Wie man besser kein Marketing macht

Neulich traf ich jemanden, der hatte eine Jacke, die komplett aus licht-reflektierenden Stoff war. Ich notierte mir den Hersteller und bestellte eine Jacke auf dessen Website. Ich bekam eine Bestellbestätigung und die Firma bucht das Geld ab.

Zwei Tage später kamen über den Tag verteilt drei Werbe-Mails. Nochmal zwei Tage später kamen noch zwei Werbemails, beide Male stand was von Rabatten darin. Irgendwie kam ich mir blöde vor, habe ich jetzt „zuviel“ bezahlt? Außerdem wurde ich fünf Mal erinnert, dass da noch meine Bestellung offen ist.

Was ich nämlich lieber bekommen hätte: Eine Versandbestätigung. Ich war Neukunde und das was ich von der Firma wollte, war meine Bestellung zu bekommen.

Was man besser auch nicht macht: Einen Webshop in perfektem Deutsch aufzusetzen, aus dem während des Bestellens nicht klar hervorgeht, dass man in Großbritannien bestellt. Ich habe das jedenfalls nicht bemerkt. Das hätte ich nämlich wegen Nicht-EU und möglichem Zoll nicht gemacht. So hatte ich zusätzlich zu meiner Verstimmung wegen der Werbung, das Gefühl getäuscht worden zu sein.

Naja, wenn man als Hersteller dann auch noch einen unfähigen Paketdienstleister aussucht, der nicht in der Lage ist, das Päckchen an einen drei Mal (Webformular, E-Mail, telefonisch) kommunizierten Partnershop zu liefern, dann kann es passieren, dass ich das Produkt nicht mehr haben will – egal wie geil es ist.

Die dünne Haut von Grün-Schwarz-Violett in Darmstadt

Dass die Darmstädter Koalitionsfraktionen Grüne, CDU und Volt die ersten 100 Tage des SPD-OB kritisieren, ist für mich eigentlich keine Meldung. So wie die Koalition nach der OB-Wahl – deren Ergebnis ihr ja nicht passt – reagierte, ist das kein Wunder. (Hier im Blog: Operation Strippen ziehen und Zement anrühren). Eigentlich wäre Lob eine Meldung wert, das jetzt ist „Hund beißt Mann“.

(€) Echo online: Koalition übt harsche Kritik an Darmstadts Oberbürgermeister

Aber eine Sache in der Koalitionsbilanz fällt dann doch auf. Grüne, CDU und Volt lassen sich in der 100-Tage-Abrechnung auf einen Sachverhalt ein, die aus deren Sicht doch eine Kleinigkeit und nur ein Missverständnis war.

Und so holt die Koalition tatsächlich eine bizarre Story wieder aus dem Sommerloch raus:

„Den Konflikt mit der Postsiedlung haben, nachdem Missverständnisse eskaliert waren, Barbara Akdeniz und Michael Kolmer entsprechend ihrer Zuständigkeiten in Eigenregie beigelegt.“

Ernsthaft? Doch so dünnhäutig? War das doch so wichtig, dass man alle wieder daran erinnern muss, wie ein Amt über Ziel hinausschoss und wie verbohrt und (angeblich nachtragend) Verwaltung sein kann? Kurz: Da ging es um einen Grünfläche, die plötzlich ein wichtiges „Trittsteinbiotop“ geworden war, weswegen ein Verein, der seit Jahren gut mit der Stadt zusammenarbeitet, der aber auch Kommunikation kann, ein Fest absagte. (postsiedlung.de: Tageszeitungen Echo und Rundschau berichten über Einigung im Wiesen-Streit)

Harald Glööckler war Zeuge im Darmstädter Prozess um angeklagte Steuerhinterziehung

Das war heute eine schöne Gelegenheit mal Worte wie „Modeschöpfer“, „unprätentiös“ und „Gemälde“ zu schreiben.

Ich würde ja auch gerne mal das schöne Wort „Dentist“ anstelle „Zahnarzt“ in den Artikeln über diesen Prozess schreiben. Aber „Dentist“ ist eben nicht das äquivalente Fremdwort für „Zahnarzt“.

„Dentist“ ist eine Berufsbezeichnung für Zahnheilkundige ohne akademische Ausbildung, und dieser Weg zum – ich sag‘ jetzt mal – Zahnbehandler wurde 1952 in Deutschland abgeschafft. Heute gibt es wahrscheinlich keine aktiven Dentisten mehr, die damals durch Weiterbildung Zahnärzte wurden.

(€) Echo online: Harald Glööckler im Zeugenstand bei Zahnärzteprozess

David McCallum

Der Schauspieler David McCallum ist tot. Mir war David McCallum erst in NCIS aufgefallen, wo er den Rechtsmediziner Donald Mallard spielte. Wie ich später feststellte, war er unter anderem bei „Solo für O.N.C.E.L.“ dabei.

