Berliner Olympiabewerbung: „Es wurden weitgehend unkontrolliert 51.305.684,12 DM verpulvert.“

Ich war noch jung, als ich in den 90ern erfuhr, dass für die Bewerbung Berlins für die Olympischen Spiele im Jahr 2000 über zig Millionen DM rausgehauen worden waren. Die Summe hätte ich nicht mehr gewusst, aber der Betrag hatte mich damals schon geärgert, das weiß ich noch.

Jens Weinreich veröffentlicht in seinem Blog den „Bericht des Landesrechnungshofes Berlin zu Verschleuderung von öffentlichen Mitteln während der Berliner Olympiabewerbung 2000. Es wurden weitgehend unkontrolliert 51.305.684,12 DM verpulvert.“

Olympiabewerbung Berlin (2000): “Unkultur im Umgang mit öffentlichen Mitteln”

Neues vom Frankenstein? Und ein Anfahrtipp mit der Straßenbahn

Jörg vom Darmundestat-Blog weist auf ein Angebot eines Kollegen auf der Burg Frankenstein hin:

“Burgschreiber” Walter Scheele bietet seit einiger Zeit sonntags kostenfreie Führungen durch die Burg Frankenstein an. Wie ich eben auf der Homepage des Burgpächters gesehen habe, zaubert er dazu jede Woche ein neues Thema hervor.

Das mit dem zaubern meint Jörg schon so, denn Walter Scheeles Thesen sehen er und der Geschichtesverein Eberstadt-Frankenstein zum Alchemisten
Johann Konrad Dippel (Konstruktion eines Mythos) und zur Autorin Mary Shelley doch sehr anders (Any Monsters at home? Die Burg Frankenstein a.d. Bergstr. und der Roman von Mary Shelley). Mary Shelley hat 1818 den Roman „Frankenstein“ geschrieben, an dem sich die Boris Karloff-Filme grob orientierten.

Ein Hinweis noch, weil ich beim Artikelschrieben für Darmstädter Zeitungen diesen Nebensatz immer einflechten muss: Die Burg Frankenstein liegt nicht in Eberstadt oder Darmstadt, sie liegt in Mühltal im Ortsteil Nieder-Beerbach.

Und wer da mal mit dem ÖPNV zur Burg Frankenstein will: Am einfachsten mit der Straßenbahn zur Haltestelle Malchen fahren und die Frankensteiner Straße den Berg hochlaufen. Der Rest findet sich. Und Vorsicht: Die Haltestelle Frankenstein ist weiter weg (2,2 Kilometer Luftlinie) als die Halestelle Malchen mit 1,5 Kilometer Luftlinie. Und bergauf muss man beide Male. Man kann auch mit dem Bus nach Nieder-Beerbach fahren, aber der fährt nicht so häufig wie die Bahn.

Was Weiterstadt mit Hofheim am Taunus zu tun hat

In meinem heutigen Artikel zum Widerspruch gegen die für den 22. März geplante Sonntagsöffnung in Weiterstadt, konnte ich mal über die Meldung (Eilantrag) hinausgehen und was ausleuchten.

Echo online: Eilantrag gegen die Sonntags-Öffnung – Einkaufen – Streit um Geschäftszeiten geht in nächste Runde – Verfahrensdauer noch unklar

Am 22. März ist Weiterstädter Automobilausstellung in Weiterstadt und es soll auch im Stadtteil Riedbahn (u.a. Loop 5, Mediamarkt) und im Gewerbegebiet Weiterstadt (u.a. Segmüller) offen sein können.

Die Gewerkschaft Verdi hatte sich bei der Weiterstädter Sache auch auf eine 2014 vom hessischen Verwaltungsgerichtshof (VGH) kassierte, stadtteilübergreifende Sonntagsöffnung in Hofheim am Taunus bezogen.

Normalerweise fehlt einem die Zeit das auszuleuchten. Diesmal ging das, weil die Sache schon seit Januar läuft.

Am besten liest man ja die Originale der Gerichtsentscheidung, die einem der „Hof“ (Slang unter Verwaltungsjuristen, wie ich lernte) auch zumailt, wenn man die Aktenzeichen hat. Die hatte ich inzwischen beschafft.

Der VGH fand jedenfalls das eine stadtweite Sonntagsöffnung in Hofheim nicht zulässig war, da der Stadtteil Wallau (mit Ikea) mit acht bis neun Kilometern vom Gallus-Markt (der Grund für die Sonntagsöffnung) in Hofheim entfernt sei. Der Gallus-Markt rechtfertige zwar eine Öffnung im Stadtteil Hofheim, aber der Markt ist nicht so ein Besuchermagnet, dass das Sonntagsöffnun in Wallau rechtfertigt.

Aber: Man kann die Hofheimer Sonntagsöffnung vom Oktober 2014 meiner Meinung nach nur bedingt mit Weiterstadt vergleichen. Die Hofheimer Stadtteile liegen deutlich weiter auseinander als die Weiterstädter.

Ich in „Meedia“

Meedia berichtet über die Krautreporter-Abonenntenumfrage: Umfrage nach Kritik: Die Crowd ist mit Krautreporter zufrieden, aber…

Ich werde namentlich als einer der Kritiker erwähnt, weil ich halt im Loch zwischen den Jahren einen Treffer landen konnte. Aber ich werde von Meedia nicht verlinkt, gemein, wie soll ich denn da auf Klicks mit kaltem Kaffee kommen?

