Coronaviren – ein seit 2003 bekanntes Pandemie-Risiko mit Szenario von 2012

Natürlich hat das Virus keine Ei-Form, das ist ein Gag von mir zu Ostern,
Die SARS-CoV-2, Darstellung (in rund) stammt von Centers for Disease Control and Prevention (CDC). Foto: Alissa Eckert, MS, Dan Higgins, MAMS.

Irgendwie bin ich ja mit der Bundesregierung unzufrieden. Ziemlich sogar. Nicht wegen der aktuellen Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Katastrophe. Da gibt es zur Zeit wenig Alternativen. Auch weil ein „lass mal gucken was passiert“-Rumprobieren bei einer Infektionskrankheit mit exponentieller Ausbreitung und der bis zu zwei Wochen dauernden Verzögerung von Ansteckung bis zu Symptomen schwer bis gar nicht in Griff zu bekommen ist.

Ich ärgere mich aber, dass die Regierung die Warnungen und Hinweise auf eine Pandemie jahrelang nicht ernst genommen hat. Denn das gehört zu deren Job. Das erste Sarsvirus war 2003 unterwegs, erinnert der Schweizer Arzt Prof. Paul Robert Vogt in der Mittelländischen Zeitung (der Artikel hat mehrere Themen und ist recht lang). Unter andererm kritisiert der Mediziner, dass die Schweiz nicht ihre Lehren aus den Publikationen zu Sars-CoV-2 gezogen hat.

Mittelländische Zeitung: Acht Warnungen zwischen 2003 und März 2019 – Diese Pandemie war angekündigt. War die Schweiz minimal auf diese Pandemie vorbereitet? Nein. Hat man Vorkehrungen getroffen, als COVID-19 im China ausgebrochen ist? Nein. Hat man wissen können, dass eine COVID-19-Pandemie über die Welt ziehen wird? Ja, sie war angekündigt und die Daten lagen bis März 2019 vor. (…) Hätte man diese medizinischen Fakten zur Kenntnis genommen und wäre man fähig gewesen, Ideologie, Politik und Medizin zu trennen, wäre die Schweiz heute mit grosser Wahrscheinlichkeit in einer besseren Lage.

Und da frage ich mich doch glatt, was unsere Regierung so alles an Erkenntnissen aus China, Südkorea und Taiwan ignoriert hat?

Wobei, da sind erstmal die eigenen Erkenntnisse, die sogenannte Modi-Sars-Pandemie (PDF), ein Szenario des Robert-Koch- und des Paul-Ehrlich-Instituts von 2012 über das der Deutsche Bundestag informiert wurde. Das Szenario war zwar keine Vorhersage für Sars-CoV-2, hätte aber eine Grundlage zur Prävention sein können oder müssen. Aber bei drei Gesundheitsministern scheint da wenig passiert zu sein (Daniel Bahr, FDP, Hermann Gröhe und Jens Spahn, beide CDU). Jetzt wird das Geld, was man seit 2012 eingespart hat, für die Rettung der Volkswirtschaft benötigt. Ob sich das am Ende gerechnet hat?

rbb: Wie ein Szenario von 2013 Teile der Corona-Pandemie von heute vorwegnahm – „Modi-Sars“ haben die Wissenschaftler des Robert Koch-Instituts (RKI) den Erreger genannt, der in ihrem Szenario von 2013 drastische Auswirkungen hat: 7,5 Millionen Tote, ein völlig überfordertes Gesundheitssystem, heftige wirtschaftliche Schäden, eine tiefe Verunsicherung der Bevölkerung, politische und gesellschaftliche Verwerfungen.

Aus dem Modi-Sars-Szenario wurde aus meiner Sicht wenig bis gar nichts abgeleitet. Ich sage ja nicht, dass man eine halbe Million Intensivbetten vorhalten muss, aber die schlechte Lage bei Masken und Schutzausrüstungen legt doch einiges nahe. Man hätte sich auch überlegen können, wie man die Gesundheitsämter durch die Ausbildung Ehrenamtlicher zu Nachverfolgern unterstützt. Da braucht man nämlich viele Leute für. Die haben im Idealfall nie zu tun, werden aber regelmäßig geschult und können im Ernstfall dann die Kontakte der Infizierten verfolgen.

Und auch dann wurde noch im Februar 2020 bei der Bundesregierung wenig auf Fachleute gehört. Im Februar hatte sich der Chef eines Unternehmens für Hygienebekleidung, Mundschutz und Atemschutzmasken wegen Megabestellungen aus China ans Bundesgesundheitsministerium gewandt.

