Archiv der Kategorie: Darmstadt
Rote Kreuze am Waldkunstpfad
Erst sollten 160 Bäume beim Waldkunstpfad gefällt werden, nun sind es 125. Der Wald dort gehört dem Land Hessen. Allerdings sind nicht alle Bäume „abgängig“, so dass Bürgerinnen und Bürger sich dagegen wehren wollen. Und nun hatte sich auch Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) geäußert.
(€) Echo online: Partsch gegen „drastischen Einschlag“ am Waldkunstpfad
Baukosten Lichtwiesenbahn – 2013: 8,3 Millionen Euro geschätzt, 2021: 27 Millionen Euro
Die Lichtwiesenbahn ist nun leider zu einem unrühmlichen Beispiel geworden, wie bei einem öffentlichen Bauprojekt die Kosten steigen können. Und wie man nachher die zuerst genannte Zahl nicht mehr mit der letzten vergleichen kann, weil das Projekt zwischendrin um eine Haltestelle etc. erweitert wurde. (Natürlich steigen die Kosten auch bei privaten Projekten ungeplant, nur müssen die das nicht erzählen und können es für sich behalten.)
Und da wir in Darmstadt seit 2013 viele Wechsel bei der Leitung des Baudezernats hatten, kann man frech sagen, dass mit jedem Wechsel die Baukosten stiegen.
Als das Projekt von der Baudezernentin Brigitte Lindscheid (Grüne) 2013 vorgestellt wurde, ging man noch von 8,3 Millionen Euro Gesamtkosten aus. Die die Stadt muss nur einen Teil bezahlen, aber es sind natürlich trotzdem Steuergelder, die das Land Hessen zuschießt.
Aber dann kamen weitere Ausgaben dazu: Für die Haltestelle Kletterhalle, Signalanlagen für einen eingleisigen Abschnitt, den Umbau der Haltestelle Hochschulstadion, sowie Sozialgebäude und allgemeine Baukostensteigerungen. Somit sollte die Lichtwiesenbahn im Jahr 2015, Baudezernentin war inzwischen Cornela Zuschke (parteilos), insgesamt 16 Millionen kosten.
Im November 2018, Baudezernentin war inzwischen Barbara Boczek (Grüne), hieß es dann dass die Baukosten bei rund 20,2 Millionen liegen werden (€), wegen der konjunkturell bedingten Entwicklung in der Baubranche.
Nun haben wir 2021, der Dezernent ist Michael Kolmer (Grüne) und die Baukosten steigen um weitere sieben Millionen Euro (€) auf einen Betrag zwischen 27 und 28 Millionen Euro. Unter anderem habe man 70 Brandbomben aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden und Versorgungsleitungen, die man nicht zuordnen konnte.
Die ersten Fahrgäste sollen ab Ostern 2022 mit der Bahn auf die Lichtwiese fahren können. Im Juni 2013 war man noch davon ausgegangen, dass die Trasse bei optimalen Abläufen im Dezember 2017 in Betrieb gehen könnte. Im November 2015 war man dann davon ausgegangen, dass – wieder bei optimalen Abläufen – die Bauarbeiten 2017 beginnen und die Trasse zum Fahrplanwechsel im Dezember 2018 fertig sein könnte. Wenn man also jetzt von plangemäß spricht, dann ist das ein mehrfach angepasster Plan.
Ach ja, in den grün-schwarzen Koalitionsverträgen stand die Lichtwiesenbahn ab 2011 drin („Das Straßenbahnnetz wollen wir stärken und ausbauen, wo es nötig und sinnvoll
ist. (…) Besonders hoch ist der Druck (…) und zum Campus Lichtwiese der Technischen
Universität.“)
Und was ist eigentlich mit dem Nutzen-Kosten-Faktor, wenn die Baukosten sich mehr als verdreifacht haben?
Die Galerie Earlstreet in der Pallaswiesenstraße – wo mal „Poidomani“ war
Neue Strategien in der Kommunalpolitik: Koalitionsverträge lesen
Darmstädter Aktivisten machen inzwischen ja was ganz schlaues: Sie gucken in den Koalitionsvertrag der Stadtparlamentskoalitionäre (in Darmstadt sind das Grüne, CDU und Volt).
