Heiße Eisen im Lokalteil: Feuerwehrschließung

Echo online: Die Freiwillige Feuerwehr Braunshardt löst sich auf

Im August 2014 hatte ich bei einem Termin das marode Gerätehaus der Braunshardter Feuerwehr gesehen und mich gefragt, warum da nichts passiert. Ich recherchierte und stellte fest, dass das Schema „gute Feuerwehr – böse Stadt“ nicht funktioniert. Vielleicht hatte das vor einigen Jahren in Darmstadt noch gegolten, aber in Weiterstadt war die Lage anders.

Nun ist es so weit, die Stadt Weiterstadt hat eine Entscheidung gefällt und sie wird die Wehr in Braunshardt schließen. Ob ich mich da heute nun um Kopf und Kragen geschrieben habe, werde ich dann beim nächsten Mal in Braunshardt merken.

Uffbasse veröffentlicht Bericht zum Berufsschulentwicklungsplan 2014

Uffbasse hat den „Schulentwicklungsplan 2014 – Berufliche Schulen“ auf seiner Website veröffentlicht.

Der Bericht liege dem Magistrat seit November letzten Jahres vor, schreibt Uffbasse. Öffentlich sei er bis heute nicht zugänglich, steht aber morgen (4.3.) auf der Tagesordnung des Schulausschusses.

Uffbasse: Ist das so gewollt oder einfach eine Nachlässigkeit des Darmstädter Schuldezernenten Reißer bzw. seiner Mitarbeiter? Wir meinen, beide Erklärungen wären schlecht – wer daran interessiert ist, findet den Bericht am Ende dieses Artikels.

Schulentwicklungsplan 2014 Berufliche Schulen der Stadt Darmstadt und des Landkreises Darmstadt-Dieburg (PDF, 2,7 MB)

Von Festnahme bis zur Rechtskraft kann es dauern

Zwischen Verhaftung, Prozess, Urteil und dass das Urteil rechtskräftig wird, kann es dauern. Am 1. August 2012 war ein Mann in Untersuchungshaft gekommen, weil im sexueller Missbrauch seiner Töchter vorgeworfen wurde. Auf seinem Comnputer waren kinderpornografische Bilder und Filme gefunden worden, er hatte auch seine Töchter gefilmt.

Im Mai 2013 war dann der Prozess, in dem der Mann die Vorwürfe auch weitgehend einräumte. Er wurde am 29. Mai 2013 zu zehneinhalb Jahren Gefängnis und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.

Im Juli 2014 prüfte der Bundesgerichtshof das Urteil auf Rechtsfehler und verwarf die Strafzumessung, aber nicht die Schuld des Angeklagten. Der Bundesgerichtshof sah eine Doppelbestrafung, weswegen alle Strafen nochmal neu ermittelt werden müssen. Auch die Sicherungsverwahrung

BGH 2 StR 574/13 – Urteil vom 9. Juli 2014 (LG Darmstadt): Sind die beim Opfer festgestellten psychischen Schäden Folge aller Taten, so können sie dem Angeklagten nur einmal – bei der Gesamtstrafenbildung – angelastet werden. Sind sie dagegen unmittelbare Folge allein einzelner Taten, so können sie mit ihrem vollen Gewicht nur in diesen Fällen, nicht aber in gleicher Weise auch bei der Bemessung sämtlicher anderer Einzelstrafen in Ansatz gebracht werden

Am 2. März 2015 verhandelte das Darmstädter Landgericht den Fall erneut und – wie vom Gesetz vorgesehen – vor einer anderen Kammer. Der Angeklagte ist formell immer noch in Untersuchungshaft, da das Urteil von 2013 immer noch nicht rechtskräftig ist. Die Zeit in der Untersuchungshaft wird natürlich auf die Strafhaft angerechnet werden.

Echo online*: Landgericht muss Strafmaß überprüfen – Kindesmissbrauch – Mann aus Bickenbach erreicht Revision eines Urteils von 2013


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Ein Blick auf den Lokalteil

Einen Blick auf den Lokaljournalismus wirft der Kollege Paul-Josef Raue von der Thüringer Allgemeinen (ich hätte vieles zitieren wollen, aber das geht nunmal nicht):

Zu Schnibbens (“Spiegel”) Medien-Tsunami: Lokalzeitungen können überleben – nur wie? – Ich sehe eine ganz andere Gefahr im Lokalen. Wer schaut, was in den Online-Auftritten der Lokalzeitungen geklickt wird, entdeckt vorne durchweg Blaulicht-Geschichten. Der Hase, der überfahren wird, interessiert mehr als der Bericht aus dem Stadtrat. Daran ist nicht der Hase schuld, sondern die Redaktion – die aus dem Stadtrat nicht so aufregend berichtet, nicht tief genug recherchiert und vom Geschichten-Erzählen nur hört, wenn skurrile  Kollegen auf “Storytelling”-Seminare gehen.

Oder dass man in den 80ern stehen geblieben sei, oder manche hofften das noch bis zur Rente heimzuschaukeln …
via Bildblog

Was übrig blieb: Patienten-, Betreuungsverfügung und Vorsorgevollmacht

Genaugenommen sind Patienten-, Betreuungsverfügung und Vorsorgevollmacht keine Themen für eine Seniorenversammlung. Denn jeder kann plötzlich eingeschränkt sein und braucht Vertrauenspersonen, die für ihn handeln können.

Aber in Weiterstadt ist so ein Fachvortrag auch ein Lockmittel, da die Versammlung, auf der der gewählte Seniorenbeirat über seine Aktivitäten berichtet, so sicherer ein paar Teilnehmer bekommt.

