zeigt links das Weiterstädter Bahnhofsgebäude, dann den niedigen Hausbahnsteigt, dann das Gleis und rechts den Mittelbahnsteig.

Der Bahnhof Weiterstadt, auch beim schönem Wetter nicht wirklich einladend – und auch nicht barierrefrei.

Da Papier zwar geduldig, aber nicht unendlich ist, reiche ich die letzten Absätze meines Artikels hier nach: Weiterstadts Behindertenbeauftragter Norbert Baron stellte die 1000-Fahrgäste-Grenze in Frage, da sie ihm „aus der Luft gegriffen“ schien. Man müsse auch überlegen, warum die 1000 Fahrgäste nicht erreicht würden, gab Baron zu bedenken. Ein Teil der Bahnnutzer würden wegen der zu niedrigen Bahnsteige den Bahnhof gleich meiden und so die Fahrgastzahlen reduzieren.

„Diese Zahl kommt vom Bund“, erklärte mir die Bahn AG-Pressestelle auf Nachfrage. Die Bundesrepublik engagiere sich erst ab täglich 1000 Fahrgästen mit Zuschüssen. Überlegungen von Stadtverordneten inwieweit dieser Fahrgast-Grenzwert rechtmäßig sei, sind im April 2006 vom Bundesverwaltungsgericht schon beantwortet worden. Damals ging es um die Barrierefreiheit der Station Oberkochen (knapp 9000 Einwohner) im Ostalbkreis in Baden-Württemberg. Folgt man dem Urteil (BVerwG 9 C 2.05), stammt die „1000er-Regel“ aber nicht vom Bund. Laut Bundesverwaltungsgericht – das in seiner Entscheidung von einer „Konzernrichtlinie“ spricht – erlaubt die Eisenbahnbahnbau- und Betriebsordnung den Eisenbahnunternehmen über barrierefreie Zugäng nach Bedarf, Herstellungskosten und Erreichbarkeit zu entscheiden, wenn nicht besondere Situationen vorliegen.

Freier Mitarbeiter bei einem Anzeigenblättchen – Tipps

Neben den großen Tageszeitungen in der Gegend gibt ja auch immer einen ganzen Satz anzeigenfinanzierter Wochen- oder Monatszeitungen, die doch auch etwas lokalen Inhalt bringen müssen, weil sie um den die Anzeigen garnieren. Je nach Herausgeberambitionen gibt es da viel oder wenig eigenes, was auch recherchiert oder berichtet werden will. In der Regel gibt es aber wenig pro Zeile, was man erstmal hinnimmt, da man die Tätigkeit als Praktikum etc. – oder tatsächlich das Geld, und sonstwo keines bekommt – braucht.

Irgendwann merkt man aber, wo man drauflegt, was die an für sich schöne Arbeit (dumme Fragen beim Feuerwehrfest stellen) einem etwas vermiest.

An was man denken sollte habe ich mal aufgeschrieben. Nur so als Liste zum dran denken, vielleicht kann man es ansprechen, ob man es durchsetzen kann, ist ja was anderes.

1. Pauschalen für die Artikel vereinbaren. Da weiß man was man woran man ist, und hat es auch leichter (erkennbaren) Extraaufwand (wie halbtägige Grenzgänge, sechs Stunden Karnevalssitzung) vorher geltend zu machen. Am besten eine Pauschale für Artikel mit Foto und für reinen Text machen. Auch hat man ja die Schieflage nicht im Griff, wenn der Kunde den Text kürzt (Gibt weniger? Klar, Pech gehabt) oder mit irgendwas ergänzt (Gibt mehr? Nö, war ja nicht deine Arbeit). Zudem kann man mit Pauschalen den Artikel nach der Lieferung abrechnen (wollen) und nicht erst nach dem Druck.

Wird der Text in zwei verschiedenen Ausgaben gedruckt – oder von einem Partnerblättchen übernommen – sollte man auch dafür was ausmachen. Schließlich werden die Anzeigen um den Text herum ja auch zweimal verkauft.

Ebenso sollte man Ausfallhonorare unterbringen, wenn ein Termin unverhofft platzt, weil der Veranstalter – warum auch immer – plötzlich und unerwartet nichts macht. Schließlich hat man dann einen anderen Termin dafür sausen lassen.

2. Nutzungrechte so klären, dass man seine Artikel und Fotos zumindest auf seiner eigenen Website (eventuell nach einer bestimmten Zeit) nochmal verwenden kann. Oder, dass man eine bestimmte Anzahl in seinem Online-Portefolio halten darf.

Auch festlegen, dass der Nutzer die Bilder und Texte nicht unentgeltlich an Dritte weitergeben darf. Es sei denn, er zahlt einen deutlich höheren Satz. Kann ja nicht sein, dass ein Verein oder ein anderes Blättchen von einem das Foto nicht kauft, weil man es von der Zeitung oder den Kunden ja umsonst bekommt.

3. Fahrtkostenerstattung regeln. Entweder ist das in den Pauschalen mit drin, oder man bekommt wenigstens das Geld für ÖPNV-Fahrkarten wieder.

4. Fotos und Texte, die für einen bestellten PR-Text (der womöglich im Blättchen als redaktioneller Beitrag getarnt erscheint) oder für eine Anzeige sind, sollte man sich höher bezahlen lassen. Der Anzeigenkunde spart sich nämlich so den guten Fotografen, der für das Bild ansonsten mindestens 50 Euro will, oder den PR-Schreiberling, der auch nicht billiger ist.

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OB in Spe im „Vorhang auf“-Gespräch – Erste Bürgerversammlung in Eberstadt

Für die Vorhang auf-Mai-Ausgabe habe ich mit Jochen Partsch gesprochen (alles ganz harmlos, noch ist er ja Sozialdezernent)

Die erste Bürgerversammlung könnte in Eberstadt sein. Weiterhin will er den Klinikumsumzug aus Eberstadt in die Innenstadt nutzen, um den Süden strategisch zu entwicklen.

Schöne Sätze

Jetzt nicht inhaltlich, sondern mit Blick auf das Verb „zog“, das eine mehrfache Bedeutung haben kann:

Nachdem sie mit ihrer Tante (…) nicht klar kam, zog sie mit 16 Jahren in eine eigene Wohnung – und ihre erste „Line“ mit Kokain.

Veröffentlicht unter Job

Frech

Da will ein öffentlich-rechtlicher Sender mein „Partsch auf dem Fahrrad“-Foto – aber bezahlen könne man dafür nicht. Wieviel Milliarden Euro an Gebühren gehen nochmal im Jahr an unsere ÖR Sender?

Wenn ein kleiner Blogger käme, wäre das ja was anderes, aber das ist einfach nur frech. Ich arbeite nicht zum Spaß – auch wenn die Arbeit Spaß macht. Mit der „Ehre“ das Foto auf einem Online-Portal zu sehen, kann ich leider meine Rundfunkgebühren nicht bezahlen.