Neues vom Frankenstein? Und ein Anfahrtipp mit der Straßenbahn

Jörg vom Darmundestat-Blog weist auf ein Angebot eines Kollegen auf der Burg Frankenstein hin:

“Burgschreiber” Walter Scheele bietet seit einiger Zeit sonntags kostenfreie Führungen durch die Burg Frankenstein an. Wie ich eben auf der Homepage des Burgpächters gesehen habe, zaubert er dazu jede Woche ein neues Thema hervor.

Das mit dem zaubern meint Jörg schon so, denn Walter Scheeles Thesen sehen er und der Geschichtesverein Eberstadt-Frankenstein zum Alchemisten
Johann Konrad Dippel (Konstruktion eines Mythos) und zur Autorin Mary Shelley doch sehr anders (Any Monsters at home? Die Burg Frankenstein a.d. Bergstr. und der Roman von Mary Shelley). Mary Shelley hat 1818 den Roman „Frankenstein“ geschrieben, an dem sich die Boris Karloff-Filme grob orientierten.

Ein Hinweis noch, weil ich beim Artikelschrieben für Darmstädter Zeitungen diesen Nebensatz immer einflechten muss: Die Burg Frankenstein liegt nicht in Eberstadt oder Darmstadt, sie liegt in Mühltal im Ortsteil Nieder-Beerbach.

Und wer da mal mit dem ÖPNV zur Burg Frankenstein will: Am einfachsten mit der Straßenbahn zur Haltestelle Malchen fahren und die Frankensteiner Straße den Berg hochlaufen. Der Rest findet sich. Und Vorsicht: Die Haltestelle Frankenstein ist weiter weg (2,2 Kilometer Luftlinie) als die Halestelle Malchen mit 1,5 Kilometer Luftlinie. Und bergauf muss man beide Male. Man kann auch mit dem Bus nach Nieder-Beerbach fahren, aber der fährt nicht so häufig wie die Bahn.

Das Letzte Wort

Beim Strafprozess hat der Angeklagte nach den Plädoyers das Letzte Wort. Wird es vergessen, kann der Prozess daran scheitern und müsste dann wiederholt werden. Bisher habe ich eher kurze letzte Worte erlebt, oft schließen sich die Angeklagten dem Plädoyer ihres Verteidigers an.

Neulich war das anders. Die Angeklagte sprache lange und ausführlich. Aber irgendwann räumte sie dabei auch die Anklage (Beleidigung) ein.

Echo Online: Ärztin wird wegen Beleidigung verurteilt

Beim Sozialgericht

Gestern war ich mal im Sozialgericht Darmstadt. Das ist im gleichen Gebäude wie das Hessische Landessozialgericht und das Arbeitsgericht Darmstadt. Es ging darum, ob OP-Krankenpfleger als selbstständige gelten können. Kurz: Nein

Echo online: Anders als der Belegarzt – Ein OP-Krankenpfleger ist Arbeitnehmer, nicht Selbstständiger

Ein Termin im Sozialgericht ist anders als ein Strafprozess. Ein Strafprozess hat da richtig Struktur, beim Sozialgericht wird vieles aus den Akten erarbeitet und vom Richter zusammengefasst vorgetragen. Dannach kommt eher ein Rechtsgespräch als eine Verhandlung mit scharf definierter Fragereihenfolge.

Parkraumbewirtschaftung: Koalition präsentiert zwei sich widersprechende Versionen

Für die Spaßbefreiten: Das ist ein satirisch zu verstehendes Symbolfoto aus dem März 2013, damals wurde in der Grafenstraße eine neue Verkehrsfürhung getestet. Und mit dem Tele kann man ja schön verdichten.

Eigentlich ist die für Darmstadt geplante Parkraumbewirtschaftung mit Anwohnerparken ja überhaupt nicht mein Thema, aber heute ist die Magistratsvorlage auf der Tagesordnung des Stadtparlaments und auf Facebook ging das relativ hoch her, als das Thema angesprochen wurde.