Und es fühlt sich immer noch seltsam an, den eigenen Namen nicht unter, sondern in Artikeln, zu lesen. Wie geht das bloß den Menschen, über die ich schreibe?

Das Letzte Wort

Beim Strafprozess hat der Angeklagte nach den Plädoyers das Letzte Wort. Wird es vergessen, kann der Prozess daran scheitern und müsste dann wiederholt werden. Bisher habe ich eher kurze letzte Worte erlebt, oft schließen sich die Angeklagten dem Plädoyer ihres Verteidigers an.

Neulich war das anders. Die Angeklagte sprache lange und ausführlich. Aber irgendwann räumte sie dabei auch die Anklage (Beleidigung) ein.

Echo Online: Ärztin wird wegen Beleidigung verurteilt

Lesehinweis zu wahren Olympiakosten

Berlin, das offizielle Berlin, will die Olympischen Spiele 2024 ausrichten. Der Sportjournalist Jens Weinreich war auf einem Bürgerforum des Berliner Senats.

Krautreporter: Olympia-Bürgerforum – Dauerlächler vs Dauerbrüller – Unwahrheiten über das IOC sind vergleichsweise leicht zu verschmerzen. Viel ärgerlicher sind die Aussagen Heiner Brandis (Direktor des Landessportbunds Berlin) zu den Kosten Olympischer Spiele, die sich mit jüngsten Postulaten von Senatsmitgliedern decken. (…) Brandi behauptete am Donnerstag zum Beispiel, die Ausrichtung Olympischer Spiele „kostet Berlin keinen Cent“. (…) Olympiaorganisatoren bezeichnen viele kostenintensive Projekte gern als „nicht-olympiabedingte Kosten“ und verschieben sie in einen anderen Etat.

Jens Weinreich hat in seinem Blog noch ein paar Fotos von Anmerkungen der Forumsteilnehmer, die diese auf Tischdecken schrieben: Berlins Olympiabewerbung 2024: was die Bürger auf Tischdecken schreiben.

Beim Sozialgericht

Gestern war ich mal im Sozialgericht Darmstadt. Das ist im gleichen Gebäude wie das Hessische Landessozialgericht und das Arbeitsgericht Darmstadt. Es ging darum, ob OP-Krankenpfleger als selbstständige gelten können. Kurz: Nein

Echo online: Anders als der Belegarzt – Ein OP-Krankenpfleger ist Arbeitnehmer, nicht Selbstständiger

Ein Termin im Sozialgericht ist anders als ein Strafprozess. Ein Strafprozess hat da richtig Struktur, beim Sozialgericht wird vieles aus den Akten erarbeitet und vom Richter zusammengefasst vorgetragen. Dannach kommt eher ein Rechtsgespräch als eine Verhandlung mit scharf definierter Fragereihenfolge.

Parkraumbewirtschaftung: Koalition präsentiert zwei sich widersprechende Versionen

Für die Spaßbefreiten: Das ist ein satirisch zu verstehendes Symbolfoto aus dem März 2013, damals wurde in der Grafenstraße eine neue Verkehrsfürhung getestet. Und mit dem Tele kann man ja schön verdichten.

Eigentlich ist die für Darmstadt geplante Parkraumbewirtschaftung mit Anwohnerparken ja überhaupt nicht mein Thema, aber heute ist die Magistratsvorlage auf der Tagesordnung des Stadtparlaments und auf Facebook ging das relativ hoch her, als das Thema angesprochen wurde.

Die Parkraumbewirtschaftung soll in den zwei Modellquartieren Johannesviertel und Teilen des Woogsviertels beginnen. Zum Anwohnerparken kommen noch Tages-, Wochen- und Monatstarife, Kurzparkzonen für Expressgut- und Paketdienste sowie Sozialdienste.

Jetzt hat die Darmstädter FDP ihr Herz für Autofahrer entdeckt und macht mit einer Website dazu mobil ;-), die grün-schwarze Koalition hat eine Pressemitteilung geschickt, in der sie die Pläne nochmal präzisiert.

Nun gibt es aber Unterschiede zwischen der Magistratsvorlage und der Koalitions-Pressemitteilung, nicht viele aber es gibt sie.

Magistratsvorlage:
Drei Gebührenzonen (Kernstadt / Hbf, Gebiete mit hohem Parkdruck, Rest).

Pressemitteilung der Koalitionsfraktionen von heute:
„Die geplante Parkraumbewirtschaftung beschränkt sich auf die Kernstadt und die Lincoln-Siedlung. In Stadtteilen wie beispielsweise Arheilgen, Wixhausen, Kranichstein oder Eberstadt, wo kein Parkraummangel herrscht ist dies nicht geplant“,

Rest könnte natürlich auch eine Gebührenzone mit Null Euro Gebühren sein.

Magistratsvorlage:
Gebührenniveau orientiert an privaten Stellplatzgebühren /-mieten

Pressemitteilung der Koalitionsfraktionen von heute:
„Die Gebühren sollen natürlich deutlich unter den üblichen Mieten für private Stellplätze und Garagen liegen.“

Das ist allerdings was anderes, mal sehen, ob die Fraktionen einen Änderungsantrag einbringen. (Nachtag: Haben Sie nicht.)

Seite 7 der Magistratsvorlage vom Dezember und die Pressemitteilung vom 11.2.2015.