Aber ich war richtig überraschte (vermutlich guckte ich bei der NCIS-Folge mit einem jungen „Ducky“ nach), als ich feststellte, dass er über 80 Jahre alt ist. Nun ist er mit 90 Jahren gestorben.

Urteil nach Überfall auf Supermarkt im Martinsviertel

Die elektronische Gerichtsakte scheint zu kommen, die Aktenstapel werden niedriger.

Und wieder war ich im Landgericht. Jetzt ging es ums Urteil nach einen Überfall auf einen Supermarkt im Martinsviertel im Oktober 2022. Bitter war, dass der Angeklagte rund zwei Wochen vor der Tat auf Bewährung aus der Haft entlassen worden war, um eine Drogentherapie anzutreten. Die er aber dann nicht machen durfte, weil noch Substanzen in seinem Blut waren. Allerdings wurde er nicht clean, sondern brauchte Geld. Er kaufte in Weiterstadt ein Messer, überfiel dann aber nicht diesen Markt sondern einen in Darmstadt.

(€) Echo online: Darmstädter für Überfall auf Einkaufsmarkt verurteilt

Revision gegen Mordurteil eingelegt

Die Justizia auf dem Darmstädter Justizzentrum.

Wie es zu erwarten war, ist das Urteil zum Mord im Martinsviertel (das ist ein Arbeitstitel, formal ist es ein Tötungtsdelikt) nicht rechtskräftig geworden, die Verteidigung hat Revision eingelegt. Allerings ist das jetzt erst einmal „nur“ fristwahrend, die Revision muss erst begründet werden, wenn das Urteil schriftlich vorliegt. Und das kann noch rund zwei Monate dauern.

(€) Echo online: Mordurteil in Darmstadt: Angeklagter legt Revision ein

Fantômas-Serien-Geliebte Gayle Hunnicutt gestorben

Die Schauspielerin Gayle Hunnicutt ist im Alter von 80 Jahren gestorben, schreibt der Spiegel.

Ich erinnere mich an eine TV-Serie mit ihr und das war die Fantômas-Serie von 1980 mit Helmut Berger als Fantômas. Die war richtig unangenehm und nicht lustig wie die Fantômas-Filme mit Louis de Funes und Jean Marais. Einerseits hatte es was, dass Fantômas in der Serie immer entkam, aber da er ein echt fieser Mörder war, war das auch unbefriedigend zu gucken.

Gayle Hunnicutt spielte Lady Maud Beltham in der Serie und war Fantômas‘ Komplizin und Geliebte.


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Versuchter Raub in Darmstadt, Täter stellt sich nach zwei Tagen

Das Landgericht Darmstadt verhandelt einen versuchten Raub auf einen Supermarkt im Martinsviertel in Darmstadt. Der Fall hat zwei Besonderheiten: Der geständige Täter wollte am Nachmittag vor der Tat wieder zurück ins Gefängnis, das ihn aber wieder wegschicken musste, weil er auf Bewährung entlassen war. Und zwei Tage nach der Tat stellte er sich der Polizei.

(€) Echo online: Angeklagter aus Darmstadt wollte zurück ins Gefängnis

Elektromobilitätsförderung für Eigenheimbesitzer

Ein Ladestecker in einem E-Auto. Ja, das ist ein Symbolfoto von mir.

Elektromobilität wird gefördert, nun kommt das Programm für PV-Anlage, Speicher & Wallbox.

Golem.de: 10.000 Euro Förderung für privates Laden möglich

Menschen, die ein Haus haben, auf dem sie sich Photovoltaik leisten können, und die sich ein E-Auto leisten können – klar, die muss man natürlich subventionieren, das sind ja unsere typischen armen Haushalte.

Was gefördert gehört, ist der allgemeine Ausbau der Ladeinfrastruktur und nicht der individuelle Autokauf. Aber das hatte ja schon die Große Koalition nicht verstanden. Die Technische Universität Delft in den Niederlanden hatte vor einigen Jahren (vor 2016) die Fördersysteme in 30 Staaten verglichen und festgestellt, dass der E-Auto-Marktanteil doppelt so stark wuchs (von 0,06 auf 0,12 Prozent, ja, es sind Zahlen aus den Anfangsjahren, wie gesagt, die Studie ist von vor 2016) , wenn man eine Ladestation pro 100.000 Einwohner aufstellte, anstelle Autokäufer zu bezuschussen.

Rückschau zum Mord im Martinsviertel-Prozess

Im Nachgang zur Urteilsverkündung zum Prozess um den Mord im Darmstädter Martinsviertel habe ich mit dem Nebenklägeranwalt, dem Frauenhaus Darmstadt über Warnhinweise und einer Anwältin über rechtliche Mittel bei einem gewalttätigen (Ex)-Partner gesprochen.

(€) Echo online: Rückschau zum Mord im Martinsviertel-Prozess