Bauarbeiten entfernen zeitweise „wesentlichen Baustein“ fürs Mobilitätskonzept Lincoln

Die Straßenbahnhaltestelle Lincoln-Siedlung soll helfen, dass die Bewohner mit weniger privaten PKW auskommen.

So kann’s gehen. Realität trifft Verkehrsplanungspreis. Da holt Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) am Freitag (22. Juni) in Berlin den Deutschen Verkehrsplanungspreis für das Mobilitätskonzept der Lincoln-Siedlung ab, bei dem der „ÖPNV ein Grundpfeiler eines verkehrsarmen Quartiers“ ist.

Und seit Montag (25. Juni) werden nun die verkehrsärmeren Sommerferien genutzt, um bis 3. August umfassend in der Heidelberger Straße am Kanal und den Straßenbahngleisen arbeiten zu können.

Tja, und deswegen ist die Straßenbahnhaltestelle “Lincoln-Siedlung” (wir erinnern uns: ÖPNV, ein Grundpfeiler) erstmal geschlossen.   Es gibt einen Schienenersatzverkehr mit Bussen, aber die Haltestelle “Lincoln-Siedlung” kann zur Zeit nicht angefahren werden. Die nächsten Haltestellen sind Landskronstraße und Marienhöhe.

Da ist er (leider) wieder …

Hier am Lichtwiesenweg würde die Straßenbahn zur Lichtwiese losgehen. (Foto vom Februar 2016.)

… der “Neue Politikstil” mit der Ausgrenzung anderer. Der Stil den Grün-Schwarz zwischen 2011 und 2016 so liebevoll gepflegt hat. Bei der Lichtwiesenbahn wird aktuelle allerdings trickreich über Bande gespielt; die Heag Mobilo lässt die Opposition auflaufen.

Echo online: Wohl erst einmal kein einjähriger Test mit zwei Expressbussen in Darmstadt

So wie sich der Artikel für mich liest, wurde die von der Opposition gewünschte Testphase (Direktbusse vom Hauptbahnhof über die TU-Innenstadt zur TU-Lichtwiese) so geschickt missverstanden, dass sie jetzt leider, leider nicht möglich und nicht sinnvoll ist. Was mich ja langsam wundert, wieso Grün-Schwarz so scharf drauf 16 Millionen Euro an Steuergeldern für die Lichtwiesenbahn auszugeben, anstelle preiswertere Lösungen zu finden? Und warum wird da – meiner Meinung nach – so unnötig getrickst? Wenn die Bahn die bessere Lösung ist, wird die Testphase ja zeigen, dass das mit Bussen nicht geht. Aber dass die Busse funktionieren könnten, lässt mich vermuten, dass man das nicht riskieren will.

Ich dachte ja, so ohne Mehrheit im Stadtparlament ist es mit der Überheblichkeit vorbei, aber wenn es eine Mehrheit gibt, dann ist er wieder da.

Schade, als es keine Mehrheit für den Haushalt gab, war eine gewisse Einsicht ja da.

Viel zuviel – OB-Kandidaten zum ÖPNV

OB Jochen Partsch (Grüne), Michael Siebel (SPD), Hans Mohrmann (AfD), Moderator Uwe Schuchmann (VCD), Kerstin Lau (Uffbasse), Christoph Hentzen (FDP), Helmut Klett (Uwiga) und Achim Pfeffer (unabhängig) im Goldnen Löwen.

Echo online: Oberbürgermeister-Kandidaten diskutieren im „Goldnen Löwen“ über Verkehrsfragen

Leider sind Veranstaltungen mit drei Themenblöcken und Antworten von acht Kandidaten zu viel um alles in einem Artikel zu bringen. Was man ganz leicht an einer überschlägigen Rechnung sehen kann: Allein drei mal acht Antworten wären schon 24 Sätze. 120 Zeilen geteilt durch 24 Sätze sind 5 Zeilen pro Satz. Oder anders: 120 Zeilen durch acht Kandidaten sind 15 Zeilen pro Kandidat.

Das kann nicht funktionieren, da fällt einiges hinten runter. Auch ob die Kreiskommunen durch den ÖPNV direkt an Darmstadt oder Frankfurt angebunden sind. So eine Betrachtung ist ein komplett eigenes Thema und die Antworten von Darmstädter OB-Kandidaten nochmal. (Und ich selber würde mich über einen besseren abendlichen Bustakt von Braunshardt, Gräfenhausen und Schneppenhausen nach Darmstadt sehr freuen.)

