„Kein Plan überlebt die erste Feindberührung.“

Eine meiner Lieblingsweisheiten ist von 1890. „Kein Plan überlebt die erste Feindberührung“ ist aber eine kurze Version folgender Langfassung:

„Kein Operationsplan reicht mit einiger Sicherheit über das erste Zusammentreffen mit der feindlichen Hauptmacht hinaus.“

Dieses Helmuth von Moltke-Zitat gibt es in verschiedenen, knackigeren Kurzformen, wie zum Beispie. „Kein Plan überlebt den ersten Feindkontakt.“

Neu war das aber auch damals nicht. Der Stratege Carl von Clausewitz (1780-1831) sprach von „Friktionen“, kleinen Fehlern, kleinen unvorhersehbaren Abweichungen und Unsicherheiten, die irgendwann bei militärischen Operationen dazwischenkommen und in Summe jeden noch so guten Plan stören bis zerstören.

„So stimmt sich im Kriege durch den Einfluß unzähliger kleiner Umstände, die auf dem Papier nie gehörig in Betrachtung kommen können, alles herab, und man bleibt weit hinter dem Ziel.“

Und spätestens, wenn man tatsächlich auf den Feind trifft, der ja auch einen Plan hat, ist es halt vorbei.

Brandstiftung, Automatensprengung, Diebstahl und Freiheitsberaubung

Im Endeffekt waren es die Fahrraddiebstähle des Angeklagten im Sommer 2018, die zu einem Riesenschaden in Höhe von einer halben Million Euro führten.

Denn um die Fahrräder „bearbeiten“ zu können, hatte der junge Mann im Keller des Hauses eine Fahrradwerkstatt eingerichtet, was aber einen seiner Nachbarn ziemlich störte. Regelmäßig gab es Stress und irgendwann zündete der Angeklagte das Auto des Nachbarn in der Tiefgarage an. Was aber weiter reichende Folgen hatte. Bei dem Brand waren die Berufsfeuerwehr, die Freiwillige Feuerwehr Arheilgen und die Freiwillige Feuerwehr Griesheim im Einsatz. Es wurden 35 Autos beschädigt oder zerstört und die Tiefgarage war danach wegen Einsturzgefahr erstmal gesperrt. Allein der Sachschaden am Bauwerk liegt bei rund 500.000 Euro, dazu kommen noch die Schäden an den Autos.

Echo online: Das Landgericht Darmstadt verurteilt einen 24-Jährigen wegen Brandstiftung, Automatensprengung, Diebstahl und Freiheitsberaubung

Echo online, 31.7.2019: Mercedes war Ausgangspunkt für das Inferno in der Tiefgarage

Echo online, 10.7.2019: Erst mit Gas, dann mit der Flex

Kita-Träger suchen Personal mit Dienstwagenoption? Die Frankfurter AWO in der Presse


Kommunen und freie Träger versuchen ja mit diversen – für sie preiswerten – Gooddies (und sei es der Standort oder ein neues Konzept) Mitarbeiterinnen für ihre Kitas und Krippen zu finden. Aber dass die Leiterin einer dreigruppigen Kita einen Dienstwagen bekommen könnte, habe ich noch nie gehört und wird auch für viele Träger schwer zu toppen sein.

Wenn ich aber jetzt so auf meine Linksammlung gucke, die eigentlich keine werden sollte, dann bekomme ich den Eindruck, dass es bei der Frankfurter AWO und den dort gut versorgten Genossen so ist wie im Supermarkt, in dem man eine niedliche Maus quer über den Gang huschen sieht.

Wenn man nämlich dort eine Maus sieht, dann heißt das nur, dass das schon so viele Mäuse sind, dass die sich nicht mehr verstecken können.

1.12.2019:
Wiesbadener Kurier: „Kennen eine solche Praxis nicht“ – Awo-Bundesvorsitzender im Interview (€)

30.11.2019:
ntv: CDU-Dezernentin friert Awo-Zuschüsse ein

29.11.2019
HR: AWO-Bundesverband fordert Konsequenzen in Frankfurt

FAZ: Ehrenamtliche Awo-Mitarbeiter – Zorn an der Basis

28.11.2019:
HR: Mit 450 PS unterwegs für die Gemeinnützigkeit

FAZ: Rechnung an Frau Feldmann folgt

FR: „Es wird bewusst Stimmung gemacht“

FR: Enge Verflechtungen bei der AWO in Frankfurt und Wiesbaden

27.11.2019:
Echo online: Feldmann- Habe keinen Einfluss auf Gehalt meiner Frau
Frankfurter Neue Presse: War die Frau von OB Feldmann nur drei Monate Kita-Leiterin?

26.11.2019
HR: Wie SPD-Jungpolitiker bei der AWO Spitzengehälter erhalten

25.11.2019
FAZ: Es stellen sich weitere Fragen zu Myrella Dorns Posten bei der AWO

AWO Frankfurt: Präsidium beschließt Transparenzoffensive

22.11.2019:
AWO-Bundesverband: Aufgrund der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen wurde die Weiterleitung von öffentlichen Zuwendungsmitteln vorsorglich sofort zurückgehalten, ohne dass dies als Vorverurteilung zu verstehen ist. (PDF)

21.11.2019
Echo online: AWO Frankfurt zahlt OB-Gattin höchste Gehaltsstufe
HR: Ehefrau des Frankfurter OB erhält höheres Gehalt als üblich
HR: AWO erklärt, Opposition verlangt Antworten, Feldmann schweigt

14.11.2019:
HR: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Frankfurter AWO

24.8.2019:
FNP: Der Awo-Komplex – Ein Geflecht aus undurchsichtigen Geschäften

16.6.2019:
FNP: Gab es das Sportprogramm für das die AWO von der Stadt Geld bekommen hat?

