Streitkultur Anno 1916

Ja, so stritt man sich unter adeligen Offizieren vor 100 Jahren:

Erich von Falkenhayn: „Wenn der Marschall es besser machen kann und noch Mut und Lust zu dieser Aufgabe hat, so soll er sie übernehmen!“ Paul von Hindenburg: „An Mut hat es mir bisher, soviel ich weiß, nie gefehlt; aber die Lust an meiner Aufgabe haben Eure Exzellenz mir allerdings oft zu verderben gewusst.“

Ein Gedanke zu Anlageberatern

Wenn sich robotergesteuerte Geldanlage – naja eigentlich auch die vom Anlageberater vermittelte Geldanlage – so dolle lohnt, warum machen die Anbieter den Reibach dann nicht selbst? Wenn sie es uns Habenichsen anbieten, scheint mir das Geschäft eher in den Provisionen und Gebühren zu liegen, die wir für den Service zahlen.

FAZ: Junge Finanzfirmen und immer mehr Banken versprechen im Internet eine automatisierte Form der Geldanlage

Donald? Trump? US-Präsident?

Tja, wie konnte das mit einem Präsidenten Donald Trump passieren? Aber ich sagte es ja schon die ganze Zeit: Wir wählen in den USA nunmal nicht mit – auch wenn man bei vielen unserer Medien einen anderen Eindruck vermittelt bekam.

Zur Lage der Weltwirtschaft

SpOn-Kolumnist Thomas Fricke sieht weltpolitische ja Parallelen zu der Weltwirtschaftskrise von 1929 und den damaligen Aufschwung rechtsnationalistischer Regierungen.

Spiegel Online: Stürzt die Welt zurück in die Dreißiger? – „Je stärker der Einfluss der Finanzsphäre, desto stärker der Eindruck, dass die gewählten Politiker die Kontrolle verlieren. (…) Damals folgte dem Börsen- und Bankencrash politisch fast überall in Europa ein Rechtsruck. (…) Nach dem Historiker Pierre Milza trug zur politischen Eskalation in den Dreißigern bei, dass sich überall „die Mittelschicht, getrieben von Abstiegsängsten radikalisierte“ (…) und sich „die Eliten als unfähig erwiesen, auf die tiefe Krise (des Liberalismus) zu reagieren“.

Dracula wird Prinzgemahl Queen Victorias …

Der etwas andere Dracula-Roman „Anno Dracula“ von Jack Yeovil (eigentlich Kim Newman) stammt aus dem Jahr 1992. Er ist inzwischen im Sammelband „Die Vampire“, weswegen ich das Buch erst übersehen hatte, da es so viele „Die [irgendeine Fantasyrasse]“-Bücher gibt.
Der Plot: Vampirjäger Abraham Van Helsing versagt: Es gelingt ihm nicht, Graf Dracula in Transsylvanien zu töten. Was verheerende Folgen hat. Der Fürst der Vampire wird zum Prinzgemahl Queen Victorias …

Kim Newman: Die Vampire,
Sammelband mit „Anno Dracula“,
„Der Rote Baron“ und „Dracula Cha-cha-cha“
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Der Zebrastreifen an der Hammelstrift ist ein Parlamentsbeschluss, aber …

Der Auftrag des Stadtparlaments an die Stadtverwaltung an der Hammelstrift einen Zebrastreifen einzurichten, wurde um einen Prüfauftrag ergänzt.


Die Querung der Hammelstrift in Kranichstein ist mal wieder Thema. Und die Stadtverwaltung tischt wieder eine alte, aber nicht ganz richtige, Erklärung zu dem Thema auf.
Aber von vorne: 2008 war die Ampel an der Ecke Hammelstrift/Jägertorstraße kaputtgegangen und wurde ersatzlos abgebaut. Zum Leidwesen vieler Bewohner des nahen Wohnparks Kranichstein (in der Borsdorffstraße). Die finden es nun schwierger die Hammelstrift zu überqueren, die auf dem Weg zum Einkaufszentrum am See liegt.

Echo online, 27. Oktober 2016: Wunsch nach einem Zebrastreifen – Der Heimbeirat des Wohnparks habe sich daher zusammen mit der AG Fußverkehr innerhalb der Stadtteilrunde Kranichstein für einen Zebrastreifen eingesetzt. Auch Stadtverordnete aus Kranichstein hätten die Forderung unterstützt. Und im Dezember 2009 habe das Stadtparlament dann einstimmig beschlossen, einen Zebrastreifen dort einzurichten. Doch wie die städtische Pressestelle hierzu mitteilt, habe es sich dabei lediglich um einen Prüfauftrag an den Magistrat gehandelt.