Und dann machen sie einen Aktionstag zu einer Sache und verweisen darauf, dass so ein Projekt ja auch im Koalitionsvertrag stehe und sie eigentlich nur zeigen, wie die Umsetzung in etwa aussehen könnte.
(€) 30. August 2021: Die Initiative „Heinerblocks“ will aus zugeparkten Straßen lebendige Begegnungsstätten machen
(€) 19. September 2021: Beim „Park(ing) Day“ werden Parkplätze zu Spielflächen. Mehrere Initiativen probierten ihre Vision einer „Stadt für alle“ aus
Allerdings erinnern die Aktivisten (ja ein schönes Wort, passt irgendwie immer) damit aber auch an die Ankündigungen, die in solchen Verträgen stehen. Und um die die Regierenden nicht mal eben herumkommen, denn sie haben es sich ja selbst aufgeschrieben.
Und sie umgehen so das Problem, das es mit Parteiprogrammen gibt. Wenn man eine Partei auf ihr Programm und dessen mangelhafte Umsetzung anspricht, kann die ja immer sagen, dass sie bei dem Thema sich leider nicht durchsetzen konnte, „wir würden ja gerne, aber die bösen Koalitionspartner, wisst ihr doch“. (Was in Wahrheit aber nur belegt, wie schlecht die Truppe, die ich gewählt hatte, verhandelt hat.)
Aber realistisch sollte man schon bleiben, auch wenn was im Koalitionsvertrag steht. Sofort umgesetzt ist ein Projekt damit nicht. Dass Darmstadt zum Beispiel ein neues Nordbad bekommen soll, hatten sich Grüne und CDU vor zehn Jahren in ihren Vertrag geschrieben. Eingeweiht wurde das neue Nordbad dann vergangene Woche. :-)
Die schwarzen Bänder – 11. September 2001
Vor 20 Jahren – es war ein Dienstag – fuhr ich bei einem Kollegen mit, morgens zur Arbeit nach Frankfurt. Bei Merck wunderten wir uns kurz, dass mit Trauerflor geflaggt war, bis uns einfiel, dass ja an die Darmstädter Brandnacht vom 11. September 1944 erinnert wurde.
Im Büro kam irgendwann am Nachmittag die Chefin und erzählt von brennenden Hochhäusern in New York und Washington. Radio hatten wir keins im Büro, Internet war überlastet und so bekam man nur Nachrichtenfetzen mit. Auf der Heimfahrt erfuhren wir auch kaum etwas, da die Autoradioantenne kaputt war.
In Darmstadt hatte ich noch einen Termin, erst spät zuhause sah ich im TV am Stück, was alles passiert war.
Am nächsten Morgen ging es wieder zur Arbeit. Die Flaggen mit Trauerflor bei Merck hatte man hängengelassen.
Jagdschloss Kranichstein – Warten auf den Bus

Die Haltestelle Jagdschloss gibt es zwar noch, aber sie wird nur von einem Schulbus angefahren. Ans reguläre Liniennetz ist sie seit 2013 nicht mehr angeschlossen.
Aber es ist offenbar was dazwischengekommen …
(€) Echo online: Weiter warten auf den H-Bus in Darmstadt
Verkehrswende im Martinsviertel
Für Recherchen wie für den Artikel heute, habe ich mal ein 10-Meter-Maßband gekauft. Ich weiß, die Profis nehmen dafür inzwischen Laser, aber da bin ich doch lieber oldschool.
Echo online: Verkehrswende im Martinsviertel – Initiative setzt sich für Superblocks, autofreie Straßen und Parkhäuser ein.
Stadtteilrunde nun auch im Pallaswiesen- und Mornewegviertel
Echo Online: „Man macht etwas und dann zieht es viel weitere Kreise als vermutet“ – „Soziale Stadt“-Projekte im Pallaswiesen- und Mornewegviertel in der 1. Stadtteilrunde vorgestellt.
Schwarz-rot-grüne Flaggen vor dem Bismarckdenkmal

Afghanistan ist laut dem „World Peace Index“ seit 2010 eines der am wenigsten friedlichen Länder der Welt, weisern Redner auf der Demo in Darmstadt hin.
Echo online: Afghanistan-Demo: „Ein Flugzeug hat mehr als sieben Plätze“