Echo online*: Rückblick und Ausblick auf die ehrenamtliche Arbeit des Seniorenbeirats und des Seniorenbüros „freiwillig aktiv“

Für den Artikel war dann aber mein Blick in den Weiterstädter Haushalt zur Seniorenarbeit interessanter. Und so bleibt hier was zur Zweitverwertung: Weiterlesen →

Vereinsmeierei

„Verein“ das sei so typisch deutsch, hört man manchmal. Mag sein, aber vielleicht ist eher die ganze Absichererei und das Zuweisen von Verantwortlichkeiten eher typisch deutsch. Denn ein Verein ist nach meiner Beobachtung oft auch nur die Reaktion aufs System.

Da wollte eine Inititive in Braunshardt eine Nachbarschaftshilfe für den Weiterstädter Stadtteil organisieren. Und irgendwann stellte sie fest, dass bei einer Nachbarschaftshilfe ganz schnell Versicherungsfragen auftauchen können. Und um eine Versicherung abschließen zu können, muss man im „Paritätischen“ Mitglied sein, und um da rein zu kommen, muss man gemeinnütziger Verein sein – also ein e.V.

Und schon wurde aus der Inititive ein Verein und am 2. März startet nun die Nachbarschaftshilfe.

Echo online*: Anwohner unterstützen sich gegenseitig

Ein anderer Vorteil eines gemeinnützigen Vereins: Man kann Quittungen ausstellen, die die Spender steuerlich geltend machen können. Und teilweise spenden einige Einrichtungen nur an gemeinnützige Vereine.


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Straßenbahnbremsweg

Gestern durfte ich mal was schätzen: Wie lange ist der Bremsweg einer Straßenbahn, die bei rund 50 Kilometer pro Stunde in die Vollbremsung geht? Beim PKW sind in der Faustformel ja Geschwindigkeit in km/h durch 10 und das im Quadrat drin. Was es ja schonmal schwierig macht, weil wir Menschen gerne linear denken, aber die Natur nicht liniear ist.

Also das mit dem Quadrat wird bei der Straßenbahn ähnlich sein, dachte ich mir, Physik ist Physik. Nur bremst die Bahn mit Stahl auf Stahl und ist deutlich schwerer als ein ein Auto. Also kommt noch was dazu. Ich dachte mir so, dass es über 30 oder 35 Meter sein werden.

Echo online: Keinesfalls über die Kupplung – Sicherheitstraining für Siebtklässler im Zeichen des tödlichen Luisenplatz-Unfalls – Gutachter prüft Risikoeinschätzung für Straßenbahnen

Es wurden 45 Meter. Das ist einmal die Länge der Straßenbahn. Und die war leer.

Und: Wenn es anfängt zu regnen, bilde sich auf den Gleisen ein Schmierfilm aus Straub und Dreck, schilderte ein Fahrer. Der mache die Schienen nochmal glatter und Bremswege länger. Wenn es weiter regnet, nimmt diese Gefahr aber ab, weil der Regen auch den Schmierfilm wegwäscht.

Grundschulen bietet die Heag mobilo ein Sicherheitstraining im Betriebshof Frankenstein an.

Täter, Verdächtige und mutmaßliche Täter

Da waren die Sprecher beim ARD-Boulevardmagazin „Brisant“ am Donnerstagabend aber sehr korrekt. In einem Bericht über eine Messerstecherei und Schießerei in Mannheim heißt es ungefähr ab 58 Sekunden:

ARD-Mediathek: Brisant – „Als die Polizei eintraf, waren die mutmaßlichen Täter bereits geflohen.“

Sehr genau formuliert, aber Täter an sich gibt es immer bei einer Messerstecherei und Schießerei. Da ist bei dem Mannheimer Sachverhalt nichts anderes zu vermuten. „Mutmaßlich“ wird es erst, wenn die Ermittler bestimmte Menschen verhaften und als Täter benennen. Aber passiert ist auf jeden Fall etwas und es war kein Unfall oder Zufall.

Inzwischen wurden sechs Männer festgenommen. Das sind jetzt „mutmaßliche Täter“ oder Verdächtige.

Berufspraktikum im Ausland mit EU-Stipendium

„Erasmus“ kannte ich bisher nur als Programm für Studenten, die auch mal im Ausland studieren wollen. Ich hatte ja damals nicht daran teilgenommen – was ich aber mal besser getan hätte, wenn ich dem ZEIT-Artikel von vor drei Jahren glaube.

„Erasmus“ gibt es aber auch für Menschen mit Berufsausbildung. Früher hieß das von der EU geförderte Programm „Leonardo“, das ist nun in Programm „Erasmus +“ („Erasmus plus“ ausgesprochen).

Gestern war in Darmstadt eine Infoveranstaltung an der Friedrich-List-Berufsschule.* Die Schule organisiert den Austausch für Hessen.


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Das Fahrradklima in Darmstadt: Erste Plätze sind relativ

Der ADFC hat im Herbst 2014 eine Umfrage zur Fahrradfreundlichkeit in Städten und Gemeinden veranstaltet. Darmstadt schnitt dabei ganz gut ab, wenn man das relative Ergebnis betrachtet.

Carsten hat mal genauer hingeschaut: Nur durchwachsene Ergebnisse. Darmstadt habe sich zwar verbessert, aber andere hessische Kommunen auch.

Deshalb halte ich Rankings immer für schwierig, wenn man sich nicht die ganzen Kriterien kennt. Oder sich dafür die Zeit nehmen kann. Ein Abstieg kann zum Beispiel daran liegen, dass andere besser geworden sind. Ebenso könnten einige Dinge anders gewichtet werden, als beim Ranking zuvor. Oder die Unterschiede sind in einem dichten Feld sehr gering und eigentlich hat sich nichts geändert.