Und so schöne Sachen, wie die Frage, wie die Kandidaten gekommen sind, kann ich nunmal nicht auslassen, auch wenn es eher was “buntes” ist. Denn sowas gibt ja Hinweise wie gut die Verkehrsträger eingeschätzt werden. Ich erinnere mich noch, wie zu einer Straßenbahnvorstellung vor zehn Jahren fast alle von Verwaltung, Politik etc. mit dem Auto zum Betriebshof Frankenstein in Eberstadt gekommen waren. Und das an einem Samstagvormittag.

Ach ja: Im Artikel kommt auch das “Wiener Modell” vor, eine Jahreskarte für ganz Wien für 365 Euro, also ein Euro pro Tag. Zwar gibt es seitdem mehr Fahrgäste in Wien und auch mehr verkaufte Jahreskarten, aber auch die Zuschüsse, Wartungs- und Personalkosten scheinen gestiegen zu sein.

Eine (lange) Bilanz für Grüne und CDU in Darmstadt, mit Blick in den Koalitionsvertrag von 2011

Diese Waage ist die erste Version eines Kunstwerks von Susanne Auslender im Orangeriepark. Allerdings wurde das Werk beschädigt und in neuer Form an der Stelle wieder aufgestellt.

Auf den letzten Drücker habe ich meine Bilanz für Grün-Schwarz in Darmstadt nochmal überarbeitet. Ich sehe es doch einiges anders als der Kollege meines Auftraggebers Echo, nutze aber auch mal den Vorteil des Internets: Man hat auch mal Platz (ja, das ist ein richtig langer Blogeintrag mit fast 10.000 Zeichen). Und mache was ganz gemeines: Ich gucke (im Text hier ganz unten) in den Koalitionsvertrag, also das was sich CDU und Grüne ganz freiwillig vorgenommen hatten. Aber so gemein ist die Idee gar nicht. Weiterlesen

Keine Koalition am Lichtwiesenweg

Hier am Lichtwiesenweg würde die Straßenbahn zur Lichtwiese losgehen.

Den Lichtwiesenweg entlang soll eine Straßenbahntrasse gebaut werden. Die Bürgerinitiative, die gegen die Trasse ist, hatte für gestern (Sonntag, 28.), laut eigener Ankündigung TU-Präsidium und Stadtverordnete aller Fraktionen eingeladen. Gekommen waren um die 50 Gegner der Trasse sowie Stadtverordnete und Kandidaten von FDP, Linke, SPD, Uffbasse und Uwiga.

Vertreter der Koalition (des Neuen Politikstils) aus Grünen und CDU waren nicht gekommen – ich hatte keine gesehen – oder sie hatten sich nicht geoutet.

Nachtrag: Eine CDU-Stadtverordnete und ein -Kandidat waren anwesend und still, aber keine aus der ersten Reihe. Damit Weiterlesen

Kritischer Blick auf die Lichtwiesenbahn

Die Lichtwiesenbahn hat nicht nur Freunde, Sonntag schauten sich Bürger die Trasse kritisch an.

Echo online: Trassenkritiker melden sich zu Wort – Kaum zahlende Fahrgäste, Stückwerk und ein unverhältnismäßiger Aufwand waren am Sonntag die Kritikpunkte bei einem Spaziergang über die Trasse der geplanten Lichtwiesenbahn.

Einige Teilnehmer vermissten bei der Lichtwiesenbahn dass diese eine größere Planung über das Quartier hinaus mit dem Umland eingebunden werden müsste. Allerdings plant der momentane Darmstädter Verkehrsentwicklungsplan (aus dem Jahr 2006) noch mit der ab 2011 – wegen der grün-schwarzen Koalitionsvereinbarung – obsolet gewordenen Nordostumgehung. Ein neuer Verkehrsentwicklungsplan ist Teil des „Masterplans 2030“, dessen Planungsprozess Anfang Februar gestartet wurde.

Im Verkehrsentwicklungsplan von 2006 steht die Trasse nicht ausdrücklich drin. Es wird der Bahn-Haltepunkt TU-Lichtwiese erwähnt, damit ist aber der Haltepunkt der Odenwaldbahn gemeint. Oder Fahrradabstellanlagen. Oder mehr Busse zur Lichtwiese. Bei der Bestandsanalyse taucht der Bereich Böllenfalltor bis Lichtwiese in einer Aufzählung zwar als nicht ausreichend erschlossen auf; wird zusammen mit anderen Quartieren wie Bürgerparkviertel, Edelsteinviertel, Teile der Weststadt oder Eberstadt West aufgezählt.

Die Trasse der Lichtwiesenbahn soll inzwischen rund 16 Millionen Euro kosten. Weiterlesen

Eberstadt von Darmstadt abgeschnitten

Über die Heidelberger Landstraße kam man heute vormittag nicht nach Eberstadt oder Darmstadt, weil die Feuerwehr die Straße brauchte.