Die Parkraumbewirtschaftung soll in den zwei Modellquartieren Johannesviertel und Teilen des Woogsviertels beginnen. Zum Anwohnerparken kommen noch Tages-, Wochen- und Monatstarife, Kurzparkzonen für Expressgut- und Paketdienste sowie Sozialdienste.

Jetzt hat die Darmstädter FDP ihr Herz für Autofahrer entdeckt und macht mit einer Website dazu mobil ;-), die grün-schwarze Koalition hat eine Pressemitteilung geschickt, in der sie die Pläne nochmal präzisiert.

Nun gibt es aber Unterschiede zwischen der Magistratsvorlage und der Koalitions-Pressemitteilung, nicht viele aber es gibt sie.

Magistratsvorlage:
Drei Gebührenzonen (Kernstadt / Hbf, Gebiete mit hohem Parkdruck, Rest).

Pressemitteilung der Koalitionsfraktionen von heute:
„Die geplante Parkraumbewirtschaftung beschränkt sich auf die Kernstadt und die Lincoln-Siedlung. In Stadtteilen wie beispielsweise Arheilgen, Wixhausen, Kranichstein oder Eberstadt, wo kein Parkraummangel herrscht ist dies nicht geplant“,

Rest könnte natürlich auch eine Gebührenzone mit Null Euro Gebühren sein.

Magistratsvorlage:
Gebührenniveau orientiert an privaten Stellplatzgebühren /-mieten

Pressemitteilung der Koalitionsfraktionen von heute:
„Die Gebühren sollen natürlich deutlich unter den üblichen Mieten für private Stellplätze und Garagen liegen.“

Das ist allerdings was anderes, mal sehen, ob die Fraktionen einen Änderungsantrag einbringen. (Nachtag: Haben Sie nicht.)

Seite 7 der Magistratsvorlage vom Dezember und die Pressemitteilung vom 11.2.2015.

Die Karlsruher Straße

Der Kollege schreibt in der Serie über Darmstädter Straßen über die Karlsruher Straße.

Echo Online: Fünf Kilometer, an denen keiner wohnt – Der einzige Zweck dieser Straße ist tatsächlich, Autos eine Bewegungsfläche zu bieten. Gegebenenfalls auch Zweirädern. Aber das sind hier exotische Vehikel; man hält ein wenig den Atem an, wenn man mit Tempo hundert an ihnen vorbeisaust.

Man hält auch auf dem Fahrrad den Atem an, wenn man – was ausdrücklich erlaubt ist – auf dem Seitenstreifen entlangradelt und laufend von Autos überholt wird, die mindestens 80 Kilometer pro Stunde schneller sind. Denn man kan dort auch nicht wenden oder abbiegen und durch den Wald weiter fahren. In der Mitte ist eine Leitplanke und an den Seiten entweder eine Lärmschutzwand oder der Graben mit der Rhein-Neckar-Eisenbahn.

Dreimal bin ich da mit dem Rad lang gefahren, weil ich schnell von der Heimstättensiedlung zum Eberstädter Bahnhof wollte. Das erste, einzige und das letzte Mal. Andere sind da mutiger.

Karnevalartikel mal ein bisschen anders

Ich finde es ja schwierig über Karnevalssitzungen zu schreiben. Die haben über ein Dutzend Nummern und ich so zwischen 100 und 120 Zeilen Platz. Also jede Nummer 10 Zeilen und fertig? Das kann es auch irgendwie nicht sein.

Also guckte ich mal beim KV Weiterstadt auf die Jugendarbeit, um den Artikel über die Sitzung zu ergänzen. Der KVW ist ein eigener Verein und keine Abteilung eines größeren Sportvereins und hat fünfeinhalb Jugendgruppen.

Denn der auf Feierstunden gerne betonte Wert der Jugendarbeit ist keine Phrase, wie ein Blick auf den Darmstädter Carnevalclub (DCC) zeigt. Der DCC hatte nämlich angekündigt, seine Damen- und Herrensitzungen mangels Jugend einzustellen.