Spiegel: „Wir haben gemahnt, und keiner hat uns gehört“ – Bereits am 5. Februar hatte sich Theiler per E-Mail an den Bundesgesundheitsminister gewandt und darauf hingewiesen, dass es in Kürze zu bedenklichen Engpässen bei der Versorgung mit Schutzmasken für Krankenhäuser kommen werde und dazu aufgerufen, die Versorgung der Kliniken voranzutreiben.

Auch der Chef eines Unternehmens, das Coronavirus-Diagnostik-Kits herstellt, warnte den Bundesgesundheitminister.

RP-Online via msn.com: Berliner Firma liefert Corona-Tests an die ganze Welt – Olfert Landt findet, die deutschen Behörden haben die Gefahr des Virus zu lange unterschätzt. „Spätestens als es in Italien losging, hätte man schneller reagieren sollen“, sagt er. Anfang Februar habe er sich selbst an Gesundheitsminister Jens Spahn gewandt und ihn gebeten, die Öffentlichkeit stärker zu warnen.

Und dann der fehlende Mut nach den ersten Infektionen größere Veranstaltungen, wie die erst nach den Webasto-Fällen beginnenden Karnevalssaison, abzusagen.

dpa meldete am 29.Januar 2020 „Webasto schließt Standort wegen vier infizierten Mitarbeitern“; die Karnevalssitzung im Kreis Heinsberg war am 15. Februar, Rosenmontag 2020 war am 24. Februar.

Oder was war mit der isländischen Warnung vor Ischgl vom 5. März 2020?

Salonkolumnisten: Die Schlafwandler – Was genau geschah nach Wuhan und dem COVID-19-Ausbruch Ende November? Welche Berichte von Geheimdiensten, der WHO, dem RKI und der Regierung in China hatten Kanzleramt, Spahn und EU-Kommission wann und mit welchen Details auf dem Tisch? Dass andere Länder ähnlich schlecht reagiert haben, ist keine Entschuldigung. Die USA haben derzeit eine Regierung, die wissenschaftliche Erkenntnisse auf nahezu allen Feldern mit Füßen tritt; China ist eine Diktatur, die sich keine Blöße geben will und in der oft nicht sein kann, was nicht sein darf. Hier geht es um Europa und um Deutschland.

Nachtrag: Das wir so gut dastehen (Stand 20. April) liegt meiner Meinung nach auch nicht am vorausschauenden Regierungshandeln. Die vielen Tests sind bei uns möglich, weil Diagnostik in Deutschland seit Jahrzehnten unterstützt und von den Kassen bezahlt wird. Es gibt genügend Ärzte, die Diagnostiklabore betreiben. Und dass wir so viele Intensivbetten haben, verdanken wir auch dem Gesundheitssystem, weil die gut bezahlt werden (welt.de: „Mit künstlicher Beatmung wird richtig viel Geld gemacht“). Und wohl dem Glück, dass die Bertelsmann- und Leopoldinastudien zur Reduzierung der Krankenhäuser zu neu waren, um schon umgesetzt zu sein.

Bronzekopf am Luise-Büchner-Denkmal in der Dongesbörngasse gestohlen

Wer sich nun fragt, wo die Döngesborngasse ist? Das ist die Verbindung zwischen Justus-Liebig-Haus und dem Alten Pädagog.

(PM Stadt Darmstadt) Der Bronzekopf am Luise-Büchner-Denkmal in der Döngesborngasse ist in der Nacht vom 6. auf den 7. April gestohlen worden.

„Das Andenken an eine Person und ihr für unsere Gesellschaft – ganz speziell für die Rolle der Frau – bedeutsames Wirken derart zu beschädigen, macht mich fassungslos. Gleichzeitig macht es mich traurig, denn es zeigt leider auch die Respektlosigkeit einiger weniger Menschen, die mit ihrem inakzeptablen Handeln viele Menschen in unserer Gemeinschaft treffen. Selbstverständlich werden wir Kontakt mit der Künstlerin aufnehmen und gemeinsam beraten, wie wir das Denkmal wieder herstellen können“, erklärt Oberbürgermeister Jochen Partsch. „Nach dem Diebstahl der Bronzereliefs auf dem Waldfriedhof ist das nun schon der zweite Vorfall, durch den die Erinnerungskultur in unserer Stadt verletzt wird – das werden wir hier nicht dulden und entschieden gegen diese kriminellen Aktivitäten vorgehen“, so Partsch weiter.