Gegen 8.50 Uhr waren zwei Bäume auf die Straßenbahnoberleitung der Linien von nach Eberstadt gestützt und machten diese unpassierbar.

Wegen der Abräum- und Reparaturarbeiten musste die parallelverlaufende Heidelberger Straße/Landstraße zwischen Landskronstraße und Seminar Marienhöhe bis 11.30 Uhr voll gesperrt werden.

Neben einem Kranwagen der Berufsfeuerwehr waren auch zwei Hubbühnen der Heag Mobilo eingesetzt. Die Straßenbahnlinie wurde mit einem Bussen und Taxen bedient.

Es kommen ein neuer Verkehrs- und Stadtentwicklungsplan

Es gibt nächste Woche in der Centralstation zwei größere Veranstaltungen zur Stadt-und Verkehrsentwicklung.

Die Auftaktveranstaltung am Donnerstag (4.2.), 19 Uhr, ist ein “Planner-Slam” (da bin ich selbst ja gepannt, wie sich das Poetry-Slam-Format übertragen lässt) in der Halle der Centralstation, und am Samstag (6.2.), 10 Uhr, ist eine Planungswerkstatt im Saal der Centralstation.

Das ganze heißt offiziell etwas knackiger „Masterplan Darmstadt 2030+“ und „Mobilitätsplan Darmstadt 2030“. Der Mobilitätsplan soll die Ergebnisse des Verkehrsentwicklungsplanes von 2006 weiterentwickeln – was meiner Meinung nach auch wichtig ist, denn der Verkehrsentwicklungsplan von 2006 war eigentlich mit der grün-schwarzen Koalition 2011 schon in Teilen obsolet, er plant noch mit der Nordostumgehung, die aber nicht mehr kommen wird. Trotzdem wurden und werden – streng betrachtet ohne eine das Gesamte betrachtende aktuelle Datenbasis und Prognosen – Fahrradstraßen und eine neue Straßenbahntrasse (Lichtwiesenbahn) geplant.

Von der Stadt aus gibt es dazu die Website darmstadt.de/weiterdenken2030.

Vorsicht bei Entfernungsangaben in ÖPNV-Datenbanken

Es ist ja prima, dass man sich am Internet seinen Fahrplan für Busse und Bahnen zusammensuchen kann. Nur sollten die Entfernungen dann auch stimmen. Denn an diesen Daten orientieren sich auch Stadtverordnete, die über Haltestellen etc. entscheiden. Und natürlich die Datenbank, wenn die Fahrgäste ihre Fahrpläne zusammenstellen.

In Weiterstadt wird die Bushaltestelle Bahnhof wenig genutzt. Und so empfiehlt die Nahverkehrsorganisation Dadina, diese Haltestelle abzubauen, zumal die nächste Haltestelle nicht so weit weg sei.

Ergänzend wird darauf hingewiesen, dass alternativ in einer Entfernung von ca. 400 m vom
Bahnhof die Haltestellen Dornhecke/Kreisel genutzt werden können.

Der RMV schreibt auf seiner Fahrplanwebsite sogar etwas von “ca. 327 Metern”. Zirka …

Tatsächlich aber sind es um die 670 Meter, eigenhändig mit GPS und Tracking-Software im Smartphone gemessen. Und dann stehen die Gleichstellungsbeauftragen halt mit einem berechtigten Hinweis auf der Matte.

Echo online: Beirat fordert Erhalt von Haltestelle – Vertreter wollen den Stopp am Weiterstädter Bahnhof nicht aufgeben Der Vorsitzende des Weiterstädter Behindertenbeirats Erik Bogorinski und Norbert Baron vom VdK fordern, die Bushaltestelle Bahnhof zu erhalten, weil die Haltestelle Dornhecke zu weit weg sei, um einige Züge noch zu erreichen. Weiter fordern sie, den Bahnhof wie geplant barrierefrei umzubauen.

Man kann vermuten, dass die 327 Meter die Luftlinie zwischen Bahnhof und der Straße Dornhecke sind. Nur kann man die nicht laufen, da daszwischen Wohnbebauung und eine Kreisstraße in Troglage sind.

Veröffentlicht unter ÖPNV

Werner Krone, Verkehrsplaner – grüne Gedanken, aber bei der Linken

Werner Krone ist neuer Stadtverordneter in der Fraktion „Die Linke“. Der Bauingenieur sieht den den Ostbahnhof als „Kulminationspunkt Darmstädter Geschichte“. Er zeigt auf das Torhaus gegenüber des Bahnübergangs in der Erbacher Straße. „Da war die preußische Gesandtschaft“, sagt er. Eine Erinnerung an die preußische Vorherrschaft in Deutschland ab 1866.