6.5.2016:
ZDF: Die deutsch-türkische Kita

15.9.2015:
60 Deutsch-türkische Kinder vom Krabbel- bis zum Vorschulalter sollen zweisprachig betreut, erzogen und unterrichtet werden – Das war also – grob überschlagen – eine dreigruppige Kita.

Nachtrag, 29.11.2019: Eigentlich ging ich vor einer Woche bei dem etwas launigen Blogeintrag davon aus, dass sich das schnell klärt, aber seitdem kommt ja gefühlt jeden Tag was, so dass das hier eine Art Zusammenfassung wird. Der Dienstwagen ist ja nicht das einzige bei der Frankfurter AWO, wie sich herausstellt. Ich denke da jetzt auch eher daran, wie sich das auf die vielen ehrenamtlich Aktiven und deren Engagement auswirkt. Denen erweist die Sache doch einen Bärendienst.

Nachtrag II, 29.11.2019: Das Ganze ist ja keine plötzliche AWO-Affäre, die nun hochkommt. Die Frankfurter AWO ist schon länger Thema in Frankfurter Zeitungen. Nur war das bislang lokal und bekam erst mit dem Dienstwagen für Zübeyde Feldmann – sie ist seit April 2016 mit Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann verheiratet – die nötige Fallhöhe für überegionale Aufmerksamkeit.

ÖPNV-Werbewochen – Verdi und die Busfahrer streiken

Zur Zeit streiken hier die Busfahrer und morgen kommt noch ein Solidaritätsstreik der Straßenbahnfahrer dazu. Die Gewerkschaft dahinter ist Verdi.

Das ist die Gewerkschaft, die auch sagt „Nur der ÖPNV hilft, Klimaziele zu erreichen„. Ja, Verdi macht auch Politik.

Nun, ich habe ja kein Auto. Nur frage ich mich, wie ich Menschen auf dem Land (und dazu zähle ich mal die in der 25.000-Einwohner-Kommune Weiterstadt dazu, deren Stadtteile 4 bis 8 km im Westen vor Darmstadt liegen) überzeugen soll, auf den ÖPNV umzusteigen. Wenn die Busse alle zwei bis drei Jahre einen Tag oder länger nicht fahren, weil die Fahrer streiken. Und Radfahren bei herbst- oder winterlichen Regen nicht so lustig ist. Und der innerörtliche Bus „auf dem Land“ abends sowieso nur im Stundentakt – und zwischen 21 und 23 Uhr sogar nur im 90-Minuten-Takt – fährt.

Im Winter 2017 konnte ich ein paar Termine nicht zusagen, weil die Bahnen nicht fuhren (Solidaritätsstreik mit Busfahrern) und ich nicht wusste, ob es schneit und ob ich das dann mit dem Rad schaffe. So geht das natürlich auch anderen, die auf Bus und Bahn setzen. Und das werden die Menschen „auf dem Land“ nicht riskieren, die werden ihre Autos behalten.

So ein Streik ist somit ein Bärendienst für die Klimaziele, die Verdi angeblich erreichen will.

Und nein, es sind nicht die Arbeitgeber, die den Streik erzwungen haben. Das haben die Gewerkschaftsmitglieder entschieden. Es zwingt mich ja auch nicht die Stadt Darmstadt über eine rote Ampel zu fahren, nur weil sie blöde geschaltet ist. Sowas ist immer noch die Entscheidung des Einzelnen. Verantwortung muss man halt auch mal übernehmen.

Ach ja, Solidarität: Ich bin Verdi-Mitglied, aber ich habe es noch nicht erlebt (in den vergangenen elf Jahren jedenfalls nicht), dass ein Verlag mir sagte, dass ich jetzt mehr bekomme, weil Verdi und die Solidarität der Mitglieder das für mich erstreikt hätten. Solidarität mit freien Journalisten habe ich nicht erlebt. Und so wie Verdi einige EU-Entscheidungen befürwortet, ist auch nicht in meinem Sinn. Nachtrag: Ich bin ausgetreten.

Lehrermangel, Quereinsteiger und die Krähen

Da sendet hr-info eine Reihe zu „Quereinsteiger als Lehrer“. Und ich wundere mich, dass die Landtagsopposition sich eigentlich nicht rührt.

Bis mir klar wird, dass die Serie ja ganz Deutschland betrachtet und dass in allen Bundesländern Quereinsteiger gesucht und genommen werden.

Da hackt also die eine Krähe der anderen kein Auge aus.

Der goldene Volksbankfrosch

Der goldene Frosch von der Hügelstraße.

Ein goldener Frosch, beziehungsweise ein vergoldeter Sandsteinfrosch, sitzt auf dem Portal der Darmstädter Volksbank in der Hügelstraße. Ich hatte den zufällig im Februar entdeckt (von der gegenüberliegenden Straßenseite aus. Ein Echo-Artikel (und ein Buch) klären auf:

Echo online: Ein Frosch schaut auf die Darmstädter Hügelstraße

Darmstädter Geheimnisse Buch

„Darmstädter Geheimnisse“ – Die Journalistinnen Eva-Maria Bast, Kerstin Schumacher und der  Bestseller-Autor Michael Kibler sind zusammen mit dem „Darmstädter Echo“ auf Spurensuche gegangen. (Das ist ein Amazon Affiliate Link.)

Das Portal der Darmstädter Volksbank in der Hügelstraße.