Das Kunstwerk war erst am 2. Juni 2017 aus Anlass des 150-jährigen Jubiläums des Alice-Frauenvereins mit Spenden von Frauenverbänden und Bürgerinnen und Bürgern errichtet worden. Das Bronzeporträt wurde von der Berliner Bildhauerin Bärbel Dieckmann geschaffen. Die Steinarbeiten wurden von der Darmstädter Steinmetzin Ruth Andres ausgeführt. Die Luise-Büchner-Gesellschaft hatte der Wissenschaftsstadt Darmstadt das Kunstwerk als Schenkung überlassen.

Der Sachschaden beträgt rund 7.000 Euro. Es wurde Strafanzeige gegen unbekannt gestellt.

Der Luise-Büchner-Bronzekopf im Februar 2019.

Coronavirus-Katastrophe trifft Weiterstädter Tierheim Keller-Ranch

Die Keller-Ranch in Weiterstadt hat wegen der Coronavirus-Krise geschlossen und bangt mit Chef Kasrl-Heinz Keller um ihre Zukunft.

Auf der Keller-Ranch leben rund 360 Tiere. Sie ist Tierheim und Gnadenhof und hat eine Tierpension sowie einen Hundesalon. Und all das bringt bei der Coronavirus-Katastrophe kein Geld mehr ein. Aber die Kosten laufen weiter.

Echo online: Weiterstädter Keller-Ranch von Corona-Krise hart getroffen

Vom PC über Bluetooth in die Stereoanlage

Vor ein paar Jahren wollte ich die Musik aus dem PC über die Stereoanlage hören. Verkabeln war mir etwas zu aufwändig. Und ich weiß nicht warum, erst vergangenen Woche kam ich auf die Idee, dass das doch mit einem Bluetooth auf Cinch-Adapter möglich sein müsste. Wo der PC doch Bluetooth kann. Wahrscheinlich hatte ich Bluetooth wegen schlechter Erfahrungen (spontane Verbindungsabbrüche) vor vielen Jahren verdrängt.

Also suchte ich und fand kleines, fünf Zentimeter breites Kästchen, einen Bluetooth Audio Receiver von Logitech. Mit 3,5mm- und Cinch-Eingang sowie Pairing-Taste. 15 Meter soll die Reichweite sein.

Nun kam es an und es funktioniert. Der Adapter, der eigentlich ein Bluetooth-Empfänger ist, braucht aber Strom aus der Steckdose, deswegen liegt auch ein Stecker mit Netzteil bei.

So, jetzt kommt der Deutschlandfunk auch wieder (über den PC) aus dem Radio – nachdem der Kabelanbieter ja den Deutschlandfunk nicht mehr anbietet.

„Schaut auf die Zahl der Intensivpatienten“

SARS-CoV-2, Darstellung des Centers for Disease Control and Prevention (CDC). Foto: Alissa Eckert, MS, Dan Higgins, MAMS

Jens Schröder, Journalist und Dataminer, findet, dass die Anzahl der mit dem Sars-CoV-2-Virus infizierten Menschen nicht so aussagegkräftig ist. Die Länder testen ja nicht nach einem einheitlichen Schema und auch nicht jeden. Er schlägt vor, auf die Patientenzahlen in den Kliniken zu gucken, da gibt es weniger Dunkelziffern.

Vergesst die Zahl der Infizierten, schaut auf die Zahl der Intensiv-Patienten!: (…) die Zahl der Infektionen kann und darf bei der Beurteilung der Lage in den Medien, aber auch in der Politik nicht die einzige Rolle spielen, solang die Dunkelziffer der unbekannten Infizierten nicht bekannt ist.

Deutlich relevanter sind die Zahlen der Patienten, die ins Krankenhaus müssen und vor allem derjenigen, die auf Intensivstationen behandelt werden müssen.(…)

Weswegen er nun eine Statistik anhand von Krankenhausdaten aufstellt.

COVID-19-Zahlen-Update vom 3. April

Rolexraub vor Gericht

Auch in Saal 3 des Darmstädter Landgerichts sitzt das Coronavirus auf den meisten Plätzen.Damit gibt es nur noch ein Viertel der rund 50 Plätze im Zuschauerraum.

Was wie ein Raub in einem Fernsehkrimi klingt, wird seit gestern vor dem Darmstädter Landgericht verhandelt: Ein Kellner sagt einem Gast, dass der doch mal die Rolexuhr mitbringen soll, von der er erzählt hat. Der Gast macht das beim nächsten Lokalbesuch und auf dem Heimweg wird ihm seine Uhr geraubt.

Leider sind die Folgen für den Geschädigten gravierender als der Verlust einer wertvollen Uhr, da der Pensionär dabei schwer verletzt wurde.

Echo online: Gerichtsprozess wegen Rolex-Raub in Klein-Zimmern beginnt (€)