Nun, ein Blick in die Anträge und Beschlüsse von 2009 zeigt, dass es einen Beschluss sowie einen ergänzenden Prüfauftrag gab:

6. November 2009: Gemeinsamer Antrag der Fraktionen SPD und FDP betr. Einrichtung eines Fußgängerüberweges (Zebrastreifen ) in der Hammelstrift in Kranichstein – Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen: der Magistrat wird beauftragt, in der Hammelstrift in Kranichstein an der Einmündung der Borsdorffstrasse einen Fußgängerüberweg einzurichten.

Der Antrag bekam die Nummer SV-Nr. 2009/0075 und wurde am 17. Dezember 2009 als Tagesodnungspunkt 23.13 einstimmig beschlossen. Der Prüfantrag, von dem die Stadt nun spricht, ergänzte den Auftrag („noch darüber hinaus“) an die Stadt um Sicherungsmaßnahmen:

Dem im Betreff bezeichneten Antrag wird mit folgender Ergänzung einstimmig zugestimmt: „Es soll noch darüber hinaus geprüft werden, welche Sicherungsmaßnahmen können noch mit aufgenommen werden, um die Situation um den Zebrastreifen herum zu entschärfen, so dass keine Gefährdungspotentiale aufgrund des neuen Überweges geschaffen werden.“

Nun ist es aber so, dass das Stadtparlament der Straßenverkehrsbehörde bei der Stadt keine Weisungen geben kann, weil die sich nach der Straßenverkehrsordnung richten muss. Und für einen Zebrastreifen müssen viele Bedingungen erfüllt werden – so einfach ist der nicht auf die Straße gemalt. Da muss eine bestimmte Anzahl an Fußgängern rüberwollen, da muss Platz sein, auch für die Beschilderung. Und in Tempo-30-Zonen sollte es eigentlich keine geben.

Was aber ging, wurde 2014 gemacht: Es wurde eine Querungshilfe eingerichtet.

Der beste Nachtisch seit 1861

Im Echo gibt es freitags immer ein Leserrezept. Diese Woche ist eine „Dunst-Crême von Chocolade“ aus dem Jahr 1861.

Ein Auszug: „Man kocht 3/4 Quart Sahne mit einer Stange Vanille auf, läßt sie zugedeckt erkalten, quirlt sie mit 1/2 Pfund in 1/4 Quart Milch gut aufgelöster Chocolade, 8 bis 12 Loth Zucker, 2 ganzen Eiern, 10 Eidottern und einigen Körnern Salz zusammen“. So ist es in Sophie Wilhelmine Scheiblers „Allgemeines Deutsches Kochbuch für alle Stände“ formuliert.

Echo online: Schokopudding anno 1861

Wicki Weißwas: Zeitsprung in Alaska

Vor 149 Jahren erlebten die Einwohner Alaskas eine Zeitreise. Sie gingen am 6. Oktober 1867 ins Bett und wachten am 18. Oktober 1867 wieder auf. Denn an dem Tag (also dem 18. Oktober) kam das zuvor russische Alaska zu den USA, die das Gebiet im März 1867 gekauft hatten (Zauberspiegel: 30. März 1867 Alaska an USA verkauft). Der Zeitsprung kam zustande, weil das russische Kaiserreich den julianischen und die USA den gregorianischen Kalender hatten.

Metzendorf-Ausstellung ab Sonntag (16.) im Alten TU-Hauptgebäude

Die Metzendorfausstellung im Saal des „Kunstforums der TU Darmstadt“ im zweiten Stock des Alten Hauptgebäudes.


Am 4. Oktober 2016 jährte sich der Geburtstag des 1866 geborenen Architekten Heinrich Metzendorf zum 150. Mal. Das „Kunstforum der TU Darmstadt“ zeigt ab Sonntag (16.) eine Ausstellung, die Metzendorfs Wirken in Darmstadt im Kontext von Jugendstil und Lebensreform beleuchtet. Es werden über 40 Originalzeichnungen und Pläne aus dem Nachlass des Architekten gezeigt und mit weiteren Originalobjekten und historischen Fotografien ergänzt. Die Ausstellung haben Dominic E. Delarue und Thomas Kaffenberger kuratiert.
Die Metzendorf-Villa in Braunshardt, die ich im August in einem Echo-Artikel vorgestellt habe, ist übrigens auch dabei.
Heinrich Metzendorf war in der Zeit um 1900 einer der führenden Architekten. Noch heute prägen seine Villenbauten im Landhausstil an der hessischen Bergstraße das Erscheinungsbild dieser Gegend. Doch auch die großherzogliche Residenzstadt Darmstadt und die Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe bilden einen steten Bezugspunkt seiner Vita. Allerdings war Heinrich Metzendorf Weiterlesen →