Der Ostbahnhof – gebaut im Stil eines russischen Landbahnhofs – erinnert auch an die Verwandtschaft zwischen dem Haus Hessen und dem russischen Zaren. Am Ostbahnhof würde auch die Nordostumgehung beginnen, wenn die Umgehungsstraße nicht von Grün-Schwarz gestoppt worden wäre.

Werner Krone rückt nach für Nathalie Krieger, die aus Darmstadt weggezogen ist. Auch wenn er erst als Rentner ins Stadtparlament einzieht, ist der 71-jährige doch schon lange politisch aktiv. So war er im ICE-Beirat, hat sich in der Bürgerinitiative ONO gegen die Nordostumgehung eingesetzt, war im Nordostumgehungsbeirat und hatte die ersten Entwürfe für eine Einhausung der Trasse eingebracht.

Weiterhin war der Vater eines erwachsenen Sohnes und zweifache Großvater im Darmbach-Beirat. „Aber die Offenlegung in der Stadt – Wasserspiele – konnte ich nicht mehr mittragen.“ Weiter ist der Ingenieur in der Westwaldallianz gegen die Westumgehung oder sucht nach Lösungen für eine bessere Ostkreis-ÖPNV-Anbindung.

In seinem Berufsleben seien immer Lösungen gefragt gewesen, erklärt der Bauingenieur sein Engagement bei Verkehrsplanungen. „Bei jedem Problem überlege ich, wie man das lösen könnte.“ Beispielsweise könnte der K-Bus bis zur H-Bus-Endhaltestelle fahren und so den H-Bus entlasten. Oder: Warum fährt die Pfungstadtbahn nicht weiter über den Nordbahnhof (Anschluss für Merck) bis zur Lichtwiese? „Die Studenten könnten dann vom Hauptbahnhof mit der Bahn zur Lichtwiese fahren.“

Und so sieht Krone für die ÖPNV-Anbindung in den Ostkreis nach Groß-Zimmern fünf Ansätze, die man prüfen könnte. Zum einem mehr oder größere Busse oder eine Trolleybusverbindung (Bus mit Oberleitung). Oder eine Stadt-Land-Bahn, eine Eisenbahn, die dann nach Darmstadt wie eine breitere Straßenbahn reinfährt. Viertens eine Straßenbahn und fünftens eine Bahnverbindung. „Einen Zug von Groß-Zimmern könnte man an die Odenwaldbahn ankoppeln und damit nach Frankfurt oder Pfungstadt fahren.“ Zumal er ein Praxisbeispiel hat: Die Schönbuchbahn in der Region Stuttgart, die ähnliche Eckdaten habe wie eine Strecke nach Groß-Zimmern. „Die dort prognostizierten 2500 Fahrgäste am Tag, wurden schon am ersten Tag überschritten.“ Allerdings müsse man eine Lösung in Roßdorf finden, räumt der Planer ein, wo inzwischen ein Seniorenheim auf der Trasse liege. Aber schon jetzt könne man etwas für die Busse tun, findet Krone. Beispielsweise über eine Pförtnerampel an der Bundesstraße B26 und eine Busspur.

Politisch aktiv ist der im märkischen Sauerland aufgewachsene Werner Krone seit seiner Studentenzeit. Die Erinnerungen seines Großvaters, der 1908 in Griesheim stationiert war, führten ihn zum Studium an die TH Darmstadt. Ende der sechziger Jahre wurde er SDS- und DKP-Mitglied, unter anderem wegen der Notstandsgesetze. Was ihn nachher aber auch beruflich beeinflusste, denn nach seinem Referendariat bei der Deutschen Bundesbahn wurde Krone nicht übernommen. Besonders habe gestört, dass er 1972 für das Stadtparlament kandierte, erzählt er, ein zu offenes Engagement. So arbeitete Krone bei verschiedenen Ingenieurbüros, ab 1980 bei der Deutschen Eisenbahngesellschaft, einer Privatbahnbetriebgesellschaft.

Aber trotz der „grünen“ Gedanken pro Bahn, gegen die Nordostumgehung oder für den Westwald sieht Werner Krone Bündnis 90/Grüne nicht als seine Partei. Unter anderem, weil die Grünen 1999 als Teil der rot-grünen Bundesregierung für den Kosovokrieg waren. „Die grüne Partei ist die neue FDP“, findet er. Und denkt an grüne Ikonen wie Klaus Traube, Petra Kelly oder Gerd Bastian zurück. „Das war noch eine andere Partei.“ Im Stadtparlament wird er aber wieder einen „grünen“ Schwerpunkt haben, er sitzt im Umweltausschuss.