Echo online: Die letzten Büttenreden beim DCC

Dafür waren zugebuchte Gruppen dabei – die aber auch wieder sehr gut, wie beispielweise das Tanzcorps Rot-Weiße Funken Frickhofen (Landkreis Limburg-Weilburg). Überwindet die Abneigung gegen Gardetanz und guckt euch den Sprung der zwei Dutzend Frauen bei 1:29 im Video an. Das kann nicht jede Garde.

Die DCC-Stärken lagen bei ihren Protokollen und die für ihren Spott berüchtigten DCC-Singers mit gut geschriebenen Texten. Und die werden fehlen.

Kranichstein: Kunst im Bau

Wer bei der Gemeinnützigen Haftpflicht-Versicherungsanstalt (GHV) in Kranichstein Aufzug fährt, verpasst was. Denn das Treppenhaus ist Ausstellungsraum – und der Aufzug auch nicht der schnellste.

Die Versicherung hatte über 60 „agri cultura“-Ausstellungen organisiert und stellt nun die Werkedauerhaft in ihrer Verwaltung aus.

Echo online: Kinderzeichnungen erinnern an den Anfang – Gemeinnützige Haftpflicht-Versicherungsanstalt zeigt in Bartningstraße ihre Sammlung

Die GHV ist „Versicherer für Land und Leute“ und hat ihre Schwerpunkte unter anderem in Land- und Forstwirtschaft, Handel und Handwerk, bei Tierhaltern, Privatkunden, Bauherren und Grundstückeigentümern.

Metaebene: Lokalteil, heikel und nicht heiter

Der Darmstädter Sportdezernent und Bürgermeister Rafael Reißer fordert die Sportvereine zur Kooperation auf. Eine Kollegin hat konkret bei drei Vereinen in und nahe Kranichstein nachgefragt, wie das denn so aussieht mit der Zusammenarbeit. Kurz: Schlecht.

Echo Online: Die Vertrauensbasis ist nicht vorhanden – DJK/SSG, SV Blau-Gelb und TG 1875 sind nicht zur Kooperation bereit

Jetzt die Metaebene: Im Lokalen können meiner Erfahrung nach solche Artikel mit Blick auf Reibereien zwischen Vereinen ganz schnell heikel werden. Da kann man noch so fair schreiben, am Ende kann ein Verein glauben, als „der Böse“ rüber zu kommen, und man hat als Journalist einen Feind fürs Leben.

Da man sich ja im Lokalen laufend wiedersieht, kann das blöd sein.

Ich schrieb mal vor vielen Jahren was über die Hauptversammlung des Sportvereins A (keiner der drei oben erwähnten). Am nächsten Tag wollte Verein B – der auf der A-Versammlung auch kritisch erwähnt worden war – seine Version der Geschichte gedruckt haben. Verein B vermutete in seiner Mail an die Redaktion auch gleich Konspiration meinerseits, Weiterlesen →

Bauausschuss: Hintergrund: klappt. Altersangabe: naja

Da hat sich doch mal gelohnt, einfach so in die Machbarkeitsstudie zur Lichtwiesenstraßenbahn zu gucken, gestern konnte ich es für einen Zeitungsartikel verwenden.

Echo online: Uwiga warnt vor Trasse am Lichtwiesenweg – Verlängerung der Straßenbahnlinie 2 und Parkraum-Modell-Test im Bauausschuss – Anschluss an Odenwaldbahn?

Leider kann ich nur Zahlen addieren und nicht subtrahieren. Denn ansonsten wäre der nachgerückte Grünen-Stadtverordnete Oliver Stienen auch im Artikel 53 Jahre alt (und nicht 49).

NS-Zeit: „Wer wollte, konnte Bescheid wissen“

Dienstag (27.) waren in Darmstadt historische Rundgänge zum Gedenken an die Befreiuung des KZ Auschwitz.

Echo Online: „Wer wollte, konnte Bescheid wissen“ – Auschwitz-Gedenktag: Drei Rundgänge erinnern an Darmstadt unter dem Nationalsozialismus

OB Jochen Partsch erwähnte nur kurz den Darmstädter SS-Mann, Gestapo-Führer und Juristen Werner Best. Er ist ein deutliches Beispiel für „Man konnte Bescheid wissen“. Werner Best hatte Weiterlesen →